Gesellschaftliches/Politisches Engagement von Frauen im Christentum?

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3 Antworten

Immer wenn es um das Christentum geht, sollte man sich fragen "was würde Jesus dazu sagen, was würde Jesus da tun" und in der Bibel nach Anhaltspunkten suchen.

Da findet man dann einen Jesus, der sehr radikal liberal alle damaligen Konventionen und Tabus gebrochen hat, wenn es darum ging, sich um Menschen zu kümmern. Jesus hat da keinen Unterschied gemacht zwischen Männern und Frauen.

Aber Paulus hat sich das nicht mehr so offen getraut und hat sich um klare Aussagen zur Gleichberechtigung der Frau herumgedrückt.

Also fragt doch mal den Pfarrer:

"Was würde Ihrer Meinung nach Jesus sagen, wenn sich christliche Frauen gesellschaftlich oder politisch engagieren, z.B. als Bischöfin oder Bundeskanzlerin?"

und:

"Mit welchen Bibelstellen begründen Sie ihre Meinung?"

Die Antworten auf diese Fragen würden mich auch sehr interessieren!

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Kommentar von aicas771
28.11.2016, 22:32

Danke für die Auszeichnung !

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Da fällt mir die Frau Margot Käsmann ein und ihre Busenfreundin, die gute Frau von der Leyen.

Die beiden Mädels fallen mir deswegen ein, weil sie, es ist noch gar nicht so lange her, beide lächelnd vor der Kamera standen und ohne rot zu werden verkündeten, dass durch das Vorbild eines gewissen Herrn Luther Werte wie Gleichberechtigung und Religionsfreiheit entstanden seien.

Das hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen - darüber, dass die Tanten entweder nicht den Hauch einer Ahnung haben von dem, was sie da quatschen oder jedoch arglistig die Bevölkerung übers Ohr hauen wollen, denn wenn man sich mit dem Wesen und Wirken eines Herrn Luther auseinandersetzt, dann war der ein Musterbeispiel eines Antisemiten und frauenverachtenden Monstrum.

An dieser Stelle könnte man einem Pfarrer die Frage stellen, wie die beiden gesellschaftlich aktiven, christlichen Damen Zitate wie die folgenden dermaßen mißverstehen können, dass die daraus Freiheitsrechte konstruieren.

"Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden." (Martin Luther, dt. Theologe)

"Will die Frau nicht, so komm' die Magd!" (Martin Luther, Frauenfreund)

"Darum hat das Maidlein ihr Punzlein, daß es dem Manne ein Heilmittel bringe." (Martin Luther)

 "...wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben...es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, dass sie
sich äffen und trügen lassen." (Martin Luther)

"Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, laß' sie nur todt tragen, sie sind darumb da." (Martin Luther, Schwangerschaftsberater)

"Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes." (Martin Luther)

Oder aber

"In solch einem Krieg ist es christlich und ein Werk der Liebe, die
Feinde getrost zu würgen, zu rauben, zu brennen und alles zu tun, was
schädlich ist, bis man sie überwinde. Ob es wohl nicht so scheint, dass
Würgen und Rauben ein Werk der Liebe ist, weshalb ein Einfältiger denkt,
es sei kein christliches Werk und zieme nicht einem Christen zu tun: so
ist es doch in Wahrheit auch ein Werk der Liebe".

(Martin Luther über 'Heilige Kriege')




Oder auch

"Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife."
(Martin Luther)

"Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen...; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken,
... unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien (...) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.

"Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten
Volk der Juden? [...] Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben
eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben. Zum Dritten,
daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten. Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren.
Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar
aufhebe. Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme. Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase.
"

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Kommentar von WiihatMii
20.11.2016, 22:41

Diese Äußerungen sind an Ekelhaftigkeit wirklich schwer zu übertreffen. Danke für die Aufklärung.

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Kommentar von voayager
21.11.2016, 00:17

Die Zitate Luthers sind wahrlich an Widerlichkeit schwer zu überbieten. Nun habe ich mal in dem Zusammenhang eine Frage an dich, wie waren denn zu dieser Zeit andere Männer in Bezug auf Frauen so "drauf"? Ich bin nun nicht informiert genug, um einzuschätzen, ob Luther auf üble Weise da herausragte, oder er auch nur ein Mann seiner Zeit war. Möglicherweise hatte er ja so gedacht wie andere stockpatriarchalische Männer ja auch. Nur in dem Kontext läßt sich die Person Luther angemessen beurteilen. Waren nämlich alle Männer so ekelhaft drauf, dann kann man Luther nicht gesondert anklagen.

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Die Bibel erzählt sehr selten Geschichten aus der Sicht von Frauen. Meistens geht es um mächtige Männer, die viele Frauen, viel Vieh und ein Volk hinter sich hatten.

Du könntest den Pfarrer also mal fragen, wie er zu folgenden Bibelstellen steht:

<5Mo 22,23-29 (Gott befiehlt): Wenn eine unberührte Verlobte in der Stadt einen Mann trifft und mit ihm schläft, sollen beide zu Tod gesteinigt werden. Das Mädchen, weil es nicht um Hilfe rief, und den Mann, weil er die Frau eines anderen nahm..... Wenn jemand bei der Vergewaltigung eines unberührten Mädchen ertappt wird, dann muss er ihrem Vater 50 Silberlinge geben und das Mädchen zur Frau nehmen. Er darf sie sein Leben lang nicht verstossen.

<Kol 3,18: Ihr Weiber, seid euren Männern untertan im (Glauben an) den HERRN, wie sich's gebührt.

<1Mo 3,16: Zu Eva sagte er (Gott): Du sollt deine Kinder unter Schmerzen gebären müssen. Es soll dich ein Verlangen nach dem Manne plagen, und er soll dein Herr sein.

<3Mo 12,1-5: Gott spricht: .... Wenn eine Frau einen Knaben geboren hat, so ist sie 7 Tage lang unrein, als wäre sie krank. Am achten Tag soll man den Knaben beschneiden. Die Mutter soll dreiunddreissig Tage daheim bleiben im Blut ihrer Reinigung. Kein Heiliges soll sie anrühren, und zum Heiligtum soll sie nicht kommen, bis daß die Tage ihrer Reinigung vorbei sind. Wenn das Kind ein Mädchen ist, so betragen die Fristen 14 bzw. 66 Tage.

<Röm 7,2: Eine Frau ist dem Manne untertan, solange er lebt, dies verlangt das göttliche Gesetz. Sie ist erst frei, wenn der Mann stirbt.

Moses ist zornig, weil nicht alle Frauen getötet wurden!

"Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?"

(4. Mose 31,14-15)

"So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."

(4. Mose 31,17-18)

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