Frage von Sukarno, 95

gemeinschaftlichen Erbschein beantragt- Erbberechtiger zwischenzeitlich verstorben, was nun?

Guten Abend,

ich habe vor fast 18 Monaten das Erbe meines verstorbenen Onkels angetreten. Die Erbengemeinschaft besteht aus zwei Teilen: 50 Prozent gehören der Schwester meiner verstorbenen Tante. Diese hat bereits einen Erbschein erhalten. Die anderen 50 Prozent wurden meiner Familie zugesprochen. Nun besteht mein Familienzweig nicht nur aus mir selbst, sondern zahlreichen Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen. Insgesamt sind wir 24 Personen. In mühevoller Arbeit habe ich in den letzten 12 Monaten Personenstandsurkunden u.a. von all meinen Verwandten gesammelt. Vor einigen Wochen konnte ich alle Dokumente endlich dem zuständigen Amtsgericht abgeben und die Erteilung des Erbscheins für meine Familie beantragen.... Mein Antrag ist derzeit noch in Bearbeitung. Vor einigen Tagen erhielt ich nun die Nachricht, dass eine Tante von mir, die ebenfalls erbberechticht war, mit 77 Jahren gestorben ist.

Meine Frage lautet: Welche Auswirkungen hat das auf die Erteilung des gemeinschaftlichen Erbscheins? Und muss ich dem Amtsgericht trotz des bereits gestellten Antrags den Tod mitteilen?

Meine Befürchtung besteht darin, dass der ganze Prozess nun wieder von vorne losgeht. Das heißt: Ich muss von der Tante die Sterbeurkunde einreichen, dem Amtsgericht die Namen ihrer 5 Kinder übersenden, damit diese dann wieder angeschrieben werden können, die Eröffnungsunterlagen erhalten und 3 Wochen Zeit haben, das Erbe auszuschlagen. Schlagen sie aus, werden anschließend deren Abkömmlinge angeschrieben. Dann allerdings sitze ich noch im Sommer auf meinem Sofa und warte auf den Erbschein.

Von meiner Tante, Gott hab sie selig, liegen dem Amtsgericht immerhin alle Personenstandsurkunden und die Einverständniserklärung für die Beantragung und Erteilung des Erbscheins vor.

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Antwort
von ALEMAN2015, 69

An deiner Stelle wuerde ich dem Amtsgericht nichts mitteilen, um die Angelegenheit nicht noch komplizierter zu machen. Mit dem Erbschein koennen die jetzigen Erben bedient werden, und die Abkoemmlinge der verstorbenen Tante koennen sich in einem separaten Verfahren mit dem Nachlassgericht um ihre Ansprueche kuemmern.

Es handelt sich ja im Grunde genommen um einen neuen Erbfall.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten