Geburtsblind. Wie anders ist dann ein Weltbild?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

eine Schuhmann-Frequenz gibt es, etwa mit 7,83 Hertz pro Sekunde schwingt die Erde. Und im Gehirn gibt es Alphafrequenz zwischen 8 und 14 Hertz beim Entspannten Zustand.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RoSiebzig
08.08.2016, 02:10

Hm. Danke für den Mosaikstein. Aber, wie kommt man als Geburtsblinder darauf, daß es sie gibt (das muß man ja wissen, aber man kann es nicht "ermittlen", oder?), und ist sie dann eine "Größe" im physikalischen Weltbild? Im Tal der (oder: auf einem Planet der) Blinden wüßte man ja wohl nichts von dem Phänomen?

0

Geburtsblinde leben in einer sehende Gesellschaft, die sie auch über Licht und Farben lehrt. So lernen sie auch, dass Licht ein Wellenart ist, und die Farben hängen von dieser Wellenlänge ab. So können sie die Sehende fragen, ob die Farben hinter Glas oder im Wasser verändern, da in diesem die Wellenlänge verändert. Dann kann man erklären, dass nicht die Wellenlänge, sondern die Frequenz.

Du könntest an eine Art denken, die blind ist. Solche Arten leben meistens im Höhlen. Sie könnten auch das Licht verdecken, aber schwieriger, als wir. Wir sehen Mikrowellen und Radiowellen auch nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von RoSiebzig
08.08.2016, 13:28

Ok, das wär dann ein erklärtes Wissen darüber, was Farben sind und wie sie funktionieren, aber das eigene Abbild der Welt ist ja eigentlich de facto anders, eine 'andere, nicht-optische Physik' wichtiger, nämlich die eigene Erfahrungswelt. Oder, man könnte sagen, Farben sind für jemand, der nicht sieht, nicht so wichtig, Wissen über Musik für jemand der nicht hört, wichtig nur, um die Hörenden und die 'Vibrationen in der Disco zu verstehen, aber nicht wichtiger Teil der eigenen Welt, der eigenen Physik, des eigenen Weltbildes.

Wale orientieren sich ja z.B. in der dunklen Tiefe auch anders , per Echolot, da gibt's auch keine Farben, aber Abstände, Hindernisse, Zwischenräume, freien Raum, oder ein Sehender in einer Höhle ohne Licht .. Man braucht den Sehsinn nicht, um sich im Raum orientieren zu können, schon gar nicht, um ein Zeitgefühl zu haben, und auch nicht um viele Zusammenhänge zu verstehen ..

.. Da frage ich mich einfach, wie anders eine Physik, ein naturwissenschaftliches Weltbild wäre, ohne Optik und ohne Licht als (schnellster und wegen SRT Weltbild mitbestimmender) Informationsträger, zu welchen Schlüssen man ohne Licht und Optik über die Welt, das Universum, z.B. eine Schall-Raumzeit kommen würde, welche Grundgrößen wichtig, bestimmend wären. 

Das auch, um eine Analogie zu haben dafür, wie wiederum die Sehenden sich in ihrem physikalischen Weltbild zu sehr von Licht und Optik hätten geleitet haben lassen können [Tut stimmt de Tempi? lol].. öh .. will sagen wie der Fokus auf den Sehsinn und, was man damit vor allem entdeckt, das Bild vielleicht verzerrt, verschoben hat zugunsten eines optischen Weltbildes.

Vielleicht ist es nur logisch, daß Sehende Physik irgendwann auf dunkle Materie, dunkle Energie, schwer detektierbare Informationsträger trifft, wie z. B. Gravitationswellen, z.B. Neutrinos. (nicht des Namens wegen, "dunkel", sondern, weil es auch den technisch per Mikroskop, Teleskop etc. erweiterten Sinnen a priori unzugänglich ist) - wir erforschen die optisch zugänglichen  Phänomene und übersehen dabei, anderes, das genauso relevant ist, um zu verstehen, wie Welt funktioniert, vielleicht.

1
Kommentar von RoSiebzig
08.08.2016, 13:35

Die Höhle schlägt übrigens auch eine direkte Geodäte zu Plato's Höhlengleichnis, fällt mir grad' auf .. (allerdings kommen da 'gesehene' Schatten an der Wand vor, aber paßt trotzdem in dem Zusammenhang, denk' ich .. )

0