Geht es bei der Intelligenz nicht um viel mehr als den IQ?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Die Intelligenz ist auch nach dem Fortschritt der Psychologie ein ungeklärter bzw. vielfach verschieden definierter Begriff. Darüber herrscht keine Einigkeit. Deshalb definierte der Psychologe Edwin Boring bereits 1932: Intelligenz ist das, was ein Intelligenztest misst.

Auch heute frage ich in den Vorlesungen die Studenten immer, warum sie finden, dass es einen Intelligenztest geben sollte. Warum muss ein Mensch seinen IQ kennen? Wozu nützt dieser? Ich finde: der IQ hat keinen nutzen. Aber schon immer haben sich Menschen über Intelligenz unterhalten. In vielen historischen Schriften wurde über Menschen geschrieben, die besonders schlau oder eben nicht schlau waren. 

Meine primäre Frage (die ich mir selbst stelle) ist, wie intelligent wohl diejenigen sind, die Intelligenztests entwickeln.

Wenn diese Leute "dumm" sind, dann sind es zwangsläufig auch die Tests.

Wenn sie nicht dumm sind, dann haben sie vorab Vergleichsmaßstäbe gesetzt für das, was als durchschnittlich intelligent angenommen wird.

Schon um für derartige Tests überhaupt Interesse zu wecken, ist es aber notwendig, daß die Test-Hersteller selbst als überdurchschnittlich intelligent gelten. Zwangsläufig werden diese Leute dann sich selbst als erheblich mitentscheidenden Maßstab wählen (intelligent aus eigenen Gnaden).

Das Stattfinden solcher Tests spricht für sich selbst. Gemessen wird (unabhängig von der Qualität des Tests) grundsätzlich der Wert des Jetzt, also der Wert, der sich im Augenblick des Lösens der Testaufgaben ergibt.

Unberücksichtigt bleiben sämtliche sonst mitwirkende Umstände, die aber maßgeblich sein können (schlecht geschlafen, private Probleme, unterwegs von jemandem angemotzt, persönliche Lebensumstände, spezielle Lebenserfahrungen usw.).

Komplett unberücksichtigt bleibt die Weitsicht (das über den Tellerrand schauen bis zum Ende der Kette).

Beispiel: Vor Tschernobyl haben "hochintelligente" Personen präzise statistisch errechnet, wie (un)wahrscheinlich ein GAU ist. Soviel Intelligenz, um auch zu erkennen, wie Menschen wirklich ticken (was dann zu diesem GAU führte), hatten sie allerdings nicht - ganz im Gegensatz zu denjenigen "Durchschnittsmenschen", die mindestens erahnten, daß die Sache nur schief gehen kann.

Ebenso wird bei der Beurteilung der Intelligenz außen vor gelassen, zu welchem Zweck die jeweilige "Intelligenz" eingesetzt wird. Wie intelligent waren denn gewisse Physiker, die der Welt die Kernspaltung beschert hatten? Wäre es nicht viel intelligenter gewesen, solches Wissen mit ins Grab zu nehmen?

Aus allen diesen Gründen halte ich trotz der gegenteilig aussehenden Fassade einen Intelligenztest im Kernpunkt nur für die Schaffung einer Pseudobegründung, um eine selektive Auswahl zu treffen, bei der real ganz andere Beweggründe vorliegen, z. B. Erkennen des Grades der Unterwürfigkeit, der Anteil der für krumme Dinge nutzbaren Betriebsblindheit usw.

Kommentar von vafreak2
30.10.2016, 21:30

Intelligente Menschen sind sich nicht unbedingt immer der Verantwortung ihrer bahnbrechenden Entdeckungen bewusst so auch Albert Einstein...

0

Natürlich, deshalb sind im Zusammenhang mit dem IQ bereits Begriffe aufgetaucht, die die "weichen" Anteile der Gesamt-Intelligenz zu beschreiben versuchen. "Bewegungsintelligenz", "Soziale Intelligenz", "Emotionale Intelligenz" usw. Irgendwann kommt wahrscheinlich noch "III" dazu, "Intuitive Internet-bezogene Intelligenz" :-)

Die Fixierung bei der Ermittlung der Intelligenz auf logische Faktoren hat wohl in der Aufklärung ihre Wurzeln, als man glaubte, dass der Mensch sich vor allem durch seine abstrakten Denkfähigkeiten als intelligente "Krone der Schöpfung" auszeichnet.

Der IQ Wert zeigt nur die Ergebnisse von Tests. Daneben gibt es natürlich auch noch Eigenschaften wie "Problemlösungen entwickeln" und sonst was, das kann man nicht durch schriftliche Tests prüfen, sondern nur beim praktischen Arbeiten.

In der Psychologie sagt man (sinngemäß) "IQ ist, was bei einem IQ-Test herauskommt."

Also auch dort ist man sich bewusst, dass Intelligenz nicht mit einer einzigen Zahl adäquat darstellbar ist.

Immerhin gibt der IQ schon mal eine erste Abschätzung eines bestimmten Fähigkeitsprofils.

Klar doch!
Man hat den Begriff ja inzwischen auch um die Dimension des Zwischenmenschlichen erweitert, Stichwort: emotionale Intelligenz.

In Fachkreisen gibt es den etwas saloppen Aussagesatz:
"Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst."

Soll heißen: Es gibt nicht eine eindeutig festgelegte Definition von "DER Intelligenz", sondern es ist wichtig, darauf zu achten, WELCHE Dimensionen der Intelligenz durch WELCHES Verfahren eingeschätzt wurden.

Der IQ gibt lediglich an eine Zahl an, die es erleichtern soll zu sehen, wie Leistungsfähig das Gehirn ist.

Zur Intelligenz gehört aber auch denn Willen etwas zu lernen und noch viele andere Dinge. Außerdem, wenn man ein perfekter Handwerker ist, braucht man keinen Hohen IQ, oder als Künstler.

Intelligenz muss man( meiner Meinung nach) differenziert betrachten. Der IQ ist nur eine Verallgemeinerung.

IQ ist eine statistische Normskala.

Intelligenz ist ein psychologisches Konstrukt.

Niemand behauptet, dass mit einer Intelligenzschätzung ein Mensch beurteilt wird, auch dann nicht, wenn eine Messung zur Prüfung spezifischer Untersuchungshypothesen im Rahmen einer komplexen psychologischen Diagnostik inkl. einer psychometrischen Testbatterie, in der ein Intelligenztest einer von vielen Tests ist, durchgeführt wird.

Kommentar von vafreak2
30.10.2016, 20:44

Ich habe mal gehört, dass Intelligenz tatsächlich durch einen IQ Test nachgewiesen werden kann. Diese Aussage war anscheinend unvollständig... :D

0

So ist es.

Das IQ-Ergebnis sagt, überspitzt formuliert, nur etwas darüber aus, wie man in einem IQ-Test im Vergleich zur gesamten Test-Population abschneidet. 

Gruß, earnest

ein beispiel. ein studierter moslem glaubt an den koran egal was drin steht. es ist ihm egal dass wenn man die suren zur erschaffung von himmel und erde zusammen zählt dass dann 8 tage rauskommen und nicht wie zuerst geschrieben 6 tage. er ist also nur so intelligent wie es sein buch was ihm alles vorschreibt. darüber kommt er nicht.

Kommentar von vafreak2
30.10.2016, 20:33

Das heisst es geht nicht nur um Veranlagung sondern auch darum was man daraus macht.

0

Was möchtest Du wissen?