Frage von olivengruen, 22

Gehen Vereinsbeiträge in das Vereinsvermögen über oder werden sie nur treuhänderisch verwaltet bzw. ausgegeben?

Liebe Community,

in unserer Satzung (gemeinnütziger Verein) steht hierzu leider nichts, daher hoffe ich auf Anworten von Vereinsrechtskundlern.

Im konkreten Fall möchte der Vorstand, insbesondere der Schatzmeister, einen Vorstandsbeschluss herbeiführen, wonach einzelne Mitglieder beitragsfrei gestellt werden können, wenn für sie der Beitrag finanziell nicht zu leisten wäre (allerdings bei voller Vorteilsnutzung, die der Verein bietet!). Im Umkehrschluss würden die Beiträge der anderen Mitglieder auf diese "Beitragslücken" umgelegt und stünden in der Folge nicht mehr ausreichend für die Aktivitäten des Vereins zur Verfügung.

In der Satzung steht lediglich der Satz, dass die Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit über die Beitragshöhe zu bestimmen hat, nicht aber über deren Verwendung.

Nun meine Fragen:

gehören Beiträge zum Vereinsvermögen, über das dann die Mitglieder kein Bestimmungsrecht mehr haben?

Oder werden sie von dem Schatzmeister nur treuhänderisch verwaltet, um sie satzungsgemäßen Bestimmungen zuzuführen?

Oder/ und ist ein Vorstandsbeschluss ausreichend, um auf Kosten anderer Mitglieder "durchzufüttern"?

Oder müsste hierüber nicht auch die Mitgliederversammlung entscheiden?

Ich hoffe, jemand kann mir fundiert Auskunft geben! Vielen Dank im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Aleqasina, 18

Mitgliedsbeiträge gehen in das Vereinsvermögen ein.

Die Mitgleider verfügen darüber entweder durch satzungsgemäße Beschlüsse oder über den zuständigen Gremien/Vorstandsmitgliedern übertragene Vollmachten. Letzteres ist bei euch offensichtlich der Fall.


Antwort
von PeterSchu, 13

Ich versteh nicht, welchen Nachteil die zahlenden Mitglieder haben sollen, wenn der Verein entscheidet, einigen Mitgliedern aus sozialen Gründen den Beitrag zu erlassen. Jeder kann als Mitglied nach wie vor die Leistungen nutzen und niemand muss mehr zahlen, wenn ein Anderer beitragsfrei wird.

Du schreibst ja, dass die Mitgliederversammlung die Beitragshöhe beschließt. Dann wird wohl auch in der Versammlung beschlossen worden sein, dass es Vergünstigungen zum Beispiel für Jugendliche, Rentner oder Sozialhilfeempfänger geben kann. Wenn das so beschlossen ist, sollten die Mitglieder auch dazu stehen und es nicht so sehen, dass man andere "durchfüttern" muss. Gerade in solchen Dingen beweist ein Verein seine Stärke als Gemeinschaft, in der möglichst niemand ausgeschlossen bleiben soll. Es wird sicher nicht derart ausarten, dass der Veren dann am Hungertuch nagen muss.

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