Frage von JasonSpaceman, 39

Gefahrrveringerung in der Objektiven Zurechnung prüfen oder Notstand §34?

Hallo! :)

Mein Fall:

A möchte B erschießen.

Als der A seine Waffe auf den B richtet, schubst der C den B mit voller Kraft auf den Boden.

Der A drückt ab, trifft nun aber ins Leere. Der B hat sich an der Schulter verletzt.

Geprüft wird nun die Strafbarkeit des C aufgrund der Körperverletzung des B gemäß §223 StGB.

Der C ist natürlich nicht zu bestrafen, da er die Gefahr verringert.

Verneine ich die Strafbarkeit des C jetzt im objektiven Tatbestand (objektive Zurechnung liegt nicht vor, da Gefahrverringerung = Fallgruppe) oder in der Rechtswidrigkeit (Rechtfertigungsgrund = Notstand gemäß §34 StGB)?

Meiner Einschätzung zufolge müsste man schon das Vorliegen des objektiven Tatbestands verneinen.

In meinem Strafrecht Tutorium hieß es jedoch, dass man die objektive Zurechnung nicht zwingend prüfen muss, da sich dieser Prüfungspunkt dank der Vorsatzprüfung entbehrlich macht. Wenn das der Fall sei, dann würde ja Vorsatz vorliegen, da der C die Körperverletzung des B zumindest billigend in Kauf nimmt. Ergo ist der objektive sowie der subjektive Tatbestand erfüllt. Als Folge dessen käme dann ja die Notstandsprüfung in der Rechtswidrigkeit in Frage.

Was ist jetzt die richtige Herangehensweise bzw. die elegantere Lösung?

Vielen Dank im Vorraus :)

LG

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Antwort
von furbo, 16

Ich würde über den 34 an die Sache rangehen. Die KV liegt eindeutig vor und wurde billigend in kauf genommen. 

Antwort
von Ronox, 12

Das streiten sich die Geister drüber. Ich persönlich würde es über die Rechtswidrigkeit machen, da es sich für mich einfach besser liest. In einer Klausur ist vermutlich dein Weg über die objektive Zurechnung besser, da du Zeit sparst. Aber keiner der beiden Wege ist falsch.

Antwort
von missott, 6

in der Rechtswidrigkeit

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