Frage von Questioner0704, 61

Geldforderung gerechtfertigt muss gezahlt werden?

Hallo

Mein Freund hat ein Problem. Er hat einen Mahnbescheid im Briefkasten von über 700€ die er zahlen muss...

Der Fall ist folgender : Damals in der Schule/Berufsschule haben die Schüler eine busfahrkarte gestellt bekommen. Diese busfahrkarte soll er aber angeblich nie zurück gegeben haben, am Ende des jahren.

Mein Freund behauptet aber, dass er sie ganz sicher wieder zurück gegeben hat. Jedenfalls hat sich direkt Nacht Schul Ende auch noch keiner über eine fehlende busfahrkarte beschwert.

2 Jahre nach der schule ( ca) musste er dann ins Gefängnis. Was aber nicht wegen den Geld Schulden war. Im Gefängnis kamen sie ihm dann wohl, dass er das Geld für die busfahrkarte bezahlen soll....

Sein dad hat dann damals das Unternehmen um Stundung des Beitrages gebeten... Gerade eben weil mein Freund in Gefängnis saß, vermute ich mal. Er selbst hatte sich zu dem Fall aber auch nie geäußert.

Jetzt ist er seit knapp 3-4 Jahren wieder aus dem Gefängnis raus und hat jetzt eben diesen Mahnbescheid bekommen. Über 700€ hätte er zu zahlen. Er ist aber immernoch der Meinung dass er das Geld nicht zu zahlen hat und die busfahrkarte nie länger behalten hat.

Die gläubiger kommen aber jetzt auch damit an, dass er sich die Schulden schon anerkannt hat. Eben auch dadurch, dass sein dad damals als er im Gefängnis saß um Stundung gebeten hat... Zu dem Zeitpunkt war mein Freund aber schon volljährig. Er selbst bat aber nie um Stundung. War halt eben sein Vater.

Mein Freund weiß jetzt nicht was er machen soll... Die 700€ hat er selbstverständlich nicht übrig... Er ist mittlerweile auch Vater. Abgesehen davon, dass er die Forderung garnicht einsieht. Er will sich aber auch wegen dem Kind usw nicht zu Schulden kommen lassen. Ich wollte jetzt mal fragen, wie der Fall ungefähr aussieht und was sich machen lässt.

Ist eine Bitte um Stundung überhaupt möglich als Anerkennung der Schulden? Vorallem wenn die bitte durch eine dritte Person geschieht und nicht durch die Person die die Schulden hat? Was kann er tun um sich gegen die Forderung zu wehren?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 61

Von wann ist die Forderung?

Die gläubiger kommen aber jetzt auch damit an, dass er sich die Schulden schon anerkannt hat.

Schulden kann man i.d.R. nur schriftlich anerkennen. Die sollen dann ein unterschriebenes Anerkenntnis nach § 781 BGB vorlegen.

Ich würde ihm raten dem Mahnbescheid zu widersprechen und ggf. einen Anwalt hinzu zu ziehen, spätestens, wenn die Gegenseite Klage erheben. Das würde sie nur tun, wenn sie vor Gericht darlegen könnte, dass eine Forderung besteht und auch belegt werden kann.

Kommentar von Questioner0704 ,

Von wann? 

Die kam laufe diese Woche rein. Also der Mahnbescheid. 

Dass er die Fahrkarte behalten haben soll, ist mittlerweile schon gut 6-8 Jahre her oder so. 

Kommentar von franneck1989 ,

Dass er die Fahrkarte behalten haben soll, ist mittlerweile schon gut 6-8 Jahre her oder so.

Wenn das so stimmt, ist die Forderung definitiv verjährt.

Und auch sonst glaube ich kaum, dass das ganze vor Gericht durchgehen würde.

Also Mahnbescheid widersprechen

Kommentar von Questioner0704 ,

Ja. 

Aber was ist, wenn vor Gericht die andere Seite recht bekommt? 

Er hatte schon paar mal das Problem dass ihm weniger geglaubt wurde aufgrund seiner Vergangenheit. 

Wenn er jetzt widerspricht und kein Recht bekommt, werden aus 700€ Mahn kosten nicht locker mal paar tausend Euro Gerichtskosten? 

Kommentar von franneck1989 ,

Aber was ist, wenn vor Gericht die andere Seite recht bekommt? 

Bei einer verjährten Forderung wird das sicher nicht passieren. Dann kann man sich ganz entspannt zurücklehnen. Sicherheitshalber sollte man noch gegenüber dem Forderungssteller die Einrede der Verjährung erklären

Kommentar von kevin1905 ,

Er hatte schon paar mal das Problem dass ihm weniger geglaubt wurde aufgrund seiner Vergangenheit.

Das hat nichts mit Glauben zu tun. Die Gegenseite stellt eine Positivbehauptung auf, nämlich dass sie Anspruch auf Zahlung der Kosten hätte. Diesen Anspruch muss sie belegen!

Wenn die Forderung verjährt ist würde alleine die Einrede der Verjährung vor Gericht das Verfahren beenden und es würde inhatlich gar nicht geprüft, weil die formalen Voraussetzung für die Forderung einfach nicht mehr bestünden.

Antwort
von petrapetra64, 35

Auf alle Faelle sollte er mal fristgerecht Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen (14 Tage). Der Widerspruch beim Gericht abgeben oder per Einschreiben schicken. Versaeumt er die Frist, wird die Forderung wirklich rechtskraeftig.

Als Begruendung soll er eben schreiben, dass er das Ding sehr wohl zurueck gegeben hat, dass er nie um Stundung gebeten hat oder was anerkannt, dass lediglich sein Vater als er er sich um nichts kuemmern konnte, dort angerufen hatte und um Aufschub gebeten hatte. Er meinte damit aber nicht die Stundung des Geldes, sondern einfach, dass man abwarten solle, bis der Sohn dazu in der Lage ist, die Sache selbst klaeren zu koennen. Ob die Forderung gerechtfertigt war oder nicht, das wusste der Vater nicht, daher konnte er auch nichts anerkennen.

 

Ggf. muesste er sich spaeter an einen Anwalt wenden, wenn die weiterhin auf die Forderung bestehen.

Kommentar von kevin1905 ,

Als Begruendung soll er eben schreiben, dass er das Ding sehr wohl zurueck gegeben hat

Im Widerspruchsformular ist keine Begründung für den Widerspruch vorgesehen und ich rate auch dringend davon ab, eine abzugeben.

Sollte es zum streitigen Verfahren kommen, hat der Anwalt des Fragestellers dann ggf. schon ein Argumentationsproblem

Antwort
von DFgen, 22

Der Freund sollt einen Anwalt zu Rate ziehen. 

Wenn damals bereits eine Forderung gestellt wurde, hätte er dieser widersprechen müssen, ansonsten ist ggf. ein Titel gegen ihn erstellt worden, aus dem dann vollstreckt werden könnte....

Kommentar von franneck1989 ,

ansonsten ist ggf. ein Titel gegen ihn erstellt worden, aus dem dann vollstreckt werden könnte....

Äußerst unlogisch. Wenn ein Titel vorliegen würde, würde der Gläubiger wohl kaum einen Mahnbescheid schicken. Außerdem ist es quasi unmöglich, dass ein rechtskräftiger Titel vorliegt, ohne dass der Schuldner das mitbekommt.

Antwort
von Marakowsky, 51

Das scheint nicht ganz so simpel. Ich würde zum Anwalt raten! Und ganz wichtig: unbedingt die Fristen vom Mahnbescheid beachten. Sonst ergeht ein Vollstreckungsbescheid, dieser wäre 30jahre vollstreckbar.

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