Frage von ratbrauchende, 75

Gerichtsprozess verloren, die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht, was tun?

Hallo Community,

es folgt ein langer Text und ich danke jedem, der alles durchliest und mir hilft!

Ich hatte vor zwei Jahren ein unangenehmes Erlebnis auf der Arbeit. Ein Kollege wollte etwas von mir, ich jedoch nicht von ihm. Irgendwie konnte er es nicht akzeptieren. Zuerst hat er um mich gekämpft, wollte mich immer einladen oder es standen plötzlich Blumen und kleine Aufmerksamkeiten da. Mir war es unangenehm und ich habe ihm nochmal mitgeteilt, dass eine Beziehung definitiv nicht in Frage kommt. Er hat darauf nicht geantwortet, mich nur mit einem eisigen Blick angesehen. Danach war erstmal Ruhe. Dann ging es los: mal hatte ich Kratzer im Auto, mal einen platten Reifen, mal klingelte mein Telefon mitten in der Nacht sturm usw. Wegen den Sachbeschädigungen erstattete ich Anzeige (zunächst gegen unbekannt). Eines Tages war mein Auto dann von ihm zugeparkt. Ich fotografierte es und zeige es an. Ca. eine Woche später kam ich gegen Mitternacht aus dem Kino zurück (er hat mir vor meiner neuen (!) Wohnung, deren Adresse er nicht hatte (ich steh nicht im Telefonbuch), aufgelauert und mich bedroht. Er drohte, dass er mich fertig machen würde, dass er dafür sorgen würde, dass ich den Job verliere usw. Ich hab ihn laut und unmissverständlich klar gemacht, dass er mich in Ruhe lassen und verschwinden soll, weil ich sonst die Polizei rufe. Ich schloss die Tür auf und ging in die Wohnung. Er brüllte draussen rum und stiess meinen großen Blumentopf um. Ich hatte Angst, das er komplett ausrastet und evtl. versucht durch ein Fenster einzudringen und rief die Polizei. Sie waren schnell da, ich schilderte den Sachverhalt. Die Polizisten erteilten ihm einen Platzverweis. Er schrie die Polizisten an, dass er sich daran nicht halten werde und drohte mir und ihnen. Letztlich nahmen sie ihn mit. Er hat in der Firma übel über mich erzählt, was zunächst dazu führte, dass ich einen Auftrag verlor und später den Job. In der Firma glauben Sie ihm, was evtl. daran liegt, dass er der Sohn eines Abteilungsleiters ist. Ich habe einen Anwalt eingeschaltet. Habe versucht eine Unterlassung durchzusetzen und den Schadensersatz geltend zu machen. Ich bin Rechtschutzversichert und habe bevor ich zum Anwalt ging über die örag Hotline eine Deckungszusage eingeholt. Mein Anwalt hat dies sicherhaltshalber auch gemacht (ist in der Kanzlei standard). Es war alles in Ordnung. Jetzt haben wir den Prozess verloren, weil angeblich keine Wiederholungsgefahr besteht (ich arbeite inzwischen in einer anderen Stadt) und weil wir nicht alles hundertprozentig beweisen konnten. Für den Vorfall vor meiner Haustür gibt es nur eine Nachbarin als Zeugin. Sie hat aufgrund des Geschreis aus dem Fenster geguckt und gesehen, wie er meinen Blumenkübel umgestossen hat... jedenfalls zahlt meine Rechtschutzversicherung jetzt nicht und ich soll die Prozesskosten (ca 9000) Euro tragen. Ich brauche dringend Hilfe. Wie kann ich dagegen vorgehen?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ratbrauchende,

Schau mal bitte hier:
Recht Polizei

Antwort
von Apolon, 6

@ratbrauchende,

dein Text passt nicht:

Er brüllte draussen rum und stiess meinen großen Blumentopf um. Ich hatte Angst, das er komplett ausrastet und evtl. versucht durch ein Fenster einzudringen und rief die Polizei. Sie waren schnell da, ich schilderte den Sachverhalt. Die Polizisten erteilten ihm einen Platzverweis. Er schrie die Polizisten an, dass er sich daran nicht halten werde und drohte mir und ihnen. Letztlich nahmen sie ihn mit.

Eigenartig, dass die Polizei diese Geschichte nicht bezeugen kann!

Für den Vorfall vor meiner Haustür gibt es nur eine Nachbarin als Zeugin.

Und nur die Nachbarin zugegen war.

Wenn dein Prozess so verlaufen ist, wundert mich gar nichts.

Auch dies passt nicht!

Ich bin Rechtschutzversichert und habe bevor ich zum Anwalt ging über die örag Hotline eine Deckungszusage eingeholt. Mein Anwalt hat dies sicherhaltshalber auch gemacht (ist in der Kanzlei standard).

Wenn man eine Kostenzusage hat, zahlt auch die Rechtsschutzversicherung!

jedenfalls zahlt meine Rechtschutzversicherung jetzt nicht und ich soll die Prozesskosten (ca 9000) Euro tragen.

Außerdem frage ich mich, was dein Rechtsanwalt von dieser ganzen Angelegenheit hält.

Hier im Forum kann dir niemand helfen - rufe deinen Anwalt an!

Außerdem ist mir hier auch nicht klar, für welche Klage eine Kostenzusage erteilt wurde.

Antwort
von Nadelwald75, 39

Hallo ratbrauchende,

du schreibst:

....habe bevor ich zum Anwalt ging über die örag Hotline eine Deckungszusage eingeholt. Mein Anwalt hat dies sicherhaltshalber auch gemacht (ist in
der Kanzlei Standard). Es war alles in Ordnung.
....

Wichtig wäre, dass sowohl du wie auch dein Rechtsanwalt die Deckungszusagen schriftlich haben, und zwar genau bezogen auf deinen Fall.

Ich sehe nur die Möglichkeit, dass sich dein Anwalt mit den Unterlagen wieder an die Rechtsschutzversicherung wendet.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo ratbrauchende,

ich lese gerade in deinem Kommentar, dass die Deckungszusage für die erste Instanz galt. In deinem Fragetext steht aber nichts von weiteren Instanzen.

Eine Deckungszusage gibt es in der Regel dann, wenn zu erwarten ist, dass der Prozess erfolgreich ist. Wenn du in erster Instanz verloren hast, dann sinkt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass du im weiteren Verlauf gewinnst.

Für eine weitere Instanz brauchst du also wieder eine neue Deckungszusage. Das müsste der Anwalt aber organisiert haben.

Kommentar von ratbrauchende ,

Danke für den Hinweis bzgl. der Deckungszusage für eine weitere Instanz. Das ist mir bewusst und mein Anwalt hat bzgl. der möglichen Berufung noch keine weiteren Schritte eingeleitet, um die Kostenfrage vorher mit mir abzuklären.

Mein Problem ist: eigentlich muss und möchte ich gegen das Urteil in Berufung gehen. Auch aus Kostengründen. Ich kann es mir nicht leisten auf dieser horrenden Summe sitzen zu bleiben. Auf der anderen Seite fürchte ich, die weiter steigenden Kosten, falls wir verlieren sollten.

Kommentar von ratbrauchende ,

Ich habe die Deckungszusage über die Hotline der örag eingeholt. Ich selber habe nichts schriftlich bekommen. Erst nach dem Telefonat mit der örag bin ich zum Anwalt gegangen. Mein Anwalt hat sich bzgl. der Deckungszusage selber nochmal mit der Versicherung in Verbindung gesetzt. Er erklärte mir, dass dies bei ihm standard sei um Missverständnisse und unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Die Frage ist, was ich nun tun kann. Ich habe die 9000 Euro nicht und sehe auch ehrlich gesagt nicht ein, für so einen Mist, den der ehemalige Arbeitskollege verzapft hat, soviel Geld zu bezahlen.

Abgesehen von den Gerichtskosten sind es ja auch der Jobverlust und der Umzug wegen des neuen Jobs, durch den mir finanzieller Schaden entstanden ist. Das war alles in allem sehr viel Geld für mich.

Antwort
von lazyjo, 32

Frag deinen Anwalt, ob du gegen das Urtei noch in Revision gehen kannst  ! Dann wäre das Urteil nicht rechtskräftig und muß von einem anderen Gericht überprüft und neu entschieden werden !

Kommentar von ratbrauchende ,

Danke für deine Antwort. Die Möglichkeit der Berufung besteht.

Ich habe jedoch Sorge, dass der Kostenblock noch höher wird und ich am Ende darauf sitzen bleibe...

Abgesehen von den Gerichtskosten, musste ich aufgrund des neuen Jobs umziehen. Es war insgesamt jetzt schon eine sehr teure Angelegenheit :-(

Antwort
von OnkelSchorsch, 21

Worum geht es eigentlich?

Du hast zwar viele Worte geschrieben, aber nicht erklärt, worum es geht.

Um eine Privatsache? Erwirkung einer einstweiligen Anordung? Um eine Strafsache? Um einen Prozess vor dem Arbeitsgericht?

Das klingt alles sehr wirr und unorganisiert.

Antwort
von FGO65, 39

Wie begründet die RS die Ablehnung?

Kommentar von ratbrauchende ,

Ich selber habe von der Rechtsschutzversicherung weder eine Rücknahme der Deckungszusage noch eine Ablehnung bekommen.

Nachdem ich über die örag Hotline den Sachverhalt geschildert und die Deckungszusage bekommen habe, habe ich von der Versicherung nichts mehr gehört. Schriftverkehr lief über meinen Anwalt, der sich über die Situation auch "wundert".

Antwort
von Saisonarbeiter2, 48

der lange text war unnötig.. was stand in der kostenzusage der RS-vers.?

bis wohin zahlen die? einschl. prozess?

Kommentar von ratbrauchende ,

Die Deckungszusage bezog sich auf die erste Instanz.

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

http://gesetze-und-rechte.de/uebersicht-ueber-die-gerichtsinstanzen/

eigentlich sollte dein RA dir erklären können, wieso die nicht zahlen. der hat mehr infos als wir.

Kommentar von ratbrauchende ,

Danke für die Übersicht. Es war definitiv die erste Instanz.

Kann die Rechtsschutzversicherung die Deckungszusage zurückziehen und das OHNE den Versicherungsnehmer darüber zu informieren?

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

du hast die sache doch an deinen RA abgetreten, stimmts? wenn, dann haben die DEM das geschrieben...

Kommentar von ratbrauchende ,

Ja, habe ich.

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

dann musste dich jetzt auch an den halten..

Kommentar von TreudoofeTomate ,

Bist du dir sicher, dass es überhaupt eine Kostenzusage gab? So etwas versichert doch im Regelfall niemand.

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