Frage von Muttzi1993, 75

Gedankenloose Zustände ist das das gleiche wie Meditation?

Ich habe gestern eine Frage gestellt ,unzwar wollte ich wissen op es normal ist des öftern an nichts zu denken.Da die Mitmenschen mir gesagt hat das ginge nicht. Ich würde jetzt gerne wissen, was genau denken/Gedanken sind? Sind das die Selbstgespräche die mann da oben fürt? Beim lesen , schreiben oder betrachten hört man ja auch die 'Stimme' im Kopf Ich weiss dass das Gehirn immer arbeitet( aber das kriegt mann ja nicht mit oder?) aber dennoch, ist das Unterbewusstsein vom Gehirn, und die offensichtliche (und eigentlich einfach kontrollierbare )Gedanken ja nicht direkt das Gleiche oder? Geht meditation den vom Gehirn aus? Oder sind es die Gedanken die man still legen will? Das geht ja gans einfach, mann muss in dem Moment ja nur aufhören es verstehen zu wollen und es zu analysieren , mann lesst 'es' ja dann einfach geschehen oder? Also sind diese Gedankenloose Zustände einfach sehr einfsche Form der Meditation oder? Weil dieser Zustand ja sehr einfach und immer zu erreichen ist. Ich habe noch nie meditiert und versteh auch nicht genau was es ist. Ich han einfach nur soooo viele Fragen^^

Antwort
von Taimanka, 23

es gibt den von Dir beschriebenen Zustand: 

  • Wachbewußtsein ohne Gedanken ist die Transzendenz.


Den kann man in der Meditation, z.B. TM, erreichen. Es ist ein Zustand tiefen Friedens, ohne Gedanken. 

Wir haben im Durchschnitt 60.000 ! Gedanken pro Tag. Davon sind sage und schreibe ca. 3 % produktiv, konstruktiv. Der Rest ist repetitiv ( = sich wiederholend im Sinne von bewertend, (sich) in Frage stellend, be- und verurteilend) und daher ohne jegliche Nahrung für das Selbst  Eine wie auch immer Geistschulung ist bei uns im Westen noch relativ fremd, wir reden zu viel (unsinniges Zeug) und denken zu viel. Östliche Kulturen sind uns da weit voraus. 

Gute Frage 👍

🙋


Kommentar von Muttzi1993 ,

Also mit 3 % meinst du die Selbstgespräche also das Überlegen an sich? Und was ist eine Geistesschule?

Kommentar von Taimanka ,

Auf geistiger Ebene wird ausnahmslos die Ursache für ALLES gelegt.
Kein Ding ist, oder wird sein, ohne dass es vorher in Deinen Gedanken war.
In der "Umkehrung"

...Alles das, was Du in Deiner Welt wahrnimmst, war erst ein Gedanke, dann wurde es durch Deine Gefühle, Emotionen belebt und damit in Deine Realität gebracht - ohne Ausnahme.

Du selbst bist der Architekt Deines Seins.
Dies bedeutet in logischer Konsequenz, dass Du auf der Stufe eines (Mit)Schöpfers im Universum stehst.
Wenn Du dies für Dich annimmst, bedeutet das nichts anderes, als dass Du selbst der "Grösste Feind" oder "Beste Freund" Deiner selbst bist!

ca. 60.000 Gedanken pro Tag.....

3% - aufbauende und hilfreiche Gedanken, die Dir u. anderen nutzen.

25% - destruktive Gedanken, die Dir und anderen schaden.

72% - flüchtige, unbedeutend, dennoch mit Wirkung auf Dich selbst.

Sei Dir also bewusst, es ist wichtig, wie und wohin Du Deine Gedanken schickst. Sie "schreien nach Erfüllung"
.

http://www.bernhard-becker.de/gehirn.html

Antwort
von Enzylexikon, 30

Ich bin Buddhist und habe einige Jahre Meditationserfahrung.

Meiner Meinung nach ist "Gedankenleere" eher ein Zustand von Trance und ist damit eher dem Schlaf ähnlich, als dem achtsamen Zustand der Meditation.

Fast jeder kennt das - man fährt Zug, blickt aus dem Fenster, spürt das monotone vibrieren des Zugs - und plötzlich ist man da, obwohl man meint, gerade erst eingestiegen zu sein.

Diese "Gedankenleere" ist lediglich eine Alltagstrance und hat mit Meditation nicht viel zu tun, außer, dass Gedanken bei solch einer leichten Trance nicht bewertet werden, weil sie in einem "weißen Rauschen" untergehen.

Die Achtsamkeit bei der Meditation ist aber etwas anderes. Dabei nimmt man die Dinge im Idealfall so wahr, wie sie eben sind - ohne sie gedanklich zu bewerten und nach Kriterien einzustufen.

Wir sagen, "diese Frau ist schön, das Essen ist lecker und das Auto supercool", ganz so, als wären das absolute Wahrheiten.

Doch ein anderer Mensch findet die gleiche Frau unattraktiv, das Essen ungenießbar und das Auto langweilig - eben weil jeder Mensch durch seine kulturell und erfahrungsbedingt konditionierten Gedanken unterschiedlich bewertet.


Das ist also Wegfall der Bewertung, nicht Wegfall der Gedanken - denn sonst wären wir bewusstlos.

Das "Wegschieben von Gedanken" ist also keine Meditation, weil es eine bewusste Willensaktivität ist und kein reines "geschehen lassen" oder "beobachten".

Meditation bedeutet neutral ausgedrückt, bestimmte Bewusstseinszustände einfach aufkommen zu lassen, statt sie willentlich herbeizuführen - was sich dann in EEGs und Computertomogtaphien, also technischen Erfassungen der Gehirnaktivität nachweisen lässt.

Das einzig "willentliche" dabei, ist die äußere Technik der Meditationspraxis, denn Meditation selbst ist ja ein Bewusstseinszustand mit offenbar charakteristischer Hirnaktivität und nichts, das irgendwie gemacht werden muss.

Deshalb gibt es bei der Meditation aus meiner Sicht auch keinen "Fortschritt" - es ist immer die gegenwärtige Erfahrung, die Meditation ausmacht.

Kommentar von Muttzi1993 ,

Ich würde so gerne einen Block über das thema anfangen , wo ich und alle anderen soviel Fragen stellen können wie wir wollen

Kommentar von Enzylexikon ,

Wenn du noch Fragen zur buddhistischen Meditation hast (ich selbst praktiziere Zazen), kannst du sie gerne hier stellen, oder mir eine Freundschaftsanfrage schicken. :-)

Antwort
von Wischkraft1, 21

Meditation bedeutet, in deine Leere zu schauen, sie willkommen zu
heißen, sie zu genießen und eins mit ihr zu werden, ohne irgendeinen
Wunsch, sie zu füllen.

Zitat – Auszug aus The Book of Wisdom #28

Du schreibst:

Also sind diese Gedankenloose Zustände einfach sehr einfache Formen der  Meditation oder? Weil dieser Zustand ja sehr einfach und immer zu
erreichen ist.

Wenn dir das so leicht fällt, bist du bereits schon sehr fortgeschritten in der Kunst der Meditation.
Nichts ist schwieriger, als den Kopf komplett von Gedanken zu leeren. Doch genau dies ist das Ziel der Meditation

Kommentar von Muttzi1993 ,

Mit dem Kopf von Gedanken leeren, meinst du damit die 'Stimme'?  . Oder meinst du zb  auf ein geschriebens Wort zu ' starren ' es aber nicht als Wort zu sehen oder es zu lesen sondern als  'eins' warzunehmen?

Antwort
von NewKemroy, 25

Ich vermute Du meinst solche Momente, wie sie z.B. entstehen wenn man einen schönen Sonnenuntergang genießt und an nichts denkt?

Das geht tatsächlich schon in die Richtung Meditation. Der Fokus der Aufmerksamkeit ruht dabei auf einem einzelnen Objekt (Sonne, rote Wolken, Konzept "Sonnenuntergang" oder das dabei entstehende Gefühl).

Aaaaber der Geist ist nicht vollkommen leer von Objekten (Worte, Bilder, Konzepte, Empfindungen). Mindestens ein Objekt ist darin meistens noch gegenwärtig.

Ziel bei der Zen-Meditation (Zazen) oder auch bei der christlichen Kontemplation ist es für einen Moment lang den "Arbeitsspeicher" (Geist / Urgrund) komplett leer zu bekommen. Dies führt dann bildlich gesprochen, zu der Möglichkeit eines RESET. Der Computer kann mit veränderten Einstellungen neu starten.

Beim Zen heißt das dann Satori und bei der christlichen Kontemplation spricht man vom neuen Menschen bzw. von der unio mystica. Man könnte es auch nennen: "Auferstehung von den Toten."


Kommentar von Muttzi1993 ,

Hallo :) 

Ich verstehe nicht genau den Unterschied zwischen den verschiedenen Zuständen . Aber was ich eigentlich damit gemeint habe ist wenn mann sich selbst so ....spürt ? Seinen Herzschlag ,den Puls oder einen gewissen Druck  den mann bei den Ohren spürt ( nicht unbedingt unangenehm... Ich würde ihn eh als ' dran gewönt' bezeichnen) dann irgendwann spürt mann das Blut  durch einen durchlaufen wieder ein gewissen druck? Bissien wie Wasser in einer Flasche die mann schwingt...keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.

Natürlich kennen ich auch den Zustand den mann Zb beim Sonnenuntergang verspürt...: das ist einfach Pure Endspannung vom Körper? Oder liege ich da falsch .Aber von dieser Endspannung aus ist es relative einfach sich in diesen ' andern Zustand ' gleiten zu lassen . Dann geht es nicht mehr um den Sonnenuntergang.Weils du ihn irgendwie nicht mehr als solchen siehs.... Aaarrrgggghhh 😩 Ich könnte kotzetn dass ich die wörter dafür nicht finde.

Kommentar von NewKemroy ,

Das ist ein Zustand von Konzentration. Der Begriff Konzentration wird bei der Meditation ein bisschen anders gebraucht und bezeichnet einen wesentlichen Aspekt der Meditation (neben der Achtsamkeit).

Ein Effekt von solchen Konzentrations-Zuständen ist, dass einige Dinge die vorher nur schwach wahrnehmbar, oder überhaupt nicht wahrnehmbar sind, plötzlich mit aller Deutlichkeit wahrgenommen werden (Herzschlag, Puls, Piepen in den Ohren).

Es werden 8 oder 9 Konzentrations-Stufen beschrieben. Guckst Du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dhyana

Vermutlich hat Du eine Begabung dafür. Das würde ich nutzen :-)



Antwort
von Xpomul, 30

Es ist möglich, mit einiger Übung den Gedankenstrom anzuhalten. Ob das aber sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Unser Gehirn ist zum Denken gemacht. Die Gedanken sollen von uns selbst stammen.

Michael Graham erzählt einmal, es sei ihm durch Meditation (Gedankenstrom anhalten) möglich gewesen, andere Wesen in sein Sein einzuladen. Davor ist dringend abzuraten. Man öffnet damit die Tür zur anderen Welt, die uns versagt ist. Die Geister, die Du da rufst, wirst Du schwer wieder los, wenn überhaupt.

Ja, man kann die Gedanken stillegen, aber erfahrungsgemäß wird dadurch ein Zustand erzeugt, der andere Wesen auf sich aufmerksam macht.

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