Frage von Hemmi61, 100

Gerueche machen mich krank. Was kann ich tun?

Egal wo ich bin, ueberall scheint es irgendwelche Gerueche zu geben die mich krank machen. Das sind Waschmittel, Schampoo, Parfuem, Kerzen, Nikotin und andere. Wenn meine Frau Samstags die Waesche macht und da Haus reinigt muss ich weg. Im Flughafen muss ich grossraeumig an der Parfuemabteilung vorbei wenns moeglich ist. Bei Aldi werden zu Weihnachten Duftkerzen verkauft und ich musste den Einkauf abbrechen.usw usw. Als Kind wurde mir vom Weihrauch in der Kirche immer schlecht und beim Haarspray meiner Mutter bekam ich Atemproblem. Jetzt fast 50 Jahre spaeter wird das immer schlimmer. Ich bekomme sofort Kopfschmerzen, kann schwer Atmen, meine Augen traenen, mir wird schwindig, kann nicht mehr richtig denken und uebergeben habe ich mich auch schon. Meine Frau meint das spielt sich alles in meinem Kopf ab. Einmal bin ich zum Arzt und der hat mich ins Krankenhaus geschickt weil er nicht wusste ob es ein leichter Schlaganfall oder Migraene war. Im Krankenhaus hat man mir gesagt das ich kerngesund bin. Als ich dem Arzt sagte woran es meiner Meinung nach liegen koennte naemlich an verschiedenen Geruechen sagte der mir das ist nicht schlimm, das hab ich auch. Kennt das jemand? Bilde ich mir das wirklich nur ein? Was kann ich tun? Danke fuers lesen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von analysierer, 7

Ich habe dasselbe Problem, und bei mir hängt es aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer starken Schwermetallbelastung - verursacht durch Amalgam (Quecksilber) und Zahngoldlegierungen - zusammen. Diese Belastung ist bei mir auch labortechnisch und durch Hauttests nachgewiesen, was bei vielen Betroffenen eher selten der Fall ist. Ausgelöst wurde diese Belastung durch zahlreiche Amalgamfüllungen und Goldkronen, die mir schon als jungem Menschen "verpasst" wurden. Daraus entwickelten sich zunächst ständige Nasennebenhöhlenentzündugen, später gab es dann einen "Etagenwechsel", d.h. es kam (zusätzlich zu den NNH-Entzündungen) zum Asthma bronchiale, welches im Laufe der Zeit immer schwerer wurde (über einen längeren Zeitraum sogar mit regelmäßigen nächtlichen Erstickungsanfällen). Erst nachdem ich sämtliche Metallfüllungen und auch alle entzündeten Zähne - also praktisch alle Zähne bis auf einen - habe entfernen lassen, ließ das Asthma allmählich nach, aber es blieben zunächst die NNH-Entzündungen und - nach Nasenpolypenentfernung - die trotzdem immer noch ständig zugeschwollenen Nasennebenhöhlen (mit Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, starker Wetterfühligkeit usw.). Und da mein Geruchssinn - der jahrelang fast vollständig verschwunden war - inzwischen dabei ist, wiederzukehren, spüre ich jetzt die schädigenden Stoffe - Tabakrauch, Autoabgase, Duftstoffe usw. - um so mehr. Ich würde mir an deiner Stelle mal die eigenen Zähne ansehen (lassen) und auf evtl. Schwermetalle begutachten (lassen), wenn du den Ursachen auf die Spur kommen willst. Aber bitte keine Hauruck-aktionen, denn, wie gesagt, auch die Entfernung der Ursachen (z.B. Schwermetalle) beseitigt das Problem ja kurzfristig noch nicht. Hier kannst du eigentlich nur auf Vermeidung setzen: allen als unangenehm oder schädlich empfundenen "Duftquellen" möglichst aus dem Weg gehen, denn dein Körper signalisiert dir ja durch diese Missempfindungen, dass diese Stoffe nicht gut für dich sind und das Maß des für dich noch Verkraftbaren überschreiten. Dazu gehört also - wie das schon weiter oben geschrieben wurde - das Umsteigen auf Waschmittel ohne jeglich Duftstoffe, am besten auch ohne Konservierungsmittel; die findest du am ehesten im Bioladen (oder Biosupermarkt), wobei man selbst hier die Inhaltsangaben genauer studieren sollte. Duftstoffreie Spül- und Waschmittel gibt es auch von DM oder (beispielsweise) Dalli, allerdings sind dort z.T. auch noch Enzyme drin, die ökologisch auch nicht ganz unbedenklich sind. Ansonsten würde ich dir auch raten, dich möglichst oft in unbelasteter Luft aufzuhalten (z.B. Waldspaziergänge, damit stärkst du dann auch dein Immunsystem). Falls die Ursache auch bei dir eine Schwermetallbelastung sein sollte, so könnte ich dir auch noch zu Saunabesuchen raten, denn meiner Erfahrung nach geht es einem danach hinsichtlich der Allergien auch für eine gewisse Zeit wieder besser. (Vermeiden würde ich dabei aber Aufgüsse mit duftenden Substanzen, das steckt inzwischen leider auch oft Chemie drin - also besser in die Trockensauna gehen).

Medizinisch nennt man das von mir beschriebene Krankheitsbild (Allergien auf alles und jedes, was künstlich ist) MCS (multiple chemische Sensitivität), dazu passt ja die beschriebene Empfindlichkeit auf synthetische, nicht aber natürliche Stoffe (das ist bei mir ganz genau so). Es gibt für Schwermetalle auch Ausleitungstherapien (mit DMPS und DMSA), die werden aber nicht von den Krankenkassen übernommen und wirken meiner Erfahrung nach - ich bin allerdings auch sehr stark schwermetallbelastet - auch nur vorübergehend (und können, wie es mir mit DMPS erging, selbst auch wieder allergisch wirken). Da ist Saunieren schon einfacher, es hat eine ähnliche Wirkung. Aber nochmal: Vermeiden der belastenden Stoffe ist kurz- und vielleicht sogar mittelfristig der einfachste (und vermutlich unumgängliche) Weg.

Kommentar von analysierer ,

Noch ein Nachtrag: die Ursachen einer solchen (oben von mir
beschriebenen)  Überempfindlichkeit können sehr unterschiedlich sein, die erwähnte Schwermetallbelastung ist nur eine davon. Ziemlich Ähnliches berichten beispielsweise auch Menschen, die längere Zeit in einer chemischen Reinigung gearbeitet haben. Der Körper hat eben nur wenige Möglichkeiten, mit schädigenden Stoffen umzugehen bzw. diese wieder loszuwerden.

Ich würde deine Symptome also als Anregung sehen, mal genauer zu überlegen, wo du dich bzw. deinen Organismus schon in der Vergangenheit vielleicht mit Unverträglichem überlastet hast.

Antwort
von miepspieps, 59

Das ist ganz normal. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass manche Menschen Gerüche einfach stärker wahrnehmen und sensibler auf diese Reize reagieren. Hier ein interessanter Artikel dazu:
http://www.focus.de/gesundheit/news/verblueffendes-forschungsergebnis-warum-geru...

Antwort
von dandy100, 35

Das Schlimme ist, dass die die Gerüche, die uns umgeben mittlerweile fast alle synthetisch hergestellte Duftstoffe sind und darauf kann ein empfindlicher Organismus extrem reagieren - mir wird auch immer übel, wenn ich von diesen ganzen "Kaufhausdüften" umgeben bin und vermeide das so gut es geht. Privat benutze ich ausschliesslich Produkte mit natürlichen rein ätherischen Essenzen, da gibts kein Problem. Mein Hund war früher der Indikator dafür, was verträglich ist und was nicht. Wenn er in der Nähe des Badezimmers zu schnaufen und zu niesen anfing, wußte ich, dass die Gerüche, die dem Bad entströmen, nicht ok sind.

Ich habe dann vieles z.B. auf Weleda umgestellt und siehe da: er hustete nicht mehr - und ich auch nicht. Auch bei Waschmitteln gibt es welche ohne Duftstoffe, Persil hat sowas aber auch andere. Bei Parfüms gibt es nur noch sehr wenige, die ohne Synthetik auskommen, Hermes und Guerlain z.B - deshalb sind die auch extrem teuer.

Alle diese"Plastikgerüchen" sind starke Allergene, insofern ist Deine Reaktion ganz normal. Viel tun kann man leider nicht, ausser zu versuchen, die Konfrontation zu vermeiden, aber das ist natürlich leichter gesagt als getan, wir sind ja leider überall davon umgeben, aber wenigstens zu Hause kann man viele Produkte umstellen.

Antwort
von analysierer, 7

Eines möchte ich noch klarstellen zu dem, was ich zuvor zu diesem Thema schon geschrieben habe: zusätzliche Belastungen (z.B. durch Schwermetalle, Lösungsmittel o. Ä.) können zu einer solchen verstärkten Geruchsempfindung führen, müssen aber nicht deren Ursache darstellen.

Mit anderen Worten: nicht du bist krank, weil du unverträgliche Stoffe als äußerst unangenehm empfindest, sondern diejenigen, die das nicht (mehr) wahrnehmen, sind zumindest sehr abgestumpft, wenn sie solche Stoffe dulden oder sogar verwenden. Deine Reaktion ist vielmehr als ausgesprochen gesund zu bewerten, denn sie richtet sich ja gegen schädigende Substanzen!

Eigentlich müssten solche Substanzen weitestgehend verboten werden, aber diesbezüglich sind vermutlich die Interessen der Industrie zu stark. Die Umweltgesetzgebung hinkt hier jedenfalls weit hinterher.

Wir - die besonders Empfindlichen - sind ja eigentlich die "Kanarienvögel" des Gesundheitssystems (wie das mal ein Amalgamgeschädigter ausgedrückt hat), denn wir warnen mit unseren - angeblich "übertriebenen" - Reaktionen vor Gefahren, die die Mehrheit noch nicht wahrnimmt. (Kanarienvögel wurden früher als Gefahrenmelder mit in die Bergwerke genommen, weil sie als erste beim Ansteigen des Grubengases tot von der Stange fielen).

Antwort
von HariboMSc, 49

hallo Hemmi,

ja, ich kann das Geschilderte nachvollziehen; ich bin auch schon ein paar mal vor Duftkerzen geflohen  :-).

Ich habe beruflich viel mit Geruch/Sensorik zu tun. Du bist offensichtlich ein Naturtalent - und im Vergleich zum Durchschnitt übersensibel betreffend Geruch.

Versuche doch, ganz bewusst zu riechen - zuerst in der Natur, wo wenig intensive Gerüche auftreten. Wenn du das Riechen bewusst machst, dann kannst du es auch besser kontrollieren! Ich kann mittlerweilen bei Gestank (Kanal, ...) den Geruch fast ausblenden. Bei "Wohlgerüchen" gelingt mir das allerdings auch nicht - siehe Duftkerzenflucht, oben ...

Also - bewusst riechen - und dem Großhirn schrittweise die Steuerung übergeben (Geruch sitzt im Stammhirn - und lässt sich eher schwer bewusst steuern).

Kommentar von Hemmi61 ,

Danke fuer deine Antwort. Ich habe keine Probleme mit Geruechen der Natur und auch Schweiss oder Gestank vom WC. Kuenstliche Gerueche die mein Gehirn nicht einordnen kann machen mir Probleme.

Kommentar von HariboMSc ,

ich meinte, du sollst raus in die Natur, um das "bewusste" Riechen zu trainieren. Also einen Teil vom Stammhirn ins das Großhirn zu bekommen, wo du es steuern kannst. Das geht aber nur mit emotional neutralen Gerüchen!  Lies dir das nochmals durch ...

Antwort
von ArchEnema, 22

Gerade Personen die zu Migräne neigen und/oder Reize weniger filtern (Asperger-Syndrom) haben oft große Probleme mit penetranten Gerüchen.

Reinigungsmittel (v.a. Chlor), Parfüm und stark parfümierte Kosmetika etc. sind ein Graus.

Meiner Erfahrung nach sind dezentere, eher ins fruchtige gehende Düfte eher verträglich.  Z.B. dm's alverde Produktlinie (Naturkosmetik) ist unaufdringlich parfümiert, Waschmittel/Weichspüler/Putzmittel z.B. von Frosch. Spülmaschinenpulver von dm "denk mit" oder Edeka "Gut & Günstig" (da riecht nacher nicht jede Tupperdose penetrant nach BASF-Apfelimitat), Klarspüler von Ecover.

Also ja, sowas gibt's, und ist wohl Veranlagung.

Antwort
von Einselfzehn, 37

Ich bekomme auch schnell von Gerüche Kopfweh oder mich fängt es an zu jucken ich denke viele Sachen bildest du dir auch ein weil es schon in deinem Kopf ist

Antwort
von Zamir3301, 37

Mal zu professionelleren Ärzten gehen..

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