Frage von passaufdichauf, 71

Gemeinsames Sorgerecht: darf ein Elternteil die Teilnahme des Kindes an einem Austauschprogramm verweigern?

Ich bin geschieden. Gemeinsames Sorgerecht. Mein Sohn (15) lebt beim Kindsvater.

Mein Arbeitgeber bietet nun ein Austauschprogramm für Kinder seiner Mitarbeiter an, bei dem sie an allen Standorten der Gesellschaft tauschen können.

Für meinen Sohn wäre das eine einmalige Chance, nach China, Neuseeland, Südafrika, USA... zu kommen, alle Kosten trägt mein Arbeitgeber.

Nun stellt sich der Kindsvater quer: er verweigert die Unterschrift unter die Bewerbung. Begründung: Sohn sei zu unselbständig (wessen Schuld ist das wohl? Er lebt immerhin bei ihm..). Ich meine gerade, so ein Erlebnis wird ihn über sich hinaus wachsen lassen.

Muss er zustimmen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Goodnight, 32

Beide Eltern müssen zustimmen, haben ja beide das Sorgerecht.

Bedenke bitte, dass  der Vater das Kind besser beurteilen kann, schliesslich lebt es bei ihm...

Kommentar von passaufdichauf ,

Leider kann er ihn überhaupt nicht beurteilen, weil beide nebeneinander her leben. Mein Ex hat keine Ahnung von den Interessenten und Fähigkeiten seines Sohnes. Tut aber für die Frage nichts zur Sache. Mein Ex macht das, was er am besten kann: anderen die Freude nehmen, weil er selbst keine hat... Ich weiß, nur aus einem Grund verweigert er die Unterschrift: weil er es kann.

Kommentar von Goodnight ,

Wenn das so ist, ist das traurig, ändert aber nichts an der Rechtslage.

Antwort
von realistir, 12

Ich habe mir deine Frage zwei mal durch gelesen und überlegt ob ich darauf antworten sollte.

Ich hinterfrage gerne, auch unbequeme Sachen. Okay, du offerierst hier deine Sichtweise der Dinge.

Mir fällt aber auf, worauf du dich zu sehr konzentrierst und was du alles übersiehst und teilweise unterlässt. Wäre eine Antwort deines Ex eventuell eine sinngemäße Absage an dich, weil noch zu viele sinngemäße Reibereien zwischen dir und ihm im Spiel sein könnten?

Dein Ex wird dir kaum antworten, ich sage zu allem nein, weil ich dir ebenso eins auswischen will wie du mir. So manches deinerseits könnte er ja so und so empfinden. Du empfindest manches vermutlich ähnlich.

Zurück zur Kernfrage.
Austauschprogramm bedeutet doch zweierlei! Einmal es werden Personen ausgetauscht. Also kommt euer Sohn irgendwo anders unter, aber auch ein anderes Kind entweder zu dir oder zu ihm.

Oder ist dem nicht so? Wo wäre dann ein anderes Kind besser aufgehoben, bei Ihm oder bei dir? Wie ist deine Einschätzung und wie seine? Oder hast du darüber noch nicht gesprochen?

Okay, du bist optimistischer eingestellt als dein Ex. Mit dem kann ich aber nicht reden, weiß also nicht wie er so drauf ist usw. Kenne ja nur deine Schwarzmalerei, bitte dich, es mal so formulieren zu dürfen, ich will niemandem was schlechtes, hinterfrage nur, mache mir meine Gedanken.

Woher willst du wissen, ob euer Sohn über sich hinaus wachsen würde?
Er müsste dort nur an Erzieher geraten, die ähnliche Probleme haben wie ihr.
Dann käme er sinngemäß vom Regen in die Traufe.

Das wirft mithin die Frage auf, welchen Einfluss hat dein Arbeitgeber auf das Austauschprogramm, was regelt und organisiert dieser Arbeitgeber mithin?

Wäre es nicht ein Argument für deinen Ex, euer Sohn wird nicht hilflos etlichen Situationen ausgesetzt, es besteht also kein großes Risiko für einen Schüleraustausch? Nochmal, wie liefe der Austausch für Euch als Eltern ab?
Geht dein Arbeitgeber davon aus, der Austauschschüler kommt zu dir und dein Ex hat damit nichts zu tun?

So gesehen müsste Er einen Sohn in unbekannte Hände übergeben, bekommt aber selbst nichts zurück. Könnte das mithin ein Ablehngrund für ihn sein, den du nicht bedacht hast?

Also, wäre ich dein Ex, dürfte Sohn fahren. Meine Lebenseinstellung lautet, versuche aus möglichst allem im Leben das möglichst Beste zu machen.
Meine Lebenseinstellung gäbe ich natürlich gerne an meine Kinder mit.

Nicht nur als Empfehlung.
Was das jeweils Beste ist, oder sein kann, darüber könnte man wochenlang debattieren. Man sollte aber den Kernpunkt nicht zunichte machen. ;-)

Abschließend noch was bezüglich einer sinngemäßen Unterstellung von dir.
Schlechte Menschen, egal ob nur gedacht oder .... können immer noch als Beispiel für Andere dienen, lautet ein dummer Spruch. ;-)

Bedenke mal, alles hat ohne Ausnahmen gleichzeitig Vorteile und Nachteile!
Es kommt immer nur auf die jeweilige subjektive Sichtweise des jeweiligen Betrachters an, was diese Person bevorzugt sehen will, sieht! Sonst nichts.

Antwort
von Hanseate66, 46

Meine Meinung nach: Ja er muss zustimmen. Zumal dein Kind bei ihm auch ständig wohnt. Ich weiß ist etwas blöd, aber eigendlich kann er ihn besser einschätzen, da er ihn ja auch öfters sieht wie du logischerweise....Oder frage mal beim Jugendamt nach.

Kommentar von passaufdichauf ,

Er kann ihn gar nicht einschätzen, weil die beiden nebeneinander her leben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mein Sohn möchte bei seinem Vater leben, "weil der ja sonst niemanden mehr hat"... er ist so sozial eingestellt,  dass er gar nicht merkt, wie sehr sein Vater ihn für seine Zwecke missbraucht.

Aber ich fürchte schon, wenn er nicht zustimmt, wird mein Sohn sich nicht bewerben können. ..

Kommentar von realistir ,

Okay, du beschreibst hier zwar deine Sichtweise der Dinge, aber mich stört ein wenig, dass du versuchst dich als Norm zu definieren und nur deine Sichtweise als die vernünftigste sehen zu wollen.

Findest du es nicht etwas arg übertrieben, wenn du argumentierst sein Vater missbraucht ihn für seine Zwecke, Gnädigste?

Wenn sinngemäß sein Vater nicht über einige Schatten springen kann, dann ist er schuldig, oder missbraucht irgendwen?

Mich erinnert solch eine Denk- und Sichtweise eher an Zeiten, in denen beide Eltern argumentierten, Tochter du brauchst weder höhere Schulbildung noch sonstwas, du heiratest ja sowieso, dann ist das alles nicht nötig.

Antwort
von howelljenkins, 42

was sagt denn euer sohn?

Kommentar von passaufdichauf ,

Er möchte sich natürlich bewerben, sonst würde sich die Frage doch gar nicht stellen. 

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