Frage von timuranzor, 83

Gedichtsinterpretation zu 'Paargesang' von Robert Gernhardt?

Hallo! Ich muss eine Gedichtsinterpretation zum Gedicht 'Paargesang' von Robert Geernhardt schreiben und habe keine Anhnung wie das geht. Im interpretieren und Deutungshypothesen aufstellen bin ich im allgemeinen schlecht. Kann mir da jemand helfen ?

Hier das Gedicht:

Was mir gehört
Was dir gehört
Wir scheren uns nicht drum
Ich nehme, denn ich bin gescheit
Du gibst, denn du bist dumm.

Was mir gefällt
Was dir gefällt
Das ist doch alles eins
Ich kriege schon mein Stück vom Glück
Und wenn ich will, auch deins.

Was mir gebricht
Was dir gebricht
Uns ist das einerlei
Ich weiß ja nicht, was Mangel ist
Denn du entsagst für zwei.

Danke schonmal im Vorraus! L.G

Antwort
von LolleFee, 83

Ich helfe Dir, indem ich Dir Fragen stelle:

1. Assoziationen: Was denkst Du denn, wenn Du das Gedicht liest? Es gibt zwei Personen - das Du und das Ich. Was erfährst Du über die beiden?

2. Analyse: Wie ist das Gedicht aufgebaut? Strophenanzahl, Strophenaufbau? Reimschema? Versmaß? Was fällt Dir formal an den Strophen auf? Sprachlich: Was sagst Du zu dem "Wir"? Was sagst Du zu dem "Paargesang"? - Wer singt hier?

Du kannst sie gerne beantworten, ich helfe Dir dann weiter. Aber ein bisschen Eigenleistung muss sein. ;))

Kommentar von timuranzor ,

Also ich habe jetzt mal versucht eine Interpretation zu schreiben. Bin eigentlich fast fertig. Ich habe das jetzt so interpretiert dass es um eine Beziehung geht wo der eine dominant ist und alles nimmt und der andere sich unterwirft und alles gibt.

dieses paargesang bezieht sich auf das Paar um dass es dort geht. 

Aber ich habe schwierigkeiten mit dem reimschema.. was ist das für ein reimschema ich habe jetzt geschrieben dass es ein unvollständiger paarreim ist in dem sich immer die dritte und fünfte vers einer strophe reimt.. ist das richtig ?

Kommentar von LolleFee ,

In einem Paargesang sollten beide singen - hier singt jedoch nur das Ich, und das Du soll auch gar nicht (mit)singen.

Deine Deutungshypothese (dass es um eine Beziehung geht, in der der eine dominant ist und alles nimmt und der andere sich unterwirft und alles gibt) kann ich so unterschreiben.

Zum Reimschema: Jede Strophe hat 5 Zeilen:

  • Die ersten beiden Zeilen haben einen identischen Reim > hierzu: wie sind die ersten beiden Zeilen immer aufgebaut? Wer kommt zuerst? Wer gleicht (sich) wem (an)?
  • Die dritte und die fünfte Zeile bilden einen umarmenden Reim - die vierte Zeile steht alleine. Wer "umarmt" hier wohl wen?

Was hast Du zu den Kadenzen? Was zum Metrum? 

Kommentar von timuranzor ,

Ich habe bei Metrum, dass es ein 2 3 oder 4hebiger Jambus ist. Und habe jetzt alles zu ende geschrieben und nochmal das mit dem Reimschema verbessert. Vielen vielen Dank deine Ratschläge und Hinweise haben mir echt weitergeholfen!

Kommentar von LolleFee ,

Richtig, aber auch die Hebungen sind in ihrer "Unregelmäßigkeit" regelmäßig: 2 2 3 4 3. Das Ich bestimmt, und zwar immer (Regelmäßigkeit), und es bestimmt, was es will (Unregelmäßigkeit). 

Das Gedicht hat nur männliche Kadenzen, hier ist also keine "Gleichberechtigung", nichts wechselt ab. Die Betonungen der männlichen Kadenz wirken hier wie Punkte, es ist kein Widerspruch zu erwarten.

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