Frage von XDrive1989, 154

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Geschädigter?

Hallo!
Im Januar diesen Jahres hatte ich einen Autounfall erlitten. Ich fuhr nachts mit ca. 55 km/h laut Tacho innerhalb einer Ortschaft auf einer lang gezogenen Straße bei Regen. Einige Meter bevor ich richtig reagieren konnte sah ich einen Reisebus (weder beleuchtet, noch waren Reflektoren angebracht), welcher die komplette rechte Fahrspur blockierte. Mit der besagten Geschwindigkeit versuchte ich aus Reflex links auszuweichen, aber krachte jedoch ungebremst mit der rechten Seite in den Reisebus rein. An meinem Auto entstand Totalschaden und ich bekam natürlich die komplette Schuld.
Meine Teilkaskoversicherung zahlte den Schaden des Busunternehmens.
Einige Wochen später bekam ich Post von der Polizei mit einem Formular, dass ich ausfüllen sollte.
Dort sollte ich den Unfallhergang beschreiben (ähnlich wie hier). Zusätzlich schrieb ich, dass ich meine Schuld nicht leugne, der Busfahrer oder das Busunternehmen jedoch zumindest eine Teilschuld treffe, da er einige Ordnungswidrigkeiten begangen hat (fehlende Beleuchtung, absolutes Parkverbot für ihn etc.)
Später las ich in dem online veröffentlichen Artikel dazu, dass auch andere Fahrer den Bus erst spät bemerkt haben.
Jetzt nach einem halben Jahr habe ich Post vom Gericht bekommen, dass dieser nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt wird. Auch bemüht sich wohl ein von ihm beauftragtes Rekonstruktionsbüro um die Rekonstruktion des Unfalls und verlangt von meiner Versicherung Daten zum damaligen Fahrzeug.
Die Versicherung fragt mich nun, ob ich diese Informationen zur Verfügung stellen möchte.
In einem Monat muss ich zudem als Zeuge aussagen.
Droht mir als Unfallverursacher noch eine Konsequenz? Wie verhalte ich mich gegenüber dem Rekonstruktionsbüro?
Gibt es etwas bei der Aussage zu beachten?
Soll ich eigenständiges irgendwelche Schritte einleiten?
Ich stand noch nie vor Gericht und wollte eigentlich mit dem Unfall abschließen.

Freundliche Grüße

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Antwort
von planplants2, 49

Dein Unfall ist abgeschlossen und es geht jetzt einzig und allein um den Busfahrer. Ich würde die Informationen in jedem Fall zur Verfügung stellen, vllt kommt ja sogar etwas positives für dich raus. Wenn mir das passiert wäre, wäre es mir wichtig, dass auch der Busfahrer eine gerechte Strafe erhält. Übrigens hat nicht deine Teilkaskoversicherung sondern deine Haftpflichtversicherung gezahlt. Teilkasko ist für nicht selbst verursachte Schäden am eigenen Fahrzeug (zb. Zusammenstoß mit Tieren).

Kommentar von Apolon ,

 Dein Unfall ist abgeschlossen und es geht jetzt einzig und allein um den Busfahrer.

Sehe ich nicht so.  Denn wenn neue Erkenntnisse auftauchen könnte es möglich sein, dass das Reiseunternehmen zumindest einen Teil der Kosten am Auto von XDrive zahlen darf.

Kommentar von planplants2 ,

Hab ja geschrieben, dass wenn dann nur positives für ihn rum kommt. Ich glaube jedoch kaum, dass negatives zu Tage kommt, wenn er damals alles wahrheitsgemäß angegeben hat, das wollte er ja wissen.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 43

Ob Dir noch Konsequenzen drohen kann man so natürlich nicht sagen. Nur weil zunächst gegen den Busfahrer ermittelt wurde heißt das nicht, dass Du "aus dem Schneider" bist.

Bei Dir kommt eine Strafbarkeit wegen Gefährdung des Straßenverkehrs in Betracht. Insofern hast Du grundsätzlich das Recht gem. § 55 StPO die Aussage vor Gericht zu verweigern. Hierüber wird Dich der Richter auch aufklären. Du solltest Dir allerdings vorher schon gut überlegen, ob Du aussagen möchtest.

Gegenüber dem Sachverständigenbüro solltest Du umfassend kooperieren!

Antwort
von Apolon, 30

 Meine Teilkaskoversicherung zahlte den Schaden des Busunternehmens.

Dies ist unmöglich, denn die Teilkasko leistet nur für Eigenschäden.

Vermutlich meinst du aber die Kfz-Haftpflichtversicherung, die Fremdschäden abdeckt.

 Auch bemüht sich wohl ein von ihm beauftragtes Rekonstruktionsbüro um die Rekonstruktion des Unfalls und verlangt von meiner Versicherung Daten zum damaligen Fahrzeug.
Die Versicherung fragt mich nun, ob ich diese Informationen zur Verfügung stellen möchte.

Diesen Text kann ich nicht nachvollziehen.

Deine Kfz-Versicherung müsste doch alle Unterlagen schon haben, denn wie sonst konnten Sie überhaupt den Fremdschaden bezahlen ?

 Droht mir als Unfallverursacher noch eine Konsequenz? Wie verhalte ich mich gegenüber dem Rekonstruktionsbüro?

Kontaktiere deinen Versicherer, denn dieser müsste den Vorgang kennen und auch über den Schriftwechsel mit der Polizei und Gericht Informationen haben.

 Soll ich eigenständiges irgendwelche Schritte einleiten?

Auch hier noch einmal, du musst alles erforderliche mit deiner Kfz-Versicherung besprechen, denn dafür sind sie da.

Gruß N.U.

Antwort
von schleudermaxe, 18

Das ist mir zu wirr. Du bekommst die volle Schuld? Von wem? Und die Versicherung vom Bus leistet nicht und kommt damit durch? Glaube ich nicht. Viel Glück.

Antwort
von peterobm, 50

Die Versicherung fragt mich nun, ob ich diese Informationen zur Verfügung stellen möchte.

solltest du machen, gehört doch zur Aufklärung

Du bist nur als Zeuge geladen; einfach die Fragen wahrheitsgemäss beantworten dann ist auch alles Gut.

Dein Unfall ist abgeschlossen, es geht nun um den Fahrer.

Kommentar von XDrive1989 ,

Danke für deine Antwort.
Ich mache mir nur Sorgen, weil es so unglaubwürdig klingt.
Zudem kommen mir die letzten Sekunden vor dem Aufprall wie ein Traum vor und ich kann selber nicht begreifen, wie ich ihn übersehen konnte.

Kommentar von peterobm ,

nachts und zusätzlich Regen, das kann passieren. Mach dir da mal keinen Kopp. Es hat weder auf FS noch auf die Probezeit einen Einfluss.

Kommentar von XDrive1989 ,

Aus der Probezeit bin ich lange raus, aber danke!

Antwort
von azervo, 24

Ich verstehe nicht wieso Du da von 55 km/h auf dem Tacho schwatzt ... der Tacho ist nicht geeicht und hat sehr wahrscheinlich eine etwas zu hohe Anzeige. Dazu kommen noch ein paar km/h die als Marge abgezogen werden.

Du bist also wahrscheinlich mit weniger als 50 km/h unterwegs gewesen. Da dort ja anscheinend kein "Messgerät", die tatsächliche Geschwindigkeit gemessen hat und Du nicht viel zu schnell unterwegs warst, muss man davon ausgehen, dass Du noch mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit unterwegs warst.

Das mit der fehlenden Beleuchtung und dem absoluten Parkverbot ist auch kein Fehler von Dir, sondern ein grober Fehler vom Bus-Fahrer!

Und dass der Bus gross ist ...und dass Du keinen Zwerg gerammt hast ... das ist eher noch ein Grund dafür, den Verstoss des Busfahrers, als sehr schwer zu beurteien. Das ist ein Berufsfahrer .. der hat ja gelernt, wie problematisch solche grossen Fahrzeuge sind, wenn sie irgendwo unbeleuchtet herumstehen ... das ist kein schlechter Punkt für Dich ... sondern für den Busfahrer! So einem Bus konntest Du viel weniger ausweichen, wie einem Zwerg ...

So wie cih das sehe, hast Du da nichts zu befürchten ... Du kannst sogar vielleicht Dein kaputtes Auto ersetzt bekommen, weil das was der Busfahrer da gemacht hat, grob verkehrswidrig und -gefährdend war.

Antwort
von Willwissen100, 72

Ich denke, Dir wird der Ausweis für eine gewisse Zeit entzogen.

Du hast auf jeden Fall Dein Fahrzeug nicht beherrscht. Egal, ob der Bus Licht hatte oder nicht. Einen ganzen Bus zu übersehen, da wird vermutet, dass Du abgelenkt gewesen bist.

Du scheinst aber offen dazu zu stehen, dass Du einen Fehler gemacht hast. Das wird Dir das Gericht bestimmt anrechnen.

Meine Äusserungen sind nur Vermutungen.

Kommentar von peterobm ,

Frage gelesen und verstanden?

Kommentar von Willwissen100 ,

Es sind fünf Fragen. Einige habe ich beantwortet. Verstanden?

Kommentar von peterobm ,

es geht NICHT um Ihn als damaliger Unfallverursacher, der Busfahrer ist der Angeklagte - damit sind deine Antworten nicht zur Sache führend

Kommentar von Apolon ,

@Willwissen100

 Verstanden?

Aus deinem Hinweis entnehme ich, dass du den Text des TE überhaupt nicht richtig gelesen hast oder nicht verstanden hast.

 Zusätzlich schrieb ich, dass ich meine Schuld nicht leugne, der Busfahrer oder das Busunternehmen jedoch zumindest eine Teilschuld treffe, da er einige Ordnungswidrigkeiten begangen hat (fehlende Beleuchtung, absolutes Parkverbot für ihn etc.)

Auf deutschen Straßen, darf auch ein Reisebus nicht im Halteverbot, bzw. Parkverbot nachts parken.

Kommentar von MISTERM3 ,

Es steht dabei nachts unbeleuchtet und das bei Regen das ist nicht fahrlässig oder mit Vorsatz und der "Ausweis" wird wohl kaum eingezogen wenn schon der Führerschein aber auch das wird wohl nicht der Fall sein!

Kommentar von peterobm ,

das klingt eher nach Schweiz - Führerausweis

Kommentar von Apolon ,

 Es steht dabei nachts unbeleuchtet und das bei Regen das ist nicht fahrlässig oder mit Vorsatz

Es ist unsinnig hier zu diskutieren, ob es fahrlässig oder vorsätzlich war - es ist ganz einfach auf deutschen Straßen nicht erlaubt im Halte-, oder Parkverbot sein Auto/Reisebus zu parken.

http://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__12.html

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 58

50 km/h sind innerhalb der geschlossenen Ortschaft die HÖCHST-Geschwindigkeit.

Das heißt noch lange nicht dass du IMMER mit 50 km/h fahren darfst. Offensichtlich hattest du dein Fahrzeug nicht im Griff.

Wenn dort ein "unbeleuchteter Fußgänger" gewesen wäre, wäre dieser jetzt tot.

Kommentar von XDrive1989 ,

Das ist mir bewusst und ich leugne meine Schuld nicht. Ich denke hier geht es um das beantworten von Fragen und nicht um solche Feststellungen.

Kommentar von 19Michael69 ,

Tut mir leid, aber von einem Experten hätte ich nach einer so ausführlichen Schilderung in der Frage mehr erwartet als eine bloße und als Antwort vollkommen sinnlose Belehrung.

Gruß Michael

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