Herania am 07.08.2007 um 17:39 Uhr
Ich habe neulich eine Tante im Seniorenheim besucht und mir ist aufgefallen, dass aus allen Radios, Marianne und Michael, Mario, Hansi usw. zu hören war. Heute las ich ein Interwiev mit Heino, der bedauerte, dass es im TV zu wenig Musik (Volksmusik)- Sendungen zu sehen sei. Es ist sicher richtig, dass es immer mehr alte Menschen gibt. Die Werbung hat das ja schon entdeckt. Aber wie kann jemand annehmen, das sich der Musikgeschmack im Alter ändert. Bin ich die erste Alte, die mit einer Rock CD ins Altersheim zieht? Dire Straits, Bruce Springsteen, Queen, Status Quo, REM usw. haben mich Jahrzehnte begleitet und das ist meine Musik und wird es auch bleiben, egal wie alt ich werde.
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Mein ständiger Alptraum für die Zukunft:
Ich hocke fast bewegungslos und sprachunfähig, aber leider nicht taub, im Rollstuhl.
Der Altenpfleger kommt und brüllt mich an: "Hallo, Oma, heut is wieder Gaudi-Nachmittag bei uns. Die Viechtacher Drecksmadln spielen auf. Das wollen wir doch nicht verpassen, oder?"
Dann packt er den Rollstuhl und schiebt mich in die Halle - gleich neben die Riesenlautsprecher, denn alte Leute hören bekanntlich schlecht.
UND ICH KANN MICH NICHT WEHREN!!!!!!

Als diese Menschen jung waren, gab es keinen Heino und ähnliche Schnulzensänger. Das wird nur von jüngeren Generationen als Musik für die Alten gesehen.
Diese Menschen sind gross geworden mit den Comedian Harmonists, Marika Röck, Hans Albers uva. Sowas hört man leider nicht in Heimen.
Ich habe ein paar CD's gemacht mit diesen Stars von früher und sie einer Pflegerin gegeben. Dies ist nun "der" Hit dort. Heino und Konsorten ist fast unerwünscht, ist wohl eher eine Qual, wenn man jeden Tag dem ausgesetzt ist.
Ich freue mich schon auf den Anblick, wenn Senioren in Baseballmütze und Hosenkackerhose durch die Gänge rappen und Punker-Seniorinnen rauchend an den Ecken stehen.
Die Hosen wären übrigens sehr praktisch, da haben die Windeln gut Platz.
Ich glaube also, das sich der Geschmack in jeder Hinsicht ändern wird. Wir werden es selber irgendwann erleben.......

also ich ziehe dann lieber Beatles, Stones, Kings, Queen etc, vor :-) in ca. 15 Jahren...

Als unseres "alten Leuten" früher jung waren, gab es eben fast nur Volkslieder, Volksmusik etc. Wir werden (also in meinem Fall so in 50 Jahren) wohl zu 50Cent, Metalica, P.Diddy, Scotter und und und unseren Nachmittagskaffee im Altersheim geniessen! :)
Wer seinen Musikgeschmack unter den Nazis ausbilden musste, hatte natürlich nicht ganz so viel Auswahl - es sei denn, man hörte "Feindsender".
Aber ab den Fünfziger Jahren gab es durchaus mehr als "volkstümliche Musik" zu hören.Von der ist nämlich hier die Rede, und nicht von echter Volksmusik.
Das für mich Entsetzliche ist, dass auch jüngere Leute sich diesen Schmarrn wieder anhören - wie kann man nur!
andreas48 am 7. August 2007 17:55 über Geschmack lohnt es sich nicht zu streiten. lass doch jeden nach seiner Fasson hören, was er will..soviel Toleranz kann und muss sein
Toleranz ist eben nicht jedermanns Sache, jedem das Seine , oder?
PollyDoll am 7. August 2007 18:00 Es gibt eben volksdümmliche und volkstümliche Musik.
Das Brauchtum sollte gewahrt werden, der gute Geschmack aber auch, über den sich bekanntlich nicht streiten läßt.
Mir persönlich rollt es beim "deutschen Schlager" die Zehennägel hoch... igitt :((
Was stoert es Dich. Musst ja nicht mithoeren. Und dann, dannzumal im Heim, kauf Dir genug Ohropax.

Ich glaube auch, dass sich das Bild des klassischen Seniorenheims ändern wird. Ich habe später jedenfalls nicht vor in ein Heim zu gehen, stattdessen würde ich lieber mit Freunden eine Pflegebetreute Alten-WG bewohnen. Dann werden sicherlich mal an einem "gemütlichen Abend" die alten Punk und Metal-Scheiben aufgelegt die wir noch alle in der Schublade rumgammeln haben ;-)
Herania am 7. August 2007 17:55 So stelle ich mir das auch vor. Wie findet Ihr das ? http://www.thezimmersonline.com/video.html
POGO!!!

Ein solcher "Generationenwechsel" des Musikgeschmacks im Altersheim stimmt mich eher bedenklich. Für mich grenzt die beschriebene Art von Volksmusik schon an Körperverletzung. Vielleicht handelt es sich dabei ja auch nur um den kleinsten gemeinsamen Nenner in punkto Musikgeschmack? Wenn ich dereinst mal im Altersheim wohnen sollte, hoffe ich nur, dass mein Hörgerät einen Abschaltknopf hat!! (vor allem, wenn KubaLibre im Nachbarzimmer wohnt)... nix für ungut - aber die Geschmäcker sind halt verschieden...
Wie wärs denn mal mit ein bisschen Toleranz?
Die neuen Alten werden doch mit dem iPod im Heim einruecken. Problem geloest. Jede Generation ihre Musik, jeder Einzelne seine Musik. Rest: Toleranz.
Herania am 8. August 2007 08:42 Ich danke Allen für die tollen Antworten. Da stehe ich ja nicht allein da.

Die zukünftigen Generationen werden auch ihr Notebook mit ins Senioerenheim nehmen. Denn dort gibt es dann bestimmt auch schnelle DSL-Anschlüsse.
Genau, darum müssen wir vorsorgen! Hast Du eine Patientenverfügung?
Kann man mit der denn auch bestimmen, welche Musik man im Altersheim hören will????