Frage von zwergpapagei022, 70

Geschlechtsangleichung erst später anfangen?

Hey communty! Ich bin 13, fühle mich als mädchen seit ich klein bin und alles andere wissen vllt schon die anderen die meine letzten fragen gelesen haben. Meine mutter erlaubt mir nicht pubertätsblocker zu nehmen. Weil sie kulturmäßig streng aufgezogen wurde (wir sind türken) auch noch sind wir muslime und da ist sowas wie transexualität nicht erwünscht. Ich habe alles versucht, wir waren bei psychologen, bei der schulpädagogin, bei einem transexuellen freund seiner mutter (FzM). Ich hab wirklich alles versucht ! Doch meine mutter erlaubts mir net. Sie meint sie hat mich als junge geboren und so werde ich bleiben. Mein vater darf sowas niemaös erfahren er würde dinge machen die man sich nicht denken könnte. Deshalb möchte ich mit 18 ausm haus fliehen (was ich mir geschworen habe, egal wie doof es klingt). Und nach dem ich die realschule vorbei hab werde ich mir die haare wachsen und mit 18 falls ich noch nicht raus ausm haus bin auch mit allem starten egal was meine eltern müssen davon überhaupt nix wissen müssen. hier jz aber mal meine eigentliche frage : Glaubt ihr dass jungs die schon seit ihrer kindheit nicht sehr männlich wirken und hohe stimmen trotz pubertät haben, trotzdem ne gute frau werden können ? Ich bin so verzweifelt. Bitte ernste antworten. Außerdem versucht bitte nicht irgendwie mich wieder an versuche zu "dingsen" hoffe ihr wisst was ich meine. Danke im vorraus ! Lg zwergpapagei :)

Antwort
von Alex9Q1, 70

Wenn du dich zuhause nicht sicher frei entfalten kannst ohne Angst zu haben, dann musst du früher oder später da raus. Ja, auch wenn man bei Beginn schon älter ist kannst du trotzdem eine glaubwürdige bzw normale Frau sein - das bist du ja schließlich auch. Zwar ist es "besser" möglichst früh anzufangen um die männliche Pubertät zu hindern bzw die weibliche möglichst früh einzuleiten, aber inwiefern sich jeder entwickelt ist total unterschiedlich. Vielleicht findest du im Internet ja YouTuber, Blogger, etc, die erst spät angefangen haben und darüber berichten :)
Ich wünsche dir alles Gute.

Kommentar von zwergpapagei022 ,

vielen lieben dank für deine antwort! <3 ich kenne youtuberine die transexuell sind jedoch sind alle immer welche die sich zu hause entfalten durften :(

Kommentar von Alex9Q1 ,

Ja, ist schwer Leute mit ähnlichen Schwierigkeiten zu finden. Ich persönlich habe keine Schwierigkeiten in meiner Familie (bin FzM), deswegen finde ich die reine Veränderung einfach interessant. Ansonsten kann man immer gut in Communitys Menschen finden die ähnliche Probleme haben. Stay strong <3.

Antwort
von ViolettCM, 38

Lieber zwergoaoagei022, 

Ich kenne das Problem wenn man sich nicht frei entfalten kann.

Ich hatte nach der Grundschule festgestellt, dass mit mir etwas nicht stimmte. Irgendwie fühlte ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut und als wir in einem Zeltlager mal für einen Auftritt das andere Geschlecht spielen mussten wusste ich auch was das Problem war.

Danach habe ich die Unterwäsche meiner Schwester angezogen usw. bis mich meine Mutter irgendwann ertappt hatte. Ich bekam zu hören, dass ich pervers wäre. Krank und verrückt. Dass mich nie eine Frau haben wollen würde.

Meine Mutter hatte mich damit so traumatisiert, dass ich bis zu meinem 18ten Geburtstag mir selber einredete, dass ich männlich sein MUSS! Ich definierte transsexuelle selber als Kranke und Perverse bis ich eine Frau traf und sie mich gerade zu wach rüttelte. 

Nur langsam konnte ich mich von diesen Ketten lösen. Mit 20 konnte ich abgesehen von ein paar Ausnahmen als Frau raus gehen. Mit 22 fing ich meine Therapie an und jetzt mit 24 fange ich die Hormonbehandlung an. 

Die Hormone ändern deine Fettverteilung. Das wird aber ein paar Monate dauern. Je nach genetischer Veranlagung entwickelt sich dein Körper. Umso früher du damit anfängst, desto besser wird auch dein Ergebnis sein. 

Versuche schnellst möglich von deinen Eltern weg zu kommen. Ich weiß nicht wo du herkommst oder wie es dein Psychologe sehen wird, aber löse dich von allem was dich aufhält. Du wirst schon genug mit dir selber zu tun haben. 

Ob du mit 18 noch gute Ergebnisse erzielen kannst? Das wird sich zeigen. Es hängt eben von deiner genetischen Veranlagung ab. Zwischen "kaum Veränderung" und "nicht zu erkennen" ist alles möglich. 

Wie weit willst du denn gehen? Denke genau darüber nach was du dir antust damit. Du verkürzt dein Leben erheblich und wirst dein ganzes Leben Medikamente benötigen.

Wenn dir das alles nichts ausmacht, dann zieh es durch. Wenn du aber zweifel hast versuche erst einmal einen Psychologen zu finden. Du musst meist etwa 1 Jahr bis zu einem Termin abwarten. Dann kannst du noch einmal etwa ein Jahr rechnen bis man anfängt dir Hormone zu geben. 

Allgemein versuche möglichst früh anzufangen. Und wenn dein Vater dir was antun will... Geh zum Jugendamt... Du hast rechte und als trans bist du kein Mensch niederer Klasse. Gehe deinen Weg... es lohnt sich... 

Antwort
von transeltern, 32

Hallo Zwergpapagei,

harter Tobak und dann noch muslimisch, auweia. Aber die christliche Religion ist da auch nicht wirklich besser. Wenn es so schlimm ist, wende Dich an das Jugendamt, ich denke mal, Du wohnst in Deutschland. Das Zauberwort heißt "Inobhutnahme". Wenn Du in einer massiven Krisensituation bist, ist das Jugendamt dazu verpflichtet, Dich aufzunehmen und Dir zu helfen. Ich poste hier mal was rein, mit dem Du dann vor Ort beim Jugendamt argumentieren kannst:

Falls mal der Fall eintreten sollte, daß der junge TS es absolut nicht mehr bei den Eltern aushält und das Zusammenleben nach dem Coming-Out für unzumutbar hält, gibt es folgende Möglichkeiten:

Zitat: "Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (§ 1 Abs.1 SGB VIII)" - Quelle: Inobhutnahme zur Krisenintervention bei Kindern und Jugendlichen (http://www.sgbviii.de/S124.html)

§ 42 SGB VIII

Zitat: "[Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen]

(1) Inobhutnahme eines Kindes oder eines Jugendlichen ist die vorläufige Unterbringung des Kindes oder des Jugendlichen bei

1. einer geeigneten Person oder

2. in einer Einrichtung oder

3. in einer sonstigen betreuten Wohnform.

Während der Inobhutnahme sind der notwendige Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen und die Krankenhilfe sicherzustellen. Mit der Inobhutnahme ist dem Kind oder dem Jugendlichen unverzüglich Gelegenheit zu geben, eine Person seines Vertrauens zu benachrichtigen. Während der Inobhutnahme übt das Jugendamt das Recht der Beaufsichtigung, Erziehung und Aufenthaltsbestimmung aus; der mutmaßliche Wille des Personensorgeberechtigten oder des Erziehungsberechtigten ist dabei angemessen zu berücksichtigen. Es hat für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen zu sorgen, das Kind oder den Jugendlichen in seiner gegenwärtigen Lage zu beraten und Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung aufzuzeigen.

(2) Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet. Das Jugendamt hat den Personensorge- oder Erziehungsberechtigten unverzüglich von der Inobhutnahme zu unterrichten. Widerspricht der Personensorge- oder Erziehungsberechtigte der Inobhutnahme, so hat das Jugendamt unverzüglich
1. das Kind oder den Jugendlichen dem Personensorge- oder Erziehungsberechtigten zu übergeben oder
2. eine Entscheidung des Familiengerichts über die erforderlichen Maßnahmen zum Wohl des Kindes oder des Jugendlichen herbeizuführen.
Ist der Personensorge- oder Erziehungsberechtigte nicht erreichbar, so gilt Satz 3 Nr.2 entsprechend.

(3)

Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert.

Freiheitsentziehende Maßnahmen sind dabei nur zulässig, wenn und soweit sie erforderlich sind, um eine Gefahr für Leib oder Leben des Kindes oder des Jugendlichen oder eine Gefahr für Leib oder Leben Dritter abzuwenden. Die Freiheitsentziehung ist ohne gerichtliche Entscheidung spätestens mit Ablauf des Tages nach ihrem Beginn zu beenden. Absatz 2 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend."

Zitat: "

Voraussetzungen der Inobhutnahme

Nach § 42 Abs. 2 SGB VIII ist das Jugendamt zur Inobhutnahme verpflichtet, wenn der Minderjährige darum bittet.

An diesen Wunsch sind keine formellen und inhaltlichen Anforderungen zu richten.

Für die Rechtmäßigkeit der Inobhutnahme reicht ein subjektives Schutzbedürfnis des Minderjährigen aus, d.h. dass das Kind oder der Jugendliche für sich eine akute Notlage sieht.

Die Verpflichtung des Jugendamts, "Selbstmeldern" Obhut zu gewähren, besteht ohne jede Einschränkung, ohne jede Vorprüfung der Situation und gleichgültig mit welcher Begründung der Jugendliche um Obhut bittet und ob seine Begründung überzeugend ist. Dies gilt selbst dann, wenn objektive Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung auf den ersten Blick nicht vorzuliegen scheinen und sich der Minderjährige aus der Sicht Erwachsener nur der ("gutgemeinten") elterlichen Erziehung oder Strafe (Hausarrest) entziehen will.

Zwar muss, insbesondere wenn die Eltern der Inobhutnahme widersprechen, im Anschluss an die Aufnahme und ggf. die erste Nacht geprüft werden, ob ein weiterer Verbleib in der Jugendschutzstelle gerechtfertigt ist,

das ändert aber nichts an der zwingenden Verpflichtung, den Minderjährigen erst einmal aufzunehmen und Schutz zu gewähren (FK § 42 Rz 10ff)."
§ 1666 BGB
Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls
(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten gefährdet, so hat das Familiengericht, wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßnahmen zu treffen.

(2) In der Regel ist anzunehmen, dass das Vermögen des Kindes gefährdet ist, wenn der Inhaber der Vermögenssorge seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind oder seine mit der Vermögenssorge verbundenen Pflichten verletzt oder Anordnungen des Gerichts, die sich auf die Vermögenssorge beziehen, nicht befolgt.

(3) Das Gericht kann Erklärungen des Inhabers der elterlichen Sorge ersetzen.

(4) In Angelegenheiten der Personensorge kann das Gericht auch Maßnahmen mit Wirkung gegen einen Dritten treffen."

Zitat:

Die Verpflichtung zu Inobhutnahme besteht, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Minderjährigen durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Minderjährigen, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten Dritter gefährdet wird und wenn die Eltern nicht gewillt oder in der Lage sind, diese Gefahr von dem Minderjährigen abzuwenden

(§ 1666 Abs. 1 S. 1 BGB)

Was bedeutet die Inobhutnahme/ Herausnahme gemäß §§ 42, 43 SGB VIII - und was nicht? (sgbviii.de/S126.html)

§ 43 SGB VIII

Zitat

[Herausnahme des Kindes oder des Jugendlichen ohne Zustimmung des Personensorgeberechtigten]

(1) Hält sich ein Kind oder ein Jugendlicher mit Zustimmung des Personensorgeberechtigten bei einer anderen Person oder in einer Einrichtung auf und werden Tatsachen bekannt, die die Annahme rechtfertigen, daß die Voraussetzungen des § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorliegen, so ist das Jugendamt bei Gefahr im Verzug befugt, das Kind oder den Jugendlichen von dort zu entfernen und bei einer geeigneten Person, in einer Einrichtung oder in einer sonstigen betreuten Wohnform vorläufig unterzubringen. Das Jugendamt hat den Personensorgeberechtigten unverzüglich von den getroffenen Maßnahmen zu unterrichten. Stimmt der Personensorgeberechtigte nicht zu, so hat das Jugendamt unverzüglich eine Entscheidung des Familiengerichts herbeizuführen.

(2) § 42 Abs.1 Satz 2 bis 5 gilt entsprechend.

Kommentar von transeltern ,

Weiter gehts:

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/42.html

Weitere Regelungen zum geschützten Personenkreis finden sich hier ab Seite 4:
igfh.de/aki/sr-inobhutnahme.pdf
Wichtig ist hier:
Das Jugendamt muß aus seiner Beratungspflicht heraus bis zum vollendeten 27. Lebensjahr bei der Vermittlung in eine geeignete Einrichtung (z. B. Frauenhaus) behilflich sein, wenn sich ein Volljähriger in einer Krisensituation befindet.
Viel Glück mit euren Jugendamt.

Liebe Zwergpapagei, ist zwar alles jetzt sehr trocken und juristisch, aber genau das sind Deine Rechte. - Es gibt auch ein Forum, wo sich minderjährige TS untereinander austauschen. Hier: trans-eltern.de

LG transeltern

Antwort
von xImMona, 29

Hi zwergpapagei,

Ich bin jetzt auch gerade mal 14 (bin auch Transsexuell) aber ich kann dir eins sagen.. Mehr wie zum Jugendamt gehen kannst du nicht tun. Mit 13 stehen dir so ziemlich keine Möglichkeiten bereit wie du von zu Hause wegkommst. Ich hatte wenigstens das Glück das meine Eltern mir das "erlauben"

Antwort
von inspiration100, 43

Hey
Also ich würde nicht aus dem Haus fliehen... Das macht alles nur noch schlimmer 😁 wenn du 18 bist kannst du ausziehen Und dann kannst du so oder so machen was du willst :D also ich würde wenn ich du wäre in einen anderen Ort ziehen (relativ weit weg )denn wenn du eine neues Geschlecht annehmen willst ist das ein sehr großer neuer Anfang Und es wäre doch nicht schlecht weg von deinen Bekannten zu sein die dich daran hindern und dich wahrscheinlich immer als Mann sehen werden...
Und zu deiner Frage ob du eine gute Frau sein kannst... Also eine hohe Stimme ist ja schon mal gut aber Joa dann solltest du dir noch Brüste machen und so ... :D schminken... Aber ich denke mal man wird schon sehen dass du ein Mann bist ..
Naja viel Glück !

Kommentar von zwergpapagei022 ,

vielen dank für deine antwort ! <3

Kommentar von inspiration100 ,

Gerne 😀

Kommentar von transeltern ,

Wenn man das Glück hat und die falsche Pubertät erstmal stoppen kann und anschließend, wenn Diagnose und Weg stimmen, mit den weiblichen Hormonen beginnt, dann sieht man gar nichts männliches. Aber davon ab, gibt genug Transfrauen, die nach der Pubertät angefangen haben und man trotzdem nichts mehr erahnt.

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