Geht ihr grundsätzlich wählen? Wenn nicht: Könnt ihr mir sagen, was bei euch dagegen spricht?

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62 Antworten

Ich gehe grundsätzlich wählen bzw. gebe meine Stimme per Briefwahl ab. Weniger aber, weil ich mir Illusionen über die Auswirkungen meiner Wahl mache, sondern weil ich mich dadurch legitimiert fühle, zu kritisieren zuzustimmen und/oder abzulehnen.

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Kommentar von uyduran
08.11.2015, 11:54

Weniger aber, weil ich mir Illusionen über die Auswirkungen meiner Wahl mache

Wieso nicht? Immofachwirt hat es doch wunderbar auf den Punkt gebracht: Würde niemand wählen gehen außer Dir, dann könntest Du mit Deiner Wahlstimme ganz allein darüber entscheiden, welche Partei fortan regiert. Sind das in Deinen Augen keine Auswirkungen, zu denen Du fähig bist?

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Kommentar von DukeSilver
07.12.2015, 10:19

 Ich kann dich verstehen, aber ich möchte andererseits durch meine Wahl nicht den Machtanspruch einer Partei legitimieren, die für mich höchstens das kleinere Übel ist. Bisher habe ich immer gewählt, aber es ist jedes mal ein Moralisches Dilemma.

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Ich gehe grundsätzlich wählen und engagiere micht auch anderweitig im Bereich der Politik.

Die freie und geheime Wahl ist der Grundgedanke der Demokratie. Auch wenn das viele Leute nicht wahrhaben wollen, mit der Wahl bestimmen wir Bürger, wer unsere Interessen vertritt. Sind mir mit dem, was dieser Politiker macht, nicht einverstanden, dann wählen wir einen anderen.

So einfach ist Demokratie. Von einem Boykott der Wahl oder der absichtlichen Abgabe eines ungültigen Stimmzettels halte ich nichts. Gezählt werden die gültigen Stimmen. Nicht abgegebene oder ungültige Stimmen haben kein Gewicht.

Wer also keinen gültigen Stimmzettel abgibt, der hat seine Chance zur Mitwirkung vertan und braucht sich auch nicht zu beschweren.

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Kommentar von huebi96
02.12.2015, 23:43

Wenn ich jetzt also die Regierung doof finde, jemanden anders wähle, dieser aber nicht genug Stimmen hat, darf ich mich beschweren. Weiß ich aber, dass dieser Jemand nicht vom Großteil gewählt wird und gehe deshalb nicht wählen, dann wird mir das Recht darauf, mich beschweren zu dürfen aberkannt?

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Kommentar von DukeSilver
07.12.2015, 10:38

Gezählt werden die gültigen Stimmen


Warum eigentlich?

Es wäre doch viel demokratischer und transparenter das Wahlergebnis statt auf die Zahl der gültigen Stimmen, auf die er Wahlberechtigen zu normieren. Wenn sich eine Partei dafür einsetzen würde, dann würde ich die sogar wählen.

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Ich habe einige Jahre gewählt und parallel ausführlich beobachtet, was die Politiker der Partei versprachen und einhielten. Es führte Jahr zu Jahr zum gleichen, traurigen Ergebnis: Die von mir gewählte Partei erzählt zu viel, handelt zu wenig und vertritt letztlich nie meine Meinung, die ohnehin nicht vollends vertreten wurden.

Dementsprechend habe ich vor einiger Zeit aufgehört zu wählen und engagiere mich politisch selbstständig. Ich vertrete weiterhin meine politische Meinung und setze mich durchaus dafür ein. Da aber die momentan in Deutschland geführte Demokratie gar keine mehr ist, da nicht mehr das Volk, sondern die Elite herrscht, führt das zu wenig Erfolg. Wenn mir Leute sagten, dass Nicht-Wähler auch kein Recht zu motzen hätten, fragte ich sie oft, was sie sich denn durch die Wahl versprechen und wie sie sich anderweitig für Politik engagieren. Viele scheinen allen Ernstes zu glauben, dass ein Kreuzchen alles rechtfertigt und ins Paradies führt.

Als letzten Punkt sehe ich problematisch, dass seit Jahrzehnten CDU und SPD immer oben mitmischen. Diese Parteien sind, wie auch die FDP und die Linken zunehmend Einheitsparteien, die ihre Inhalte nur anders verkaufen. Sie wollen alle eine Wirtschaftsform, die nur der reichen Elite des Volkes zu Gute kommt und letztlich auf einen sozialen, ökonomischen und ökologischen Zusammenbruch hinausführen. Die geführte Politik ist zu kurzsichtig und egoistisch. Eine andere, innovativere Partei würde in Deutschland ohnehin kaum Erfolg haben, wenn man sich mal den rechten Pöbel anguckt, der gleichzeitig gegen Flüchtlinge ist und über seine geringe Rente jammert. Ich habe zunehmend das Gefühl, dass einige Menschen einfach nicht fähig sind, politisch zu denken. 

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Kommentar von DukeSilver
07.12.2015, 10:32

Wie sieht denn dieses selbständige Engagement genau aus? Ich suche schon länger nach einer Art mich konstruktiv einzubringen, ohne ganz nebenbei, zum beispiel durch eine Parteimitgliedschaft, dinge zu unterstützen, die ich eigentlich nicht unterstützen will.

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Natürlich gehe ich immer wählen. Man muss sich halt das geringere Übel aussuchen, wer nicht wählen geht darf sich letzten Endes auch nicht beschweren. Das ist wie mit Zähneputzen. Ist manchmal lästig, aber wenn mans lässt wirds braun :D

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Ein ganz klares JA!

Ich finde es erschreckend, wie weit sich der Politikverdruss in Deutschland ausgebreitet hat. Und damit meine ich nicht nur die sinkende Wahlbeteiligung, sondern generell das sinkende Interesse an Politik. Meines Erachtens nach ist jegliche Form politischer Partizipation wichtig, egal ob man sich persönlich für irgendetwas engagiert oder eben "nur" seine Stimme abgibt. Wir haben eine parlamentarische Demokratie und Existenzgrundlage dieser ist die Partizipation des Volkes. Überhaupt bedeutet "Demokratie" ja "Herrschaft des Volkes" - wenn das Volk derart eingelullt in seinem zivilisatorischen Lebensstil ist, dass Politik als langweiliger und unverständlicher Fremdkörper betrachtet wird und es den Menschen mehr oder weniger egal wird, wer da eigentlich regiert und die Umstände bestimmt... dann kann einem das schon Angst machen. Mich erinnert das ein wenig an den Film "Matrix".

Wer sich für Politik interessiert und trotzdem bewusst nicht wählen geht, um ein Signal zu setzen, den kann ich schon eher verstehen. Aber auch solchen Menschen rate ich, ihren Protest auf andere Art und Weise kundzutun. Wenn man sich von den großen Parteien und deren Abgeordneten nicht repräsentiert fühlt oder man deren populistischen Politikstil verabscheut, dann ist es in meinen Augen eine Form der eigenen Kapitulation, wenn man als Antwort darauf nicht wählen geht. Es gibt immer noch zahlreiche kleine Parteien, es gibt eine Satirepartei und auch wenn einem alles nicht zusagt, sollte man im Zweifel dann eben das geringste Übel wählen. Denn festhalten möchte ich folgendes:

1. Wer nicht wählen geht, gefährdet die Existenz der parlamentarischen Demokratie

2. Wer nicht entscheidet, über den wird entschieden.


3. "Mit dem Wählen ist es wie mit dem Zähneputzen: beides dauert drei Minuten. Aber wenn man nichts macht, wird alles braun." (→ indem man sich enthält, bevorteilt man Fanatiker)


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Kommentar von Verjigorm
08.11.2015, 00:55

"Existenz der parlamentarischen Demokratie", eh? Als ob es auf der Welt noch eine einzige echte Demokratie gäbe... alles verkappte Plutokratien!

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Kommentar von YDerKellerY
08.11.2015, 13:00

Wenn du entscheidest wird trotzdem über dich entschieden, so funktioniert die Parlamentarische Demokratie ;D

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Kommentar von Unsinkable2
08.11.2015, 14:27

Ich finde es erschreckend, wie weit sich der Politikverdruss in Deutschland ausgebreitet hat.

Nicht "Politik-Verdruss", sondern "Politiker-Verdruss". In Deutschland ist es völlig egal, ob du wählst und was du wählst; am Ende bekommst du immer die gleichen Gesichter auf den gleichen Posten vorgesetzt. 

Wechsel auf diesen (Regierungs- bzw. Entscheider-)Posten werden einzig von den Parteien beschlossen, nicht vom Wähler. Und selbst das geschieht nicht auf demokratischen Grundlagen, sondern auf der Grundlage von Partei-Taktik...

Wer nicht wählen geht, gefährdet die Existenz der parlamentarischen Demokratie

Dazu müsste es erst mal eine geben. ;) Nur allein zu behaupten, man habe eine, hat die gleiche Qualität, wie die Behauptung der DDR-Führung, man sei demokratisch.

Eine echte "parlamentarische Demokratie" ließe beispielsweise zu, gewählte Vertreter auch vorfristig wieder abwählen zu können; bzw. sie überhaupt "abwählen" i.S.v. "loswerden" zu können.

Wer nicht entscheidet, über den wird entschieden.

Wahlen entscheiden gar nichts. Seit 70 Jahren kann man in der Bundesrepublik "wählen". Doch die "Auswahl" ist auf "genau 1 Weg in verschiedenen Varianten" beschränkt. 

Darüber hinaus ist "Auswahl" verboten.

In der Essenz ist es also egal, ob du wählst oder nicht: Du wirst IMMER dieselben "politischen Chefs" bekommen. 

indem man sich enthält, bevorteilt man Fanatiker

Noch ein Ammenmärchen.

Der Bundeswahlleiter macht schon einen guten Job. Jene, die nicht "Macht-konform" sind, werden gar nicht zu Wahlen zugelassen.

Beispielhaft: Sei versichert, dass es einen neuen "Radikalenerlass" geben wird, wenn sich die NPD oder andere radikale Parteien in nennenswerte Größenordnungen erheben sollten.

Eine Ausnahme bildet nur die AfD, die sich gerade als "neue FDP" konstituiert. Ihr einziger Makel - aus der Sicht der CDU/CSU - ist nur noch ihre fehlende Salonfähigkeit, nachdem man den Pöbel auf sie gehetzt hatte, um sie klein zu halten. 

Doch daran arbeitet man bereits. Es werden immer mehr Gesetze beschlossen, die AfD-Anhängern ein "Siehste! Klappt doch!" entlocken. Und, natürlich nur sofern sie sich in nennenswerten Größenordnungen halten kann, schon in wenigen Jahren wird die AfD als "möglicher Koalitionspartner für die CDU/CSU" in Frage kommen. 

Dabei ist nicht entscheidend, was sie will oder nicht will. Entscheidend ist einzig, ob sie als Stimmenlieferant für den Machterhalt dienen kann; ganz egal, was sie fordert...

Der Fanatismus hat also längst die Macht übernommen. Und Wahlen legitimieren ihn.

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Wenn Du nicht wählen gehst, dann wählst Du immer die Partei, die Du gar nicht wählen wolltest.

Wenn Du wählst, hast Du natürlich für Dich die Entscheidung getroffen. Ob diese dann im Nachhinein richtig oder falsch ist, erfährst Du erst viel später.

Die richtigen Personen, an den richtigen Positionen momentan zu finden, ist fast unmöglich. Viele Politiker entscheiden zur Zeit falsch oder schieben es weit von sich.

Wie lange dieser Zustand noch andauerd und bis wann der große Knall kommt, weiß ich nicht.

Darüber sollte man sich jetzt aber keine Gedanken machen, sonst kommt man aus dem Grübeln gar nicht mehr heraus. (siehe Flüchtlingspolitik).

Schauen wir mal, was das nächste Jahr bringt.

(Es stehen sehr bald (2017) Wahlen an. Da wird so mancher müder Politiker auf einmal ganz eifrig.)

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Ich finde die politische Situation in Deutschland hoffnungslos, weil man nur zwischen Schrecken und absolutem Grauen wählen kann und es so gut wie keine ernstzunehmenden Parteien und Alternativen gibt... Wählen ist genauso sinnlos wie Demonstrationen oder Petitionen... aber ich gehe trotzdem wählen und unterschreibe Petitionen, man muss ja zumindest VERSUCHEN, etwas zu verändern, irgendein Zeichen zu setzen...

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Kommentar von 11inchClock
17.11.2015, 12:56

Es gibt zurzeit eine sehr schöne Alternative, AFD. Und das merken immer mehr Menschen, trotz der medialen Hetze.

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Die, die man wählen kann, haben keine Macht und die, die Macht haben, kann man nicht wählen! Wenn wir die Linken wählen, gehen die Lobbyisten eben zu den Kommunisten, um ihre Forderungen durchzusetzten. Wählen wir AfD, dann gehen sie halt zu den Faschisten. Lobbyisten haben keine Berührungsängste. Das Geld regiert die Welt, nicht die Parteien!

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Hey,

sehr gute Frage. Ich selber gehe wählen. Habe aber in meinem Freundeskreis viele die leider nicht wählen gehen. Kaum zu glauben, aber viele von ihnen kriegen es gar nicht mit das wahlen sind.

MfG
TimeRival

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Kommentar von rainclouds
07.11.2015, 16:04

Meine Eltern bekommen immer einen Brief, der ihnen sagt wann und wo sie wählen gehen sollen. 

Nicht mitkriegen ist da doch mehr oder weniger unmöglich, oder?

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Ich gehe noch nicht wählen, weil ich leider zu jung bin, was, in Anbetracht der Tatsache, dass meine Generation alles ausbaden darf, ja ein bisschen unfair ist.

Ihr könnt jetzt alle umweltfeindlichen Parteien wählen und ich darf dann an Lungenkrebs sterben. 

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Ich finde es ganz klar sinnvoll zu wählen. Viel Millionen von Menschen wären froh, wenn sie das dürften. Sie wollen nämlich selbst mitbestimmen und etwas verändern, und darin liegt meiner Meinung nach auch der Vorteil des Wählens. Vor langer Zeit hat man auch in Deutschland für Demokratie und das Wahlrecht gekämpft. Erst wenn man etwas nicht mehr hat, fällt einem der wahre Wert auf. Hoffentlich wird das nicht passieren.

Ich persönlich kann es nicht nachvollziehen, wenn man sein Wahlrecht nicht nutzt.

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Ich gehe manchmal nicht wählen, wenn ich dringenden, privaten Angelegenheiten nachgehe. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich die Wahl verpennt habe. (Party abends zuvor...)

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Kommentar von veritas55
09.11.2015, 20:58

Deshalb gehe ich immer vorher schon zur Briefwahl wann es mir zeitlich passt - dann kann nix dazwischenkommen ;).

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Ich gehe grundsätzlich und immer Wählen. Ob Europaparlament, Bundestag, Landtag oder Kommunal Wahl, jedesmal mache ich mich schlau wofür die Parteien stehen und gehe wählen. 

Wenn ich nicht wählen gehen würde, dann würde ich die Entscheidung wer das Land führt anderen überlassen und wäre ein Heuchler daran dann zu kritisieren, schließlich habe ich mich ja entschieden mich nicht zu entscheiden.

Ob und wie weit meine Stimme einen Unterschied macht ist dabei von allen anderen abhängig, je mehr wählen gehen desto wenig Macht hat die einzelne Stimme. Es kommt ja schnell der Eindruck, das eh immer die gleichen regieren, das mag sein, aber dennoch möchte ich der Partei die ich unterstützen möchte durch meine Stimme stärken ihre Positionen in dem Bundestag einzubringen. Demokratie funktioniert halt nur, wenn das Volk auch sich einbringt, da sind Wahlen der erste Schritt und Teilnahme an Debatten und Meinungsbildung und ggf. organisierter Protest sind weitergehend Pflichten des Volkes um die Demokratie zu gestalten.

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Ich finde wir haben das glück in einer demokratie (=volksherrschaft) zu leben. Da gehören rechte, wie menschenrechte, dazu, aber auch pflichten, z.B wählen zu gehen. Ohne wahlen würde es keinen staat und keine demokratie geben.

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Kommentar von Aeyskk1
07.11.2015, 01:06

Wie lange siehst du fern ?

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Ich gehe grundsätzlich zur Wahl. Ich finde es einfach nicht Schön, wenn Leute sagen" auf eine Stimme kommt es nicht an" Leider sind es immer die Leute, die nicht den Hintern hoch bekommen haben, die sich beschweren. Jede Stimme zählt.

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Kommentar von MedionLaufwerk
07.11.2015, 09:02

Hachja.. die "was kann ein einzelner denn schon tun" Fraktion, die mit ihren Stimmen einfach so viel verändern könnten. Aber sie können nicht, weil sie alleine sind.

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Ich bin seit 2011 wahlberechtigt, aber bin heuer erstmals wählen gegangen. Die Begründung: Ich habe mich erst jetzt mehr mit Politik usw. beschäftigt, davor hatte ich null Ahnung davon. Und bevor ich irgendein zufälliges Kreuz mache, ohne zu wissen um was es geht, dachte ich es wäre am Sinnvollsten gar nicht zu wählen.

Nur leider habe ich noch immer den Eindruck, ich muss das "geringste Übel" auswählen.

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Kommentar von Handwerkbursche
07.11.2015, 19:35

Ich finde es auf alle Fälle echt sehr gut, dass du heute das erste Mal wählen gegangen bist. Respekt! Das ist 1000 Mal besser als die Leute, die das nie schaffen, weil sie sagen, es wäre keine "passende" Partei dabei  :)

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Ja, vielleicht geh auch ich wählen, ich überleg mir das noch. Viel halt ich von all dem Wahlspektakel nuin wirklich nicht, denn bis jetzt, von der Brandt-Ära mal abgesehen, hat sich niwe was zum Wohle der breiten Masse verbessert.

Im Gegenteil, es gilt stets folgender Spruch: "nach den Wahlen kommt das zahlen."

Weltweit ist zu beobachten, dass Wahlen zu keiner Verbesserung der Lohnabhängigen, erst recht nicht von Aerbeitslosen und Armutsrentnern, sowiwe Kranken geführt hat. Venezuela ist da eine glorreiche ausnahme, daher kaum als Blaupause für andere Staaten geeignet.

Dann noch ein alter Spontispruch gegenüber Wahlen: "würden Wahlen was ändern, wären sie verboten."

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Kommentar von Unsinkable2
08.11.2015, 04:26

"würden Wahlen was ändern, wären sie verboten."

Das ist kein "Sponti", sondern ein Zitat von Emma Goldman, einer (ziemlich bekannten) Friedensaktivistin, Feministin und Pazifistin.

von der Brandt-Ära

Die Verklärung des Brandt hat schon was religiöses, nicht wahr?! Genauso, wie die des - zumindest das ist ja nun mittlerweile amtlich bestätigt - Steuerbetrügers, Lügners und Betrügers Strauß, der in Bayern wie ein Gott verherrlicht wird...

Brandt war, um es kurz zu machen, die "Merkel der SPD": Er tat nix; überließ vieles dem Selbstlauf oder dem Karrieretrieb Wehners und anderer Weggenossen und er irrte allzu oft.

Aber er sagte ein, zwei große Sätze. Und er machte ein, zwei große Gesten. "Glückswürfe", könnte man das heute nennen, wenn wenigstens das auf seinem eigenen Mist gewachsen wäre. Doch das war es nicht.

Genauso wie Merkel heute, drehte Brandt sich nach dem Wind. Und der "Wind der SPD" heißt "Opposition, selbst wenn wir an der Regierung sind". Brandt machte seine großen Gesten also vor allem, weil das die SPD von der CDU unterschied und um sich von seinen innerparteilichen Konkurrenten - etwa Schmidt und Wehner - abzusetzen ... und weniger aus "politischer Weitsicht" heraus...

Wie auch bei Strauß mehren sich die Stimmen der Vernunft. Und in nicht allzu ferner Zeit wird auch Brandt vom Sockel der blinden Verherrlichung gestürzt werden...

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Kommentar von catguy
08.11.2015, 10:53

Das ist eine nicht uninteressante Reaktion, die aber fast mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. 

Zum einen: Was genau ist die "breite Masse" und wer definiert ihre Merkmale? Wird hier vielleicht auf den vermeintlichen Unterschied abgehoben zwischen "denen da oben" und dem Stimmvieh, das nur aus formalen Gründen alle vier oder fünf Jahre zur Wahlurne bemüht wird? Und das soll - wenn es sich denn so verhält - in Venezuela grundlegend anders sein?

Zum anderen: Wie misst man die Verbesserungen im Leben der Bevölkerung bzw. deren Ausbleiben? Ist es wirklich so, dass sich bezogen auf die Geschichte der Bundesrepublik von den Anfängen in den fünfziger Jahren bis heute so gar nichts verändert hat (mit oder ohne Brandt)? Ich glaube, wenn man sich mit den sozialen und politischen Verhältnissen der ersten Jahre der Republik beschäftigt und diese mit den heutigen vergleicht, treten signifikante Unterschiede zutage - und zwar zum allgemeinen wirtschaftlichen Wohl der Bevölkerung und auch in Fragen der Mitbestimmung und der individuellen Freiheit.

Zudem wurden gesellschaftliche Veränderungen aus der Bevölkerung in die Politik getragen, was sich dann mittelfristig auch in den Wahlergebnissen gespiegelt hat. Eine ganz entscheidende Rolle hat hier zum Beispiel die ökologische Bewegung der achtziger Jahre gespielt. Deutschland ist heute Vorreiter auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Andere Beispiele, in denen Deutschland vorne liegt, sind die Arbeitnehmermitbestimmung, der Kündigungsschutz und die soziale Versorgung im allgemeinen.

Bitte nicht falsch verstehen: Das alles ist nicht perfekt, auch gab es rückläufige Bewegungen in jüngerer Vergangenheit, aber im internationalen Vergleich steht Deutschland saugut da - unter Umständen besser als Venezuela. Wahlen  und Wahlergebnisse haben dazu beigetragen.

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Den Wahlergebnissen vertraue ich genau so wie VW seine Abgaswerte .

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Kommentar von jessiehp
07.11.2015, 12:38

mhm da ist gar nichts machen sicher die lösung ich denke wir können den wahlergebnissen schon trauen. Sonst wäre die AfD nicht so gut dabei gewesen ;)

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Sicher, sicher. Das ist einfach und wichtig. Nur so kann ich mitbestimmen und auch meckern.

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Ich werde nicht wählen gehen weil ich somit das System unterstützen würde. 

Alle 4 Jahre werden wir in einem Wahlkampf belogen und dürfen dann Parteien wählen die ihre Versprechen brechen und genau das Gegenteil von dem tun für das ich sie gewählt habe. Das hat für mich wenig mit Demokratie zu tun.

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Kommentar von KickGenerator66
02.12.2015, 22:28

Genauso hat aber eine Diktatur nichts mit Demokratie zu tun. Und wenn jeder so denken würde wie du, klingt das gar nicht mal so abwegig. Die NPD bekommt jedes Mal ihr 1%, egal was passiert (oder eben auch die AfD ihre 8(?, weiß grade nicht wie genau die stehen)). Wenn jetzt aber niemand mehr gemäßigte Parteien wählt, geht dieses eine Prozent immer mehr gegen 100%... Wenn dir die Demokratie so am Herzen liegt dann geh bitte bitte wählen. Und wenn du der Meinung bist, es gibt keine guten Parteien die man wählen kann (finde ich sehr nachvollziehbar) dann mach doch deine eigene auf, das macht eine Demokratie aus. Mit der kannst du dann alles besser machen was die Vollpfosten, die gerade regieren, falsch machen

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