Frage von frederik08, 71

gebrauchtes Auto mit vielen KM weiterfahren oder anderes kaufen?

Hallo zusammen!

Ich brauch mal ein bisschen Kalkulationshilfe...

mein aktuelles Auto - ein Clio, Bj. 2007, hat ca. 140tsd runter. Es ist ein Benziner (ca. 7,5l im Schnitt).

Da ich ca. 20tsd KM im Jahr fahre, dachte ich wegen der Spritkosten schon mal drüber nach, einen gebrauchten Diesel (oder vielleicht sogar Gas?) zu kaufen, da die Einsparungen beim Verbrauch pro Jahr schon verlockend sind.

Da ich aber "nix über habe", müsste ich mein bisheriges Auto (Verkaufswert ca. 4000,- €) in Zahlung geben und den Rest via Kredit finanzieren.

Und jetzt frag ich mich halt...

ist es für mich günstiger, meinen Benziner zu fahren, bis er auseinanderfällt (und die wohl mit den Jahren immer höheren Reparaturkosten in Kauf zu nehmen) oder zahlt es sich aus, einen anderen gebrauchten zu kaufen?

Konkret hab ich da gerade einen Opel Corsa (Diesel) im Auge: Bj. 2013, 30tsd km gelaufen, ca. 8tsd Euro.

Lohnt sich das? Da zahle ich (bei 6 Jahren Kredit für 4000 €) halt auch noch ca. 600,- € im Jahr...

Wer kann mir da helfen?

Antwort
von Deepdiver, 44

Die Faustformel sagt aus, das sich ein Dieselfahrzeug erst ab einer jährlichen Fahrleistung von > 20.000 km lohnt.

Du musst bedenken, das du mehr KFZ-Steuer bezahlen musst, dafür die Kosten für Kraftstoff günstiger sind. ca. 30 ct / l.

Das Auto ist 3 Jahre alt und hat pro Jahr ca 10.000 km gelaufen. Das ist fast nichts. Denke mal, das den ein Rentner gefahren hat.

Bei dir kommen nun auch noch die 600 € zusätzlich für den Kredit hin zu.

Bei dem Opel Corsa komme ich auf ca 450 € Fixkosten im Monat.

Bei dem Renaul sind es fast die gleichen Kosten im Monat.

Also würde sich ein Kauf für dich lohnen, da du ein jüngeres Fahrzeug bekommst.

https://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/autokosten-rechner/defa...

Da ist mal ein Link um Fixkosten zu berechnen.

Kommentar von nafta ,

Leider auch falsch. Kleinwagen mit Diesel und dann tatsächlich nur 30 TKM auf 3 Jahre sind wohl viel Kurzstrecke und auf kalten Motor "getreten" worden. Hier wieder der typische statistische Fehler: Nur weil ein Auto das die ersten 50 TKM bei egal welcher Behandlung mitmacht: Das wird hinten raus teuer! Dann ist der Motorschaden eben bei 70 und nicht 210 TKM da. Dann wills nur wieder keiner gewusst haben.

Kommentar von Silverhead2010 ,

es geht nicht um das auto, sondern um die rentabilität ob sich für ihn ein benziner lohnt oder ein diesel....

Kommentar von nafta ,

Keine Angst, ich habe das verstanden.

Antwort
von checkpointarea, 9

Eine Amortisationstechnung ist eigentlich ganz einfach, jedenfalls dann, wenn man eine Schule besucht hat. Kraftstoffkosten von beiden Fahrzeugen ausrechnen (Verbrauch multipliziert mit den Spritkosten) und mit den Mehrkosten gegenrechnen. Eines kann ich aber sicher sagen: Eine Neufinanzierung lohnt sich nur äußerst selten, es ist immer günstiger, ein Fahrzeug, das man selbst besitzt und abbezahlt hat, so lange wie möglich zu nutzen.

Antwort
von jbinfo, 12

140.000 KM sind auch für einen Clio noch nicht sehr viel. Wenn er also sonst keine Macken hat, weiter fahren. Dein angegebener Wert des Clio erscheint mir doch sehr hoch angesetzt.

4.000,- Euro Kredit ergeben keine 600,- sondern eher 800,- EuroPlus? jährlich. Außerdem sollte man einen Gebrauchtwagen nicht über 72 Monate finanzieren. Das ist Wahnsinn.

Für die Mehrzahl der Autofahrer lohnt sich ein Diesel überhaupt nicht. Immer nur auf die Spritkosten schauen ist da nicht ausreichend. Höhere Versicherung, höhere Steuer, höhere Inspektionskosten.

Hinzu kommt in Zukunft eine weitaus schlechtere Verkaufsaussicht beim Diesel. Auch wird sicher der Dieselpreis steigen.

Antwort
von Havenari, 12

Wirklich kalkulieren lässt sich das kaum, dazu sind zu viele Unwägbarkeiten vorhanden.

Für mich wäre ein Argument für den Wechsel, dass du jetzt für den Clio noch einen nennenswerten Preis erzielen kannst. Mit den Jahren steigt das Risiko höherer Reparaturaufwendungen, die den Restwert drastisch reduzieren würden.

Antwort
von nafta, 28

Unbedingt weiterfahren! Die Leute unterschätzen immer die Wechselkosten. Wertverlust bei Verkauf, Kaufpreispremium beim Kauf und die Kosten für Fahrt, Zulassung etc etc.- wenn dein Fahrzeug nicht übermäßig reparaturintensiv ist, kannst du sehr sehr viel Benzin tanken bis du überhaupt mal ein neues Fahrzeug auf dem Hof stehen hast.

Bei Low Budget ist Diesel gefährlich: Diesel werden teuer wenn's in die Werkstatt geht. Wer da ansetzt muss selbst bei asiatischen Wagen~12 TEUR + (keine feste Grenze!) aufwenden.

Kommentar von frederik08 ,

und wie sieht das deiner Meinung nach mit nem gasbetriebenen Fahrzeug aus?...

Kommentar von nafta ,

Gasfahrzeuge lohnen sich für eine noch geringere Schicht an Leuten und erfodern ein spezielles Fahrprofil. Da diese Motoren erst warm werden müssen, materialisiert sich der Vorteil erst auf längeren Strecken. Bei hoher Last "saufen" Gaser ganz schön (da ist die Abgrenzung zum Diesel. Diesel sind bei hoher Geschwindigkeit sehr effizient. Wieder etwas was nie gesehen wird: Diesel sind nur für Leute, die wirklich viel für das Auto übrig haben). Gas ist also sinnvoll für Leute die viele KM durch viele Mittelstreckenfahrten zusammenbekommen, dabei eher gemütlich unterwegs sind. Für die Umrüstung kommen im übrigen nur sehr große Motoren fest "gasfestigkeit", die Standardmodelle die mit Gas laufen kommen wieder mit einem ordenltichen Premium.

Kurzum - ein sparsamer Benziner ist für *VIELE* die deutlich bessere Wahl als Diesel (oder Gas, Elektro..)

Kommentar von frederik08 ,

ich nutze den Wagen hauptsächlich für meine Fahrten zur Arbeit: 55km einfacher Weg, die Hälfte Autobahn, die andere Hälfte Stadtverkehr...

Antwort
von wollyuno, 6

ich hab meine benziner alle bis über 300 000km gefahren.bei deiner rechnung kannst den noch lange fahren

Antwort
von Silverhead2010, 31

kannst du doch leicht im dreisatz rechnen dir selbst beantworten.

20.000 / 100 = 200 x 7,5 = 1500 Liter Benzin x durchschnittlich 1,40 = 2100 Euro. (Das die Benzin rechnung)

20.000 / 100 = 200 x 5,5 Liter = 1100 Liter Diesel x durchschnittlich 1,10 = 1210,00 €

Mit dem Diesel würdest du also - nur nach den kraftstoffkosten - 890 Euro sparen ! (pro Jahr!)

Die Steuer ist jedoch höher. Der Benziner liegt bei ca. 90 Euro. Der Diesel bei ca. 280 Euro. Also Ersparnis dann beim Diesel wie folgt:

280 - 90 = 190 €.

890 - 190 = 700 €

Du sparst also beim Diesel bei 5,5 Liter Verbrauch und 20000 KM Fahrleistung ca. 700 Euro im Jahr.

Kostet die Kreditzahlung jetzt beim neuen Opel Diesel, was du dir angeschaut hast. nur 600 Euro, sparst du - trotz neuem gebrauchten Opel Diesel - immerhin noch 100,00 €

Kommentar von frederik08 ,

Danke dir, soweit war ich auch schon...
Die Frage ist für mich aber auch:
wie verhalten sich die Kosten in den nächsten 6 Jahren, was Wert(Verlust) und Reparaturkosten betrifft? Da kann mir kein einfacher 3-Satz helfen. Da geht es dann ja auch um Fragen wie: sind Reparaturkosten beim Diesel nicht auch ungleich höher als beim Benziner - hab ich aber auf der anderen Seite nicht auch viel mehr Reparaturen bei meiner alten Karre als es in den nächsten 6 Jahren bei der anderen Kiste wären?
Wie verhält es sich aber mit dem Wertverlust... der müsste beim Diesel mit jetzt 30tsd ja viel höher sein als beim Benziner mit jetzt 140tsd
Also: so einfach ist es ja dann eben doch nicht...

Kommentar von nafta ,

Auch die Versicherung ist teurer.. Frederik - ich will die anderen hier nicht verdrängen, aber bevor ich jetzt mit degressiven Wertverlustmodellen daherkomme - glaub mir einfach. Bei 20 TKM bist du außerdem noch nah an der Grenze, dass sich ein Diesel ÜBERHAUPT nicht lohnt. Vorsichtig gefahren braucht ein Benziner auch nur 5,5-6 Liter, gerade kleine Wagen. Der Diesel hingegen wird bei entsprechender Fahrweise nicht automatisch viel weniger brauchen.

Außerdem: Fang doch lieber jetzt das Sparen an: Spart dir Kreditkosten und irgendwann *brauchst* du dann ein neues Auto. Dann ist der richtig Zeitpunkt.

Kommentar von nafta ,

Noch ein Zusatz: Nur weil der Dreisatz recht leicht zu machen ist, heisst das nicht, dass der Stimmt. Der größte Kostenfaktor beim Fahrzeug ist der Wertverlust; wenn der das nichtmehr ist, dann das Reperaturrisiko. Das lässt sich dann nur mit Risiko- und versicherungsmathematischen Modellen annähern. Der Stress lohnt sich nicht.

Kommentar von Havenari ,

Es ist einigermaßen sinnfrei, darüber zu spekulieren, was ein Kleinwagen "vorsichtig gefahren" verbrauchen könnte, wenn vom Fragesteller eine klare Aussage über seinen tatsächlichen Verbrauch vorliegt.

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 6

Kuck dir ma das hier an.

https://docs.google.com/spreadsheets/d/1rtAtEVXo0X7xNvFe5gs0Mb2n9ei6dGYTIJ9DFw\_...

Verbräuche unter spritmonitor.de, Steuerrechner kannste selber googeln.

Haftpflicht wird ja wohl den Kohl kaum noch fett machen, oder hattest du schon mal eine Schadenregulierung?

Antwort
von nixawissa, 13

weiter fahren bis zum Schluss und ab und zu kleine Inspektion!

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