Frage von Zensiert, 468

Gerichtsverhandlung wegen einer CO2 Waffe?

Hallo Leute, Vor ein paar Monaten habe ich mir eine CO2 Pistole geholt (war so ein kleiner Kindheitstraum). Am nächsten Tag traf ich mich mit zwei Freunden und wir haben beschlossen die Waffe auszuprobieren. Wir waren auf einem Schuldgelände (ziemlich unbedacht von uns), die Schule war aber zu dem Zeitpunkt geschlossen, also befanden sich keine Menschen auf dem Gelände. Wir haben auf einem Zaun ein paar Ziele aufgehangen und haben aus 3M Entführung darauf geschossen. Nach 15 min kamen zwei Polizisten und entnahmen die Ziele und die Waffe. Nun habe ich jetzt einen Brief aus dem Gericht liegen und habe in ein paar Monaten meine Verhandlung. Was kommt auf mich zu? Wie hoch ist ca die Strafe? Ich habe mit meinem Anwalt telefoniert aber das würde mich um die 1000€ Kosten. Ich bin der Meinung das die Strafe mich weniger kosten wird und habe vor mich selbst zu vertreten. Würde mich auf Ratschläge freuen, von jemanden der da Erfahrung hat und nicht nur spekuliert. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Thraalu, 448

Es kommt ganz darauf an.


Also du hast dir die waffe selbst gekauft deshalb müsstest du schon 18 sein.


es ist ein verstoß gegen das Waffengesetz und kan mit Bußgeldern in höhe von ca. 80-1.000€ bestraft werden.


Du musst am besten abwarten.

Leider hast du wirklich gegen ein Gesetz verstoßen aber man kann sich da schon rausreiten, wenn du erstmal keine Angaben bei der Polizei gemacht hast. (Man kann durchaus sagen, dass man die Waffe gefunden hat und dann ausprobieren wollte, dies stellt zwar einen besitz und einen verstoß auf aber keine anderen verstöße)

Wenn doch, hilft der Anwalt auch nur wenig.


Ansonsten musst du auf jeden fall erstmal abwarten

ich denke die Strafe wird ca. 200-300€ sein

mehr wahrscheinlich nicht.



Es kommt auch darauf an, was in dem gerichtsbrief steht.


Steht dort Vorladung zum Gespräch oder wirklich eine verhandlung.

Kommentar von Zensiert ,

Hallo danke für die schnelle Antwort, ich bin 21 und war nicht bei der Vorladung, können die nicht raus finden das ich die gekauft habe? Sie haben uns erwischt als ein Freund grade gezielt hat. Und auf dem Brief steht Verhandlung.

Kommentar von Thraalu ,

Also im deutschen gesetz muss immernoch der Kläger dem beklagten nachweisen, dass der beklagte auch Schuldig ist.

du bist zu der gerichtlichen Vorladung nicht gegangen oder zu der Polizeilichen?

Die Polizeiliche Vorladung nicht zu beachten ist unbedenklich, da es keine pflicht ist, dort zu erscheinen.

Bei Gericht gibt es eine Pflicht

aber man unterscheidet zwischen einer Gerichtlichen Anhörung und einer Gerichtsklage bzw. einem Gerichtstermin als beklagter.

Also wenn ein gerichtstermin besteht, musst du zu diesem natürlich hin.

Jetzt meine Frage

hast du irgendwelche Angaben bei der Polizei gemacht??

die Polizei oder die Staatsanwaltschaft wird dir wirklich nur schwer nachweisen können, das es deine Waffe war und es sich um dein Eigentum handelt.

Mit 21 bist du schon als Erwachsener einzustufen und nicht mehr als heranwachsender.

Das heißt, dass eine Vorstrafe in deinem Führungszeugnis mit größerer sicherheit eingetragen wird.

Solltest du natürlich verurteilt werden, was ich ebenfalls bezweifle

Kommentar von Zensiert ,

Zu der Vorladung bei der Polizei bin ich nicht hingegangen. Als die Polizisten uns "erwischt" haben habe ich gestanden das es meine Waffe ist. Unsere Ziele (blöderweise mit unseren Namen Signiert) haben die auch sichergestellt. Das heißt die haben Beweise das jeder von uns geschossen hat. Es handelt sich um die CO2-Pistole Umarex XBG

Kommentar von Thraalu ,

Ok also du hast ja im
Prinzip schon gestanden.

Die ziele mit euren Namen, heißen noch gar nichts
Es könnten alle zugeschaut haben während derjenige der erwischt wurde nur geschossen hat.

Aber jetzt mal abgesehen davon.
Da du bei der Polizei angegeben hast, es sei deine Waffe, ist es schon fast geschehen.

Normalerweise sind die Richter sehr kulant.
Am besten gestehen, weil am
Tatvorwurf ändert sich nicht viel.

Nicht zu viel ausplaudern und einfach sagen:

Also wir haben uns getroffen wollten was unternehmen und dann ist uns in den sinn gekommen mit der waffe rauszugehen und auf ziele zu schiessen.

Bla bla bla dann wir bereuen es unf wussten nicht das es Konsequenzen haben kann.
Haben eine Dummheit getan und fertig.

Wir haben draus gelernt.

Der richter und das solltest du dir merken fragt immer und wirklich in 90% der fällen wem seine Idee das war, das heißt wenn du sagst ihr habt es beschlossen, wird er frage wer genau
Wer hatte die idee.
Dann kannst du sagen ja der und der
Oder wirklich alle.

Zudem wird er fragen stellen mit denen ihr nicht rechnet
Ich würde wirklich versuchen nicht mehr auszuplaudern als man schon bei der polizei ausgeplaudert hat. Und immer wenn der richter was fragt auf das du nicht die richtige antwort weißt, sagen: ich weiß es nicht mehr oder kann mich nicht erinnern.

Ansonsten gilt vor gericht vieles sagen um die tat zu gestehen aber dennoch nicht mehr als gefragt oder eomit man sich sehr belasten sollte.

Er wird mit sicherheit auch fragen wofür du diese waffe gekauft hast und in dem fall auf keinen fall sagen, um draussem rumzuschiessen.

Versuch die tat so spontan wie möglich darzulegen und auf keinen fall sagen das ihr es geplant habt.

Das mag jetzt zwar übertrieben klingen aber das gericht wertet eine planung schlimmer als eine affekt bzw. in dem fall eine spontanhandlung aus fehlern.

Sry für die ganzen Schreibfehler ich schreibe am Handy und bin etwas beschäftigt. Dennoch wollte ich antworten.
Solltest du fragen haben oder sollte etwas unklar sein kannst du mich gerne fragen.  

Vor gericht lohnt es sich immer einen anwalt als rechtsbeistand zu wählen in deinem fall war es ein verstoß gegen das waffenschutzgesetz und das zählt zum bereich strafrecht.

Dort gibt es keine prozesskostenhilfe allerdings einen pflichtverteidiger.

Der pflichtverteidiger wird in der regel allerdings nur bei schwereren vergehen oder vergehen, bei denen die beweislast erdrückend ist (das heißt man hat eigentlich keine chancen da heil rauszukommen) genehmigt.

Bevor solch ein antrag auf pflichtverteidigung gestellt werden kann, wird der anwalt eine vorauszahlung wollen, die du am ende, bei genehmigung aber zurückerhältst.
Bei ablehnung bekommst du nichts und trägst die kosten

Kommentar von Zensiert ,

Hey vielen Dank, war sehr Hilfreich. Also wir werden die Tat denke ich nicht bestreiten und auch sagen das es spontan war, war es ja auch.
Anwalt wollte 1000€ von mir für den Prozess ist mir viel zu teuer. Das Geld habe ich leider nicht.

Kommentar von Thraalu ,

Anwalt kanste dir für den Preis echt sparen.

würde am ende gern noch wissen wie es gelaufen ist aber musste auch nicht.

Wenn du fragen hast, gerne ;)

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 388

Wenn es sich nicht um eine Spielzeugwaffe handelt (weniger als 0,5 Joule), stellt das, was ihr gemacht habt, unerlaubtes Führen und Schießen mit einer Schusswaffe dar.

Strafandrohung Freiheitsstrafe bis 3 Jahren oder Geldstrafe (52 WaffG)

Die Waffe wird - obwohl Beziehungsgegenstand - als Verfallsgegenstand sichergestellt (54 WaffG).

Kommentar von Thraalu ,

Eine Co2 waffe ist stärker und verstößt gegen das Waffg.

Kommentar von furbo ,

Hab ich schon vermutet. Danke trotzdem. 

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