Gegen welche Gesetzte verstößt ein Nagelstudiobesitzer, der seine Mitarbeiterinnen nach Aussehen bezahlen will und dies mit einer Werbewirkung rechtfertigt?

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4 Antworten

Ich vermute mal, dass es bisher zu solch einem Fall keine Rechtsprechung gibt. Daher nur meine Meinung dazu. 

Das "gute" Aussehen könnte man unter Geschlechtsmerkmale subsummieren. Letztlich ist das Aussehen auch ein Auswahlkriterium für Sexpartner und ggf. geschäftsfördernd  ("sex sells"). Zwar wird im AGG nur das Geschlecht genannt, aber auch das unterliegt m.E. Abstufungen. Werden Frauen mit besonders attraktiven Geschlechtsmerkmalen finanziell bevorzugt, kann man durchaus von einer Bevorzugung wegen des Geschlechts sprechen. Damit wäre man beim einer Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts.

Bei einer Ungleichbehandlung nach dem AGG steht dem Betroffenen eine Entschädigung zu. 

Das ist -wohlgemerkt- nur meine Rechtsauffassung, ohne den Kommentar oder Gerichtsurteile zu wälzen.  

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Kommentar von Belus911
04.04.2016, 13:32

Vielen Dank für die erste Einschätzung! Das finde ich schon merkwürdig, dass so etwas nocht nicht geregelt ist!

Dann noch eine eher hypothetische Frage, nachdem ich die Gesetztes Texte gewälzt habe.

Wäre es erlaubt Mitarbeitern ab 50 Jahren ein geringeres Gehalt zu zahlen, da dort die Werbewirkung nachlässt? Laut AGG §1  wäre es ja verboten aber laut § 10 gibt es ja ausnahmen? Aber es wäre diskriminierung aufgrund des Alters?

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Kommentar von ButchButch
12.04.2016, 11:50

Drastisches Beispiel, doch dann könnte man doch alle Model Unternehmen verklagen, weil sie nicht so hübsche Leute ablehnen, oder nicht?

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Zitat Grundgesetz:

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Ich fürchte, das ist alles so erlaubt. Es seih denn, man sieht es als Behinderung, dass man nicht hübsch ist...

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Tja.. die Höhe des Gehalts ist immer Verhandlungssache.

Und wenn die "hässlichere" Mitarbeiterin sich nett zurecht macht, super arbeitet UND geschickt verhandelt, bekommt sie vielleicht sogar mehr Lohn als die hübsche Blondi-Kollegin, die außer Aussehen nix kann.

Gesetze bricht er nicht, solange er das nicht schriftlich fixiert oder gegen Tarifverträge bzw Mindestlohngesetz verstößt.

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Ich glaube gleichberechtigung

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Kommentar von AalFred2
04.04.2016, 10:52

Welches Gesetz soll das sein?

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