Frage von LisaParamore 26.09.2011

Gedicht (reime) über ein ''Auto''

  • Antwort von KatzeNini 26.09.2011
    8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Im Auto über Land

    An besonders schönen Tagen

    ist der Himmel sozusagen

    wie aus blauem Porzellan,

    Und die Federwolken gleichen

    weißen, zart getuschten Zeichen,

    wie wir sie auf Schalen sahn.


    Alle Welt fühlt sich gehoben,

    blinzelt glücklich schräg nach oben

    und bewundert die Natur.

    Vater ruft, direkt verwegen:

    "'N Wetter, glatt zum Eierlegen!

    (Na, er renommiert wohl nur.)


    Und er steuert ohne Fehler

    über Hügel und durch Täler.

    Tante Paula wird es schlecht.

    Doch die übrige Verwandtschaft

    blickt begeistert in die Landschaft.

    Und der Landschaft ist es recht.


    Um den Kopf weht eine Brise

    von besonnter Luft und Wiese,

    dividiert durch viel Benzin.

    Onkel Theobald berichtet,

    was er alles sieht und sichtet.

    Doch man sieht's auch ohne ihn.


    Den Gesang nach Kräften pflegend

    und sich rhythmisch fortbewegend

    strömt die Menschheit durchs Revier.

    Immer rascher jagt der Wagen.

    Und wir hören Vatern sagen:

    "Dauernd Wald, und nirgends Bier."


    Aber schließlich hilft sein Suchen.

    Er kriegt Bier. Wir kriegen Kuchen.

    Und das Auto ruht sich aus.

    Tante schimpft auf die Gehälter.

    Und allmählich wird es kälter.

    Und dann fahren wir nach Haus.

    Erich Kästner

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