Frage von croax1, 28

Gegen Krankenkasse vorgehen oder stillhalten?

Hallo zusammen, ich habe von meiner DAK einen Brief bekommen, dass für 8 Tage kein Krankengeld gezahlt wird, weil die Krankmeldung zu spät eingetroffen ist. Ich bin wie vor den Kopf geschlagen, weil dies noch nie bemängelt wurde.

Kurz zum Hintergrund:

Ich bin jetzt seit April letzten Jahres krankgeschrieben und wurde auch zum 04.10.16 ausgesteuert. Ich kann meine ausgehende Post nicht selbst zur Post bringen, es gibt keinen Briefkasten in der Nähe und mein Briefträger darf auch keine Post mitnehmen. Somit bin ich darauf angewiesen, dass meine Freundin die Briefe von mir abholt und einwirft. Da sie aber selbst arbeitet schafft sie es nicht immer wirklich alle 7 Tage vorbeizukommen und so war es auch in diesem Fall. So habe ich es auch der Krankenkasse in einem Widerspruch geschildert aber das lässt sie nicht gelten.

Es geht immerhin um fast 270 € und auf die kann ich nicht mal so eben verzichten. Nun weiß ich aber nicht wie ich den erneuten Widerspruch begründen soll. Es ist schon ein paar Mal vorgekommen, dass die Krankschreibung später rausging und es gab kein Ärger, aber das sollte ich wohl eher nicht als Begründung angeben. Die DAK weiß dass ich vorerst weiterhin arbeitsunfähig sein werde. Ich musste nach Aufforderung von der DAK die Rente einreichen und habe diese jetzt auch bestätigt bekommen, vollständig erwerbsunfähig, was auch der Krankenkasse mitgeteilt wurde. Ich habe jetzt auch ein Urteil vom Landessozialgericht NRW gefunden, was vielleicht helfen könnte und wäre auch bereit vors Sozialgericht zu gehen.

Aber, jetzt hier mein Dilemma.

Ein bischen bin ich glaube ich noch auf das Wohlwollen der DAK angewiesen. Ich bekomme noch weiterhin Physiotherapie aber immer nur mit der Begründung von meinem Neurologen dass es weiterhin notwendig ist. Normalerweise bekommt man nur dreimal Physiotherapie verordnet. Ich bin wirklich auf einem guten Weg tatsächlich längere Strecken mit meinem Rollator zu laufen und es wird gerade das Bus fahren getestet. Ein absolut realistisches Ziel ist es, dass ich ihn auch wieder ganz loswerde und dann auch endlich wieder arbeiten gehen kann. Jetzt habe ich ein bischen die Befürchtung, wenn ich da jetzt voll gegen diesen Entscheid vorgehe dass die DAK mir die Physiotherapie nicht mehr durchgehen lässt.

Daher frage ich Euch jetzt einfach mal um Rat, was Ihr machen und wie Ihr vorgehen würdet.

Danke schon mal im Vorraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von eulig, 20

rein rechtlich und gesetzlich ist die Krankenkasse berechtigt das Krankengeld um die Tage zu kürzen, die die Krankmeldung zu spät eingereicht wurde. die Frist, bis wann sie bei der Kasse vorliegen muss, ist gesetzlich geregelt und daran muss sich die Krankenkasse auch halten.

§49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V:

Der Anspruch auf Krankengeld ruht, solange die Arbeitsunfähigkeit der Krankenkasse nicht gemeldet wird; dies gilt nicht, wenn die Meldung innerhalb einer Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit erfolgt.

heißt: wenn die Krankmeldung nicht innerhalb von 7 Tagen bei der Kasse vorliegt (Postlaufzeiten inbegriffen), muss die Kasse das Krankengeld ruhen lassen.

Ausnahmeregelungen gibt es hierbei nicht. notfalls muss man die Krankmeldung von der Arztpraxis an die Kasse faxen lassen. oder man gibt dem Arzt einen frankierten Briefumschlag und er schickt die Meldung dann mit seiner Tagespost raus. da gibt es viele Wege. ich gehe mal davon aus, dass die meisten Arztpraxen in größeren Orten sind, wo man sicherlich direkt nach dem Arztbesuch die Krankmeldung eintüteln und abschicken kann.

Antwort
von grubenschmalz, 22

Kann die DAK nachvollziehen. Deine Begründung ist an den Haaren herbeigezogen.

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