Frage von nightmare2, 44

Gemeinsame Nutzung des Hauses nach Scheidung?

Wir sind seit 3 Monaten geschieden und bewohnen gemeinsam ein Einfamilienhaus. Mein Ex weigert sich, dass Haus zu verkaufen. Im Scheidungsantrag der Anwältin steht, dass jeder eine Etage nutzt. dies stellt sich jedoch jetzt als unmöglich heraus. Das Haus hat nur eine Küche und keine abgeschlossenen Wohnungen. Jetzt will mein Ex mir verbieten die Küche zu nutzen und durch das Wohnzimmer auf die Terrasse zu gehen - es ist ja seine Etage! Im Scheidungsbeschluss wurde über das Haus gar nichts entschieden. Der Richter hätte doch dort genau über das Haus entscheiden müssen??? Eine Teilungsversteigerung habe ich auch schon in Erwägung gezogen, aber das kann sich ja dann über Jahre hinziehen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rasperling1, 20

Im Scheidungsverfahren wurde über die Verhältnisse am Haus nichts entschieden, weil keiner der beiden Eheleute eine solche Entscheidung beantragt hatte. Die Angelegenheit ist also weiterhin ungeregelt. Was die Anwältin im Scheidungsantrag geschrieben hat, ist ebenso unerheblich. Fakt ist also, dass Ihr beide im gemeinsamen Haus wohnt, ohne das die Benutzung geregelt wäre, geschweige denn, was mit dem Haus passieren soll. Derzeit darf also eigentlich jeder Es-Ehegatte alle Zimmer benutzen. Du kannst beim Gericht eine Nutzungsregelung beantragen, kraft derer Du diese und jene Zimmer allein benutzt, während die Küche beiden zur gemeinsamen Nutzung nach Absprache zusteht. Auf die Dauer hilft das aber wenig, da die Zustände ja so bleiben wie sie sind. Sinnvoll ist es also nur, sich über das weitere Schicksal des Hauses zu einigen: entweder übernimmt einer von beiden das Haus für sich allein und zahlt den anderen aus, oder das Haus wird gemeinsam an einen Dritten verkauft. Sollte Den mann zu gar keiner Lösung bereit sein, kannst Du die Teilungsversteigerung beantragen - auch gegen seinen Willen.

Antwort
von schelm1, 24

Teilungsversteigerung habe ich auch schon in Erwägung gezogen, aber das kann sich ja dann über Jahre hinziehen.

Nach meiner langjährigen Erfahrung dauert sowas ca. 9 bis max. 12 Monate und nicht gleich Jahre!

Außerdem ist dies der einzig vernünftige Weg, das geschilderte Problem zu lösen, wenn nicht auf freiwilliger Basis einer den anderen gemäß einem Sachverständigengutachten eines öffentlich bestellen und vereidigten Sachverständigen wertmäßig ausgleichen will oder kann.

Antwort
von Gerneso, 22

Wem gehört das Haus denn? Euch beiden?

Wenn er das Haus behalten möchte, soll er Dich halt auszahlen.

Sowas regelt man VOR dem Scheidungstermin. Beim Scheidungstermin wird das nicht geklärt. Da wird aber gefragt ob alles andere geklärt sei. Hast Du da JA gesagt? Dann jammer jetzt nicht rum sondern sieh zu, dass Du das regelst.

Im Scheidungsantrag der Anwältin steht, dass jeder eine Etage nutzt.

Tja, dann hätte man der Anwältin vielleicht mal sagen sollen, dass das Haus nicht auf jeder Etage eine abgeschlossene Wohnung hat und das das daher ohne Umbau so nicht möglich ist. War es Deine oder seine Anwältin? Für ihn funktioniert das ja so - er hat ja auf seiner Etage eine Küche.

Du hast da ganz klar versäumt auf den Mißstand hinzuweisen.

Kommentar von nightmare2 ,

Das Haus gehört uns je zur Hälfte. Wir hatten eine gemeinsame Anwältin. Mein Ex will weder das Haus verkaufen noch mich auszahlen. Es ist der reinste Psychoterror.

Welche Möglichkeit habe ich jetzt noch? 

Kommentar von schelm1 ,

Bleibt die Versteigerung zur Aufhebung der Grundbuchgemeinschaft, die übrigens nicht gleich Jahre in Anspruch nimmt!

Häüfig bewirkt auch bereits die Mitteilung des gestellten Antrags beim Gegner ein Nachdenken.

Kommentar von Gerneso ,

Wir hatten eine gemeinsame Anwältin.

Eine Anwältin bei der Scheidung ist immer von EINER Partei beauftragt und berät diese. Diese beantragt dann auch im Auftrag dieser Partei die Scheidung. Offiziell ist die Anwältin keinesfalls von Euch beiden beauftragt worden, es reicht aber aus, wenn eine Partei einen Anwalt hat.

Der andere Ehepartner kann auf einen Anwalt verzichten. Wenn aber Dinge nicht zu seiner Zufriedenheit laufen sollte er dies nicht tun.

Mein Ex will weder das Haus verkaufen noch mich auszahlen.

Dann hättest Du das frühzeitig fordern sollen, als Du noch Druckmittel hattest. Ihr habt ja schon bis zur Scheidung ein Jahr getrennt in dem Haus gelebt und Du hättest VOR der Scheidung sagen können, dass Du NICHT EINVERSTANDEN mit der Formulierung "Im Scheidungsantrag der Anwältin steht, dass jeder eine Etage nutzt." bist, da das so faktisch nicht stattfindet und auch ohne Umbau nicht möglich ist.

Wären es zwei getrennte Wohnungen und die Nutzung wäre tatsächlich so möglich hättest Du jetzt die Möglichkeit auszuziehen und Deine Etage zu vermieten. So geht das halt auch nicht.

Du hast Dich selbst in die Misere gebracht und abzocken lassen.

Antwort
von JonJonas, 1

So weit ich weiß muss ein geschiedenes Ehepaar nach der Scheidung 1 Jahr zusammen Leben. Am besten Sie suchen sich einen Anwalt, der sie bei jeder Sache und Entscheidung berät.

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