Frage von Neugierige2491, 219

Geerbtes Haus, Schwester auch noch im Grundbuch?

Eine Freundin hat das Haus ihrer Mutter geerbt, jedoch hat sich die Schwester der Mutter, also die Tante, vorher noch ins Grundbuch eintragen lassen. Man muss wissen, dass sie eigentlich vorher bereits Geld erhalten hat, das nur meines Wissens nach nirgends festgehalten wurde. Die Tante hat selbst ein Haus, daher denke ich, dass es ihr nur um das Geld geht. Im Testament steht jedoch ausdrücklich, dass die Mutter meiner Freundin das Haus erben soll. Da die Schwester der Mutter ja gesetzlich einen Pflichtanteil erhalten muss, gibt es keine andere Möglichkeit, außer sie auszuzahlen, bzw. muss es denn sein? (Man muss dazu erwähnen, dass es mit Sicherheit keine einvernehmliche Einigung zwischen den beiden geben wird.) Kennt sich jemand eventuell damit aus?

Antwort
von Julsche71, 204

Das Grundbuch ist ein Register, das beim Grundbuchamt geführt wird. Als Eigentümer (oder Miteigentümer) wird man dort grundsätzlich nur eingetragen, wenn man eine Immobilie zu Lebzeiten durch einen notariellen Vertrag erworben (z.B. Kaufvertrag, Schenkungsvertrag,...) hat oder die Immobilie geerbt hat. Hat man sie aufgrund eines Todesfalls geerbt, nimmt das Grundbuchamt eine Eintragung in das Grundbuch erst vor, wenn man einen durch das Nachlassgericht erstellten Erbschein oder eine notariell beurkundete letztwillige Verfügung mit Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts vorlegt.

Wenn das Haus der Mutter zum Zeitpunkt ihres Todes alleine gehörte, dann stand sie auch alleine im Grundbuch.

Solange die Mutter lebte, konnte sie nicht mal die eine Tochter und dann wieder mal die andere Tochter ins Grundbuch eintragen lassen.

Da muss also irgendein ein Missverständnis vorliegen!

Kommentar von Neugierige2491 ,

Ne, sie hat auch nicht mal die eine und dann die andere Tochter eintragen lassen. Zuerst stand nur die eine drin als Erbin und dann wurde die andere mit eingetragen,  sodass nun beide als Erben eingetragen sind.

Antwort
von schelm1, 174

Die Mutter Ihrer Freundin hat mit dem Haus deessen Eigentümerin die Tante lt. Grundbucheintrag alleine ist, nichts zu tun; Pflichtteilsansprüche existieren da keine!

Antwort
von Ronox, 162

Man kann sich nicht einfach ins Grundbuch eintragen lassen. Entweder hat die Mutter also der Tante das Alleineigentum übertragen, oder die Tante ist zumindest Miterbin geworden.

Im Testament steht jedoch ausdrücklich, dass die Mutter meiner Freundin das Haus erben soll.

Das ist im Regelfall ein reines Vermächtnis. Die Freundin hat also einen Anspruch gegen die Miterben auf Übertragung des Eigentums. Aber sie ist nicht automatisch mit Erbfall Eigentümerin.

Die Schwester einer Erblasserin hat übrigens kein Pflichtteilsrecht.

Kommentar von Neugierige2491 ,

Nein, da habe ich mich vielleicht undeutlich ausgedrückt, laut Grundbucheintrag soll es beiden gehören. 

Und es besteht kein Pflichtanteil?

Kommentar von Ronox ,

In dem Fall sind sie beide entweder in Erbengemeinschaft eingetragen oder die Mutter hat der Tante zuvor einen Anteil überschrieben. Ohne Grundbuch kann man dazu nicht mehr sagen.

Ein Pflichtteilsrecht haben nur Abkömmlinge, Eltern und Ehegatte des Erblassers, wenn sie durch Testament von der Erbfolge ausgeschlossen sind. Die Schwester gehört nicht dazu.

Antwort
von SaVer79, 155

Wer stand denn zum Zeitpunkt des Todes im Grundbuch?

Kommentar von Neugierige2491 ,

Soweit ich weiß waren es beide.

Kommentar von SaVer79 ,

Dann kann die Mutter auch nur ihren Anteil vererben! Über den anteil ihrer Schwester kann sie nicht bestimmen

Kommentar von Neugierige2491 ,

Ah, ich hatte es falsch verstanden, Verzeihung. Also das Haus gehörte nur der Mutter. Sie hatte nur meine Freundin ursprünglich als Erbin eintragen lassen, jedoch hat sich die Schwester einige Zeit vor dem Tod ebenfalls als Erbin eintragen lassen.

Kommentar von SaVer79 ,

Das heißt, die Schwester steht als Miterbin im Testament? Das ist alles ein wenig verworren, denn man lässt sich nicht als Erbe eintragen sondern wird zum Erben bestimmt

Kommentar von Neugierige2491 ,

Ja, beide sollen wohl drin stehen. Dann wird sie sich wohl eintragen lassen haben, wenn sie das nicht einfach so kann. Auch wenn meine Freundin sagt sie durfte es. Da weiß ich aber nicht ob das Info des Anwalts war. 

Kommentar von SaVer79 ,

Da der Sachverhalt immer noch nicht ganz klar ist, halten wir es doch mal ganz einfach: die Erblasserin könnte ihr Testament vor dem Tod so oft ändern wie sie wollte und darin zu Erben bestimmen, wen sie wollte! Wenn keine Beschränkungen z.b. Durch ein gemeinsames Testament von Ehegatten oder fehlende testierfähigkeit etc vorlagen, ist das vollkommen in Ordnung

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