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GESCHICHTE: Welche bedeutung hatte die dolchstosslegende

gefragt von huyounghuyoung am 30.09.2009 um 19:56 Uhr

könnt ihr mir die frage leicht und ausführlich beantworten??da ich es zwar durchgelesen habe aber nicht ganz verstanden habe


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cadovius
beantwortet von cadovius am 30. September 2009 20:03
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Das deutsche Heer hatte den 1. Weltkrieg verloren, und zwar gründlich. Außerdem hatten die Soldaten und Matrosen zum Teil die Nase gestrichen voll davon, dass sie noch für eine verlorene Sache weiter kämpfen und sterben sollten. Darauf hin gab es einige Aufstände, vor allem von Matrosen.

Die Generäle, die die oberste Heeresleitung bildeten, wussten, dass der Krieg verloren war und forderten die Regierung auf, in sofortige Friedensverhandlungen mit den Alliierten einzutreten.

Dann wurde der Kaiser abgesetzt und Deutschland kapitulierte.

Einige Jahre später haben die extrem rechts stehenden Leute von der obersten Heeresleitung um den General Hindenburg so getan, als hätten sie nie gesagt, der Krieg sei verloren. Statt dessen behaupteten sie (verlogen bis auf die Knochen), der Krieg wäre noch zu gewinnen gewesen, wenn ihnen nicht die Aufständischen zu Hause "an der Heimatfront" in den Rücken gefallen wären, ihnen also den Dolchstoß in den Rücken versetzt hätten - für sie also ganz klar: der 1. WK wäre von Deutschland gewonnen worden, wenn nicht die größtenteils sozialistischen und sozialdemokratischen Soldaten und Arbeiter gesagt hätten, jetzt reicht's.

Kommentar von tonikal am 1. Oktober 2009 14:36

Ja, so ist es gut erklärt. Noch zwei ergänzungen: Es war Erich Ludendorff (der politische Kopf der Obersten Heeresleitung bis Okt. 1918), der die Dolchstoßlegende maßgeblich verbreitet hat, und er hat schon 1919 damit begonnen. Der gleiche Ludendorff hatte im Sept. 1918 ganz massiv auf sofortigen Waffenstillstand gedrängt, um einen militärischen Zusammenbruch der Westfront zu vermeiden. Leider haben es die sozialdemokratischen Reichskanzler dieser Zeit versäumt, der Lüge sofort entgegenzutreten. Sie hätten dabei auf Material zurückgreifen können, das Karl Kautsky als Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Ende 1918 recherchiert hatte.


maddin121
beantwortet von maddin121 am 30. September 2009 20:00
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es geht darum dass nach dem ersten weltkrieg das deutsche volk davon ausgegangen ist dass deutschland den krieg gewonnen hätte, wenn nicht die regierung aufgegeben hätte! stimmt zwar so nicht ganz, aber einfacher gehts leider nicht! ;)

Kommentar von tonikal am 1. Oktober 2009 14:46

Das mit dem "deutschen volk" stimmt nicht so ganz. Die meisten soldaten von der Westfront wussten z.b. genau, dass der krieg militärisch verloren war. Die meisten offiziere und viele nationalisten in der heimat dagegen wollten das nicht wahrhaben und suchten nach anderen erklärungen. Die dolchstoßlegende war deshalb besonders infam, weil Ludendorff ganz bewusst zivile politiker (nämlich Matthias Erzberger) vorgeschickt hat, um den waffenstillstand auszuhandeln. Er wollte vermeiden, dass dieser makel an den offizieren hängen blieb. Und nachher hat der gleiche Ludendorff Erzberger als "Novemberverbrecher " bezeichnet. Nur weil Erzberger getan hatte, was getan werden musste, und wozu Ludendorff zu feige gewesen war. Es hat also tatsächlich einen dolchstoß gegeben: Ludendorffs dolchstoß in den rücken von Erzberger, der buchstäblich 1921 von anhängern Ludendorffs ermordet wurde.


rlubinski
beantwortet von rlubinski am 30. September 2009 20:02
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ich bin da wirklich kein fachmann, aber das war doch das mit dem plakat auf dem ein soldat der ähm roten armee einem deutschen soldat ein messer in den rücken sticht, oder? damit wollte man dem volk weismachen, dass die "roten" (sozialdemokraten?) am scheitern des krieges schuld waren, weil sie doch irgendeinen aufstand gemacht haben... was nicht wirklcih wahr ist, aber um die eigene partei zu propagiern.... wenn das falsch ist tuts mir leid, ich weiß es nur so ungefähr...

Kommentar von 0c95629534e6d89e29f83038ea2a5d74smallLiloB am 1. Oktober 2009 14:38

ist schon richtig so,- es muß nicht immer alles perfekt erklärt werden. Mach weiter!


anonym
beantwortet von Laymore am 1. Oktober 2009 11:41
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rlubinski hat da schon Recht, die Schuld für den verlorenen Krieg wurde den Anhängern der SPD/Novemberrevolution angehängt (http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution) die für die Spannungen bzw Spaltung im Reichinneren verantwortlich waren.(Kaiserabdankung, Aufstand der Marine, Spartakusaufstand etc...) Wenn das nicht wäre,so die Dolchstoßlegende,hätten sie den Krieg selbstverständlich gewonnen


bitmap
beantwortet von bitmap am 30. September 2009 20:00
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