Himmel hilf! Ist doch kein Wunder, wenn die gemeinsame Mahlzeit in der Familie beträchtlich an Strahlkraft eingebüßt hat und alle, die das kennen, längst wissen, dass das Familienessen nicht nur ein reines Vergnügen darstellt - ganz egal, was das Familienministerium, die Erziehungsratgeber und die Werbung behaupten. Wenn man bedenkt, was für eine Tortur eine Familienmahlzeit werden kann, entwickelt man klammheimlich viel Verständnis für verschriene Gewohnheiten wie die, zwischen Tür und Angel zu essen und tiefgefrorene Cholesterinbomben in die Mikrowelle schieben, die man anschließend vor amerikanischen Seifenopern verzehrt. Die gemeinsame Mahlzeit war und ist in manchen Familien immer noch der Exerzierplatz für gutes Benehmen, auf dem die junge Generation lernt, wie man sich verhalten muss, um als akzeptabler Zeitgenosse, Kollege und Ehepartner durchs Leben zu gehen.

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