Frage von scarlett0101, 123

Geschlossene Kinder und Jugendpsychiatrie?

Hallo,

Ich bin 17 Jahre alt und lasse mich morgen freiwillig aufgrund akuter Krise (Depression, Panikattacken, suizidgedanken) einweisen. Ich war noch nie in einer Psychiatrie und habe auch aufgrund meiner sozialphobie große Angst davor. Ich bin immer noch kurz davor das alles abzusagen.

Könnt ihr mir von euren Erfahrungen erzählen? Auch mit dem Umgang mit Handy, Selbstentlassung etcpp

Danke für eure hilfe

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von Kiwichenlein, 58

Ich wurde mit 15 zwangseingewiesen wegen ähnlichen gründen. Dein Handy darfst du nicht haben, jeder soll seine privatsphäre haben und keine angst haben müssen das er im internet landet. Deine Rasierer zb darfst du dir zum Duschen abholen aber musst sie dann wieder abgeben. Es kann auch sein das du kein Sprühdeo haben darfst weil man sich damit sehr gut verletzen kann.

Du wirst sehr wahrscheinlich kein einzelzimmer bekommen, sondern dir eines mit 1-4 leuten teilen müssen, aber meiner erfahrung nach sind deine zimmer nachbarn sehr lieb, jeder hat dort seine probleme und niemand will anderen schaden (: 

Das du dich selber einweisen lassen willst zeigt das du wirklich hilfe brauchst und so stark bist sie dir zu holen, bitte brich es nicht einfach ab weil du angst hast. Die ersten 2 Tage sind "schlimm" im sinne von Heimweh und alles ist neu und ungewohnt, aber du wirst schnell freunde finden wenn du das willst, und falls nicht werden dich auch die meisten leute in ruhe lassen. Ich habe damals 2 echt tolle Mädels kennen gelernt in der Klinik mit denen ich auch heute, 6 Jahre später noch befreundet bin (: Du schaffst das !

Antwort
von FelinasDemons, 29

Bei mir mussten die Handys abgegeben werde. Von Mo - Fr gab's zwei Tagesausgänge. Am Wochenende gabs dann wieder zwei Tagesausgänge oder man konnte für eine Nacht heim.

Auf einer offenen Station kannst du selbstverständlich jederzeit gehen. Jedoch müssen deine Eltern dich abholen und was unterschreiben, da du noch Minderjährig bist.

Mit den Mitpatienten kannst du ziemlich offen umgehen.

Das alles muss jetzt nicht auf deine Klinik zutreffen.

Ich wünsche dir dort alles Gute:)

Antwort
von Doevi, 26

Ich bin mir nicht sicher wie das in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist, aber bei den Erwachsenen ist es so, dass du bei einer Selbsteinweisung bestimmmen kannst, wann die Entlassung endet. Außer du hast einen richterlichen oder betreuungsrechtlichen Beschluss auf eine bestimte Zeit. Ein Grund wäre auch die Selbstentlassung von den Ärzten zu verweigern, wenn Gefahr besteht dass die Person sich selbst oder anderer verletzt ( akute Suizidalität, Fremdaggressives Verhalten ).

Bei uns ist es so, dass auf den geschlossenen Stationen der Umgang mit dem Handy verboten wird oder man die Gelegenheit bekommt es für einen bestimmten Zeitraum zu erhalten.

Das alles muss nicht heißen, dass das in der Kinder- und Jugendpsychiatrie genau so läuft. Aber bei den Erkrankungen die du hier schilderst wäre es sinnvoll ins kalte Wasser zu springen und dich behandeln zu lassen.

Die Gründe:

- Du lernst neue Leute kennen, die auch diese Probleme haben und man sich so austauschen kann.

- Du wirst medizinisch, psychlogisch und pflegerisch betreut und evtl. auf Medikamente eingestellt, die dir helfen im Leben wieder glücklich zu sein.

- Du erhälst regelmäßig Gespräche um auf den Grund zu gehen, warum du so geworden bist wie du geworden bist.

- Keiner erhält in der im normalen Leben so schnell ein psychologisches Gespräch, wie in einer Klinik. Dort gibt es keine Wartezeiten.

- Du lernst dich abzulenken, wenn es dir mal schlecht geht.

- Du hast immer einen Ansprechpartner bei negativen Gedanken, 24h am Tag

- uvm.

Also wie du siehst gibt es eigentlich keine Gründe die dagegen sprechen. Man muss sich mal trauen und du wirst sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, wie viele vielleicht meinen.

Antwort
von zicoswaifu, 43

Ich habe/hatte selbst eine sozialphobie und war auch schon in so einer Lage. Ich hatte auch echt Angst in eine Klinik zu gehen, weil ich totale Angst vor den leuten dort hatte. Aber wenn ich heute darüber nachdenken, war es eine der besten Entscheidungen meines Lebens xD die therapeuten dort haben mir geholfen mit meinen Problemen klar zu kommen und durch die ganzen unterschiedlichen Menschen dort habe ich auch meine sozialphobie in den Griff bekommen:)
Also entspann dich und mach dir keine Sorgen:3 wird schon alles gut gehen.

Viel glück und gute Besserung:)

Antwort
von rotweinfan67, 34

Brauchst keine Angst davor zu haben. Wenn du freiwillig rein gehst so kannst du auch wieder mehr oder weniger entscheiden wann du wieder raus gehst. In offener oder Halboffener Station kannst du auch meist dein Handy behalten. allerdings wäre es ratsam es mal für eine Weile auf die Seite zu legen, oder gar zu Hause zulassen. Allerdings wirst du am Anfang für eine geraume Zeit unter Beobachtung stehen. Auch Nachts. Das heißt Konkret ,das sich eine 360 Grad Kamera im  Zimmer befindet. Wenn du Tabletten bekommst dann mehr oder weniger unter Aufsicht. Aber Vergiss den Mythos von Zwangsjacke und Willenlos gemacht werden.Wichtig..... gebe dir soviel Zeit wie du brauchst und sei ehrlich zu dir selbst. Ich wünsche dir alles gute  MFG  Rotweinfan67

Antwort
von BetterInStereo, 47

Handys sind nicht erlaubt (in den meisten Fällen zumindest) da diese von der Therapie ablenken!
Selbstentlassung wäre nur dann wirklich möglich wenn die Psychologen auch damit einverstanden wären (wenn die Gefahr besteht das du suizid begehst eher weniger) .

Am Anfang braucht man ein paar Tage zur Eingewöhnung aber danach ist alles in Ordnung, man gewöhnt sich sehr schnell an die Umgebung und die Menschen, sofern man dies auch zulässt!

Ich würde dir empfehlen dich auf die Ärzte und deren Therapie einzulassen, das macht es dir leichter einen guten Weg in eine bessere Zukunft zu finden

... Habe selbst 7 Monate da verbracht

Antwort
von mistergl, 39

Wenn du dich selbst einweisen lässt, kannst du auch jederzeit auf eine Entlassung bestehen. Also lass es auf dich zukommen und versuch dich zusammen zureißen. Vielleicht hilft die Therapie ja tatsächlich. Wäre doch echt von Vorteil, oder? Ich denke, das eine Therapie wirklich weiterhelfen könnte.

Antwort
von minaray1403, 20

Ich durfte kein Handy haben, in der ersten Zeit kein Ausgang, aber Sichtweite darf man sofort. Unsere Station war offen, also anders als eine Geschlossene. Es gibt Dienste wie z.B. Küchendienst und du darfst nicht viel mit deinen Eltern telefonieren, nur alle zwei Tage abends mal. Am Wochenende ist zuerst kein nach Hause gehen erlaubt. Mehr kann ich aus meinen Erfahrungen nicht mehr sagen..

Antwort
von Revic, 14

Also um es vorweg zu sagen; egal welche Erfahrungen andere in der Psychatrie gemacht haben. Das soll dich weder davon abhalten noch darin bekräftigen, selbst eine stationäre Aufnahme in Anspruch zu nehmen, denn jeder erlebt das anders.

Ich kann allerdings gut verstehen, dass du dich im Vorfeld ein bisschen über den Aufenthalt dort informieren willst, deshalb erzähle ich dir einfach mal, wie das bei mir gewesen ist:

Ich war zwischen meinem 15. und 18. Lebensjahr wegen ähnlicher Probleme wie bei dir bisher 5 Mal in stationärer Behandlung in drei verschiedenen Kliniken. 4 Mal davon akut. Und es hat mir kein Stück was gebracht. Ich bin jedes Mal genau so krank, wenn nicht sogar noch kränker, entlassen worden wie ich rein gekommen bin, erhoff dir also nicht allzu viel.

Die Akut-Psychatrie ist in erster Linie nicht dafür da, um dich zu therapieren, sondern um dir die Möglichkeit zu geben, zur Ruhe zu kommen und dich für eine Weile von deinem Umfeld zu entfernen.

Der Tagesablauf war überall ähnlich. Man wurde morgens geweckt (zwischen 6:30 und 7:00 Uhr), danach wurde zusammen gefrühstückt. Es gab eine Klinikschule auf dem Gelände, wo wir die Woche über ca. 2 Stunden am Tag in den Hauptfächern sowie in Kunst und Bio unterrichtet wurden. Nach der Schule standen meist verschiedene Therapieangebote oder Gruppenaktivitäten auf dem Plan, die man wahrnehmen musste. Welche das waren, entschied der zuständige Therapeut. Es gab Musik-,Kunst-,Ergo- und Bewegungstherapie. Man konnte (oder musste) auch Sport machen. Entweder einzeln oder mit den anderen Patienten zusammen. Dann gabs Mittag. Essen war eig. ok. Krankenhausessen halt. Am Wochenende fand manchmal Kochgruppe statt.

Zwischendrinn gab es immer mal wieder Leerlauf. Ich würde mir an deiner Stelle viel zur Beschäftigung mitbringen, sonst wird dir schnell langweilig. Ausgang bekam man erst nach ein paar Tagen (wenn der Therapeut dem zustimmte) für begrenzte Zeit, die langsam aufgestockt wurde.

Handys und Laptos sind in den meisten Kliniken nicht oder nur sehr berenzt erlaubt. Verlass dich lieber nicht drauf. Geschlafen wird in Einzel-, Zweier und Dreier-Zimmern. Du kannst dir kein Einzelzimmer "wünschen". Die Verteilung liegt im Ermessen der Pfleger. Da wird auch auf eine Sozialphobie wenig Rücksicht genommen. In der Nacht kommt die Nachtwache alle 2 Stunden ins Zimmer um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

Es gibt immer Betreuer, die nett sind und welche, die echt überheblich sind und sehr nachtragend. Verusch einfach, nicht mit den Betreuern aneinander zu geraten. Die haben einen schnell auf dem Kieker. Mit den anderen Patienten ist meist besser auszukommen.

Gespräche mit dem behandelnden Therapeuten gibt es zwischen ein und drei Mal in der Woche. Das ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich.

Selbst entlassen kannst du eig. immer, da du nicht zwangseingewiesen wirst. Du solltest natürlich nicht sagen, dass du dich umbringst, wenn du draußen bist, aber sonst geht das klar. Deine Eltern müssen der Entlassung nur zustimmen.

Medikamente gibts auch auf Anordnung der Therapeuten bzw. der Ärzte. Wenn du jetzt schon welche nimmst ist es sehr wahrscheinlich, dass du sie auch dort bekommen wirst.

Wenn du dich selbst oder andere in der Klinik gefährdest, indem du z.B. mit dem Kopf gegen die Wand schlägst, müssen dich die Betreuer fixieren. D.h. du wirst entweder an einem Bett festgeschnallt, bist du dich beruhigt hast oder in den sogenannten Time Out Raum gebracht, der bis auf eine Matratze völlig leer ist. Die Fixierung ist echt keine schöne Erfahrung, also versuch, nicht auszuticken.

Falls du noch iwas wissen willst, frag einfach. Ich helfe gerne weiter.

Antwort
von scarlett0101, 47

Lasse mich aufgrund von Krise einweisen*

Antwort
von einfachichseinn, 16

Wieso denkst du, dass du auf die geschlossene kommen wirst?

Über die offene Station kann ich dir einiges erzählen..

Kommentar von scarlett0101 ,

Weil meine Krise akut ist und mir bereits gesagt wurde das für die offene/halboffene Wartezeit bis zu mehreren Wochen besteht 

Antwort
von Lunora, 36

Lass alles auf dich zukommen. Alle Psychiatrie sind anders :-) alles Gute!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community