Frage von BerLinGirl444, 66

Gesamte Nebenkosten von Fahrstuhl wurden nur auf Mieter ab dem 2. OG umgelegt. Ist das rechtens, oder muss der Vermieter die Anteile des EG und 1.OG tragen?

Hallo Leute,

Ich wohne in einem Mietshaus im 3.OG. Meine Wohnung ist nur 36 qm groß, meine Fahrstuhlkosten im Jahr sind jedoch 267 Euro.

Aus meiner Nebenkostenabrechnung wird ersichtlich (Umlageschlüssel), dass nicht alle Mieter im Haus für den Fahrstuhl zahlen. Ich schätze von der qm Zahl her, dass das EG und das 1. OG nicht zahlt. Beide haben aber einen direkten Zugang zum Fahrstuhl und könnten Ihn theoretisch benutzen.

Wahrscheinlich haben sie eine Ausnahmeregelung.

Ich denke der Vermieter müsste in diesem Fall die Kosten dieser Einheiten selbst tragen und der Umlageschlüssel nach Quadratmeter müsste sich auf die Gesamtzahl der Quadratmeter aller Einheiten beziehen, so wie bei den anderen Posten wie z.B. Grundsteuer auch.

Jetzt müssen die verbleibenden Mieter mehr bezahlen, da die Kosten auf weniger Quadratmeter umgewälzt werden.

Man stelle sich nur vor, es würden noch mehr Mieter im Haus aus irgendeinem Grund nicht zahlen. Da bleiben ja sehr hohe Kosten an den restigen Mietern hängen. Das kann ja auch nicht sein.

Was sagt Ihr dazu? (Falls Ihr Rechtswissen habt, wären Paragraphen ganz gut, für mein Einspruchschreiben :))

Danke für jede Antwort!

Antwort
von Kreidler51, 32

Er
hat vielmehr als maßgeblich angesehen, dass die formularmäßige
Beteiligung auch des Mieters einer im Erdgeschoss gelegenen Wohnung an
den Aufzugskosten nicht von der allgemeinen wohnraummietrechtlichen
Regelung des § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB abweicht. Nach dieser Vorschrift
sind die Betriebskosten grundsätzlich nach dem Anteil der Wohnfläche
umzulegen, wobei von der Gesamtwohnfläche auszugehen ist. Die
Beteiligung an den Aufzugskosten benachteiligt den Erdgeschossmieter
unabhängig von dem konkreten Nutzen, den ihm der Aufzug bietet, nicht
unangemessen. Betriebskosten, die nicht von einem erfassten Verbrauch
oder einer erfassten Verursachung abhängen – neben den Aufzugskosten
etwa die Kosten der Beleuchtung und Reinigung allgemein zugänglicher
Bereiche oder Kosten der Gartenpflege -, werden häufig von den einzelnen
Mietern in unterschiedlichem Umfang verursacht oder es werden die damit
verbundenen Vorteile von ihnen in unterschiedlichem Maße genutzt. Eine
nach der konkreten Verursachung oder tatsächlichen Nutzung
differenzierende Umlage dieser Kosten auf die Mieter wäre vielfach nicht
praktikabel und hätte eine erhebliche Unübersichtlichkeit und
möglicherweise auch laufende Veränderungen in der Abrechnung zur Folge.
Gründe der Praktikabilität für den Vermieter und der Nachvollziehbarkeit
und Überprüfbarkeit der Abrechnung für den Mieter sprechen deshalb für
eine Abrechnung nach einem einheitlichen, generalisierenden Maßstab,
auch wenn gewisse Ungenauigkeiten bei der Verteilung der Betriebskosten
dann unvermeidlich sind. Eine solche generalisierende Betrachtungsweise
entspricht zudem der Intention des Gesetzgebers, der mit der Regelung
des § 556a Abs. 1 Satz 1 BGB die Umlage von Betriebskosten leichter
handhabbar machen wollte (BGH - VIII ZR 103/06).

Kommentar von anitari ,

Und was hat das jetzt mit der Frage zu tun?

Übrigens hast Du die Quellenangabe vergessen.

Kommentar von lilawelli ,

Der Beitrag beantwortet die Frage schon mehr als genau. Nämlich dass Kosten von allen Mietern zu tragen sind, auch wenn sie davon keine Vorteile haben bzw. Einrichtungen oder Anlagen nicht oder nicht in vollem Umfang nutzen. Sollten einzelne Mieter andere Vereinbarungen im Mietvertrag haben, z.B. dass sie an solchen Kosten eben nicht beteiligt werden, muss der Vermieter die Kosten tragen. Die Quellenangabe steht ganz zum Schluss in der Klammer. Es handelt sich um ein BGH-Urteil und iat ein perfektes Argument für einen Widerspruch ;-)

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 34

Woher weißt Du das die Kosten nicht auf alle Mieter umgelegt wurden/werden?

Aber eigentlich ist das egal.

Die Kosten müssen, wenn vertraglich nicht anders vereinbart, nach der Gesamtwohnfläche umgelegt werden.

Nimmt der Vermieter einige Mieter, z. B. die im EG oder der 1. Etage, davon aus muß er die Kosten dafür tragen.

Kommentar von BerLinGirl444 ,

Hallo, der Umlageschlüssel steht jeweils daneben bei meiner Abrechnung und er ist beim Fahrstuhl um die entsprechenden Quadratmeter abweichend von den restigen Posten.

Kommentar von anitari ,

Dann solltest Du der Abrechnung in diesem Punkt widersprechen und die korrekte Umlage auf die Gesamtwohnfläche verlangen.

Wie gesagt, nimmt der Vermieter einige Mieter von der Umlage aus muß er die Kosten selbst tragen. Genau wie bei Leerstand.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 22

Es kommt drauf an, was mietvertraglich vereinbart wurde. Der Vermieter darf, muss aber nicht, auch den Mieter im Erdgeschoss belasten.

Antwort
von nordseekrabbe46, 47

Frag den Mieterverein, aber eigentlich müssen ale Betriebskosten auf alle Wohnungen nach der Wohnungsgröße aufgeteilt werden wenn es dafür keine andere Abrechnungseinheit gibt

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