pippi60 am 12.06.2008 um 22:22 Uhr
Warum ist der Text nicht erschienen? Ich betreue einen 1-Euro-Jobber, der wegen Kindesmißbrauch im Gefängnis saß. Ich habe ihn als liebenswerten, netten Mitarbeiter kennnengelernt. Er hat wegen geistiger Defizite einen gerichtlich bestellten Betreuer. Im Gefängnis haben sie ihn die Finger gebrochenen, sie sind krumm und schief zusammengewachsen, und noch schlimmere Sachen mit ihm angestellt. Aber wie soll ich mit diesem Mann umgehen? Dieses Delikt ist für mich das Letzte! Das mit dem Mißbrauch habe ich übrigens erst vor kurzem erfahren.
Schwieriges Problem! Ich würde mir den Mann zum Gespräch bitten, aber mit einem Experten dabei. Nimm Dir jemandem von Weissen Ring oder einer ähnlichen Vereinigung dazu, oder frag Dich dort schlau. Dann kannst Du ihm sagen, was Du über ihn zu wissen meinst (das mit dem Missbrauch) und ihm sagen, dass das für Dich schwieirg ist und Du nicht weisst, wie Du mit der Situation und Deinen Gefühlen umgehen sollst.
Und noch ein Appell an alle: Das hier ist sicher nicht der richtige Ort um über die Schuldfrage von jemandem zu diskutieren, den keiner von uns kennt. Und hier eine Diksussion zu starten, ob jemand, der ein Kinder vergewaltigt haben soll, auch eine Chance auf einen Neuanfang verdient oder für immer weggesperrt. Für solche allgemeinen moralischen Fragen sind doch Foren da!
meinst du der missbrauch ist für dich das letzte oder die gebrochenen finger?
der mann ist geistig behindert, wird für seine handlungen gar nicht voll verantwortlich sein.
du musst mit ihm umgehen wie mit jedem anderen mitarbeiter auch, was anderes steht dir auch in solch einem fall nicht zu.
für dich hat jeder euro-jobber die selben rechte und pflichten zu haben, unabhängig von seiner person oder der vergangenheit, die du erfahren hast.
DH! Aber er wird schon gewusst haben, das es was Falsches tut.
das kann man nicht beurteilen, als außenstehender, wenn man die person nicht kennt.
weil man nicht weiß, wie geistig behindert er ist.
er hat dafür gebüßt und daher kann sich keiner irgend etwas anmaßen.
moon73 am 12. Juni 2008 22:42 Was er dafür gebüßt hat, steht niemals im Gleichgewicht zu dem was er den Kindern angetan hat. Unsere Gerichte urteilen leider viel zu mild über Kinderschänder. Normalerweise müßte er immer noch unter Verwahrung sein. Er ist wieder frei und hat nach laut Gesetz seine Strafe abgesessen. Die Kinder leiden noch heute.
pippi60 am 12. Juni 2008 22:42 Genauso mache ich es auch!

Geistig zurückgebliebene haben in der Regel auch ein Verständnis von richtig und falsch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich nicht bewusst ist, dass er etwas falsches gemacht hat, daher ist die Behinderung in meinen Augen zweitrangig und kein Grund mich mit ihm abzugeben.

...das ist schon etwas Konkreter...meines Erachtens sollte dieser Mensch wie jeder andere auch "behandelt" werden, ohne speziellen Bonus wg. seiner Leidenszeit oder seinem anerkannten Gebrechen.
LG....strick

Pippi, bitte bedenke immer: Phädophilie ist eine Krankheit. Der Mann hat sich nicht selbst so gemacht, seine Straftat hat er begangen und aufgrund seiner geistigen Behinderung wahrscheinlich noch nicht einmal richtig wahr genommen, dass er da etwas unrechtes tut.
Wenn er in seinem Eurojob nicht mit Kindern zu tun bekommt, sehe ich keinerlei Bedenken, warum du nicht mit diesem Mann zusammen arbeiten sollst. Du musst ja nicht privat mit ihm zu tun haben.
LG
Wieselchen

Kannst du die Betreuung nicht ablehnen? Moralisch gesehen, hätte ich auch sehr arge Probleme mit einem Kinderschänder zu arbeiten.
Ich weiß nicht wieso aber er tut mir leid. Obwohl das mit dem Missbrauch ist echt eine sehr schlimme Sache. Ich würde ihn nicht ablehnen, sondern versuchen ihn kennenzulernen. Ich denk im Knast war eine sehr schlimme Zeit für ihn. Nun ob er das wieder macht ist was anderes. Vielleicht lernst du ihn besser kennen und entscheidest dann.
moon73 am 12. Juni 2008 22:31 Ich denke die Kinder hatten erst Recht eine schlimme Zeit mit ihm und vermutlich leiden sie bis heute an dem Mißbrauch. Währen er jetzt der Arme sein soll? Der wieder integriert wird?
Na klar, darüber mag ich gar nicht reden. Die Kinder sind leider diejenigen die am meisten leiden. Aber trotzdem hats mir leid getan als ich es mir durchgelesen hab.
moon73 am 12. Juni 2008 22:35 Mir tut er nicht leid, was sind schon ein paar gebrochene Finger im Gegensatz zu zerstörten Kinderseelen, das sind Wunden, die verheilen nie.
pippi60 am 12. Juni 2008 22:37 Ich habe es definitiv erst erfahren, als er schon 6 Monate bei mir war. Und da habe ich ihn vorurteilsfrei kennen gelernt. Er redet ja auch wegen seiner Behinderung sehr undeutlich. Aber ich "hasse" eben auch Kinderschänder!
moon73 am 12. Juni 2008 22:40 @Pippi: Das ist ja das Grausame : Die Kinderschänder, das sind doch leider soo oft die netten Menschen, denen man das nie zutrauen würde. Sie zeigen das Böse nicht.

Ich könnte nicht mit ihm arbeiten, ohne ihm an die Gurgel gehen zu wollen. Ich weiß natürlich nicht, inwieweit er nun wirklich schuldfähig ist oder war, aber entweder war er schuldfähig, dann hätte ich auch kein Mitleid oder er war nicht schuldfähig, dann frage ich mich, warum er draußen rumläuft. Ich würde ihm wohl keine Chance geben, vielen anderen Straftätern schon, aber bei Kindesmissbrauch: NO CHANCE!
da pädophilie eine krankheit und darüber hinaus nicht heilbar ist UND der mann offenbar weitere defizite aufweist, die ihm den umgang mit dieser krankheit sicher erschweren, finde ich, du solltest ihn nicht verurteilen. das leben war ihm UND seinen opfern ggüber nicht gerecht u er trägt schon schwer genug an seiner last (krankheit und schuld am unglück der kinder). wir können nicht erahnen, wie es ihm erging, bevor (dafür wissen wir, dass er bereits hart dafür bestraft wurde) er sich an einem kind vergriffen hat. offensichtlich ist er ja ein liebenswerter mensch, der an einer unheilbaren -aber gesellschaftlich geächteten- krankheit leidet; der irgendwann dem druck nicht mehr standhalten konnte u einen schrecklichen fehler beging. ich finde, du würdest echte Größe zeigen, wenn du ihn trotzdem weiter als Menschen betrachten u behandeln würdest.

Nüchtern und sachlich weiter Deine Arbeit machen. Nicht mehr nicht weniger, auch ein 1-Euro-Job hört irgendwann auf (Halbjahr oder?) Beweise Dir selbst, dass Du zwischen Job und persönlichen Belangen differenzierst.