Gemeinsamer Ablauf (Fallrohr) für das Garagendach seit ewigen Zeiten. Kann mich der Nachbar zwingen, einen eigenen Ablauf zu installieren?

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5 Antworten

Gewohnheitsrecht, mußte ich mir von einem Anwalt sagen lassen, gibt es im Immobilienrecht nicht mehr, aber Verjährung. Ob das in diesem Fall damit gelöst wäre, kann das zuständige Bauamt oder ein Anwalt beantworten. Das erste, wo ich reingucken würde, ist der Leitungsplan. Bei unserem Bauantrag war einer dabei. Leider hast du nicht geschrieben, wann das Haus gebaut wurde und ob die Garage direkt mitgebaut wurde oder später errichtet wurde. Wurde beides gemeinsam errichtet muß es auch im Leitungsplan eingezeichnet sein, ist bei uns auch. Wurde es später errichtet muß es im Bauantrag für die Garage verzeichnet sein. Falls das Haus soooo alt ist, dass ihr keine Unterlagen habt oder ihr diese vom Vorbesitzer nicht bekommen habt, wäre mein erster Gang zum Bauamt, um eine Kopie der Bauunterlagen zu bekommen. Alternativ könnt ihr aber auch die zuständige Behörde für Entwässerung befragen. Denn die berechnen die Abwassergebühren für euer Grundstück. Je nach Land, Stadt ist das unterschiedlich geregelt. In manchen Städten machen das die Stadtwerke mit, in anderen Städten ist das eine eigene Behörde. Übrigens bezahlt der Nachbar das nicht mit, weil die Abgabe über die versiegelte Fläche eines Grundstückes berechnet wird. Bei uns (Neubau) kam jemand raus, der Terrasse, Vorgarten, Stellplätze, Zisterne ja/nein, Ökopflaster (wird nur zum Teil berechnet)usw., ausgemessen hat, Dachgrößen werden dem Bauantrag entnommen. Deshalb ist es "egal" wo es abläuft, gezahlt wird nach dem, was die Entwässerung berechnet. Diese Behörde ist aber auch zuständig für die Abwasserkanäle und brauchen daher Pläne. Die müßten die Leitungspläne eures Grundstückes auch haben. Viel Glück bei der Lösung Eures Problems. Grüße andiso

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Frage Deinen Nachbarn, welche Bedenken er hat.

evtl. befürchtet er für Deinen Teil des Garagendaches Abwasserabgaben zahlen zu müssen. Werden diese Abgaben für Regenwassereinleitung in den Kanal bei Euch erhoben, oder ist es geplant? Die sollten eigentlich nach Grundstück ermittelt werden und nicht nach Einlauf.

Ansonsten versuche in Ruhe den Kosten-Nutzen mit ihm zu klären, wenn Du jetzt ändern würdest. Irgendwann wird man das Dach sanieren müssen, vielleicht ist dann imme noch Zeit die Entwässerung zu trennen.

Viel Glück

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Gewohnheitsrecht eher Nein. Der Nachbar könnte seine Garage ja theoretisch auch beseitigen, dann müsstet ihr auch selbst zusehen, wie ihr euer Wasser ableitet. Das einzige was du klären könntest, ob du evtl im Grundbuch des Nachbarn ein Wasserableitungsrecht eingetragen hast. Oder frag  mal bei eurem Bauamt nach, evtl. ist aus der damals erteilten Baugenehmigung etwas ersichtlich.  

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Das Nachbarschaftsrecht ist jetzt nicht so mein Themen Gebiet.  Aber ich beantworte die Frage trotzdem mal soweit wie es mein Wissen hergibt. ( Falls es nicht ganz richtig ist einfach einen Daumen nach unten geben.)

So wie ich das verstehe liegt hier eine Entwässerungsgemeinschaft vor. 

 Die Dachentwässerungseinrichtungen  sind nach den Vorschriften über die Gemeinschaft gemäß §§ 741 ff. BGB zu behandeln. 

Vorab  479 BGB kann nicht immer für die Auflösung zuständig sein. 

Diesbezüglich ist nämlich zu beachten, dass die Entwässerungsanlagen als gemeinschaftliche Grenzanlage im Sinne des § 921 BGB zu verstehen ist. Die Möglichkeiten bestimmen sich nach § 922 BGB. 

Nach § 922  BGB darf die Dachentwässerung,  nicht geändert  werden, solange auch nur ein Nachbar an ihrem Fortbestand Interesse hat. Somit darf dein Nachbar die Anlage auch nicht einfach so entfernen. 

Wenn er dies trotzdem machst hast hat folgende Ansprüche:

Du  kannst Wiederherstellung ,unterlassung und / oder Schadensersatz gemäß §§ 1004, 823, 249 BGB verlangen. 

Dies ist mein Beitrag  dazu, was du für rechte hast. 

Wenn du weitere Fragen hat, brauchst du mich nicht zu fragen, da dies nicht mein Themen Gebiet ist. Siehe oben. 

Ich empfehle dir die Frage mal hier zu stellen. 

http://www.frag-einen-anwalt.de

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Kommentar von AalFred2
04.07.2016, 12:54

Wie kommst du darauf, dass ein Fallrohr eine Grenzanlage wäre? Das Fallrohr scheidet doch wohl kaum zwei Grundstücke voneinander.

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Es gibt in dieser Hinsicht kein Gewohnheitsrecht.

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