Frage von EliteSoap, 378

Gegen angebliche "fahrlässige Körperverletzung" bei harmlosen Auffahrunfall vorgehen?

Ich bin zurzeit 18 Jahre alt und meine Probezeit endet ende September. Nun zum Vorfall: Auf dem Heimweg von einem guten Freund bei Trockenheit und anschließender plötzlichen nässe habe ich einen Auffahrunfall verursacht, es war in einer 30er Zone und ich war gefühlt auch nicht wirklich schneller. Es war leichter Stop-Go Verkehr und plötzlich näherten wir uns unerwartet einer größeren Kolonne, die ich nicht gesehen habe, der Vordermann, in den ich letztendlich aufgefahren bin, bremste Stark (Skoda Octavia, Firmenfahrzeug mit Anhängerkupplung). Ich hatte zu der Zeit meine Augen kurz auf der Mittelkonsole und dachte, dass der Verkehr längst weiter gezogen ist.

Ich bin auf seine Anhängerkupplung aufgefahren, von außen KEIN Schaden an beiden Fahrzeugen erkennbar, bloß ein kleiner Riss nahe Kennzeichenhalterung. Der "anstregende" Herr bestand darauf, die Polizei zu rufen und diese dokumentierten alles und machten Fotos, sagten selber, dass kein Schaden zu erkennen ist und ich glücklicherweise nur die Anhängerkupplung getroffen hätte.

Plötzlich klagte der Herr über Rückenschmerzen, ich und meiner Empfindung nach der Polizist vermuten, dass dies nicht von dem Auffahrunfall stammen kann, sonst wäre da um einiges mehr zu sehen, bei dem vielen Plastikteilen.

Daraufhin klärte er mich über "fahrlässige Körperverletzung" etc. auf und dass im Falle von gut befreundeten Ärzten mit falschen Gutachten, die Möglichkeit besteht, dagegen vorzugehen. Der Polizist selbst meinte, dass er denkt, dass es möglich sein könnte, dass ich was von der Fahrerlaubnisbehörde höre, er selbst tut es eher nicht. Die 35€ Bußgeld sind mir bewusst und unumgänglich.

Nun bekam ich Post von der Polizei und darin steht:" Verkehrsunfall in Verbindung mit ...fahrlässiger Körperverletzung (§ 229 StGB)" und der übliche Bogen, um selbst Stellung zu nehmen.

Ich hab das Gefühl, dass die Polizisten auf meiner Seite standen, ich weiß nicht wieso.

Nun zu meinen Fragen

Sollte ich im Formular schreiben, dass ich damit nicht einverstanden bin und an der Tatsache stark zweifle?

Es war um 15:35 Uhr und auf dem Fahrzeug war ein Bauunternehmen vermerkt, ich vermute, dass er von der Arbeit kommt und bloß Schmerzensgeld kassieren will und mein Leben zerstören möchte.

Was und wie genau soll ich dies am besten formulieren?

Kann mir bei einer fahrlässigen Körperverletzung eine Verlängerung der Probezeit und ein Aufbauseminar drohen?

Ich hab gelesen, dass es als A- oder auch B- Verstoß gelten kann, beim letzteren bräuchte ich jedoch zwei Verstöße.

Wird sowas in meiner Akte vermerkt?

Was soll ich am besten tun? Mir einen Anwalt sicher besorgen?

Ich hoffe, es ließt sich jemand mein Anliegen durch.

Mit freundlichen Grüßen Patrick

Antwort
von Genesis82, 83

Über die rechtlichen Möglichkeiten haben dir hier schon einige gut geantwortet und dir auch den Rat gegeben, in so einem Fall vorsichtshalber einen Anwalt einzuschalten. Ebenfalls wurdest du schon von mehreren beruhigt, dass eine Ermittlung wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung erstmal noch kein Grund zur Panik ist.

Ich möchte dir nur noch zwei Dinge mit auf den Weg geben, die dich anscheinend auch beunruhigen: Wenn der Unfallgegner einen Firmenwagen fuhr, dann hat er die Polizei vielleicht nur gerufen, weil sein Arbeitgeber das so verlangt. Das ist nicht unüblich, habe ich auch so in meinem Vertrag stehen. Und von dem kaum sichtbaren Schaden kannst du leider nicht auf eine mögliche Verletzung schließen. Der Schaden kann verdeckt um einiges höher sein, als man jetzt sehen kann und die Wucht von 20 oder 30km/h von hinten reicht schon aus, um Verletzungen zu verursachen.

Expertenantwort
von ronnyarmin, Community-Experte für Auto, 132

Es ist doch vollkommen egal, ob die Strasse trocken oder nass war, ob das ein Firmenfahrzeug war, welche Aufschrift es trug, um welches Auto es sich handelt, ob ein Schaden zu sehen war und warum du gepennt hast. Warum erwähnst du all diese unwesentlichen Dinge?

Tatsache ist, dass du auf ihn aufgefahren bist und der Fahrer über Schmerzen klagt. Du kannst seinen Angaben widerspechen, aber willst du sein ärztliches Attest anzweifeln?

Du hast fahrlässig gehandelt, jetzt solltest du dazu stehen und in Zukunft nicht auf die Mittelkonsole schauen, wenn sich vor dir der Verkehr staut.

Ob ein Anwalt etwas für dich tun kann, weiss ich nicht.

Kommentar von Xipolis ,

Du kannst seinen Angaben widerspechen,

Er kann auch einfach mal die Klappe halten, denn das wird zumindest nicht negativ ausgelegt.

aber willst du sein ärztliches Attest anzweifeln?

Woher weist Du das es eines gibt und was dort attestiert ist?

Kommentar von ronnyarmin ,

Vielleicht liege ich da falsch, aber ich gehe davon aus, dass die Behauptung, Rückschmerzen zu haben, aufgrund der äusserlich nicht erkennbaren Verletzung ohne Attest nicht anerkannt würde.

Dass er besser die Klappe halten sollte, wollte ich genauso zum Ausdruck bringen. Ist wohl nicht so rübergekommen.

Kommentar von Xipolis ,

Vielleicht liege ich da falsch, aber ich gehe davon aus, dass die Behauptung, Rückschmerzen zu haben, aufgrund der äusserlich nicht erkennbaren Verletzung ohne Attest nicht anerkannt würde.

Das ist schon vollkommen richtig.

Um einen Strafantrag zu stellen, benötigt der Geschädigte jedoch keinen Attest.

Wenn einer vorliegt, kommt es auch sehr darauf an, was attestiert wurde und wie die Diagnose zustande gekommen ist. Und auch von welchem Arzt die Untersuchung vorgenommen worden ist,

Antwort
von Rollerfreake, 168

Ich würde dir erstmal dringend empfehlen dich nicht weiter zu der Angelegenheit zu äußern und dich erst von einem Anwalt juristisch beraten zu lassen. Alles was du der Polizei sagst oder schreibst, kann und wird bei einem späteren gerichtlichen Verfahren gegen dich verwendet werden. 

Das die Polizei erstmal die Anzeige so schreibt ist ganz normal, das müssen sie. Mache dir erstmal keine Sorgen wegen Schmerzensgeld etc., das ist eine Zivilrechtliche Angelegenheit und dazu müsstest du erstmal strafrechtlich verurteilt werden, von heute auf morgen kommt da also erstmal nichts. 

Kommentar von uni1234 ,

Eine Verurteilung im Strafverfahren hat nichts damit zu tu wie das Zivilverfahren ausgeht.

Kommentar von Gaskutscher ,

Danke. Immerhin eine Antwort welche hier sauber differenziert.

Kommentar von Xipolis ,

Der Geschädigte könnte im Strafverfahren als Nebenkläger auftreten und Anschluss beantragen. In dem Fall würde Schmerzensgeld gleich mit verhandelt.  

Antwort
von Still, 81

Strafrechtlich passiert da erfahrungsgemäß nichts und den Streit um das Schmerzensgeld übernimmt deine Versicherung. 

Antwort
von Ronox, 111

Das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung ist Standard bei solchen Geschichten. Es wird in 95% aller Fälle aber von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Der Unfallbeteiligte könnte dich natürlich theoretisch auch noch verklagen, hier aber sehr unwahrscheinlich. Wenn es doch soweit kommt, kannst du dich immer noch rechtlich beraten lassen.

Kommentar von EliteSoap ,

Klingt gut, aber was soll ich dann als nächstes machen? Einfach warten? Stellung dazu nehmen?

Kommentar von Ronox ,

In diesem Fall würde ich persönlich keine Aussage bei der Polizei machen und lieber abwarten.

Kommentar von uni1234 ,

Gerade in einem solchen Fall sollte man eine Aussage machen. Wie sollte die Polizei sonst von der anderen Seite erfahren? Sollen die raten was passiert ist? Sollen die sich einfach auf das verlassen, was der angebliche Geschädigte gesagt hat?

Kommentar von EliteSoap ,

Toll, es gibt getrennte Meinungen

Kommentar von Xipolis ,

Die Polizei gibt die Ergebnisse Ihrer Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft weiter und die entscheiden dann ob dem Beschuldigten eine Schuld nachgewiesen werden kann. Dafür müsste erstmal die Verletzung bewiesen sein und deren Zusammenhang mit dem Unfall. 

Antwort
von KinderriegeI, 117

tut mir echt leid für dich. bin selbst fahranfänger und ich find sowas ne sauerei von dem herrn da. wenn nur die anhängerkupplung beschädigt ist kann er doch niemals davon schmerzen am rücken haben. er wurde beim aufprall etwas in den sitz gepresst mehr nicht. 

aber das leben wirds dir sicher nicht versauen. du solltest das auch auf jeden fall nicht so hinnehmen.

Kommentar von EliteSoap ,

Nun Leben in dem Sinne versauen, dass meine Probezeit vielleicht verlängert wird, so kurz vor ende und ich ernsthaft ein Aufbauseminar bräuchte.

Kommentar von Joel05 ,

verstehe ich so was zieht einen echt runter aber Kopf hoch und schauen was passiert du bist 18 und in den besten jahren

Kommentar von KinderriegeI ,

wie kann die probezeit denn schon zu ende sein? die muss mindestens bis 19 gehen weil die 2 jahre geht

Kommentar von EliteSoap ,

Direkt mit 17 den Lappen bekommen und werde auch heute in 10 Tagen 19 ;)

Kommentar von Xipolis ,

Also, wenn das so ist und Deine Probezeit in Kürze endet, dann würde diese Sache im Schlimmsten Fall zu einem B-Verstoß führen. Erst bei zwei B-Verstößen kommt es zur Verlängerung der Probezeit und zum Aufbauseminar.

Kommentar von Gaskutscher ,

Du bist Fahranfänger. Schön. Ist dir schon mal jemand ins Auto reingefahren und du hast ein paar Tage später deinen Kopf nicht mehr ohne massive Schmerzen bewegen können?

Nein? Na, dann viel Vergnügen wenn es mal so weit ist.

Außerdem: Du trennst gerade Straf- und Zivilrecht nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Zumal es schlimmer sein könnte: Statt fahrlässiger Körperverletzung könnte - aufgrund der Schilderungen im Ausgangsposting - es noch schlimmer ausgehen.

Zusammengefasst: Stop-n-Go, nicht bremsbereit, evtl. zu schnell da nur »gefühlt« 30 km/h, sich durch die Bedienung vom Radio (oder sonstwas) bewusst ablenkend... Da könnte man ja wenn man ganz böse ist fast schon von Vorsatz sprechen.

Kommentar von KinderriegeI ,

wo soll das vosatz sein? hast wohl zu viel assi tv geguckt

Kommentar von Menuett ,

Und wenn er am Handy Pokemon gefangen hätte - Vorsatz ist das gesichert nicht.

Expertenantwort
von 19Michael69, Community-Experte für Führerschein, 139

Hallo Patrick,

da du einer Straftat bezichtigt wirst, rate ich dir zumindest die kostenlose Erstauskunft eines Anwalts zu nutzen.

Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, dann direkt zum Anwalt.

Vorher nichts ausfüllen und nicht zurückschicken. 

https://www.anwalt.de/rechtstipps/fahrlaessige-koerperverletzung-nach-einem-verk...

Viele Grüße und viel Erfolg

Michael 

Kommentar von EliteSoap ,

Kostenlose Erstauskunft? Hab gehört dass es sowas nicht kostenlos geben kann

Kommentar von 19Michael69 ,

Musst du mal nach suchen, oder direkt bei Anwälten vor Ort nachfragen.

Einige bieten so etwas an. Leider lange nicht alle.

Hast du ein Rechtsschutzversicherung?

Oder läuft der PKW auf deine Eltern und die haben eine? Vielleicht ist dann das Fahrzeug mit anderen Fahrern inbegriffen. Das kommt auf den Vertrag an.

Lasse dir auf jeden Fall bei der Sache von deinen Eltern helfen!

Gruß Michael 

Kommentar von Gaskutscher ,

Ergänzend: Einige Antworten trennen nicht zwischen Straf- und Zivilrecht. Was du bekommen hast -> Strafrecht.

Die fahrlässige Körperverletzung ist i.d.R. immer bei einem Unfall gegeben sobald der Geschädigte über Schmerzen klagt. Dazu muss der Strafantrag nicht vom Geschädigten gestellt werden, die Tatverfolgung ist in diesem Fall von öffentlichem Interesse und wird automatisch durch die Aufnahme der Beamten aufgenommen -> Strafantrag wird durch die Polizei selbst ausgefüllt.

Was es als mögliche Konsequenz für dich haben kann: Gegen eine Geldauflage wird das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Kommentar von EliteSoap ,

Ich hab inzwischen gelernt, dass dies nicht zwingend vom "Geschädigten" stammen muss und dass es bloß von den Beamten eingetragen wurde, da ein Schmerz bei der Vernehmung ausgesprochen wurde.

Wäre das klügste, einen Antrag auf Akteneinsicht zu beantragen und festzustellen, ob der Geschädigte überhaupt einen gestellt hat?

Kommentar von Xipolis ,

Ich hab inzwischen gelernt, dass dies nicht zwingend vom "Geschädigten" stammen muss und dass es bloß von den Beamten eingetragen wurde, da ein Schmerz bei der Vernehmung ausgesprochen wurde.

Das ist so nicht richtig. Du hast in Deiner Eingangsfrage geschrieben, Dir wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Das bedeutet, dass der Verletzte/Geschädigte Dich angezeigt bzw. Strafantrag gegen Dich gestellt hat.

§ 230 Abs. 1 StGB: Die vorsätzliche Körperverletzung nach § 223 und die fahrlässige Körperverletzung nach §229 werden nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Ein öffentliches Interesse Dich strafrechtlich zu verfolgen ist hier nicht gegen.

Kommentar von Xipolis ,

Einfache und fahrlässige Körperverletzung ist immer ein Antragsdelikt und daher hat der Geschädigte/Verletzte selbst vor Ort oder später Strafantrag gegen den Fragesteller gestellt.

Alleine hätte die Polizei nichts gemacht.

Antwort
von Xipolis, 129

Nur damit Dir das bewusst ist: Du wirst beschuldigt eine Straftat begangen zu haben!

Du bist verpflichtet in dem Anhörungsbogen Angaben zu Deiner Person zu machen (§ 111 OWiG).

Zur Sache solltest Du keine Angaben machen. Keine heißt gar keine !

Stattdessen solltest Du schriftlich Akteneinsicht beantragen.

========== Entwurf ==========

Aktenzeichen

gegen mich wegen fahrlässiger Körperverletzung

Antrag auf Akteneinsicht (§ 147 Abs. 7 StPO)

In der oben genannten Strafsache beantrage ich, bevor ich mich zur Sache einlasse, Akteneinsicht  und bitte  um Mitteilung, in welcher Form mir die Einsicht in die Akte gewährt werden soll.

==========================

Sobald Dir die Akte vorliegt kann eine Entscheidung getroffen werden ob Du eine Aussage machst, weiter schweigst oder einen Rechtsanwalt aufsuchst.

Hier könnte der Geschädigte/Verletzte Strafantrag gegen Dich gestellt haben, ansonsten wäre es nach Deiner Schilderung wohl nicht zu Ermittlungen gekommen.

Kommentar von EliteSoap ,

Das klingt sehr interessant und vorerst für das klügste. 

Schreibe ich dem Polizeikommissariat einen Brief und werde diesen ein, mit genau dem Text, oder wie mach ich das am besten und schnellsten?

Ich habe ja 2 Wochen Zeit für den Bogen, sonst wird es ja akzeptiert angenommen

Kommentar von Xipolis ,

Nein, wenn Du nicht antwortest, wird das als keine als keine Aussage gewertet. In dem Fall wird die Polizei dies so an die Staatsanwaltschaft weitergeben, die dann entscheidet. Eventuell wäre es dann auch möglich, dass Dich die Staatsanwaltschaft zur Vernehmung vorlädt.

Das was Du meinst, gilt nur bei einem Bußgeldbescheid oder einem Strafbefehl. Der wird nach zwei Wochen rechtskräftig, wenn Du keinen Einspruch einlegt.

Solche Anträge musst Du immer schriftlich stellen und zwar bei der Behörde, die Dir den Brieg geschrieben hat - also in dem Fall der Polizei.

Denke daran, dass Du die verlangten Angaben zu Deiner Person machen musst, wenn die nicht vollständig vorliegen sollten oder falsch sind.

Normalerweise wird Dir die Polizei dann Kopien zukommen lassen.

Kommentar von EliteSoap ,

Nun und das mit der Akteneinsicht kann nur ein Anwalt vornehmen, ich als Privatperson bzw. als beschuldigter, können das nicht.

Kommentar von Xipolis ,

Das gilt schon seit Jahren nicht mehr.

Ich zitiere mich selbst:

§ 147 Abs. 7 StPO

Dem Beschuldigten, der keinen Verteidiger hat, sind auf seinen Antrag Auskünfte und Abschriften aus den Akten zu erteilen, soweit dies zu einer angemessenen Verteidigung erforderlich ist, der Untersuchungszweck, auch in einem anderen Strafverfahren, nicht gefährdet werden kann und nicht überwiegende schutzwürdige Interessen Dritter entgegenstehen. Absatz 2 Satz 2 erster Halbsatz, Absatz 5 und § 477 Abs. 5 gelten entsprechend.

Eine Verweigerung wäre auch ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 6 Abs. 1 u. 2 MRK).

Kommentar von Xipolis ,

Noch eine Anmerkung: Die beschriebene Situation und die Folge sind zumindest kein A-Verstoß. Sollte es als B-Verstoß gewertet werden, müsstest Du ab sofort bis zum Ende der Probezeit noch sorgfältiger beim fahren sein.

Kommentar von 19Michael69 ,

Das kommt jetzt aber darauf an, was du mit "die Folge" meinst.

Der Auffahrunfall selbst ist nicht einmal ein B-Verstoß.

Die fahrlässige Körperverletzung ist aber eine schwerwiegende Zuwiderhandlung (A-Verstoß).

Gruß Michael

Kommentar von Xipolis ,

Die fahrlässige Körperverletzung ist aber eine schwerwiegende Zuwiderhandlung (A-Verstoß).

Nicht zwingend. Im Einzelfall kommt es darauf an, welcher Verkehrsverstoß zur fahrlässigen Körperverletzung geführt hat. 

Kommentar von 19Michael69 ,

Ja, stimmt.

Mittlerweile habe ich die seltsame Fußnote in der FeV auch entdeckt ;-)

Kann also sein, dass die fahrlässige Körperverletzung entweder als A-Verstoß oder B-Verstoß gewertet wird.

Gruß Michael

Antwort
von schleudermaxe, 63

... also, wer in der 30-iger schläft und auffährt, sollte zu seinem Ding auch stehen und nicht rumlamentieren. Das macht dann schon der Staatsanwalt.

Zudem leistet sich jeder VN genau für solche Fälle eine RS für das gute Stück für rd. 40,00 EUR/Jahr.

Viel Glück.

Sei froh, daß es nicht Mutter und Kinderwagen waren, die niedergebröselt wurden.

Kommentar von EliteSoap ,

Wir hatten vor einiger Zeit 10 Jahre lang eine Rechtschutz und zu unserem Pech, jetzt keine mehr. 

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 96

Wenn die Rückenschmerzen von einem Arzt bestätigt werden, handelt es sich definitiv um fahrlässige Körperverletzung. Dabei kommt es weder auf dein Gefühl noch auf den ersten Anschein der Polizisten an.

Wenn du dich gegen den Vorwurf wehrst, wird es wohl zu einer Verhandlung kommen.

Dabei kann es auf richterliche Anordnung durchaus dazu kommen, dass überprüft wird, ob du in diesem Moment dein Handy im Betrieb hattest. (Blick auf die Mittelkonsole???)

Kommentar von TheGrow ,

Dabei kann es auf richterliche Anordnung durchaus dazu kommen, dass überprüft wird, ob du in diesem Moment dein Handy im Betrieb hattest. (Blick auf die Mittelkonsole???)

Wieder eine Antwort die jeglicher rechtlicher Grundlage widerspricht.

Erstens liegen die Voraussetzungen für die Erhebung von Verkehrsdaten des Handys gar nicht vor.

Zweitens was soll damit bewiesen werden, wenn das Handy im Moment des Unfalles im Betrieb war?

Kann damit bewiesen werden wo der Fragesteller zum Unfallzeitpunkt hingesehen hat?

Und selbst wenn er zum Unfallzeitpunkt telefoniert hätte, würde das Garnichts beweisen, denn es ist nicht verboten während der Fahrt zu telefonieren

Kommentar von EliteSoap ,

Wieso definitiv vom Unfall? Der Polizist sagte selbst, dass es immer sein kann, dass es Kumpels sind. In dem Fall sollte ein unparteiischer Arzt nachprüfen

Kommentar von DerHans ,

Der Polizist ist kein Arzt. Er kann sich zu einer möglichen Verletzung überhaupt nicht äußern.

Kommentar von Xipolis ,

Der Polizist hat nicht unrecht. Kommt es nämlich zu einer Verhandlung, kann ein Amtsarzt hinzugezogen werden und es wird auch ein Gutachten über den Unfallhergang erstellt um sicherzustellen, dass die Verletzungen aus dem Unfall resultieren.

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei & Recht, 99

Hallo EliteSoap

was den Unfall angeht hast Du laut bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog folgende Bußgeldbescheid zu erwarten

  • **************************************************************************************

    Tatbestandsnummer : 104106

    Tatvorwurf: Sie fuhren infolge zu geringen Abstands auf das abbremsende Fahrzeug auf. Es kam zum Unfall.

    Ordnungswidrigkeit gem.: § 4 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 12.3 BKat; § 19 OWiG

    Verwarnungsgeld: 35,00 Euro

    Punkte: Nein

    Fahrverbot: Nein

    Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

    **************************************************************************************

    Wenn die andere Person durch den Unfall verletzt wurde, liegt zu der Ordnungswidrigkeit noch der Straftatbestand der fahrlässigen Köperverletzung vor.

    Im Falle einer Verurteilung drohen neben der im § 229 StGB  (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__229.html) angeführten Geld.- oder Freiheitsstrafe noch zusätzlich:

    •  2 Punkte
    • A - Verstoß
    • der wiederum für den Anfänger in der Probezeit zu einer Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre und die Anordnung eines kostenpflichtigen Aufbauseminars zur Folg hat

    Du kannst zwar wie hier einige schreiben, einen Rechtsanwalt mit der Vertretung Deiner Interessen beauftragen, was vor allem Sinn macht, wenn Du Verkehrsrechtschutzversichert bist.

    Wenn Du Dir den Rechtsanwalt sparen willst, kannst Du den Anhörungsbogen der Polizei auch selber ausfüllen.

    Ich persönlich würde ihn wie folgt ausfüllen

    ***********************************************************************************

  • Der Tatvorwurf wird bestritten

Sachverhalt:

Das ich auf das Fahrzeug vorausfahrenden Fahrzeuges aufgefahren bin, wird von mir nicht bestritten.

Aber der Aufprall war so gering, dass am Fahrzeug auf das ich aufgefahren bin gar keine Schäden festgestellt wurden und an meinem Fahrzeug ist nur ein ganz kleiner Riß im Plastik neben dem Kennzeichen. Schäden wurden bei der Unfallaufnahme protokolliert.

Der Aufprall war auf jeden Fall nur unerheblich, wodurch zu 99,9 % auszuschließen ist, dass der andere Verkehrsteilnehmer sich wie von ihm angegeben wurde bei dem Unfall verletzt hat.

Ich gehe viel mehr davon aus und es liegt ja auch auf der Hand, dass der angeblich verletzte Verkehrsteilnehmer die Verletzungen nur vorgespiegelt hat um von mir und meiner Versicherung Schmerzensgeldansprüche geltend machen zu können.

Zur Beweiserhebung fordere ich Sie auf, von einem Gutachter überprüfen   zu lassen, ob die vom Geschädigten angegeben Verletzungen überhaupt in Einklang mit den nicht vorhandenen Schaden an seinem Fahrzeug  bzw. nur unerheblichen  Schäden an meinem Fahrzeug  in Einklang zu bringen sind.

Liege ich mit meiner Vermutung richtig, habe nicht ich eine Straftat begangen sondern der angeblich Verletzte hat gleich mehrere Straftatbestände erfüllt.

  • § 145d StGB - Vortäuschen einer Straftat
  • § 164 StGB - Falsche Verdächtigung
  • § 263 StGB - Betrug

Diesbezüglich bitte ich um die Einleitung der entsprechenden Strafverfahren gegen den anderen Verkehrsteilnehmer, wenn Ihre Ermittlungen meinen Verdacht bestätigen.

Ich persönlich halte es jedenfalls für ausgeschlossen, dass sich der andere Verkehrsteilnehmer bei dem Unfall verletzt hat. Dazu war die Aufprallgeschwindigkeit (was der geringe Schaden an meinem Fahrzeug ja auch belegt)  viel zu gering.

Name Unterschrift

*************************************************************************************

So würde ich jedenfalls den Anhörungsbogen ausfüllen

Ich würde jedenfalls auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand stecken und nichts weiter machen als abzuwarten was kommt, sondern ich würde von meinem Recht gebrauch machen mich entweder mit oder ohne Anwalt zur Sache zu äußern

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Xipolis ,

Den unteren Abschnitt - zur Sache eine solche Aussage zu machen, halte ich für grob fahrlässig.

Ohne Akteneinsicht ist nicht bekannt, welche Aussage der Verletzte gemacht hat, welche ärztlichen Gutachten bereits vorliegen und welche Ermittlungen die Polizei gemacht hat und ob es weitere Zeugen gab, die bereits vernommen worden sind.

Das Fahrzeug des Geschädigten hat eine Anhängerkupplung und Beschädigungen müssen an Fahrzeugen nicht zwangsläufig sichtbar sein, da sich Teile auch wieder in die Ausgangsposition zurückgehen.

Mit der Aussage oben kann eine Verletzung des Geschädigten jedenfalls nicht ausgeschlossen werden und der Beschuldigte ist dann auch noch recht uneinsichtig.

Erst die Akteneinsicht, sonst kann genau das eintreten, was Du bereits geschildert hast. Eine Haftstrafe wird es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Kommentar von TheGrow ,

Ich halte es zwar für absolut Realitätsfern, dass sich eine Person verletzen kann, wenn äußerlich an einem Fahrzeug gar kein Schaden sichtbar und am anderen Fahrzeug nur ein kleiner Riss neben den Kennzeichen sichtbar ist.

Selbst wenn der Fragesteller nur mit 15 km/h aufgefahren währe, währen weit mehr Schäden an beiden Fahrzeugen sichtbar.

Trotzdem halte ich Deinen Rat für Sinnvoll. Die Akteneinsicht schadet zumindest nicht.

Interessant währe jetzt mal, ob der Geschädigte einen Schaden an seinem Fahrzeug geltend macht. Wenn kein Schaden an seinem Fahrzeug entstanden ist, halte ich eine Verletzung für ausgeschlossen.

Deshalb halte ich Deinen Rat zur Akteneinsicht durchaus für sinnvoll.

Gleichzeitig halte ich aber auch an meinem Rat  fest.

Inwiefern könnte er sich denn mit einer Aussage selber belasten?

Die Fakten:

  • er ist auf das vorausfahrende Fahrzeug aufgefahren und
  • der Fahrer des anderen Fahrzeuges klagt über Schmerzen

stehen fest. Ein Schweigen, leugnen, abstreiten etc bringt ihm nichts. Die Tatsachen kann noch nicht einmal ein Rechtsanwalt wegdiskutieren.

Egal was die Akteneinsicht bringt, ich würde mich so wie angeführt auf den Tatvorwurf einlassen. Ich sehe hier keine Gefahr, dass er sich mit einer Aussage noch mehr belasten könnte, als es die bereits festgestellten Tatsachen tun.

Wurde die Person nachweislich durch das Auffahren des Fragestellers verletzt ist der Straftatbestand der fahrlässigen Körperverletzung ohne wenn und aber erfüllt.

Gibt aber selbstverständlich für Deinen Kommentar einen Daumen hoch. Den gebe ich Dir auch auf Deinen Hauptthread

Kommentar von Xipolis ,

Eine Sache noch vorweg: Der Fragesteller sollte den Unfall und die vorliegende Beschuldigung umgehend seiner Haftpflichtversicherung melden.

Wir wissen nicht, ob das Fahrzeug des Geschädigten/Verletzten nicht doch eine Beschädigung aufweist, die äußerlich am Unfallort so nicht sichtbar war. Möglicherweise liegt hier schon ein Schaden-Gutachten vor.

Der Aufprall hat auf die Anhängerkupplung gewirkt und die verformt sich nicht so leicht. 

War das eine fest angebrachte oder eine abnehmbare Kupplung?.Auch das wäre wichtig, genauso ob es im letzteren Falle irgendwelche Auflagen gibt oder sich gar eine höhere Betriebsgefahr dadurch ergeben hat die man nun als Mitschuld werten könnte.

Schweigen heißt nicht leugnen oder abstreiten.

Was man einmal gesagt oder geschrieben hat, kann man schwer wieder zurücknehmen und schweigen ist das gute Recht des Beschuldigten. In dem Fall müsste dem Verursacher zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die Verletzung des Geschädigten durch den Unfall verursacht worden ist.

Wenn aus der Akte hervorgeht, dass der Fragesteller zweifelsfrei der Schädiger ist und die Beweislast klar ist - dann macht es Sinn die Tat zuzugeben und das Ganze zu bereuen und dem Verletzten auch mal einen Blumenstrauß und Gute Besserung Wünsche zu senden, da ein solch positives verhalten neben der Ersttäter Eigenschaft immer positiv bewertet wird und des dann beispielsweise auch zur Einstellung unter Auflagen (Spende an den Weißen Ring etc.) kommen kann.

Kommentar von EliteSoap ,

Es war eine feste Anhängerkupplung

Kommentar von Xipolis ,

OK.

Sieh zu dass Du eine Kopie der Akte bekommst.

Kommentar von TheGrow ,

Dem stimme ich  in allen Punkten zu.

Aber auch wenn wir nicht wissen, ob das Fahrzeug des Verletzten aufweist, so ist es zumindest sehr sehr sehr unwahrscheinlich, dass das der Fall war.

Wie Du schon geschrieben hast. Eine Anhängekupplung verformt sich nicht so leicht. Das bedeutet aber auch.

Die Energie des Aufpralls wird beim Fahrzeug mit der AHK auf die recht stabilen Aufnahmepunkte der AHK, sprich auf eine recht große Fläche verteilt.

Beim Fragesteller wirkte die ganze Kraft nur auf den kleinen Punkt des Aufpralls. Wenn der Aufprall so stark gewesen währe, dass es zu einem Schaden am Fahrzeug des Verletzten gekommen währe, hätte es zu 99,99 Prozent größere sichtbare Schäden als nur den kleinen Riss neben dem Kennzeichen gegeben, denn eine auf einen kleinen Punkt konzentrierte Kraft hat immer größere Auswirkungen als eine auf die Fläche verteilte Kraft. 

Kommentar von Xipolis ,

Mag ja alles sein. Leider kennen wir den Stand der Ermittlungen und die vorliegenden Beweise - insofern es welche gibt - nicht.

Kommentar von Xipolis ,

Nachtrag: Wenn sich der Fragesteller sich entscheiden sollte, doch schriftlich Stellung zur Sache zu nehmen (was ich nicht tun würde), würde ich ihm empfehlen, dies mit seiner Haftplichtversicherung abzusprechen.

Kommentar von TheGrow ,

Wenn ich Deine (Xipolis) und meine Ansichten und Ratschläge betrachte, würde ich EliteSoap dazu raten sowohl Deine wie auch meine Ratschläge zu befolgen, sprich:

  1. Sich erst einmal nicht zur Sache äußern und Akteneinsicht fordern
  2. Ergibt sich aus der Akteneinsicht, dass das Fahrzeug des Verletzten nicht beschädigt wurde, sich so wie von mir beschrieben zur Sache äußern
  3. Bevor er die Einlassung an die Polizei schickt, diese seiner Haftpflichtversicherung mit Bitte um Überprüfung zu schicken, damit mal die Rechtsabteilung der Versicherung drüber schauen kann.
  4. Gibt die Versicherung grünes Licht, kann die Einlassung an die Polizei übersendet werden.
  5. Sollte sich rausstellen, dass wieder Erwarten doch Schäden am Fahrzeug des Verletzten entstanden sind, müsste sich der Fragesteller  noch einmal überlegen ob und wie er sich zur Sache einlässt.
Kommentar von EliteSoap ,

Ich bin mehr als begeistert von euren Antworten, mehr als eure hätte man sich nicht wünschen können.

Nun, ich habe mit der VHV telefoniert und es war ein sehr netter junger Herr am Telefon. Ich habe erfahren, dass der Herr einen Anwalt hinzugezogen hat und einen Schadensersatz, als auch Schmerzensgeld einfordert. Am Telefon wurde mir gesagt, dass sie selber nicht glauben, dass der Schmerz vom Unfall stammt, wenn keine wirklichen Schäden vorhanden sind (Kosten der angeblichen Schäden waren ihm noch nicht bekannt). Er meinte, dass sie den Antrag Höhstwahrscheinlich ablehnen werden oder nochmals begutachten werden. Außerdem solle ich mich ganz normal über den Bogen zur Sache äußern und ebenfalls meine zweifel angeben.

Soll ich nun wirklich keinen Anwalt einschalten? Mir wurde sogar gesagt, am besten direkt und mündlich auszusagen. Seid ihr euch sicher, dass mir trotz seinem Anwalt nichts drohen könnte, der wird doch mit allen Mitteln versuchen, irgend welch juristische und gesetzliche Schlupflöcher zu finden, um mich zu zerstören.

Kommentar von TheGrow ,

Du musst hier zwei Sachen von einander Trennen.

Was den Schadensersatz und das Schmerzensgeld angeht brauchst Du keinen Anwalt, weil Du indirekt schon einen hast.

Die Haftpflichtversicherung Deines Fahrzeuges ist für die Regulierung von Schäden, wie Schadensersatzansprüchen und auch des Schmerzensgeldes zuständig.

Man spricht bei der Haftpflichtversicherung auch von einer indirekten Rechtsschutzversicherung, denn wenn wie in Deinem Fall die Verletzte Person Ansprüche stellt, prüft bereits die Rechtsabteilung der Haftpflichtversicherung, ob die Ansprüche überhaupt gerechtfertigt sind. In dieser Rechtsabteilung sind logischerweise auch Juristen beschäftigt, die bei der Prüfung der Ansprüche mitwirken.

Die Rechtsabteilung prüft nun, ob die Ansprüche gerechtfertigt sind oder nicht. Sind sie nicht gerechtfertigt weist die Versicherung die Forderung zurück, andernfalls zahlt die Haftpflichtversicherung den Schaden. Sie zahlt nicht nur die Schadensersatzansprüche und das Schmerzensgeld, sondern auch die Kosten die gegnerischen Anwaltes.

Im Klartext. Selbst wenn die Forderung zu recht besteht, zahlst nicht Du den geforderten Betrag, sondern Deine Haftpflichtversicherung zahlt alle mit dem Unfall verbundenen Kosten des Verletzten.

Insofern brauchst Du für die zivilrechtliche Forderung auch keinen Rechtsanwalt.

Was die Strafrechtliche Seite angeht, musst Du selber entscheiden, ob Du einen Rechtsanwalt einschaltest.

Kontra:

  • Ein Rechtsanwalt kostet Geld
  • ein Rechtsanwalt kann vorliegende Fakten auch nicht wegdiskutieren
  • Ein Rechtsanwalt wird vermutlich auch nur das schreiben, was Du auch selber schreiben würdest
  • Akteneinsicht kannst Du auch ohne Rechtsanwalt nehmen

Pro:

  • Ein Rechtsanwalt weiß, welche Beweise evtl. nicht als Beweismittel zulässig sind und dass kann in einigen Fällen hilfreich sein. Aber ein Richter erkennt in der Regel eh nur zulässige Beweismittel an
  • Ein Rechtsanwalt kennt die juristischen Fallstricke und wird zumindest in der Regel dafür sorgen, dass Du Dich mit einer unbedachten Äußerung nicht selbst belastest.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, würde ich auf jeden Fall einen Rechtsanwalt einschalten, denn schaden tut der auf keinen Fall.

Übernimmt keine Versicherung die Kosten, würde ich die Pro und Kontra Argumente abwägen und mich dann entscheiden ob Du einen Rechtsanwalt einschaltest.

Kommentar von Xipolis ,

Ich würde die Hinzuziehung des Anwalts für die strafrechtliche Sache vom Inhalt der Akte abhängig machen.

Kommentar von Xipolis ,

The Grow hat Dir bereits alles geschrieben. Mit Deiner Haftpflichtversicherung solltest Du offen sprechen und dieser auch das Aktenzeichen der Polizei mitteilen (Deine Versicherung wird sicher auch nochmal selbst für Ihre Beurteilung Akteneinsicht anfordern).

Antwort
von Apolon, 69

Es war leichter Stop-Go Verkehr und plötzlich näherten wir uns unerwartet einer größeren Kolonne, die ich nicht gesehen habe,

Und dies in der 30er Zone, kann ich nicht nachvollziehen. Du solltest vielleicht mal zum Augenarzt gehen und deine Sehschärfe untersuchen lassen.

Sollte ich im Formular schreiben, dass ich damit nicht einverstanden bin und an der Tatsache stark zweifle?

Mit was willst du nicht einverstanden sein ?

Du sollst in dem Fragebogen die Schadensursache wie du sie erlebt hast schildern.

Was und wie genau soll ich dies am besten formulieren?

Wie es sich zugetragen hat, also immer die Wahrheit schreiben!

Kann mir bei einer fahrlässigen Körperverletzung eine Verlängerung der Probezeit und ein Aufbauseminar drohen?

Dies ist auch möglich, wenn niemand verletzt wurde, denn deine Schadensschilderung ist für mich nicht nachvollziehbar!

Was soll ich am besten tun? Mir einen Anwalt sicher besorgen?

Richtig - das wäre die beste Lösung!

Kommentar von Xipolis ,

Ich würde dem Beschuldigten nicht empfehlen den Vorgang so zu schildern, wie er das hier gemacht hat. In dem Fall wäre Schweigen die bessere Alternative. 

Kommentar von Apolon ,

Wobei ich davon ausgehe, dass er bei seinem Text sich nicht an die Wahrheit gehalten hat.

Kommentar von Xipolis ,

Lügen wäre natürlich noch schlechter, auch wenn er das Beschuldigter darf. 

Kommentar von EliteSoap ,

In dem Formular wird mir meines Erachtens das Recht gegeben, mich zur Beschuldigung zu äußern und dementsprechend dagegen auszusprechen, bzw. die Beschuldigung anzuzweifeln

Kommentar von Apolon ,

Richtig, aber auch dabei sollte man die Wahrheit schreiben.

Aber nach deinem ersten Text, hältst du es damit nicht so genau.

Kommentar von EliteSoap ,

Und das weißt du natürlich, Professor?

Kommentar von Apolon ,

Du hast es erkannt Jüngling!

Daher bitte in Zukunft keine Geschichten erfinden, sondern nur wahre Geschichten nieder schreiben!

Antwort
von BenniXYZ, 49

Moin, was sagt denn dein KFZ Haftpflichtversicherer? Bei so einem kleinen Ruck, kann man nicht so verletzt sein im Rücken ohne einen Vorschaden. Vielleicht war der Mann schon rückenkrank? Mußte der Geschädigte sich krank schreiben lassen? Keine Angst, das Schmerzensgeld zahlt deine KFZ Haftpflichtversicherung, wenn es notwendig wird. Den Arztbesuch auch.

Den Fragebogen solltest du auf keinen Fall alleine ausfüllen. Geh damit zu einem Anwalt, der sich mit Verkehrsrecht und Strafrecht befasst.

Kommentar von EliteSoap ,

Die einzige Sorge die ich habe ist, dass es Auswirkungen auf meine bald endende Probezeit hat. Meinst du es wäre einfach sinnvoll, entspannt bei der Haftpflicht anzurufen und nachzufragen? Sagen dass ich daran zweifle und sie einen Gutachter oder ähnliches losschicken sollen?

Kommentar von BenniXYZ ,

Ja klar ist das sinnvoll! Deine KFZ Haftpflichtversicherung hat erstens die Aufgabe, unberechtigte Ansprüche abzuwehren. Die prüfen genau ob sie zahlen müssen. Ähnlich einer Rechtsschutzversicherung, die ebenfalls versuchen würde unberechtigte Forderungen zu entkräften. Weißt du doch sicher alleine, Versicherungen bezahlen erst, wenn sie müssen.

Was du noch wissen solltest: Der Anspruchsteller/Unfallgegner hat einen Direktanspruch. Er kann den Fall auch selbst deiner KFZ Haftpflichtversicherung melden. Wer weiß, hat er vielleicht bereits getan. Also ruf dort an, melde den Schaden und gib deine Zweifel deutlich dazu.

Die Versicherungsgesellschaft interessiert sich hier nicht für Probezeit u.ä. Das wäre Sache der Polizei. Der Sachbearbeiter darf nicht die Polizei anrufen und "petzen". Hat er auch kein Interesse dran.

Kommentar von EliteSoap ,

Siehe einen Kommentar weiter oben, die Versicherung VHV zweifelt ebenfalls sehr stark daran und meinte, dass er Schadens- als auch Schmerzensgeld beantragt hat, gemeinsam mit einem Anwalt. 

Soll ich trotz gegnerischem Anwalt dabei bleiben und mir keinen holen und selbst aussagen wie es war?

Kommentar von BenniXYZ ,

Ja, sollst du, du brauchst keinen Anwalt, unberechtigte Ansprüche wird die VHV mit ihren Anwälten für dich abwehren. Dazu hast du doch die KFZ Haftpflicht! (Das wäre doppeltgemoppelt)

Und na klar versucht der Gegner mit Hilfe eines Anwaltes seine Ansprüche durchzusetzen. Versuchen kann das jeder. Vielleicht hat er Glück und die VHV bezahlt ein bisschen. Vermutlich eher nicht. Jedoch kein Anwalt wird so einen Auftrag ablehnen, denn der Anwalt bekommt immer sein Geld, egal ob der Prozeß gewonnen oder verloren wird.

Antwort
von Menuett, 106

*stöhn*

Unfallfolgen stellt man häufiger erst eins bis zwei Tage später fest.

Ab 20 km/h kann es zu tödlichen Unfällen kommen - mit Sicherheit kann sich der Gegner da etwas getan haben und ein Polizist kann keine medizinischen Diagnosen von sich geben.

Dir kann es völlig schnuppe sein.

Wenn der Mann Schmerzensgeld o.ä. haben will, dann zahlt das Deine Haftpflichtversicherung.

Deine Beträge erhöhen sich deswegen nicht mehr.

Es ist unwahrscheinlich, dass Dir deshalb eine Verlängerung und ein Aufbauseminar droht.

Du hast einen Schaden verursacht, jetzt steh verdammt noch mal dazu.

Kommentar von EliteSoap ,

Du, der Schaden und mögliches Schmerzensgeld, welches dann von der Haftpflicht übernommen wird, interessiert mich nicht so sehr. Was mir wichtig ist, dass ich für die "fahrlässige Körperverletzung" nicht ordentlich aufs Maul bekomme und mir meinem Probezeit verlängert wird, davon gehst du also sicher nicht aus?

Bei 20km/h und tödlich, ja sicherlich, ohne Auto oder bei einer sehr sehr unglücklichen Situation würd ich vermuten

Kommentar von Gaskutscher ,

Bei 20km/h und tödlich, ja sicherlich, ohne Auto oder bei einer sehr sehr unglücklichen Situation würd ich vermuten

Du lebst in einer sehr technikgläubigen Welt, richtig?

Kommentar von Menuett ,

Ich bin mit 9 von einem ganz normalen Stuhl gefallen und hatte danach monatelang den Arm in Gips.

Ich halte diese 20 km/h die hier notwendig sein sollen, für völlig überzogen.

Tödlich geht schon vorher.

Kommentar von Menuett ,

Nur bei Verstößen, die Punkte kosten, kommt eine Verlängerung.

Kommentar von Xipolis ,

Er hat einen Verkehrsverstoß begangen, aus der er einer fahrlässigen Körperverletzung beschuldigt wird. Es kann sich dann um ein B-Delikt handeln, welches erstmal noch keine Auswirkungen hat.

Kommentar von DerHans ,

Es geht ihm ja gar nicht darum, wie viel seine Versicherung zu zahlen hat. 

Er hat im Straßenverkehr nicht die nötige Aufmerksamkeit gezeigt und muss dann wahrscheinlich mit Verlängerung seiner Probezeit rechnen.

Kommentar von Menuett ,

Nö, wenn er sich anständig benimmt und seine Schuld einsieht nicht.

Mein Sohn hatte ziemlich den gleichen Unfall in der Probezeit - der hat aber sofort seine Schuld eingesehen und der "Verletzten" einen Blumenstrauß geschickt und gute Besserung gewünscht.

Das Verfahren wurde eingestellt, nur das Bußgeld mußte er zahlen.

Bei solchen Kleinigkeiten kommt es nicht zu Nachschulung oder Verlängerung der Probezeit.

Eine Verlängerung der Probezeit kommt nur dann, wenn es ein Straßenverkehrsverstoß war, der mit Punkten geahndet wird.

Kommentar von EliteSoap ,

@Menuett Das klingt interessant für mich, hat er auch das Schreiben der Polizei erhalten? Was habt ihr danach gemacht?

Kommentar von Menuett ,

Ja, natürlich.

Er hat beschrieben, was passiert ist ( und dabei hat er nichts beschönigt) und dass es ihm fürchterlich leid tut. Dem "Opfer" einen Blumenstrauß mit Karte geschickt.

Bußgeld von 35€ und gut war es.

Kommentar von Xipolis ,

Das ist allerdings jetzt im Register jetzt eingetragen. Bei einer Wiederholung wird Ihr Sohn nicht mit einer erneuten Einstellung rechnen könne.

Kommentar von Xipolis ,

Wenn das Verfahren nicht eingestellt worden wäre, wäre das sehr wahrscheinlich ein B-Verstoß gewesen.

Antwort
von toomuchtrouble, 106

Du brauchst einen Anwalt. Mache auf gar keinen Fall Angaben zur Sache.

Kommentar von Joel05 ,

eben das Motto i Säge kein Wort ohne meinen Anwalt

Kommentar von Joel05 ,

*sage

Kommentar von Menuett ,

Nein, braucht er nicht...

Antwort
von lesterb42, 70

Wer auffährt zahlt.  Den Schaden am Unfallgegner deine Haftpflichtversicherung. Die Geldbuße zahlst du selber.  Hast du keine Rechtschutzversicherung zahlst du deinen Anwalt auch selber.

Expertenantwort
von Alexander Schwarz, Versicherungsmakler, 49

Du hast eine Haftpflichtversicherung. Diese lehnt auch unberechtigte Ansprüche ab. Allerdings werden auch belegte Forderungen erstattet. Wenn er die Körperverletzung belegen kann, dann haftest du auch dafür, egal was deine Meinung dazu ist. Du bist aufgefahren! Was Strafrechtlich passiert kann dir nur ein Anwalt für Verkehrsrecht weiterhelfen.

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