Frage von Olexesh, 39

Gebrauchtwagenhändler Garantiepficht?

Servus Habe vor 2 Monaten ein PKW von einem Gebrauchtwagenhändler gekauft. Vor dem Kauf habe ich den Händler angerufen und nach einigen Details gefragt, auf die Frage wie es mit der Garantie aussieht wurde mir gesagt das es auf das Fahrzeug 6 Monate Garantie auf Motor und Getriebe gibt. Nichts destso trotz bin ich hingefahren, angeschsut Probe gefahren und alles und verhandelt, anschließend gekauft. Im internet stand das alle Inspektionen gemacht wurden, dennoch waren die Bremsen komplett alle was sehr unseriös rüberkam, also ging ich auch beim verhandeln vorher den Preis runter. Bis heute entstanden immer wieder Probleme wo ich knapp über 1800€ schon geblecht habe Nun kam vor einigen Tagen raus das die Kupplung Probleme macht und es ausgewechselt werden muss Langsam reichte es dann auch für mich also rief ich dort an und fuhr dahin Dann haben die sich auf einmal rausgeredet und meinten das die dagegen nichts tun können und die Garantie erloschen ist weil ich vom Preis runtergegangen bin Ich wurde angebrüllt und verwirrt Habe dann im Kaufvertrag nachgeschaut und entdeckt das die nichts von der Garantie zu sehen ist. Nun ist die Frage, sind das schlaue betrüger? Was habe ich falsch gemacht ? Welche Rechte habe ich? Und hat ein Gebrauchtwagenhändler nicht eine Garantiepficht bis 12 Monaten ? Wenn ja muss es im Kaufvertrag stehen?

Weil finanziell läuft das so sonst nicht mehr weiter wenn ich jetzt nochmal knapp 1000€ blechen muss Danke im Voraus!:-)

Antwort
von Interesierter, 14

Zunächst mal, eine Garantiepflicht gibt es nicht. Garantie ist eine freiwillige Leistung, die vereinbart werden kann oder auch nicht.

Anders sieht es aus mit der "gesetzlichen Sachmängelhaftung" oder auch Gewährleistung genannt. Diese muss der gewerbliche Verkäufer für mindestens 12 Monate übernehmen, wobei die ersten 6 Monate die Beweislastumkehr gilt.

Problematisch in deinem Fall mit Bremsen und Kupplung ist jedoch, dass abgenutzte Bremsen oder eine verschlissene Kupplung bei einem älteren Gebrauchten nur in den wenigsten Fällen wirkliche Gewährleistungsmängel sind.

Diese werden ab einer bestimmten Laufleistung als normaler Verschleiss und nicht mehr als Sachmängel angesehen und wären damit nicht in der Gewährleistung enthalten.

Antwort
von franneck1989, 20

Ein Händler muss keine Garantie anbieten, allerdings haftet er in jedem Fall mindestens 1 Jahr für auftretende Sachmängel. Dabei muss es sich aber auch um Mängel im Sinne des BGB handeln, und der Händler muss die Möglichkeit bekommen selbst nachzubessern.

Daher meine Fragen:

  • Um was für Mängel handelt es sich?
  • Steht davon etwas im Kaufvertrag? Was steht sonst an Vereinbarungen drin?
  • Welches Auto (Modell, Laufleistung, Alter)?
  • Wurde selbst schon versucht die Mängel zu beseitigen?


Expertenantwort
von Umut Schleyer, Rechtsanwalt für Verkehrsrecht, 19

Hallo Olex,

vielen Dank für deine Fragen.

1. Grundsätzlich kommt es darauf an,was vereinbart wurde. Dazu dient der Kaufvertrag oft als "Beweismittel". Hier kannst Du mehr zum Thema Kaufvertrag lesen. 

http://unfall-lexikon.de/kaufvertrag/

2. Ob Du gegen den Verkäufer einen Anspruch hast, kann man derzeit nicht seriös beantworten. Dazu müsste man den Kaufvertrag und die bisherigen Mängel kennen.

3. Unabhängig davon musst Du wissen, dass man nach dem Gesetz 2 Jahre Gewährleistung hat. Wenn man eine gebrauchte Sache von einem Händler kauft, kann dieser die Gewährleistung auf 12 Monate reduzieren.

4. Davon ist die Garantie zu unterscheiden. Eine Garantie ist freiwillig. Wenn dir nichts schriftlich vorliegt, hast Du ein Problem. Wenn ich lese, dass Du in die Beseitigung diverser Defekte Geld investiert hast, steht fest, dass Du den Händler nicht zur Nacherfüllung aufgefordert hast.

Infolgedessen hast Du hinsichtlich der gezahlten Beträge wohl keinen Zahlungsanspruch gegen den Händler.

5. Wenn das Fahrzeug einen Mangel hat, dann musst Du den Händler zunächst zur Nacherfüllung auffordern und ihm anbieten, das Fahrzeug bei ihm vorbeizubringen. Am besten per Fax und/oder Einwurf-Einschreiben.

Viel Erfolg!

Umut Schleyer

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht in Berlin

Antwort
von HPG66, 15

Verträge sind dazu da, um sie zu lesen. Für  Gutgläubigkeit brauchst Du keine Verträge.

Alles was "mündlich" vereinbart war, zählt nicht - weil es nicht nachweisbar ist.

Im Vertrag steht keine Garantie.

Hast Du eine eMail oder irgendetwas schriftliches, indem Dir die Garantie zu gesichert wird?

Selbst wenn Du eine Garantie hättest, ist die Frage ob auch die Kupplung mit eingeschlossen wäre ( Gerne werden Verschleißteile und Kupplung aussen vor gelassen)

Was ich nicht ganz nachvollzeihen kann, wenn etwas komisch oder unseriös bereits im Vorfeld rüber kommt, dann las ich die Finger davon und handel den Preis nicht runter.

Du kannst versuchen auf "Kulanz" etwas zu bewirken, allerdings mit ganz wenig Hoffnung

Antwort
von Schnoofy, 11

Hat der Händler das Fahrzeug im Kundenauftrag verkauft oder auf seinen Firmennamen?

Kommentar von Olexesh ,

Über seinen Firmennamen 

Kommentar von Olexesh ,

Seinem*

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