Frage von Chariots, 50

Geld von den Eltern bekommen. Ist das problematisch?

Hallo zusammen,

ich habe diese Woche ALG 2 beantragt.

Meine Lage: ich bin 28 Jahre alt, habe die letzten 3 Jahre studiert, aber das Studium nicht geschafft und abgebrochen. Ich wohne noch zu Hause. Von 2012 bis 2013 habe ich bereits ein Jahr lang ALG 1 bekommen.

Für den Antrag musste ich ja u.a. meine aktuellen Kontoauszüge einreichen. Die Auszüge der letzten 3 Monate. Ich habe allerdings versehentlich die der letzten 5 Monate eingereicht.

Und sowohl im Mai als auch im Juni hat mir meine Mutter jeweils 200 Euro überwiesen. Aus Dank dafür, dass ich sie in den letzten Monaten sehr fleißig im Haushalt unterstützt habe und sie regelmäßig durch die Gegend gefahren habe, weil sie aufgrund einer Verletzung kein Auto fahren konnte. Außerdem hat sie bei einem Flohmarkt viele alte Sachen von mir verkauft, zum Beispiel Klamotten, die mir nicht mehr passen. Aus diesen Gründen - und weil ich ja aufgrund meines Studiums sowieso kein Geld verdiene - hat sie mir das Geld überwiesen. Allerdings nur diese 2 mal. Ab Juli kam nichts mehr (und eigentlich sollte ich ja nur die Auszüge ab Juli einreichen).

Meine Frage: bekomme ich aufgrund dieser beiden Zahlungen jetzt weniger Geld? Oder verliere ich gar meinen Anspruch, weil sie jetzt davon ausgehen, dass ich regelmäßiges Einkommen durch meine Eltern habe? Das stimmt nämlich nicht. Ich darf zwar mietfrei hier zu Hause wohnen und aus dem Kühlschrank meiner Eltern essen, aber ansonsten bekomme ich kein Geld von ihnen, also Kleidung, Handyrechnung, Ausgehen usw. bezahle ich alles selbst von meinem Ersparten (was aber nicht viel ist. Mein Gesamt-Kontostand ist im dreistelligen Bereich).

Also: kennt sich da jemand von euch aus? Sind die beiden Zahlungseingänge überhaupt von Belang? Was meint ihr?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitslosengeld, Hartz 4, Hartz IV, 50

Das dich deine Eltern durchfüttern solltest du dem Jobcenter mal lieber nicht auf die Nase binden,sonst könnten sie annehmen das sie dich weiterhin unterstützen möchten !

Wenn du nur 2 x 200 € überwiesen bekommen hast und die letzte Überweisung im Juli war,dann spielt das keine Rolle,wenn du ab da nichts mehr von ihnen aufs Konto bekommen hast,weil es sich dann um Vermögen und nicht um Einkommen gehandelt hat.

Alles was du im Monat vor der Antragstellung auf Konto / Sparbuch usw.hattest,gilt erst einmal als Vermögen und nicht als Einkommen und Vermögen wird bis zum so genannten Schonvermögen nicht auf einen evtl.Anspruch angerechnet.

Sollte es vom Jobcenter dennoch Fragen wegen den 2 x 200 € geben,dann bleib bei der Aussage das es sich um Gelder aus dem Verkauf von Sachen auf dem Flohmarkt handelt.

Wenn du keine Lebensversicherungen usw.hast,die man vorzeitig evtl.verwerten könnte und nur Geld auf dem Konto / Sparbuch hast,ist das kein Problem,solange du nicht über dein Schonvermögen kommst.

Du darfst also pro vollendetem Lebensjahr 150 € haben,dass würden bei 28 Jahren 4200 € sein und dazu noch einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen,gesamt also 4950 €,mindestens darf man aber 3100 € + diese einmaligen 750 € haben,gesamt also min. 3850 €.

Würdest du also angenommen verwertbare Versicherungen haben und zusätzlich noch Ersparnisse,dann würde das auch kein Problem sein,solange du insgesamt nicht über dein Schonvermögen kommen würdest,es müsste dann also nicht verwertet werden.

Zusätzlich dürftest du auch noch ein KFZ - mit einem Zeitwert von bis zu 7500€ haben,dass würde dann so genanntes privilegiertes Vermögen sein und nicht auf dein Schonvermögen angerechnet.


Antwort
von SlightlyAnnoyed, 48

Wenn du die Zahlungen nur zweimal bekommen hast und nicht jeden Monat, dann sollte das kein Problem sein, da es sich um einmalige Zahlungen handelt. Das kann deine Mutter im Zweifelsfall ja auch bestätigen. Ab sofort sollten solche Zuwendungen nur noch bar erfolgen 😜.

Was ich eher als Problem sehe, das du mit deinen Eltern in einer Bedarfsgemeinschaft lebst. Man wird also auch deren Kontoauszüge, Lohnnachweise etc. verlangen und wenn die beiden zuviel verdienen, bekommst nichts.

Kommentar von Dinsche1 ,

Das mit der Bedarfsgemeinschaft ist Quatsch. Man gehört nur bis zum 25. Lebensjahr zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern... 

Die beiden Zahlungen von 200 Euro dürften kein Problem sein. Zur Not lässt du dir schriftlich von deiner Mutter geben, wofür das war und dass aktuell nichts mehr gezahlt wird. 

Antwort
von bubukiel, 37

Was du vor der Beantragung bekommen hast ist nebensächlich. 2 mal 20,- Euro sind auch kein Vermögen was sie jetzt noch anrechnen können.

In Zukunft sollten diese Zuwendungen aber in BAR erfolgen und nicht übers Konto.

Ich sehe da auch eher das Problem in der Bedarfsgemeinschaft. An deiner Stelle würde ich mir lieber ein Zimmer außer Haus mieten. Die Miete wird dann ja auch übernommen.

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