Geringfügiger Jobs: Ab wann (verliere ich immer wieder) den Anspruch auf ALG1?

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3 Antworten

Warum arbeitest du dann so viele Stunden bzw.warum legt der AG - dann die Mehrstunden nicht um,damit würdest du dir den ganzen Ärger sparen ?

Du darfst nun mal nicht auf 15 Wochenstunden kommen,sonst giltst du im SGB - lll nicht mehr als arbeitslos,dein Einkommen ist bis zu 165 € pro Monat unschädlich für dein ALG - 1,darüber hinaus kannst du noch Aufwendungen wie Fahrkosten geltend machen,die du wegen der Beschäftigung hast.

Alles was darüber hinaus geht wird dir von deinem ALG - 1 abgezogen.

Was würde passieren wenn du zwei Jobs annehmen und aus dem ALG - 1 Bezug fallen würdest,dann steht dir unter Umständen eine Aufstockung mit ALG - 2 vom Jobcenter zu.

Mal angenommen du wohnst alleine und würdest für deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) 396 € zahlen,dann stünde dir mit deinem Regelsatz von 404 € im SGB - ll min. ein Bedarf von 800 € zu.

Würdest du nun in einem versicherungspflichtigen Job angenommen 800 € Brutto und 650 € Netto verdienen,dann hast du im SGB - ll zunächst auf dein Brutto deine 100 € Grundfreibetrag.

Es käme dann dein zweiter Job dazu,wo du angenommen 200 € Brutto wie Netto verdienen würdest,diese 200 € Brutto wie Netto würde das Jobcenter zu deinen 800 € Brutto addieren,ergibt dann 1000 € Brutto.

In der zweiten Stufe der Freibeträge stehen dir 20 % Freibetrag zu,dass dann von 100 € - 1000 € Brutto und noch mal 10 % Freibetrag,wenn du zwischen 1000 € - 1200 € Brutto verdienst.

So würden dann bei 1000 € Brutto insgesamt 280 € an Freibeträgen entstehen und diese würde dir das Jobcenter dann theoretisch von deinen dann insgesamt 850 € Netto abziehen,es bliebe dann ein anrechenbares Einkommen von ca. 570 €.

Da dein Bedarf in dem Beispiel bei 800 € liegen würde,stünde dir vom Jobcenter noch eine Aufstockung von min. 230 € pro Monat zu.

Somit würdest du dann mit deinen zwei Jobs auf 850 € + min. 230 € Aufstockung = 1080 € kommen.

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So hart ist diese Nuss gar nicht. Ich bin exakt in der selben Situation wie Du.

Du darfst wöchentlich nicht mehr als 15 Stunden arbeiten (ganz wichtig, denn sonst giltst Du nicht mehr als arbeitslos!) und darfst 165 Euro monatlich von Deinem Verdienten behalten, der Rest wird vom ALG abgezogen.

Du solltest dies Deinem Arbeitgeber offen mitteilen. Der kann auch - wenn er mitzuspielen bereit ist - jeden Monat Stunden in den nächsten Zeitraum "verschieben". Aber irgendwann geht das auch nicht mehr, weil die nicht  unbegrenzt schieben können; dann hast Du wieder die Abzüge vom ALG. Andererseits ist bis "Herbst" ja nicht mehr sooo lange.

Versuche, mit der Stadt zu vereinbaren, dass Du von vornherein nicht über die 15 Stunden wöchentlich kommst. Bis zum "Herbst" musst Du versuchen, von den 786 + 165 Euro zu leben, so schwer das auch fallen mag.


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Kommentar von Ciel1984
02.03.2016, 19:36

Glasklare Antwort, danke! Da schiebe ich gleich ne Frage hinterher, andere dürfen sie aber auch beantworten: Übermorgen habe ich einen Probearbeits-Termin bei einem potentiellen zweiten Arbeitgeber, ein Restaurant für die Abendstunden! Dort würde mich der Chef sozialversicherungspflichtig einstellen wie er sagt, für 8.50 die Stunde plus Trinkgeld etwa 20 Wochenstunden! Ich rechne damit, dass ich dann, als lediger, auf 600 Euro Netto (??) käme und das wäre dann zusammen mit meinen 200 Tacken aus dem ersten Job bei "der Stadt"  nur etwas mehr als ALG1 mit dem Minijob...:-(  Gut, dort werde ich demnächst durch mehr Stunden wohl eh ausm ALG1 fallen, aber würdet ihr/würdest du lieber die zwei Jobs machen und bei jedem hoffen, dass es mehr Stunden gibt oder würdet ihr die größere Freizeit vorziehen und solange wie möglich die "light"-Variante arbeiten? ;-) Ginge das überhaupt bis zum Herbst gut?

LG, Ciel

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Nachtrag: Du darfst wöchentlich nicht 15 Stunden arbeiten sondern musst drunter bleiben!!!

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