gemeine Schwester?

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2 Antworten

Meine Kinder streiten auch ziemich oft, zum Beispiel so: Einer seufzt, der andere äfft ihn nach (oder seufzt halt gleich darauf genauso, das weiß man ja nicht so genau), der erste beschwert sich darüber, der zweite sagt "Aber ich hab´doch nichts gemacht!", der erste kontert "Doch, hast du!", darauf der zweite wieder: "Lass mich in Ruhe, du ... !" (Und da kommt dann schon das erste Schimpfwort.) In weniger als einer halben Minute sind die Kinder bei Handgreiflichkeiten angelangt. - Ist das bei Euch auch so ähnlich?

Ich sage immer: Wenn der Streit erst einmal im Gange ist, ist nicht mehr wichtig, wer angefangen hat, sondern, wer als erster aufhört. Die Möglichkeit dazu haben immer beide.

Und so kann man aufhören: An jeder Stelle im Streit, am besten gleich dan, wenn einem bewusst wird, dass es ein Streit geworden ist, kann man innehalten, ca. drei Sekunden warten (innerlich langsam bis drei zählen) und dabei ausatmen - Ausatmen hilft immer gegen Wütendsein und wer schon einmal probiert hat, gleichzeitig nur(!) auszuatmen und dabei wütend zu werden oder zu bleiben, weiß, dass das nicht möglich ist - und dann z.B. äfft man den anderen eben nicht nach, sondern sagt z.B. "Dein Seufzer gerade hat mich irritiert. Hast du denn über mich geseufzt, weil du mich vielleicht blöd findest?", oder man beschwert sich eben nicht über den nachgeäfften Seufzer, sondern sagt z.B. "Dein Seufzen gerade eben hat mich traurig gemacht, weil ich das Gefühl habe, du hast mich nachgeäfft.", oder man sagt eben nicht in aggressivem Ton "Aber ich hab´ doch gar nichts gemacht!", sondern vielleicht "Tut mir leid, dass das bei Dir so angekommen ist, es war nicht böse gemeint.", oder man beharrt eben nicht darauf, dass der andere doch etwas gemacht hat, sondern zieht sich an dieser Stelle einfach zurück und geht aus dem Zimmer oder zumindest einen Schritt rückwärts. Auf Schimpfworte muss man nicht wieder zurückschimpfen, man kann auch in normaler Lautstärke sagen: "Was du zu mir gesagt hast, das bin ich nicht, und das weißt du auch." Wehren muss man sich nicht durch erneute Handgreiflichkeiten, sondern es genügt, z.B. den Arm oder den Fuß, mit dem das Geschwisterkind schlagen oder treten will, festzuhalten und dabei zu sagen: "Ich lasse dich los, sobald du nicht mehr versuchst, mich zu schlagen/zu treten."

Das ist in dieser Weise an jeder Stelle des Streites so möglich, und es reicht, wenn einer von beiden Beteiligten diese Technik beherrscht.

Leicht ist es jedoch nicht, und es wird nicht auf Anhieb gelingen, und wenn es schon einmal gelungen ist, wird es erst nach und nach öfter gelingen, bis es mit einiger Übung praktisch immer gelingt.

Am wichtigsten ist Innehalten und Ausatmen, weil das hilft, die Regie der Handlung wieder in den Teil des Gehirns zu bringen, der willentlich das Verhalten steuert, während sonst in Affektsituationen ein anderer Teil des Gehirns, der eher instinktgesteuert funktioniert, Regie führt.

Die Analyse der Situation, also die Beantwortung der Frage: "Was stört mich jetzt eigentlich genau?" und "Wie kann ich das neutral in Worte fassen?" gelingt immer leichter, je öfter man durch einen zufälligen Streit Gelegenheit zum Üben hatte. Insofern ist für jeden, der sich vorgenommen hat, das Nicht-streiten zu lernen, jeder Streit eine begrüßenswerte Übungsmöglichkeit. Ganz Ehrgeizige können sich hernach mit Stift und Papier zurückziehen und aufschreiben, was wer gesagt hat, und was wer an welcher Stelle hätte sagen können, um den Streit zu beenden.

Das kann sogar Spaß machen, und es führt über kurz oder lang zum Erfolg, sogar ohne, dass die anderen immer wieder an einem Streit Beteiligten mitmachen.

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Zeig Deiner kleinen Schwester, das Du sie magst. Ganz häufig haben jüngere Geschwister eine Eifersucht auf ältere, weil die halt doch ein wenig mehr dürfen. Bei meinen Kindern ist das auch so.

Wenn Du Deine Schwester mal zu etwas mit nimmst, wo sie normalerweise nicht darf, mit Deinen Eltern abgestimmt und dich ab und zu mal für Sie bei Deinen Eltern einsetzt, dann begreift Sie dich vielleicht als tolle große Schwester und Freundin. 

Was Gift ist, ist eine herablassende Behandlung: Du bist halt noch zu klein....
Wenn Du einen Jungen toll findest, dann weih sie ruhig mal ein. Vorsicht, das kann auch daneben gehen, wenn Sie zu Deinen Eltern rennt und petzt. Dann erkläre Ihr sachlich, aber freundlich, das Du Ihr nie wieder was erzählst, wenn Sie sich so verhält. Sie muss lernen, das Du Ihr vertraust und das auch würdigen. Dann kann das besser werden. 

Die Schwierigkeit für Dich ist es, Sie für voll zu nehmen und nicht auszurasten, wenn Sie sich kindisch verhält. Sie ist aber 5 Jahre jünger wie Du. Also Cool bleiben und die eigenen Hormone im Griff behalten (und das mit 13 ;-))

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Kommentar von lindaschwinda
24.05.2016, 17:45

alles was du genannt hast mache ich schon sowieso und verstehen uns ja auch eigentlich gut nur streiten wir uns trotzdem oft, weil man sie so leicht provozieren kann und ich es total lustig finde wenn sie ausrastet. nur dann übertreibt sie halt.

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