Frage von Mangoherz, 37

Gehört es zu den typischen Symptomen einer Depression, wenn jemand immer nur das schlechte in der Welt sieht und auch in Zeitungen etc. sucht?

Also wenn man dann nur Sachen wie den Klimawandel verfolgt und da nur negatives sieht und auch, was gerade mit den Flüchtingsströmen passiert und der Afd etc und mit Belegen von seriösen Quellen (Die Welt, FAZ etc.) davon predigt, dass die Welt vor die Hunde geht und sich so etwas wie der dritte Weltkrieg anbahnt. Kann man das ernst nehmen, da auch Erfahrungen von der NS-Zeit mit dran hängen oder einfach überhören und es für "Humbuck" nehmen?

Antwort
von Buddhishi, 6

Hallo Mangoherz,

nein, als Depression würde ich das - soweit das aus Deiner Beschreibung hervorgeht - nicht einordnen. Aber auch nicht als 'Humbuck'.

Ich habe eher den Eindruck, dass diese Person die Erfahrungen aus der NS-Zeit weiter mit sich herumträgt, was ja auch bei diesen Greueln kein Wunder ist. Es geht vielen Menschen so, zumal es früher ja auch noch nicht so war, dass man gleich die Möglichkeit hatte, mit seinen Traumatisierungen sofort einen Theraupeuten zu Rate zu ziehen.

Und so entsteht dann manchmal zwangsläufig eine Entwicklung, sich weiter auf Negatives zu fokussieren. Das ist für den betroffenen Menschen eher so etwas wie ein Zwang, aus dem es ganz schwer ist wieder herauszukommen.

Vielleicht versuchst Du es mal so, dieser Person auch das Positive (bitte ohne Vorwürfe) aufzuzeigen. Und dass trotz all dieser furchtbaren Geschehnisse, die Welt immer noch besteht und es sich doch auch lohnen könnte, all das Schöne zu sehen.

Von einem einfachen Sonnenaufgang bis hin zu blühenden Blumen, dem Vogelgezwitscher etc. seine Sinne darauf zu richten, was es alles Erfreuliches um einen herum gibt. Oft können diese Menschen das gar nicht mehr wahrnehmen, obwohl es da ist.

Alles Liebe und Gute

Buddhishi

Antwort
von Kapodaster, 11

Das ist nicht unbedingt ein Depressions-Symptom, es kann auch schlichtweg durch eine pessimistische Weltsicht kommen. Für die Diagnoe  Depression - die man Fachleuten überlassen sollte - muss schon noch mehr hinzukommen.

Bei Misständen ist es weder angebacht, in Weltuntergangsstimmung zu verfallen, noch alle entsprechenden Nachrichten als angeblichen "Humbug" vom Tisch zu wischen. Sondern selbst das Gesäß zu bewegen und den eigenen Teil zur Verbesserung beizutragen.

Antwort
von meinerede, 5

Wenn z.B. ein Flüchtlingskind, das den Krieg, Tod, Elend und Flucht schon so klein erlebt und es keinen interessiert´s, ob es Depressionen hat... was soll man von einem denken, der sogar ´ne Zeitung hat, die er aufschlagen kann,  unm nach diesen Schlagzeilen zu suchen, damit er sich schlecht fühlen kann?

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