Frage von MarcoEs, 56

Gekündigt in der Probezeit der Ausbildung?

Hey Ho, also ich hab mal so ein paar eher juristische Fragen zwecks BBiG. Ich habe am 01.08.2015 eine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel angefangen und die Probezeit belief sich auf 4 Monate (bis 30.11.2015). Gestern am 30.11.2015 wurde ich in den Betrieb gebeten wo man mir dann eine gefaxte Version meiner Kündigung gab. Allerdings nicht wie man es im Normalfall kennt (fristlos) sondern mit einer Frist von 14 Tagen zum 14.12.2015. Beim normalen ARBEITNEHMERN habe ich mitbekommen ist das definitiv rechtskräftig jedoch hat mir die Dame von der IHK (bei der mich mein Betrieb NICHT mal angemeldet hat) gesagt, das es durch diese Frist NICHT in der Probezeit, sondern 14 tage drüber, rechtswidrig ist da ich ja über meine Probezeit hinaus dort beschäftigt werde. Ist es nun rechtskräftig oder nicht? Des weiteren habe ich von Ausbildungsvertrag (dieser ist weder vom Unternehmen Unterschrieben, noch mit einen Stempel versehen und dort steht kein Verantwortlicher Ausbilder drauf + mein Geburtsdatum ist FALSCH!) bis hin zur Kündigung nur Kopien bekommen keine Originale. Wie es der Zufall so will kommt mitte Dezember eine Volltagskraft aus dem Babyjahr zurück ;). Ich möchte gerne Wissen, ob sich der Weg zum Anwalt und evtl. zum Gericht lohnt. LG und Danke.

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Antwort
von Familiengerd, 45

1. Entscheidend ist der Zugang der Kündigung während der Probezeit; dass das Ende des Ausbildungsverhältnisses dann nach dem Ende der Probezeit liegt, spielt keine Rolle.

Bei einer fristlosen Kündigung am letzten Tag des Arbeitsverhältnisses spielt das aber ohnehin keine Rolle, da der letzte Tag der Probezeit dann auch der letzte Tag des Ausbildungsverhältnisses ist.

Wenn es im Ausbildungsvertrag keine Vereinbarung gibt, dass der Arbeitgeber statt fristlos eine Kündigung mit 14-tägiger Frist aussprechen kann, dann ist die Dir ausgesprochene Kündigung unrechtmäßig.

2. Die Dir vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung ist überhaupt unwirksam, da sie entgegen den gesetzlichen Bestimmungen nicht schriftlich ausgesprochen wurde.

Die Faxversion einer Kündigung entspricht nicht dem zwingenden Schriftformerfordernis - es sei denn, sie wurde von einem zur Kündigung Berechtigten eigenhändig (original, nicht als Kopie) unterschrieben.

Wenn Du gestern nicht noch eine "reguläre", also schriftliche Kündigung mit Originalunterschrift erhalten hast, dann bist Du auch nicht gekündigt und solltest weiterhin zur Ausbildung in den Betrieb gehen! Nach der Probezeit kann Dir der Arbeitgeber nicht mehr ordentlich kündigen, nur noch außerordentlich/fristlos aus schwerwiegendem Grund.

Für den Fall, dass Du gegen die eigentlich unwirksame Kündigung dennoch vorgehen willst, gibt es zunächst ein besonderes Verfahren (Schlichtungsausschuss) bei der IHK, bevor gegebenenfalls eine Kündigungsschutzklage erhoben wird.

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Wenn Du Alternativen hast, solltest Du diesem Betrieb den Rücken kehren!

Antwort
von lenzing42, 25

Laut § 22 Abs.:1 BBiG kann das Berufsausbildungsverhältnis während der Probezeit jederzeit ohne Einhalten einer Kündigunsfrist gekündigt werden.

Da in diesem Fall einiges schief gelaufen ist,bitte den Ausbildungsberater der IHK um Unterstützung.Der sollte dir mit Rat und Tat zur Seite stehen und dir auch eine neue Ausbildunsstelle vermitteln können.

Frag aber ausdrücklich nach dem Ausbildungsberater,da der sich dort als einziger um die Probleme der Azubis kümmert.

Antwort
von Hallo1991du, 56

Also grundsätzlich kann man dich in der Probezeit immer kündigen. Der Zeitpunkt des Zugangs der Kündigung ist entscheidend und nicht wann du dann tatsächlich gehen musst! Also kann man dich theoretisch zumindest auch noch am 30.11 abends kündigen.

Gab es den Anzeichen? Meistens kommen solche Kündigungen nicht aus heiterem Himmel!

Kommentar von MarcoEs ,

ist es denn auch berechtigt das ich nach kündigung weiter arbeiten muss über der probezeit hinaus?

Kommentar von Hallo1991du ,

gefaxte Version der Kündigung? Das ist somit ungültig. Kündigungen müssen dir grundsätzlich im original vorgelegt werden.

Kommentar von Hallo1991du ,

Ja natürlich! Du musst die Kündigungsfrist einhalten! kannst evtl. dir noch zustehenden Urlaub nehmen!

Kommentar von MarcoEs ,

mir ist bekannt das es bei einen arbeitsverhältnis möglich ist...nur nicht bei Ausbildung?!

Kommentar von Familiengerd ,

Eigentlich gibt es bei Kündigung während der Probezeit eines Ausbildungsverhältnisses keine Kündigungsfrist - die "normale" Form der Kündigung ist die fristlose Kündigung.

Davon darf nicht zuungunsten des Auszubildenden abgewichen werden; d.h. die Vereinbarung - wenn es denn überhaupt eine gibt - einer Kündigungsfrist von 14 Tagen gilt nicht für die Kündigung durch den Auszubildenden, sondern nur für die Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb.

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Du musst die Kündigungsfrist einhalten!

Es geht nicht um die Kündigung durch den Auszubildenden.

Kommentar von Hallo1991du ,

Ne da ist meines Wissens kein Unterschied

Antwort
von FooBar1, 40

Du kannst immer gekündigt werden. Das dein Vertrag falsch und nur in Kopie bei dir ist fällt dir erst jetzt auf? Deine Schuld dich nicht vorher gekümmert zu haben.

Kommentar von MarcoEs ,

ein original sollte mir postalisch zugesendet werden wurde anfangs der ausbildung gesagt,es kam bis heute keins.

Kommentar von Familiengerd ,

Du kannst immer gekündigt werden.

Wie meinst Du das konkret??

Denn das gilt nur für die Dauer der Probezeit; danach kann der Ausbildungsbetrieb nicht mehr kündigen (von der fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund selbstverständlich abgesehen).

Antwort
von Hallo1991du, 42

Die Vorgehensweise des Betriebs klingt alles andere als seriös. Ich würde mir überlegen ob ich in so einem Laden wirklich arbeiten will.

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