Frage von h0neym00n, 136

Geld ohne schriftliche Vereinbarung an Freundin verliehen - was kann ich tun?

Hallo,

da ich absolut nicht mehr weiß was ich noch machen soll, wende ich mich nun an dieses Forum.

Das Thema wurde sicher schon oft angesprochen, allerdings wollte ich meinen Fall genau schildern, in der Hoffnung eine Lösung zu finden.

Ich habe vor ca. 7-8 Monaten einer Freundin Geld geliehen (280 €). Da wir zu der Zeit sehr eng befreundet waren und ich es als Freundschaftsdienst gesehen habe, haben wir keine schriftliche Vereinbarung getroffen. Sie hat mir versichert, das Geld bis August zurückzuzahlen. Naja jetzt haben wir November und ich habe immer noch keinen einzigen Cent. Seit Monaten hat sie mich vertröstet, dass sie zur Zeit selbst nicht soviel hat, ihr Auto kaputt ist plötzlich usw usw. Sie vertröstet mich also seit Monaten. Ich habe ihr immer wieder Nachrichten geschrieben, dass sie das Geld endlich zurückzahlen soll, da wir es nun selbst benötigen wegen Umzug! Immer wieder kamen neue Ausreden warum sie es uns momentan nicht geben kann. Irgendwann hat sie dann gar nicht mehr reagiert auf meine Anrufe und Nachrichten. Ich hab ihr sogar eine Frist gesetzt bis wann sie es überweisen soll. Aber auch da keine Reaktion. Hab mich dann an ihre Mutter gewendet und sie gebeten mal mit ihr zu reden usw. Das hat ihre Mutter auch getan, aber gemeldet hat sie sich dann trotzdem nicht mehr bei mir.

Jetzt meine Frage: kann ich irgendwie gegen sie vorgehen, obwohl ich nichts schriftliches vereinbart habe? Ich habe allerdings noch alle Nachrichten. Auch ihre, in denen sie mir versichert mir das Geld wieder zu geben und dass sie mich aber immer wieder damit vertröstet hat! Außerdem hab ich noch meinen Freund, der bezeugen kann dass vereinbart war dass sie das Geld zurückzahlt. Auch er hat ihr geschrieben und noch alle Nachrichten! Reicht das um irgendwas zu machen?

Ich hoffe es findet sich eine Lösung für mich! Es sind zwar "nur" 280 € aber Geld ist Geld und ich brauche es momentan dringend! Und von einer vermeintlich GUTEN Freundin hätt ich sowas nicht erwartet!

Danke schon mal.

LG Sabine

Antwort
von AlexChristo, 98

 

Hi,

du musst es "eskalieren" lassen, also eine schriftliche Mahnung, dann würde ich das Mahnverfahren einleiten, schau mal hier:

 

http://www.mahngerichte.de/verfahren/verfahrensablauf/mbantrag.htm

Dafür brauchst du keinen Anwalt. Für 280 Euro den Anwalt einzuschalten wäre auch etwas viel des Guten. Einfach ein Mahnverfahren einleiten.

Viel Erfolg

 

Kommentar von AlexChristo ,

Und hier ist das ganze auch nochmal beschrieben:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mahnverfahren

Kommentar von JuraMeister ,

Ein komplettes Mahnverfahren kostet auch ca. die Hälfte der 280 € . Je nachdem wie die Finanzlage der Ex Freundin ist, ist das verschwendetes Geld.

Antwort
von lohne, 126

Stimmt das ist immer wieder ein Thema:" Bei Geld hört (leider) oft die Freundschaft auf. Du hast zwar keinen schriftlichen Vertrag mit ihr, aber du hast die Mails, die beweisen dass sie das Geld bekommen hat. Du könntest zum Rechtsanwalt gehen und mit den Gebühren in Vorlage treten. Vielleicht bekommst du sogar dein Geld zurück, mit viel Glück. Ich würde auf das Geld verzichten, die "Freundschaft" ist sowieso im Eimer. Hake die Sache unter Erfahrungen ab und sei nächstes mal viel vorsichtiger beim Verleihen. Das ist eine wirklich sehr ärgerliche Geschichte.

Kommentar von h0neym00n ,

Die "Freundschaft" ist für mich sowieso erledigt aber ich verzichte nicht auf das Geld!! Da gehts mir ums Prinzip

Kommentar von lohne ,

Das kann ich gut verstehen. Somit bleibt dir nur der Weg zum Anwalt. Aber Vorsicht, du könntest gutes Geld hinterher schmeißen. Wenn sie eine Insolvenz angemeldet hat bist auch das Geld noch los. Und, du hast über Monate Ärger mit der Situation.

Kommentar von h0neym00n ,

Hm glaub ich jetzt eigentlich  nicht dass sie Insolvenz angemeldet hat. Kann man das irgendwie rausfinden?

Kommentar von lohne ,

Ja, beim Amtsgericht / Insolvenzgericht.

Antwort
von Christi88, 127

Ich hatte mal so einen ähnlichen Fall. Naja, nur leicht ähnlich. Jedenfalls ging ich so vor: Ich schrieb dieser Person, das sie so und so viel Zeit hätte sie zu melden, und mit mir zu einer Lösung zu kommen Würde sie das bis Ablauf der von mir gesetzten Frist nicht tun, müsste ich, wenn es mir auch sehr leid täte, meinen Anwalt hinzuziehen. Natürlich wäre das dann mit weitaus mehr kosten verbunden, denn der beklagte müsste dann nicht nur die Schuld, sondern auch noch die kosten für den Anwalt übernehmen. In meinem Fall war das ein BLuff. Hat aber tatsächlich funktioniert, und auch dafür gesorgt, das ich nach langem warten mein Geld bekam.

Kommentar von h0neym00n ,

Ich hab ihr schon mit Anwalt gedroht falls das Geld nicht sofort überwiesen wird! Aber ich werde nochmal schriftlich eine Frist setzen per Einschreiben Rückschein. Vllt reagiert sie dann endlich mal

Kommentar von anaconda48 ,

Wenn Einschreiben an sie, dann GRUNDSÄTZLICH mit RÜCKSCHEIN! Da hast Du was in der Hand. Und nur mündlich?: hast ja gesehen, was dabei rauskommt. Die nimmt Dich und Deine " Androhungen" gar nicht für voll.Das ist eine von der man sagt: die hat die Dicken Socken an.

Kommentar von JuraMeister ,

Einschreiben und Rückschein sind sinnfreie Geldverschwendung und entfalten null Beweiskraft. Sie belegen lediglich das ein Schriftstück die Empfängerin erreicht und diese auch ein Schriftstück angenommen hat.

Den Inhalt des angenommenen Schriftstücks können diese Leistungen aber gerade nicht belegen.

Kommentar von anaconda48 ,

Ja, wir haben es im Kaufmännischen Unterricht damals so beigebracht kriegt: Einschreiben nur alleine - da lasse sich nicht mal beweisen, w e r  es in Empfang genommen hatte. Mit Rückschein: da muss der/diejenige unterschreiben. Kann nicht behaupten, er/sie hätte es nicht erhalten.Und man hat den Rückschein mit Unterschrift des Empfängers, in Händen. Vielleicht gilt es ja inzwischen nicht mehr so, oder unser Lehrer war nicht ausreichend informiert. 

Wie bereits von mir empfohlen, hätte ich aber an deren Stelle mich beim Anwalt beraten lassen.Lieber etwas Geld ausgeben, wie die 280.00 komplett abschreiben zu müssen. LG anaconda

Kommentar von JuraMeister ,

Einen Rechtsanwalt zu beauftragen wäre genauso Geldverschwendung. Der sagt nichts anderes, als die klugen Leute hier geschrieben haben!

Kommentar von anaconda48 ,

Die" klugen Leute" hier, sowie auch Du, machen ihr aber , im Grunde genommen, herzlich wenig Hoffnung auf Erfolg, wenn ich das richtig interpretiert habe. Woher soll die Fragestellerin wissen, ob und welche Auskunft richtig ist? Halt, weil DU es sagst? Bisher bekommt sie sehr viel Angst vor Kosten,die, wie ihr sie wissen lasst, auf sie zukommen können.Und sie dann zusätzlich trotzdem ihr Geld nicht hat. Darum alleine wäre es, für mein Dafürhalten schon richtig gewesen, erst mal gewissermaßen zu blöffen, mittels Schreiben vom Anwalt. Das schreckt manch einen säumigen Zahler von vornherein manchmal ab.Ich selbst habe es vor Jahren miterlebt bei einer Kollegin.Die war aber noch viel schlimmer dran. Da ging es um ganz andere Werte. Eigentumswohnung. Du brauchst nun auch nicht zurückzukommentieren. Ich habe halt meine Ansicht geschrieben, und vertrete sie nach wie vor. Weil es halt m e i n e r  Ansicht entspricht. LG

Antwort
von Lonsch, 136

wird schwierig. Du musst vermutlich aglist beweisen, und das ist nur sehr schwer möglich. Rechtlich würde sich das nicht rechnen.

Kann sie dir kein Pfand geben? Handy, TV, oder irgendwas wertiges


Kommentar von h0neym00n ,

naja sie meldet sich ja nicht mehr und reagiert auch nicht auf Anrufe und Nachrichten!

Kommentar von Bitterkraut ,

Da die Freundin im Schriftverkehr bereits zugegeben hat, daß sie Geld schuldet, kommt man da auch juristisch durch.

Antwort
von aileenxxx, 121

Vllt mit den Nachrichten einfach mal zur Polizei gehen, die werden dir schon sagen ob sie etwas machen können oder nicht :)

Kommentar von Kleckerfrau ,

Die Polizei schickt sie zum Anwalt. Es liegt keine Straftat vor, für die die Polizei zuständig wäre.

Kommentar von Bitterkraut ,

Die Polizei ist nicht dafür zuständig, private Geldforderungen einzutreiben - und Rechtsberatung darf sie gar nicht machen. Völlig falsche Adresse in diesem Fall.

Antwort
von Bitterkraut, 92

Schick ihr einen gerichtlichen Mahnbescheid. Vielleicht kapiert sie es dann.

Antwort
von Gernspieler, 82

Teure Lebenserfahrung!

Das Geld kriegst Du - vielleicht - nur wieder, indem Du einen Mahnbescheid erwirkst. Ist aber mit zusätzlichen Kosten zunächst für Dich verbunden. Ob du allerdings damit Dein geld zurückbekommst, steht in den Sternen.

Immer etwas Schriftliches vereinbaren.

Kommentar von JuraMeister ,

Grundsätzlich eine perfekte Antwort. Jedoch:  Auch wenn hier schriftliche Vereinbarungen getroffen worden wären, könnte jetzt die gleiche Lage vorherrschen.

Nämlich das die Ex Freundin nicht zahlt und die Fragestellerin mit dem zivilrechtlichen Mahnverfahren ihren Forderungen Ausdruck verleihen müsste.

Kommentar von Gernspieler ,

Aber klar doch! Kostenaufwändiges Verfahren sowieso!

Antwort
von Kleckerfrau, 126

Nimm dir einen Anwalt und verklage sie. Zeugen hast du ja dafür. Ihre Mutter.

Kommentar von h0neym00n ,

Ja ich habe meinen Freund der bezeugen kann dass sie das Geld geliehen hat und sie es eigentlich zurückzahlen wollte. Und dass sie es aber nicht tut und uns seit Monaten vertröstet. Ihre Mutter kann das nicht bezeugen. das hab ich ihr nur erzählt da es noch einige andere dinge gab die zu klären waren (was gott sei dank endlich geklappt hat). sie hat es ihr nur ausgerichtet dass sie uns das geld zahlen soll  - mehr nicht! aber reicht das um zum anwalt zu gehen? den muss ich ja dann auch bezahlen!

Kommentar von Kleckerfrau ,

Ja, das reicht. Ein Anwalt kostet auch nicht die Welt. Die haben auch eine Gebührenordnung. Frag doch mal einen, was das so kosten würde. Ich hatte eine  ähnlichen Fall , aber ich habe auch eine Rechtsschutzversicherung.

Kommentar von h0neym00n ,

Ok - danke für den Tipp! ;)

Kommentar von Bitterkraut ,

Ein Mahnbescheid ist billiger. Dazu braucht man keinen Anwalt.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ihre Mutter kann das Zeugnis einfach verweigern. Schlechte Zeugin.

Antwort
von nordseekrabbe46, 92

ohne Nachweis oder Zeugen sieht es schlecht aus

Kommentar von h0neym00n ,

ich hab nachweise in form von nachrichten und ich hab auch einen zeugen!

Antwort
von anaconda48, 65

Hol Dir eine Rechtsberatung bei einem Rechtsanwalt. Der klärt Dich genau auf, was Deine Möglichkeiten sind. Das ist nicht teuer.

Oftmals bewirkt es schon geradezu "Wunder", wenn ein Schreiben des von Dir beauftragten Anwaltes eingeht. Auf dem eingehenden Kuvert zu lesen: ....Kanzlei Rechtsanwalt Müller und Söhne, z.B., lach.

Kann sein, dass sie da bereits das Muffesausen kriegt.Viel Glück  LG anaconda

Kommentar von JuraMeister ,

Der Rechtsanwalt wäre hier völlig verschwendetes Geld! Die gute und kostenfrei Beratung hat sie bereits hier erhalten. Ein Rechtsanwalt könnte ihr nichts besseres sagen!

Antwort
von JuraMeister, 52

1.)  Es ist einfach großartig das du noch alle Nachrichten über den Geldverleih hast. Aus diesen geht sicherlich hervor das deine "Freundin" den Geldverleih zugibt oder zumindest nicht abstreitet.

2.)  Du hast Möglichkeiten an dein Geld zu kommen. Die Erfolgschancen sind aber eher gering. Die rechtliche Grundlage findet sich in § 812 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB ) .  http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__812.html

Jedoch müsstest du jetzt einen gerichtlichen Mahnbescheid gegen deine Ex Freundin beantragen. Der kostet 32 € und ist von dir im voraus zu bezahlen. Wenn dein Ex Freundin dem Mahnbescheid nicht innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung widerspricht, musst du einen Vollstreckungsbescheid beantragen, der auch ca. 32 € kostet.

Widerspricht auch diesem deine Ex Freundin nicht innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung, dann ist deine Forderung rechtskräftig. Jedoch müsstest du dann einen Gerichtsvollzieher mit der Beitreibung beauftragen. Das kostet dich auch wieder ca. 60 € bis 120 € .

Du musst also auf jeden Fall mindestens 120 € in Vorkasse gehen, was du dir ja aktuell nicht leisten kannst. Zudem ist völlig unsicher, wie hoch das Einkommen deiner Ex Freundin ist. Hat sie nur Einkommen unterhalb des Pfändungsfreibetrags, dann verläuft der Pfändungsversuch des Gerichtsvollzieher fruchtlos, also ohne Ergebnis und du bleibst auf den Kosten sitzen.

Ist der Versuch erfolgreich, dann stehen dir auch alle gerichtlichen Kosten als Erstattung zu. ( also für Mahn- und Vollstreckungsbescheid und die Gebühren für den Gerichtsvollzieher )

Du könntest immer wieder auf deine Kosten einen Gerichtsvollzieher beauftragen. Denn ein nicht widersprochener Vollstreckungsbescheid ist 30 Jahre gültig.

Die Chancen stehen also eher schlecht. Tut mir leid.  -.-

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