Frage von JuliusSt, 86

Gedanken zu Anwendungen der Gentechnik bei lebensmitteln/ MONSANTO MATA (Glyphosat)?

Danke, Ich möchte nachvollziehen können, was da abgeht.

Wenn ihr Anwendungen zur gentechnik kennt, würde mir das auch für eine Präsentation weiterhelfen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von realsausi2, 86

Recherchiere mal den Effekt, den Hybridsaatgut auf die Landwirtschaft in Indien und anderswo hat.

Dort hat Monsanto zehntausende in den Tod getrieben.

Die Anwendung von Gentechnik bei Nahrungsmitteln ist ein Feldversuch, bei dem wir die Kaninchen sind.

Kommentar von JuliusSt ,

Danke ! beste und einzige Antwort mach ich bundesjustizministerium/Amt für Verbraucherschutz/Risikobewertung haben schriftliche statements, dass patente auf Pflanzen aus biologischer Züchtung nicht erteilt Werden.Aber sie erteilen sie trotzdem mit Studien finanziert von Monsanto und gegen ihre grundsätze??

Kommentar von Agronom ,

Bitte nicht glauben!!! schlimmste Antwort!

In Indien hat sich niemand deswegen umgebracht! ganz im Gegenteil die Gentechnik hat dort das Leben der Landwirte verbessert (Einkommen erhöht und den häufig ungeschützen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert). Hybridsaatgut hat auch erstmal überhaupt nichts mit Gentechnik und Monsanto zu tun, das nutzen auch etliche konventionelle kleinere Züchter.

Zur eigentlichen Frage, schaue dir z.B. mal die Kartoffelsorte "Fortuna" an, das ist ein gutes Beispiel für sinnvollen Einsatz der Gentechnik.

Und wenn du dir mal eine Stunde Zeit nimmst dann schau dir mal dieses Video an "www.youtube.com/watch?v=zt0jxs-6moU"; dort erklärt ein studierter Molekularbiologe recht gut alles, was du wissen möchtest und hat auch immer gute Quellen als Belege und ich als Agrarwissenschaftler kann nur bestätigen, was er sagt.


Kommentar von Agronom ,

Schaue dir bitte mal Statistiken zu den Selbstmorden in Indien an! Oder einfacher schaue mal einen Blick in das Video, dass ich schon vorgeschlagen habe ab etwa Minute 45 wird die Thematik behandelt und anhand von Statistiken aufgeklärt.

Kommentar von JuliusSt ,

ich glaube dir (und habe bereits geglaubt) das gentechnik gute Seiten hat, alles für den Fortschritt! soweit ich "realsaui2" verstanden habe bzw. selbst gelesen habe gibt es nicht unbedingt Selbstmorde. vielmehr steigt in argentinischen wohnsiedlungen neben Monokulturen (gesprizt) die Anzahl vom chronischen Krankheiten wie leukämie/Krebs etc.- nur als Beispiel ich werde mal den Film sehen heute nacht, muss morgen was vorstellen dazu Danke für die gegenargumentation :)

Kommentar von Agronom ,

Monokulturen und Krankheiten durch Pflanzenschutzmittel sind aber auch nur indirekte Effekte durch Gentechnik.

In diesem Falle geht es ja hauptsächlich um Glyphosat in Südamerika. Dort kommen mehrere Probleme zusammen.

Hauptsächlich gibts es dort natürlicherweise Grasland, daher sind die meisten Landwirte dort Rancher, haben also nur Rinder auf Weideflächen. Nun fragen wir und viele andere Länder aber viel Soja als Kraftfutter für Tiermast hier nach, daher lohnt sich der Anbau von Soja dort sehr. Da viele dort eben keine erfahrenen Ackerbauern sind setzen sie Glyphosat falsch ein. Eigentlich sollte es einmal mit einer geringen Aufwandmenge eingesetzt werden, häufig kommt es aber zu acht Anwendungen mit dreifacher Aufwandmenge. Dazu kommt, dass dort viel mit dem Flugzeug ausgebracht wird, was hier in Europa schon lange verboten ist, denn dabei Verteilt sich das Mittel überall rund um das Feld.

Kommentar von Agronom ,

Um es nochmal kurz zu machen :D

Die Gentechnik als solche hat bisher keine negativen Effekte aufzeigen können. Als negativ zu bewerten ist in diesem Zusammenhang lediglich der Umgang mit dieser Tehnologie, das wäre aber alles möglich zu umgehen, wenn die Politik nicht ständing dem Wissensstand um Jahre/Jahrzehnte hinterherhinken würde und mal entsprechend passende Regularien schaffen würde.

Kommentar von JuliusSt ,

jaja, aber die Sachen werden so untransparent gehandhabt :P ist es also nur ein "hype" mit den negativen Auswirkungen der Pflanzen/Präparate? habe erst 1/2h ins Video gesehen. von dem Rattenversuch zu Roundup habe ich gelesen, das War eine sachliche gegenüberstellung, die mich in dem Fall überzeugt hat

Kommentar von JuliusSt ,

und zdf reportagen etc. prangern das echt krass an alles

Kommentar von Agronom ,

Solche habe ich mir auch angesehen, da steckt einfach keine fachliche Kompetenz hinter bzw. die Argumentationskette ist voller Fehler, wie ich schon dargestellt habe sind alle bisher bekannten negative Folgen entweder nicht vorhanden oder nicht an die Gentechnik gebunden. Einziges bekanntes Problem sind Patente, das ist aber rein politisch zu lösen. Eine derartige Möglichkeit muss den Entwicklern/Züchtern gegeben werden, sonst lohnt sich keine Investition in Fortschritt, der Sortenschutz wie er hier für alle Züchtungen gilt, ist eigentlich ausreichend und sollte auch für gentechnisch veränderte Pflanzen gelten, nur muss dieser konsequenter durchgesetzt werden.

Und das die Konzerne im Verkauf auch falsche Versprechen machen und schlecht beraten kommt noch dazu.

Kommentar von realsausi2 ,

Ich habe einen Kommentar in den Mails, der hier nicht zu finden ist. Ich möchte dennoch klarstellen:

*facepalm* Auf diesem Niveau lohnt eine Diskussion nicht,

Ich habe mich nur Deinem Niveau angepasst. Ist eines meiner Laster.

In Indien hat sich niemand deswegen umgebracht!

Wie soll man auf eine solche menschenverachtende Polemik reagieren? Wenn Du hier so schamlos lügst, wie soll man Deine sonstigen Einlassungen ernstnehmen können?

Völlig ungeachtet der Bedeutung der Gentechnik ist das, was Monsanto dort treibt, verachtenswerte Ausbeutung.

Die Verbreitung von gesicherten Informationen

An diesem Anspruch bist Du mit oben zitiertem Inhalt kläglich gescheitert.

keine schlecht recherchierten Artikel aus der Boulevard-Presse

Ein Interview in der TAZ mit Vandana Shiva ist für Dich also Boulevard-Presse? Seltsamer Weise ist auch dieser Link wegdiffundiert.

http://www.taz.de/!5112887/

sollte es jemanden gelingen schwerwiegende negative Folgen der Gentechnik nachzuweisen.

Ja sicher. Nach dem Verursacherprinzip hat die Gentechnik nachzuweisen, dass sie unbedenklich ist. Dieser Nachweis ist nicht erbracht. Und kann meines Erachtens auch nicht erbracht werden.

Weil im Freiland angewandte Genveränderungen nicht rückholbar sind. Sie werden Bestandteil des Genpools und sind in ihren Wirkketten niemals komplett abzubilden. Gentechnik in Lebensmitteln ist ein Irrweg, dessen tatsächliche Folgen unabsehbar sind.

Wer etwas anderes behauptet, lügt. Ich schließe nicht mal aus, dass Gentechnik segensreich sein könnte. Aber wir wissen es nicht und können es auch nicht wissen. Das Risiko ist aber so unkalkulierbar hoch, dass kein denkbarer Erfolg dieses rechtfertigen würde.

Bist du vielleicht Profiteur der Anti-GMO Lobby (NGOs)?

Nein, ich bin, wie wir alle, nur ein mehr oder weniger schwer betroffenes Opfer von Konstrukten wie Monsanto, die eine akute Bedrohung für ein gedeihliches Leben darstellen.

Kommentar von Agronom ,

Mit diesem Kommentar kann man schon besser arbeiten, den vorherigen habe ich gemeldet, da ein vergleich mit Holocausleugnern mehr als unangebracht war und ich sehe nicht, wo ich auf diesem Niveau argumentiert habe. Menschenverachtend finde ich eher solche Instrumentalisierung vom Leid anderer zu eigenen, niederen Zwecken wie im Falle der Inder, die sich die Anti-GMO-Lobby hernimmt und in einen flaschen Kontext bringt. Die Selbstmorde dort haben vielseitige sozioökonomische Hintergründe, dazu gehören nachweislich nicht GMOs!

An diesem Anspruch bist Du mit oben zitiertem Inhalt kläglich gescheitert.

Wo wäre das?

Der verlinkte Artikel bestätigt nur, was ich schon hervorgehoben habe, wo finden sich dort belastbare, nachweisbare Daten? Ich kann dort keine sehen, lediglich Aussagen einer Einzelperson.

2014 gab es eine Meta-Studie von Klümper und Qaim von der Uni Göttingen, dort flossen Daten aus 147 Studien seit 1995 ein. Dort ist ganz klar zu sehen, dass GMOs das Leben der Landwirte verbessert haben, in Industriestaaten und noch mehr in ärmeren Ländern. Wie schon gesagt, die indischen Selbstmorde haben nichts damit zu tun, solch hohe Zahlen hab es auch schon vor der Einführung von GMOs, eine kleine goolge-Suche mit den Begriffen "statistic indian farmers suiciding" könnte vielleicht einen Umdenken herbeiführen, sofern du der englischen Sprache mächtig bist.

Die genannte Meta-Studie hat auch zeigen können, dass es keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse hat, von wem eine Studie veranlasst wird.

Sicher sind die vertreibenden Konzerne keine Heilsbringer, dort läuft auch vieles falsch im Bereich der Patentierung, Vermarktung und Beratung.

Ich sehe GMOs auch nicht als Allheilmittel und möchte diese auch nicht undifferenziert schmackhaft machen. Sie wird auch die konventionelle Züchtung nicht, sieist vielmehr ein weiteres Werkzeug für die Züchtung, so wie es die Hybride sind, diese kommen auch nicht ohne herkömmliche Linienzüchtung aus. Genetische Diversität ist weiterhin wichtig um gesunde und ertragreiche Pflanzen für die jeweiligen Regionen bereitzustellen. Ein Weizen oder Mais z.B. der in Mexiko angebaut wird und dort beste Erträge liefert könnte dies in unseren Klimaten nicht schaffen und umgekehrt, das gilt für alle Pflanzen.

Kommentar von NoHau89 ,

Vandana Shiva

Es wäre im Übrigen nicht das erste mal, dass diese Frau von etwas berichtet, was es garnicht gibt. Stichwort: "terminator seeds"

Kommentar von JuliusSt ,

wir sollten was machen gegen eine steigende Weltbevölkerung und den Welthunger... Gentechnik könnte zusammen mit anderen Methoden natürlich helfen. Und die Skepsis führt dazu, dass die Produkte die bestgeprüftesten Lebensmittel sind auf dem Markt, was doch toll ist

Kommentar von realsausi2 ,

dass die Produkte die bestgeprüftesten Lebensmittel sind auf dem Markt,

Was sie aber eben nicht sind. Wenn ich ein Gift ausbringe, ist das eine definierte Dosis, die sich nicht vergrößert. Wenn ich ein Kilo Plutonium ausbringe, bleibt es immer ein Kilo Plutonium.

Freigesetzte Gene sind replikativ, unterliegen Mutation, sind nicht rückholbar.

Es gibt keine Erkenntnisse darüber, wie sich diese Gene verändern, wie sie sich verbreiten, welche Effekte sie langfristig bewirken können.

Und solche Erkenntnisse kann es auch nicht geben, da hier nur in der Freisetzung das Umfeld gegeben ist. Es liegt also unweigerlich in der Natur der Sache, dass die Menschheit sich hier selbst zum Versuchskaninchen macht, mit allen potentiellen Risiken.

Ich halte dieses Restrisiko, das kein Mensch seriös wegargumentieren kann, für gefährlicher als Atomkraft oder Klimaerwärmung.

Das geht weit über Skepsis hinaus und mag von Manchen als Paranoia diskreditiert werden, aber ich bin nicht bereit, dieses Risiko mitzutragen. Dennoch werde ich von profitgeilen Konzernen mit ins Boot gezerrt. Ich kann nicht entscheiden, ob ich mich dem aussetze oder nicht.

So segensreich die Versprechungen auch sein mögen, der Preis, wenn es schief geht, ist das nicht wert.

Kommentar von Agronom ,

Nunja, sie sind immerhin besser geprüft als sonstiges Zuchtmaterial, das i.d.R. keine Prüfung auf Verträglichkeit unterläuft. Sicher kann man hier argumentieren, man würde das schon Jahrtausende machen und es habe nie größere Probleme Gegeben. Dort besteht aber eben ein vergleichbares Risiko.

Zu bedenken gebe ich auch, wir haben nun schon über 20 Jahre GMOs in der Umwelt, der "Super-GAU" bleibt weiterhin aus.

Letztlich kann auch niemand (mit ähnlicher Einstellung wie du) nachvollziehbar erklären, was denn nun die gentechnische Veränderung so fundametal von der natürlichen Mutation unterscheidet.

Hier noch eine kleine Rechnung mit Bsp. Mais (für einen Hektar):

12t Körner können geerntet werden, dabei können die Körner eine Tausendkornmasse von 400g haben, das ergibt ca. 30.000 Körner. Bei Mais findet sich eine spontane Mutationsrate von 0-49 Mutationen pro 100.000 Gameten. Für ein Maiskorn werden zwei Gameten benötigt, also sind wir bei 60.000 Gameten auf einem ha.

Daraus ergeben sich dann bis zu 30 Mutationen die spontan auf einem Hektar Mais entstehen können.

Kommentar von Agronom ,

Huch da habe ich nochmal den Faktor 1000 vergessen, es sind 30.000.000 Körner > 60 Mio Gameten > 29.400 spontane Mutationen auf einem Hektar

Kommentar von realsausi2 ,

Danke für den Stern.

Kommentar von NoHau89 ,

Jeder kann sich die Zahlen selber heraussuchen. Jegliche Diskussion zu dem Thema sollte also hinfällig sein: https://en.wikipedia.org/wiki/Farmers'_suicides_in_India#GM_crops

Kommentar von JuliusSt ,

- noch eine fragen nebenbei: Haben GVO's eine höhere mutationsrate als konventionelles saatgut? - das Genom in seiner Gesamtheit ist nicht entschlüsselt. Aber durch gentechnische Verfahren bekommt man Aufschlüsse darüber, wo welches Merkmal auf dem chromosom liegt. Nun baut man das fremdgen ein...Und??! was wäre der worst case? kann mir nichts vorstellen; und in der Natur Passiert docj seit jeher das gleiche mit zufälligen Mutationen

Antwort
von Agronom, 72

Wie schon vorgeschlagen die Fortuna-Kartoffel, aber auch z.B. das WEMA Projekt für trockentoleranteren Mais in Afrika.

Glyphosat hat auch nur indirekt mit Gentechnik zu tun, das gab es schon vor 40 Jahren und wird auch schon solange angewendet. (Gentechnik auf dem acker haben wir erst rund 20 Jahre)

Für spezifischere Fragen stehe ich auch gern zur Verfügung.

Kommentar von Agronom ,

Wichtig ist auch die Unterscheidung in cis und trans Gentechnik - transgen bedeutet, dass artfremde Gene genutzt werden - cisgen, wenn (wie bei der Fortuna) Gene aus einer Wildart in die Kulturart gebracht werden. Außerdem bedeutet Gentefchnik nicht immer die Übertragung von Genen, sondern kann auch bedeuten, dass ein Gen in einem Organsimus ausgeschaltet/unterdrückt wird.

Kommentar von JuliusSt ,

ja, für das letztere wäre ja diese anti-quetsch Tomate mit längerer haltbarkeitszeit wegen anti-sense-mRNA für Zellwände abbauende Enzyme, ein beispiel Danke ihr beiden😊

Kommentar von Agronom ,

Ganeu, RNA-Interferenz (RNAi) nennt sich dieses Verfahren.

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