(Gedicht / Ballade) Wie findet ihr mein erzählendes Gedicht? :)
Charaktere: Der Mann (Auftragsmörder), Der Stadthalter, Die Frau, Wache des Gehöfts. Kurze Zusammenfassung: Das Geld des Stadthalters wurde von einer Diebin gestohlen. Deshalb beauftragt er einen Auftragsmörder sie zu töten. Der Mann sicht die Frau, findet sie indirekt und erledigt diesen Auftrag, ohne etwas tun zu müssen...
Nach langem Ruhen, eines Tages,
Bekommt der Mörder seines Ranges
Einen Auftrag; vom Stadthalter persönlich.
Ungewiss ist der Frevel und ungewöhnlich.
"Hör gut zu, du, unbedeutendes Gesindel, und
Hintergeh' mich nicht, ich dulde keinen Schwindel!
Meinen Geldbestand hat sie sich unter die Nagel gerissen.
Finde und töte sie; kein Geschöpf wird sie je vermissen!"
"Jawohl, mein Staatsmann, unverzüglich wird sie erledigt;
Ohne Skrupel und mit Freude wird sie geschädigt.
So weit, so gut. Eine wichtige Frage bleibt jedoch offen...
Darf man von einem gnädigen Herren eine Großzügigkeit hoffen?"
"Gewiss! Eine Folter wird deinem unreinen Leibe gewährt,
Bis deine Gescheitheit erwacht und Genügsamkeit erfährt.
Verschwinde jetzt, und vollende deine Aufgabe.
Aber tue sie mit Bedacht und voller Hingabe!"
Und nun streift der enttäuschte Mann hin und her,
Überquert das Land und kommt seinem Ziel immer näher und näher.
Ein abgelegenes Gehöft ist seine feste Vermutun;
Wachen behüten es. Für den Mörder eine Zumutung.
"Was verbirgt man hier, dass ihr's so auffallend bewacht?
Lagern hier etwa große Schätze? So mein Verdacht."
"Diebesgut liegt hier sicher verborgen, kühner Mann!
Aufgeklärten wird Erkenntnis verdorben, und nun bist du dran!"
"Vor lauter Angst flieht der Mann in die Ferne,
Läuft hinein, in eine nächstgelegene Taverne.
Stille entfaltet sich, sie ist leer und verlassen.
Nein, eine Frau geht leis' auf ihne zu und spricht gelassen.
"Beeil dich. Versteck dich hinten im Zimmer.
Schau mich doch nicht an, die Lage wird schlimmer!
Die Wachen ziehen los und sind auf der Suche,
Wende deinen Blick ab. Bitte! Versuche!"
"Wie soll ich mich deinem reizvollen Antlitz entziehen?
Deine Schönheit hat mir die Flügel eines Engels verliehen.
Nimm meine Hand, und lass uns gemeinsam abheben;
Durch die grauen Wolken fliegen und im siebten Himmel schweben!
Doch sie ist sprachlos, sie fällt langsam in seine Hände
Solang' er staunt, schauend auf die blutbefleckten Wände.
Der Stadthalter steht mit einer Klinge hinter dem sterbenden Weib und sagt:
"Der Auftrag ist erledigt, lass ihn liegen, den elenden Leib!"
Danke im Voraus für konstruktive Kritik bzw. Bewertungen
©Alexander Fufaev
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3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Goethe ist von den Toten auferstanden, würde ich sagen :D Ein dramatisches Gedicht :( Finde es aber sehr gut
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3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Ich finde es sehr gut! Erfinde noch mehr Gedichten und erstelle ein Buch!
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Antwort von MySnake1997 05.02.20122 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
101,99% Perfekt :D :D das ist der wahnsinn wie Horstman scho sagte, erstelle ein Buch, ich kaufs mir sicher :D ::D haha ein alien smily ::D
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1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Es handelt sich tatsächlich um eine Ballade, mit einer dramatischen Story. Diese Story aber als Zusammenfassung in Prosa vorauzuschicken, ist geschummelt - die Ballade selbst muss die Story rüberbringen!
Schauen wir mal auf die Reime: "Tages - Ranges" ist kein Reim, "erledigt - geschädigt" ist ein unreiner Reim, "verlassen - gelassen" und "Suche - Versuche" sind identische Reime, "Aufgabe - Hingabe", "her - näher" , "Vermutung - Zumutung" und "abheben - schweben" versuchen, auf unbetonte Silben zu reimen, was schlecht klingt. Damit hast du eine Ausfallquote von 40% bei den Reimen - erheblich zu hoch,
Übrigens: Bei zwei Versen hast du an der falschen Stelle umgebrochen ("Gesindel, und" und "Weib und sagt"), so dass man die Reime nicht auf Anhieb erkennen kann.
Einige Formulierungen finde ich merkwürdig, z. B. "der Mörder seines Ranges", "Ungewiss ist der Frevel", "Meinen Geldbestand", "Genügsamkeit erfährt", "Aufgeklärten wird Erkenntnis verdorben", "in eine nächstgelegende Taverne".
Dass der "Stadthalter" "Statthalter" geschrieben werden müsste, sollte ein Nachwuchs-Schiller eigentlich wissen.
Fazit: Dein Vorhaben, eine Ballade zu schreiben, finde ich löblich, aber es gibt schon noch einige Punkte, an denen du arbeiten solltest. Viel Erfolg!
Der Autor verlangt zwar konstruktive Kritik und Bewertungen...trotzdem finde ich deinen Beitrag ein bisschen übertrieben. Mir als Leser bzw. Kunde ist es völlig egal, ob es eine schlechte Reimwahl war oder nicht, oder ob der Autor unter Beachtung der Regeln (ob Prosa oder Gedicht) geschrieben hat. Fakt ist, mir gefällt das Gedicht sehr und es löst Gefühle aus, und das ist das einzige was zählt.
Und zu deiner Schiller-Aussage: Sicher, dass es sich um Schiller-Nachwuchs handelt? Das gedicht errinert mich eher an "Erlkönig" von Johann Wolfgang von Goethe.
Danke für deine Kritik :) Das mit den Reimen musst du mir erklären :DD, wie ich auf einen guten komme, denn ich habe nicht auf einzelne Wörter am Ende der Verse geschaut, sondern auf den Klang im Zusammhang beider Reimverse.
Die Formulierung "der Mörder seines Ranges" kann und darf in diesem Fall nicht allein betrachtet werden, weil sie im Kontext der folgenden Verse steht. Also: Der Mörder bekommt einen Auftrag, den er auch in der Lage ist - laut seines Ranges - zu schaffen.
Formulierung: "Ungewiss ist der Frevel" . Da der Mann ein Auftragsmörder ist, ist es beinahe offensichtlich, dass ihn der "Stadthalter" anheuert, um eine Freveltat zu volbringen. Und da er diesen Frevel-Auftrag noch nicht bekommen hat, ist der "ungewiss".
Formulierung: "Bis deine Gescheitheit erwacht und Genügsamkeit erfährt". Damit meine ich: Der Mann soll seinen Verstand einschalten und bescheiden sein bzw. nichts fordern.
Formulierung: "Aufgeklärten wird Erkenntnis verdorben". Da der Mann vorher vom Wächter erfahren hat, dass sie Diebesgut bewachen, ist er dadurch "aufgeklärt". Und diese Erkenntnis will die Wache auf irgendeiner Weise dem Mann verderben (zunichtemachen, zerstören).
Ich weiß, dass die Aussagen ein bisschen komisch und unverständlich formuliert sind, aber das ist auch der Sinn des ganzen. Ich möchte dem Leser nicht alles vorkauen, er soll selbst seine Kreativität einsetzen und das Gedicht, so wie er will interpretieren. Schau dir mal "Nathan der Weise (Original)" an, trotz komischer und ins Nachdenken bringender Sprache ist die Geschichte interessant. :)
Der Ausdruck "Stadthalter" sollte in der Tat "Statthalter" sein. Ist aber in meinem Fall Neologismus. Das Gedicht muss ja einem Analytiker nicht langweilig vorkommen. :D
"Nachwuchs-Schiller" ich fühl' mich geschmeichelt :'D
Die Betonung lag natürlich auf "Nachwuchs", nicht auf "Schiller". ;-)
Also, mit den Reimen verhält es sich so:
Innsbruck, ich muss dich lassen,
ich wurde heut entlassen;
doch bleibe ich gelassen,
drauf kannst du dich verlassen.
mittern8eule
Man spricht aber nicht "edigt" und "ädigt", sondern er-ledigt und ge-schädigt. Die letzten 2 Silben werden ja nicht in einzelne Buchstaben unterteilt. Die ist also kein unreimer Reim.