Heeeschen am 05.06.2007 um 11:40 Uhr
bzw. deren Proteste auch so auf den Geist? Ich höre oder sehe keinerlei Stellungnahmen, wogegen protestiert wird bzw. was man verhindern oder erreichen will - lediglich, Bilder von vermummten Blocks und brennenden Autos, lümmelnden Campern, Wasserwerfern, etc..... UND natürlich darüber, dass die Polizei ab morgen - Gipfelbeginn - noch viel entschiedener vorgehen muss und wird. Was meint Ihr dazu?
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Da ich in diesem Bereich schon mal "intern" war kann ich ganz klar sagen, die Randale war gewollt, jetzt kann man alle Möglichkeiten ausschöpfen immer mit der Begründung dieser Randale. Sehen viele Insider genauso:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/631797/ Am Ende des Interviews dann:
[Interviewer] Roelcke: Das heißt aber in der letzten Konsequenz, Sie machen wirklich der Polizeispitze, der Einsatzleitung die Vorwürfe, nicht dem einfachen Polizisten?
[Polizeipsychologe] Sieber: Nein, das ist kein Vorwurf, das ist ja womöglich sogar auch politisch so gewollt. Also das ist kein Vorwurf, das ist einfach eine Feststellung. Nur was immer ein bisschen nach Doppelmoral riecht, dass man jetzt sagt, oh, die Demonstranten haben es eskalieren lassen - und das ist natürlich gar nicht richtig. Das ist ganz objektiv so, dass es bis jetzt keine Großveranstaltung gab, die derartig im Vorfeld schon vorgeheizt und vorgesichert wurde.

Ich habe mir in der Nacht nach dem 11.09.2001 eine lange Diskussionssendung aus den 1970ern angesehen, die auf 3sat ausgestrahlt wurde und zum Thema den Terrorismus in Deutschland hatte.
Die "Interviewten" waren Daniel Cohn-Bendit und Rudi Dutschke. Die "Interviewer" waren Presseleute aus Deutschland und Österreich. Das Interview wurde damals in Österreich aufgezeichnet, weil die beiden o.g. in Deutschland TV-Auftrittsverbot hatten.
In dieser Diskussion wurde sehr schön klar, woher nationaler Terrorismus normalerweise kommt -- nämlich durch zu starke Staatsgewalt.
(Das lasse ich jetzt mal ohne weitere Ausführungen hier als Formel stehen.)
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die G8-Beteiligten ohne irgendwelche Randale, ohne irgendwelche besonderen Polizei-Aufmärsche und vermutlich auch ohne diesen Medienrummel ganz normal tagen könnten, wenn sie sich einen anderen Ort (z.B. die Hardthöhe) ausgesucht hätten und diesen Scheißzaun nicht als massive Provokation gebaut hätten.
Autonome und AntiFa-Leute in einen Sack zu stecken ist schon recht grenzwertig, aber die Berichterstattung über die Randalierer lenkt herrlich vom eigentlichen Thema ab, auf das m.W. die meisten Demonstranten friedlich-kritisch aufmerksam machen wollen.
Schäuble ist momentan munter damit beschäftigt, den nationalen Terrorismus wieder einzuführen! Ekelhaft, dieser Politiker.
Niklaus am 5. Juni 2007 12:11 Da bin ich ganz anderer Meinung. Randale hat es bisher auf jedem G8-Gipfel gegeben. Da steckt System dahinter. Der Ort oder der Zaun spielt dabei keine Rolle.
Mikatto am 5. Juni 2007 12:14 Ja, da hast du Recht, da steckt System dahinter, aber ganz anders, als Du annimmst. Lies mal meine Links und glaub einem Insider.
Niklaus am 5. Juni 2007 13:12 Was hätte der Staat davon, dass er das macht? War das in Genua und Seattle auch so? Meines Erachtens ist das nur Propaganda. Man stelle sich vor so etwas kommt ans Licht der Öffentlichkeit. Ich glaube nichts von dem!
Mikatto am 5. Juni 2007 13:22 Ach Edgar, deine "Staatsgläubigkeit" in allen Ehren, aber für mich ist das eher etwas in die Richtung "was nicht sein darf kann nicht sein"
Das sind unbequeme Richtungen, in die man denken muß, klar, viele wollen das nicht, aber es gibt eben nicht die "heile Welt", die auch ich gern hätte, Staat ist gut und will nur "unser bestes" und schützt uns vor "dem Bösen". Ich könnte Dir Unmengen an - unbequemer - Literatur dazu empfehlen, aber wer diesen Blick scheut soll ruhig weiter mit dem "mainstream" gehen, no problem.
Es ist schon so viel Schmu "ans Licht der Öffentlichkeit" gekommen, und? Man nehme nur den unsäglichen Schäuble mit seinem Geldkoffer, jeder "normale" Bürger wäre vorbestraft und evtl. sogar im Knast, andere werden halt Innenminister. Oder unser ehemals hochverehrter Bundeskanzler, der sein Ehrenwort über das Grundgesetz stellt. Mach Du das mal. Nein, wirklich, "der Staat" hat von vielen etwas und steuert viele Dinge, die "die Bürger" am liebsten nicht wahrhaben wollen. Aber da muß jeder selbst mit seinem Weltbild klarkommen....
Niklaus am 5. Juni 2007 14:06 Du musst nicht denken, dass ich nicht kritisch umgehe mit dem was uns in diesem Land hier so alles geboten wird. Das wäre ein Beleidigung meiner Intelligenz, wenn du so denken würdest. Aber geh doch mal auf meine Frage ein und beantworte mir. Welchen Vorteil hat der Staat, wenn er vermummte Staatsdiener eine Gewaltdemo anzetteln läßt.
UlfDunkel am 5. Juni 2007 14:10 Z.B. kann er so ein Szenario erschaffen, dass es den Regierenden anschließend leichter macht, bestimmte Gesetze zu ändern oder durchzusetzen.
Niklaus am 5. Juni 2007 14:17 Wir sind der Staat und wir sind das Volk. Wir wählen die Regierung.
UlfDunkel am 5. Juni 2007 14:25 Soweit die Theorie. :-) Ich habe diese Regierung nicht gewählt. :-)
Niklaus am 5. Juni 2007 14:28 Wenn man sich so umhört, hat diese Regierung überhaupt niemand gewählt :-))
Mikatto am 5. Juni 2007 15:56 Prust, entschulidge bitte meine Heiterkeit, aber erklär mir doch mal die Unterschiede in der Handhabung z.B. der Sicherheit bei den Regierungen Kohl, Schröder und jetzt Merkel. Du kannst vielleicht zwischen Pest und Cholera wählen. Solche Sprüche bergen eine Naivität, die mir zeigt, dass Du Dich noch nie mit wirklichen Hintergrunddaten beschäftigt hast, insofern ist eine Diskussion nicht fruchtbar. Wenn man Dir Links zeigt u.v.m. aber Du Dich anscheinend weigerst, überhaupt mal diese "Unmöglichkeiten" zu überdenken, was soll das dann bringen.
UlfDunkel am 5. Juni 2007 16:18 @Mikatto + Edgar: Ich lade euch herzlich ein, diese Diskussion in http://de.groups.yahoo.com/group/gf-laberecke/ weiterzuführen.
Mikatto am 5. Juni 2007 16:27 Puh, ich bin eh schon zuviel im Net unterwegs, das jetzt auch noch....
Na gut, ich meld mich mal an, wenn jemand was wissen will, ok.
Mikatto am 5. Juni 2007 15:43 Edgar, ich habe die Frage doch schon in meiner ersten Antwort beantwortet. Wenn die Vorfeldrandale groß genug ist sind damit alle Sicherheitsvorkehrungen zu rechtfertigen, die im nachhinein getroffen werden, ist doch ganz klar.
Oder anders herum, wenn in Rostock alles Friede, Freude, Eierkuchen gewesen wäre dann wäre der Widerstand gegen die Sicherungsmaßnahmen für künftige Ereignisse noch viel größer ausgefallen. Das ist doch relativ einfach nachzuvollziehen.
Im übrigen wollte ich nicht deine Intelligenz beleidigen, aber ich habe nun wirklich jahrelang zum einen selbst Erfahrungen gemacht, die Außenstehende eben nicht machen - und Du bist offensichtlich auch kein "Interner" - zum anderen genauso lange beschäftige ich mich mit dem Thema mit massig Fällen, Literatur dazu, Diskussionen im Net und tausender anderer Details. Und da kann ich leider nur den Kopf schütteln, wenn mir einer kommt mit "was hätte den der Staat davon" und "wenn das rauskäme...Öffentlichkeit usw."
Das ist, sorry, einfach zu naiv gedacht...
Niklaus am 5. Juni 2007 15:52 @ Mikatto: Meine Meinung findest du in deiner Antwort oben.
Niklaus am 5. Juni 2007 16:11 Sorry aber Polemik (anderen Naivität vorwerfen) und Ideologie halte ich für nicht angebracht.
Mikatto am 5. Juni 2007 16:23 Edgar, ich kann nur beantworten, was ich lese. Und sorry, ich bemerke nur, dass du auf meine Fakten gar nicht eingehst, aber sie anscheinend dennoch nicht wahrhaben willst. Das empfinde ich eben als naiv, bitte nicht persönlich nehmen. Sag mir doch, warum bei angeblich 3000 Autonomen fast gar keine Festnahmen stattfanden, warum nicht im Vorfeld viel größere und bessere Kontrollen stattfanden usw.
Schau, ich war zu Wackersdorf- und WAA-Zeiten live dabei in Uniform, ich könnte Dir Sachen erzählen, die Außenstehenden die Haare zu Kopf stehen lassen würden, aber die ich live erlebt habe. Du mußt schon anderen einen gewissen Erfahrungsschatz zugestehen, den du möglicherweise nicht hast. Entsprechend komme ich zu anderen Wertungen. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass Du Dich wirklich damit auseinandersetzen willst, sondern eher negieren.
UlfDunkel am 5. Juni 2007 14:00 Du kannst in Bonn im "Haus der deutschen Geschichte" (oder so ähnlich) in der Terrorismus-Ausstellung wunderbar nachlesen, wie das Thema Terrorismus damals von der Politik immer wieder angefacht und hochgekocht wurde, um von anderen politischen Problemen abzulenken.

Ich kann mich noch verdammt gut an die Zeit des Nato-Nachrüstungsbeschlusses in den 80er Jahren und die Kriminalisierung der damaligen Friedensbewegung erinnern.
Die Friedensbewegung legte damals abolut Wert darauf, dass die Veranstaltungen friedlich abliefen. Und plötzlich beschäftigte sich Deutschland mit der Sache, wogegen da demonstriert wurde.
Das schien so manchen Herren in den oberen Etagen des Staates nicht zu passen. Ich war damals ziemlich aktiv in der Szene und habe am eigenen Leibe miterlebt, wie man die öffentliche Stimmung zum Kippen bringen wollte: zuerst waren die Polizisten sehr um Deeskalation bemüht, traten ohne "passive Bewaffnung" auf und man konnte tatsächlich mit ihnen reden.
Das änderte sich Zug um Zug, bis martialisch aufgerüstete Polizisten im 5-Meter-Abstand die Demos begleiteten, den Schlagstoch in der Hand oder griffbereit, zu keinerlei Gesprächen mehr bereit. Wasserwerfer in Sichtweite...
Sobald sich die Gelegenheit ergab, wurde harsch reagiert. Das Ergebnis war entsprechend: Es dauerte nicht lange, und die "Randale" bei den Demos nahm zu. Wer mal in einem "Kessel" stand, weiß, wie es da zugeht... Und das, ohne dass etwas vorgefallen wäre...
Klar wurden in der Öffentlichkeit die Ziele der Friedensbewegung mit den Bildern der Randale gekoppelt, die Stimmung kippte. Das Ergebnis ist bekannt...
Diesmal lief es ja noch perfider ab, indem von der Bundesregierung zu hören war, dass friedliche Demos ja durchaus "erwünscht" sind. Und was kann dann Besseres passieren, dass die Demos ausarten, denn man hat ja vor der Weltöffentlichkeit sein "zugehen" bekundet, nur die andere Seite hat die Hand ausgeschlagen. Die eigentlichen Ziele der Globalisierungskritiker interessieren niemanden mehr, es geht nur noch um linke Randale (hatten wir das nicht schon mal?) und um Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen, die man ja jetzt ohne einen großen Aufschrei auch durchbekommt. Clever gemacht...

Zielgerichtete Propaganda um den "Volkszorn" auf die Gegner zu richten. Wäre doch schlimm, wenn die Masse plötzlich erkennen würde, das sich hier machtgeile, gierige Größenwahnsinnige treffen, um sich als das Non plus Ultra selbst zu feiern.
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/3795488/
auch sehr interessant. "Schwarzer Block" aus den eigenen Reihen? Ja, man muß schon mal quer denken und hinterfragen, es ist vieles anders als die meisten denken in diesem unseren "Rechtsstaat"....
Als Beispiel kann man sicher auch den "verlassenen Polizeiwagen" anführen, der als "Knochen" zum Zerstören hingestellt worden war - haben die Herrschaften auch nicht wirklich abgestritten...
http://de.indymedia.org/2007/06/180968.shtml
und hier ein paar Erfahrungsberichte von Dabeigewesenen.
Ganz Rostock ist in Geiselhaft von 3000 gewaltbereiten und gewalttätigen Gestörter. Da werden Menschen bewußt verletzt und bewußt in kauf genommen, dass es Tode geben kann. Da werden Autos und Mülltonnen angezündet , Molotwcocktails geworfen und Parkautomaten geplündert. Erzähl mir bitte nicht, das dass in irgendeiner Weise zu entschuldigen ist oder sogar gewollt ist. Die Täter müssen die volle Härte des Gesetzes spüren.
Jetzt sinds schon 3000, die Verletzten werden täglich auch immer mehr. Wird da stündlich gezählt und immer ein paar mehr gefunden? Und da wunderst du dich nicht drüber?
Jetzt sag mir doch bitte mal, ob du meine Links wenigstens mal angeschaut hast. Du redest, als ob alles, was nicht hochoffiziell von Regierungsseite kommt Verschwörungstheorie ist und das lehnst du offensichtlich gleich mal von vornherein ab. Entschuldige, man muss auch schon mal weiterdenken und Hintergrundrecherche betreiben.
Ich sage nicht, dass hier alles erstunken und erlogen ist, aber es gibt eben massig Ungereimtheiten, die ähnlich schon öfter aufgetreten sind, und Berichte und Statements von Insidern und vielen anderen, auch hochrangigen, angesehenen Leuten, dass man das nicht einfach so abtun kann. Das ist keine „Glaubenssache“, da muss man Fakten einfach abwägen. Du kannst gerne Deine Meinung haben, aber beschäftige Dich erst mal mit den vielen Fakten, lies, was andere sagen und schreiben und bilde Dir dann unvoreingenommen Deine Meinung. Aber so bringt das nichts. Ich kann Dir gerne noch diverse andere Links geben, aber wer nicht sehen will sieht auch nicht.