Genetisch veranlagte Depersonalisation, Hilfe?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Depersonalisation ist die absolute Hölle. Meist tritt sie im Zuge anderer psychischer Erkrankungen auf, vor allem bei Depressionen und Angststörungen. Tritt sie alleine auf, spricht man von einer sogenannten Depersonalisations- und Derealisationsstörung.

Als erstes muss abgeklärt werden, ob die Depersonalisation im Zuge einer anderen Erkrankung auftritt. Wenn dies der Fall ist muss die zu Grunde liegende Erkrankung behandelt werden. Dies diagnostizieren kann jedoch nur eine Fachperson (Psychiater/Psychologe) und nicht du selbst.

Depersonalisation ist im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen schwer behandelbar, jedoch nicht unmöglich. Meist wird eine Psychotherapie empfohlen. Mit Psychotherapie meine ich eine richtige Therapie (z.B. analytisch) und nicht das Gespräch beim Arzt der anschliessend einfach Medikamente verschreibt.

Medikamente gegen Depersonalisation gibt es nicht, bzw. nicht offiziell. Es gibt zwei Substanzen, denen eine depersonalisationshemmende Wirkung nachgesagt wird. Lamotrigin (http://deprimed.de/lamotrigin/), ein Antiepileptikum und vor allem Aripiprazol (http://deprimed.de/aripiprazol/), ein Neuroleptikum (Antipsychotikum). Niemand kann dich zwingen Medikamente einzunehmen (solange du nicht akut suizidal bist oder andere gefährdest). Es ist an dir zu entscheiden was schlimmer ist: Die Nebenwirkungen (wobei niemand alle Nebenwirkungen entwickelt, höchstens einige davon) oder die Depersonalisation.

Bezüglich Schizophrenie brauchste dir keine Sorgen zu machen. Depersonalisation zeichnet sich ja genau dadurch aus, dass der Patient völlig zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Die Angst vor einer Schizophrenie ist eher bei Angststörungen das Problem (wobei es dort auch "nur" die Angst davor ist, jedoch noch nie jemand aufgrund einer Angststörung schizophren wurde). Ich würde dir dringend raten zu einer Fachperson zu gehen und dich untersuchen zu lassen. Du kannst auch klar kommunizieren, dass du keine Medikamente nehmen willst. Obwohl man nicht verallgemeinern sollte, lässt sich sagen, dass du bei einer nicht medikamentösen Behandlung eher einen Psychologen als einen Psychiater aufsuchen solltest.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ttwAa
04.09.2016, 12:00

Danke, diese Antwort war größtenteils hilfreich!

0

Derealisationszustände sind furchtbar. Vor allem in Verbindung mit der Depersonalisation. In meinem 19. Lebensjahr gab es eine Phase, in der es so schlimm wurde, dass ich befürchtet habe, in eine echte Psychose abzugleiten. Das hat sich dann glücklicherweise wieder etwas gelegt, bricht aber ab und zu noch durch. Wichtig ist, die Zusammenhänge zu erforschen, zu schauen, welches Verhalten und welche Gedanken das Ganze begünstigen oder überhaupt erst auslösen (du schreibst, es ist genetisch bedingt, ob so etwas bei diesen Phänomenen möglich ist, weiß ich nicht, ich bin aber der Ansicht, dass man die Problematik gut befeuern kann).

Ich möchte dich nicht angreifen, bitte nicht missverstehen, aber die intensive Beschäftigung mit Themen wie Astrophysik kann kontraproduktiv wirken, weil man immer weiter abdriftet und seltsame Gedanken entstehen können, die im Zusammenhang mit der angegriffenen Psyche echt arge Konsequenzen haben können. Du schreibst aber, dass es dich entspannt...ist schwierig zu beurteilen, ob es da einen Zusammenhang gibt. Was aber bestimmt nicht förderlich ist, ist deine Freizeitgestaltung. Je mehr Zeit man zu Hause verbringt, je mehr man sich abkapselt, desto stärker werden die Symptome, wirklich. Denn dann erschlägt dich draußen alles und wirkt immer fremdartiger und merkwürdiger. 

Wenn ich merke, dass sich bei mir so etwas wieder anbahnt, versuche ich bewusst, mich ganz stark mit menschlichen Themen zu befassen, rauszugehen, Menschen aufmerksam zu beobachten, Filme zu schauen, die "oberflächlich" sind und eine klare Handlung verfolgen, bestenfalls auch ganz anders sind, als das, was man sonst so kennt. Was auch sehr hilfreich ist, ist den Fokus auf den Körper zu lenken, z. B. mit Sport (Schwimmen ist super), Achtsamkeitsübungen (barfuß in den Garten stellen und das Gras bewusst spüren, etwas mit Knete formen, mit Sand spielen, Düfte wirken lassen, Massagen usw.) oder Aktivitäten, die dich als Kind begeistert haben, weil das eine Verknüpfung herstellt. Ich weiß, solche Ratschläge wirken immer dumm und aussagelos, dachte ich früher auch. Aber es hilft wirklich, weil es etwas Spürbares ist und einen klarer werden lässt. Mit Gedankenketten und Grübeln kommt man jedenfalls null weiter, ist meine Erfahrung.

Du solltest auch mal schauen, ob es die Möglichkeit gibt, therapeutischen Rat einzuholen. Du bist noch sehr jung, aber wenn es dich schon so lange begleitet...professionelle Unterstützung ist sehr wichtig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ttwAa
04.09.2016, 15:06

Vielen Dank!

0

Hallo ttwAa,

Ich war noch bei keinem Arzt

Heißt das also, dass Du Dir Deine Störung selbst "diagnostiziert" hast?

Ich weiß, dass mir wahrscheinlich nicht geholfen werden kann

Woher willst Du das denn wissen, wenn Du Dich mit diesem Problem noch nie an jemanden gewandt hast, der sich wirklich damit auskennt?

Sich selbst eine psychische Störung zu diagnostizieren und dann auch noch zu sich selbst zu sagen, dass das jetzt für immer so bleiben wird, ist schon ganz schön mutig. Bevor Du gleich den Kopf in den Sand steckst, solltest Du vielleicht erst mal professionelle Hilfe annehmen. Ein Psychiater steckt nicht ohne Grund mehr als 5 Jahre in der Ausbildung.

Du scheinst Dich sehr genau zu beobachten und bemühst Dich, zu reflektieren. Du macht Dir Gedanken darüber, wie Du mit Deinen Verhaltensweisen auf andere Menschen wirken könntest. Das geht aus Deinem Text eindeutig hervor, wie ich finde.

ich komme nur im Alltag nicht richtig klar.

Und genau dafür gibt es Psychotherapie. Da lernst Du Dich und Dein Problem besser kennen und kannst Dich an dem orientieren, was der Therapeut Dir an Hilfestellungen und Denkanstößen für Deinen Alltag mitgibt.

Sollte ich es mit Psychischen Medikamenten versuchen?

Wie gesagt: Das kannst Du gar nicht selbst entscheiden, Du kannst Dich nicht selbst behandeln. Wende Dich an einen "Fachmann", der wird die notwendigen Maßnahmen treffen. Und wenn das dann Psychopharmaka sind, dann ist das so. Wobei Medikamente alleine Dein Problem sicherlich nicht lösen werden. Sie werden therapieunterstützend eingesetzt.

Am liebsten würde ich die Schule nicht mehr besuchen, weil die nervigen Jugendlichen meine Gefühle nur verstärken.

Es ist schade, dass Du so empfindest. Die Schule sollte ein Ort sein, an dem Du Dich wohl fühlst. Ich lese aus Deinem Text heraus, dass Du ich "anders" fühlst, Dich nicht richtig eingliedern kannst und das vielleicht auch gar nicht möchtest? Auch daran kann man etwas ändern, mit der nötigen Unterstützung.

Alles Gute! Du schaffst das schon ;-) !

LG,

Cleo

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 23:04

Ich bin mir ziemlich sicher in dem was ich tue! Ich bin Hochbegabt und habe einen Intelligenzquotienten von 128. Deine Antwort kann mir nur teilweise helfen, ich aber nur Angst Antipsychotika verschrieben zu bekommen.

0
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 23:06

Oder das sich meine Familie sorgen macht.

0
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 23:11

Danke, wie sollte ich dieses Thema ansprechen, meinen Eltern erklären? Dies steht mir sehr im Weg.

0
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 23:14

Hätte ich mein Alter nicht angegeben, wären die Antworten anders ausgefallen.

1

Habe mal kurz die Definition von Depersonalisation überflogen - weiß nicht, ob das hier rein passt, aber hast du es schon mal mit etwas spirituellem versucht? Vielleicht hilft dir ja eins dieser Videos, die Schönheit dieses Lebens zu sehen :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 22:48

Danke, ich möchte aber klarstellen, dass ich mein Leben liebe! Ich weiß nur noch nicht, wie ich am besten Verfahren soll! :)

0
Kommentar von ttwAa
03.09.2016, 23:08

Ich verstehe! :)

0

Selbstdiagnosen sind Unsinn. Auch mit einem IQ von 128, selbst von 140. Zumal der IQ relativ wenig aussagt.

Abgesehen davon gibt es keine Diagnose die "genetische Depersonalisation" heißt. Und es auch keine genetische Form der Depersonalisation gibt und geben kann, allein aufgrund der Ätiologie (was dir mit deinem IQ sicher nicht schwer fällt zu begreifen).

Da Depersonalisation auch nichts mit Psychosen oder Schizophrenie zu tun hat, ist mir schleierhaft, warum du Angst davor hast, den Zusammenhang herstellst oder gar Angst hast mit Neuroleptika behandelt zu werden.

Außerdem gibt es auch keine Medikamente gegen Depersonalisation.

"Anti-Psychotika" - eigentlich Neuroleptika - sind dafür ebenfalls nicht indiziert oder geeignet. Da hilft allein Psychotherapie.

Und nicht zuletzt entscheidet allein der Arzt oder Psychotherapeut über die Diagnose und der Arzt allein über die Medikation. Nicht der Patient.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ttwAa
04.09.2016, 09:20

Sie haben es falsch verstanden und liegen in vielen Punkten falsch.

0
Kommentar von ttwAa
04.09.2016, 09:54

Sie sollten nicht nur Kritik ausüben, ich möchte eine Antwort. Dazu sind sie wohl etwas neidisch auf meine Hochbegabung, die ich nie mit einer Selbstdiagnose in Zusammenhang bringen wollte. Ich denke nach drei Jahren sollte man schon wissen das es da ist. Eigentlich schon am ersten Tag oder? Jemand in meiner Familie hat das gleiche Problem, es wurden mir ES Therapien durchgeführt, auch zur Gefühlkontrolle. Weil es keine Anzeichen einer Besserung gibt, wurde ES mit Antipsychotika behandelt um es etwas angenehmer zu machen. Ich möchte ES oder den Rest meiner Familie nicht damit belasten, dass ich es auch haben. Wie kann ich mir am besten helfen lassen, da sie wahrscheinlich so verläuft wie bei ES.

0
Kommentar von Seanna
04.09.2016, 11:24

Neid? Nö. Hochbegabung fängt bei 130 an, nicht bei 128 und mein IQ liegt noch darüber. Trotzdem ist das irrelevant für die Fragestellung. // Du gehst in keiner Weise auf meine Argumente ein, sondern sagst nur, ich liege falsch und verstehe alles falsch. Womit denn und was sehe ich falsch? Was soll ES sein? Das ist in der Psychiatrie ne gängige Abkürzung für Essstörung, ergibt hier aber keinen Sinn. Was hat Gefühlskontrolle damit zu tun? Die ist von reiner Depersonalisation nicht betroffen. Oder reden wir hier über eine Störung von der Depersonalisation nur ein Teil ist? Was hat es mit dem Familie belasten auf sich? Wogegen und vor allem wie sollten Anti-Psychotika (welche?) da helfen? // Was hilft bzw helfen kann, kann man nur sagen, wenn du dich dazu qualifiziert, deutlich und verständlich äußerst.

0
Kommentar von ttwAa
04.09.2016, 12:52

Wenn du das nicht verstehst :/ ich habe keine Zeit für dich. Der IQ verändert sich andauernd und ich bin Hochbegabt, Neider!

0

Was möchtest Du wissen?