Frage von Aleks83, 50

Gebrauchte Autos tauschen, statt sie zu reparieren. Ist das eine praktikable und realistische Praxis?

Liebe Leute,

ich bin nicht sonderlich wohlhabend, spiele aber mit dem Gedanken wieder unter die Autofahrer zu gehen und mir ein Auto zu kaufen. Denn mittlerweile habe ich auch eine Familie mit Kindern und ein Fahrzeug würde unseren Alltag sehr erleichtern. Zuvor hatte ich mal paar Jahre ein kleines günstiges Peugeot, aber in dem war es bereits ohne Kindersitze verdammt eng gewesen. Daher muss das Auto auch etwas größer sein. Hier soll es aber NICHT um eine Kaufberatung gehen, wobei Ihr mir geht Tipps diesbezüglich geben könnt, falls ihr welche habt.

Was ich wissen will ist, ob meine Idee praktikabel ist und welche Schwierigkeiten mit ihr verbunden sind. Ich habe mir nämlich überlegt ein günstiges altes Auto zu kaufen. z.B. ein Mercedes 230 für ca. 660€ und falls der größere Reparaturen braucht, ihn wieder zu verkaufen und stattdessen ein anderes Auto in derselben Preisklasse holen? Also statt Reparatur immer Autotausch und die Fahrzeuge benutzen, solange die was her geben. Auf die Idee brachte mich mal ein KFZ-Mechaniker, der mir mal erzählte, dass er das in seiner Ausbildung genau so gemacht hat und jetzt seit 7 Jahren ein Mercedes fährt, dass damals nur 300DM gekostet hat, aber immer noch hält. Schöne Geschichte, aber der Mann ist KFZ-Mechaniker. Ich nicht. Also, was sagt Ihr dazu? Realistisch? Welche Risiken usw.

Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kreativst, 42

Wenn man Ahnung von Autos hat geht das problemlos. Mache ich ähnlich, ich reparier aber auch den Großteil selbst und kenn die Autos nach dem Wiederverkauf meist besser als mancher Mechaniker. 

Wenn du Lust hast dich mit Autos zu beschäftigen und auch mal selbst was machen willst kann das klappen, ansonsten würde ich dir davon abraten. 
Wenn du wie in deinem Beispiel nen alten Mercedes für 600 kaufst und dann die Bremsen für den TÜV neu müssen wirst du den garantiert nichtmal für die Hälfte verkaufen können ergo würdest du ständig Verlust machen.

Nachtrag: Wie du gesagt hast, wenn du keine Ahnung von Autos hast sehe ich allein schon beim Kaufen ein Problem, mit gebrauchten Autos unter 1.000 Euro kann man Glück haben, dafür muss man auch genau wissen worauf man achten muss, wenn du da nicht weißt wo du hingucken musst kann es passieren das dir dein "erstes" Auto schon nach 2 Wochen über den Jordan geht. Und wie gesagt, grade wenn größere Reparaturen anstehen oder der TÜV ansteht mindert das den Preis nochmal Extrem.

Bsp. du kaufst einen Mercedes für 1.000€, mit 1 Jahr TÜV, vor dem TÜV gehen dann z.B. die Bremsen kaputt, der Rost wird schlimmer und es kommt noch Schaden X dazu. Dann würde ich dir für denn Wagen keine 500 mehr geben.

Kommentar von Aleks83 ,

Dazu muss ich nachfragen. Also, bei meinem Peugeot habe ich tatsächlich mal die Federn gänzlich selbst getauscht + Öl + Bremsen, aber das hat mich genau so viel gekostet, wie bei einer schwarzen Werkstatt, weil ich mangels Erfahrung echt viel Zeit mit der Hebebühne verbracht habe. Doch grundsätzlich kann ich das, auch wenn nicht sonderlich gern. Zur Not kenne ich paar Leute. Also Kleinigkeiten würden gehen.

Oder in welchem Umfang machst Du das selbst?

Kommentar von Kreativst ,

Bis auf Motor tauschen hab ich bisher schon alles selbst gemacht, ich habe mittlerweile aber auch einiges an Werkzeug und Erfahrung da ich schon lange in meiner Freizeit viel an Autos gebastelt habe. Wenn man das nicht gern macht ist das schon schwieriger. Wenn bei meinem Auto was klappert setz ich mich da auch das ganze Wochenende dran bis das Problem eben behoben ist. 

Wenn du jedes mal jemanden dazu holen musst und ne Bühne mietest und dann evlt. noch Werkzeug und Ersatzteile kaufen musst kannst du auch direkt in eine freie Werkstatt fahren. 

Wie gesagt, grade bei älteren Autos ist das m.M.n. keine Hexerei und jeder sich ein bisschen für Technik begeistert kriegt nen Großteil selbst hin aber da muss eben auch Interesse da sein & Ich würde dann an deiner Stelle bei einem Modell oder zumindest einem Hersteller bleiben, nach meinem 3ten BMW E36 kann ich dir den fast blind zerlegen und weiß auch wo ich hin gucken muss wenn ich einen kaufe, was sich komisch anhört und woher welche Probleme kommen können. 

Als Hobby durchaus praktikabel, wenn man aber irgendwann täglich auf das Auto angewiesen ist eher schlecht. 

Meinetwegen springt dein Auto Montag früh nicht an wenn du zur Arbeit willst, du hast keine Ahnung wo du überhaupt anfängst zu suchen. Bestenfalls hat dann ein Bekannter Montagabend Zeit dir zu helfen, bis du dann repariert hast etc. bist du locker mal ne Woche ohne Auto, wenn du damit zu Recht kommst, warum nicht. 

Expertenantwort
von bronkhorst, Community-Experte für Auto, 21

Deine Frage klingt so, als hoffst Du, ein Auto bei einem erkennbaren Defekt wieder ungefähr zum Einstandspreis verkaufen zu können.

Das wird so wahrscheinlich nicht funktionieren.

Andersherum:

Ab einem gewissen Reparaturbedarf ist ein altes Auto ein wirtschaftlicher Totalschaden - billig verkaufen, verschenken oder sogar kostenpflichtig entsorgen ist dann meist günstiger als reparieren.

Wenn Du ein sehr altes und geringwertiges Auto kaufst, ist halt die Frage, wie lang es Dich bis zum nächsten größeren Defekt trägt.

Das kann eine ganze Weile sein, muss aber nicht.

Wenn man genügend Reserven hat, um auch mal eine ungeplante Reparatur wegstecken und das Auto ein paar Tage stehen lassen zu können, kann man damit ganz gut wegkommen, wenn man Glück hat.

Das scheint bei Dir nicht der Fall zu sein. Investiere lieber ab 3.000 € aufwärts für ein Auto mit überschaubarer Laufleistung und dokumentierter, plausibler Wartungshistorie. Da ist die Chance wesentlich höher, ein paar Jahre ohne größere Defekte unterwegs zu sein.

Antwort
von TrackdayP, 25

Realistisch ist es halt nur wenn man selber Mechaniker ist bzw. einfach Ahnung davon hat. Wenn du ein reparaturbedürftiges Auto verkaufst wirst du immer Verlust machen, mit dem restlichen Geld wird ein anderes Auto zu kaufen dann immer schwieriger...

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