Frage von xXxjuxXx, 113

Geblitzt 22km/h außerorts - auf Foto halb verdeckt durch Rückspiegel?

Hallo,

ich habe eine nicht so schöne Frage. Ich wurde vor knappen zwei Monaten außerorts mit 22 km/h (nach Toleranzabzug, ich Pechvogel...) zu schnell geblitzt.

Mein Auto ist auf meine Mutter gemeldet. Nun bin ich noch in der Probezeit und das würde ja nicht nur ein hohes Bußgeld und einen Punkt in Flensburg bedeuten, sondern auch ein Aufbauseminar.

Meine Mutter hat heute einen Brief mit "Anhörung zum Bußgeldbescheid" bekommen, das läuft also auf sie. Auf dem Blatt ist auch ein Foto, aber nicht besonders kontrastreich und außerdem ist mein Gesicht teilweise vom Rückspiegel verdeckt - hauptsächlich mein rechtes Auge und die Stirn, mein linkes Auge ist gerade noch so ein kleiner schwarzer Punkt.

Meine Frage wäre jetzt, ob ich da irgendwas machen kann, um das Ganze noch abzuwenden, da mein Gesicht auf dem Foto eigentlich fast zur Hälfte verdeckt ist. Sprich, wenn meine Mutter angibt, nicht gefahren zu sein, dann könnte sie ihre Aussage ja verweigern, da es sich um einen Angehörigen handelt. Wenn dann allerdings mit Fotos von mir (ist ja klar, dass sie mich danach gleich prüfen) verglichen wird, dürfen sie mich dann quasi identifizieren? (Frage ist blöd gestellt, tut mir leid, ich weiß nicht, wie ich's besser erklären kann.) Mein Punkt ist ja nur, dass das Gesicht halb verdeckt ist und ob denen das reicht, um mich eindeutig als Fahrerin zu identifizieren.

Vielen Dank schonmal für eure Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 51

Vor knapp zwei Monaten bietet gute Ansätze, da das nach 3 Monaten verjährt ist. Ihr müsstet euch also irgendwie über die Zeit retten. Da haben die sich ganz schön viel Zeit gelassen, das ist nicht unbedingt üblich.

Also da könnte z.B. deine Mutter schreiben, dass sie sich nicht erinnern kann, dann und dann gefahren zu sein und sie könne sich auf dem Foto auch nicht erkennen und bittet daher darum, ihr ein besseres Foto zuzuschicken, damit sie sich dann äußern könne. Bei allen Schreiben aber nicht sofort reagieren sondern die Frist einigermaßen ausnutzen, allerdings nicht bis zum Äußersten, um nicht aus Versehen eine Frist zu versäumen.  5-6 Wochen gehen da schnell rum. Taktik: nix zugeben, dumm stellen, nix eindeutiges ankreuzen, sich auf nichts festlegen, erstmal pauschal alles abstreiten, blöde Briefe schreiben, die der Bußgeldstelle Arbeit machen. Das Problem: die müssen Beweise liefern und Täter sowie nahe Verwandte sind nicht verpflichtet, sich selbst zu belasten.

Man muss damit rechnen, dass die Polizei mit einem schärferen Bild vorbeikommt und deine Mutter befragt. Die muss sich dann wieder dumm stellen und sagen, sie würde die Person nicht kennen. Wer denn sonst das Auto fährt? Das wird gerne mal an diverse Freundinnen verliehen, von denen sie aber keine auf dem Foto erkennt. Wer an dem Tag gefahren ist, wisse sie nicht mehr, das ist ja schon soooo lange her.

Kommentar von xXxjuxXx ,

Achso, also es muss innerhalb dieser drei Monate alles abgewickelt und geklärt sein? Ich dachte, es ist nur verjährt, wenn nach 3 Monaten immer noch gar nichts gekommen ist, kein Bescheid..

Na ja das war nicht in der Nähe, wo wir wohnen, das kommt aus nem anderen Bundesland, weil ich da mit ner Freundin in den Urlaub gefahren bin, vielleicht hat es deswegen so lange gedauert. Außerdem kam es per Nachsendeauftrag, weil wir vor ein paar Monaten umgezogen sind.

Und was passiert, wenn wir ein besseres Foto bekommen? Ich mein, der Rückspiegel ist ja so oder so im Weg^^

Wichtiger ist mir eigentlich, wenn das alles am Ende doch darauf hinaus laufen würde, dass entweder meine Mutter sich oder ich mich schuldig bekenne, würden die Strafen dann höher ausfallen als wenn wir gleich alles zugegeben hätten? Also, zumindest das Bußgeld könnte dann ja eventuell höher werden wegen irgendwelcher Bearbeitungsgebühren..?

Kommentar von Hamburger02 ,

Innerhalb der 3 Monate nach der Tat muss der Täter angeschrieben werden, sonst ist das verjährt. Mit soclh einer Verzögerungstaktik hab ich mal nen Kumpel "rausgehauen". Bis die ihn namentlich hatten, waren fast 4 Monate vergangen und dann wars zu spät.

Eben, deswegen ein schärferes Foto anfordern, was die eh nicht tun, aber erstmal wieder antworten müssen, weil sie so schlau sind wie vorher. Aber die Zeit ist weitergelaufen. Kommt ein Foto per Post oder per Polizeibesuch, kann man immer noch fetstellen, dass der Rückspiegel ja immer noch im Weg ist und eine Wiedererkennung nicht möglich ist.

Die Strafe ist von dem ganzen Theater völlig unabhängig. Niemand darf bestraft werden, bloß weil er sich selber nicht belasten wollte. Man muss dabei bloß immer aufpassen, nie eine Tatsachenbehauptung abzugeben, auf die man festgenagelt werden kann. Daher immer dumm stellen und verwirrend antworten.

Das mit dem Nachsendeauftrag könnte allerdings den Ablauf der Verjährungsfrist hemmen. Da kommts drauf an, ob der Brief fristgerecht zugestellt wurde oder nicht. Sprich war die erste Adresse noch gültig? Hattet ihr das Auto sofort nach Umzug umgemeldet?

Kommentar von xXxjuxXx ,

Ah also der Täter muss direkt angeschrieben werden. Das ist schon mal gut zu wissen :)

Na ja aber wenn die Beamten da vor einem stehen mit dem Foto und sagen, ja, das ist die Fahrerin, das kann man an der unteren Gesichtshälfte erkennen - was sollen wir denn dann da sagen? Nein, das kann man nicht erkennen, da ist ein Rückspiegel im Weg - und dann? Ich glaub, wenn da Polizisten an meiner Haustür stehen, wär ich schneller die eindeutige Täterin als ich schauen kann..

Okay das ist aber beruhigend, also kann es nur sein, dass durch den Widerspruch rauskommt, dass ich die Fahrerin war und nicht meine Mutter? Also sie könnte dann die Schuld nicht mehr auf sich nehmen, wenn das passiert, aber das Bußgeld und alle weiteren Verfahrensweisen wären die gleichen wie ohne Widerspruch?

Also der Brief wurde am 14.09. ausgestellt und ist heute, am 23.09., bei unserer neuen Adresse angekommen. Das Auto ist bis jetzt immer noch nicht umgemeldet, weil mein Bruder das mit einer Vollmacht machen wollte, aber beim letzten Versuch einige Dokumente gefehlt haben.. Ist das ein großes Problem? :/

Kommentar von Hamburger02 ,

Dann sollte die erste nichtssagende Antwort ganz schnell erfolgen, um die Einspruchsfrist nicht zu versäumen. Wenn das Auto noch nicht umgemeldet ist, geht das zeitlich zu euren Lasten.

Wenn du an die Haustür gehst oder dich zeigst, wenn die Grünen da stehen, bist du selber schuld. Dann ist das Spiel aus. Und selbst wenn, dumm stellen und behaupten, die untere Gesichtshälfte könne jedem gehören, du würdest jedenfalls keinerlei Ähnlichkeit erkennen.

Wenn deine Mutter das abstreitet kann sie schlecht sagen, sie war es doch. Geschickt verpackt würde man aber auch das hinkriegen, aber dann wirds tricky und man braucht gute Nerven.

Bußgeld und Punkte sind völlig unabhängig, ob mans gleich zugibt oder erst nach Theater.

Deine Mutter könnte z.B. den Anhörungsbogen teils ausfüllen, ankreuzen "ich wars nicht", alle anderen Felder frei lassen, besonders die Angabe des Fahrers.

In der Begründung geht sie gar nicht auf den Fall ein sondern schreibt einfach nur rein, dass sie umgezogen sei und sie auf der Bußgeldstelle doch bitte die neue Adresse eintragen sollen (was ja auch schon Blödsinn ist). Im übrigen sei sie an dem Tag gar nicht in der fraglichen Gegend gewesen.  ..und Schluss. Je weniger man schreibt, umso besser.

Kommentar von xXxjuxXx ,

Okay vielen Dank für deine ausführlichen Antworten :) Ich denke, ich werde das morgen mal mit meiner Mutter besprechen...

Kommentar von Lkwfahrer1003 ,

Den Ausführungen von  Hamburger02ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen .

Was dich erwartet sind 70 Euro + 1 Punkt +28,50 Euro Bearbeitungsgebühr sowie Anordnung Aufbauseminar .

Die Bearbeitungsgebühren werden nur fällig , wenn du den Verstoß zugibst oder sie dich ermitteln .



Antwort
von NeoExacun, 70

Wenn du darauf zu erkennen bist, und sie dich finden bist du dran. Nur weil da ein Spiegel im Weg ist, heißt das nicht, dass du straffrei auskommst.

Antwort
von Tastenheld, 63

Eigentlich ist es schön anonymisiert, aber bei deiner Frisur, kann es dann doch einen gewissen wiederekennungswert geben, wenn man das Passfoto dazunimmt.

Kommentar von xXxjuxXx ,

Mein Profilbild ist schon ziemlich alt und eigentlich hab ich auch keine Locken, auch auf dem Blitzerfoto nicht. Aber zählt denn ein Wiedererkennungswert? Ich weiß ja nicht, wie streng das da beurteilt wird. Also wenn da Leute persönlich vorbei kommen, dann könnten sie mich anhand des Wiedererkennungswertes meiner Nase und Mundpartie (sowas musste ich bis jetzt auch noch nie schreiben xD) wahrscheinlich schon auf dem Foto erkennen, aber durch ein Passbild oder so eher nicht, da das Blitzerfoto ja seitlich aufgenommen wurde...

Kommentar von Tastenheld ,

Ich hatte mal einen Mietwagen, und auch ein solches Foto mit dem Rückspiegel über der Augenpartie. Fahrer war also nicht eindeutig zu bestimmen ich habe widerspruch eingelegt und ich habe in der Regel ein Fahrtenbuch geltend gemacht.

Es kam in dem Fall keine Rückmeldung auf den Widerspruch. 

Vllt kucken die bei Probezeit aber genauer.

Kommentar von xXxjuxXx ,

Also die haben den Widerspruch einfach hingenommen? Wie ist es dann zu dem Fahrtenbuch gekommen?

Vielen Dank für deine Antwort schonmal :)

Kommentar von Tastenheld ,

Führe ich freiwillig, aus steuerlichen Gründen, nicht weil ich so ein Rowdy bin ;-)

Kommentar von xXxjuxXx ,

Haha achso, also wegen des Blitzerfotos hast du dann gar nichts mehr gehört und auch keine Strafe bekommen? Das hört sich ja eig ganz gut an..

Kommentar von Tastenheld ,

Die schicken dir natürlich kein Glückwunsch schreiben. ;-) an wen auch, ist ja kaum zu erkennen.

Antwort
von maxist, 53

Also wenn dein Gesicht nicht zu 100% zu erkennen ist, ist es gut möglich dass das Bußgeldverfahren eingestellt wird. Würde damit zum Anwalt.

Antwort
von chongzi, 33

Naja, der Polizei ist herzlich egal, wer auf dem Bild ist. Irgendwer wird schon dafür gerade stehen. 

Moral sicher schön und gut, aber wäre es mein Kind in der Probebezeit, gäb es sicherlich nen Satz heiße Ohren und nen Fahrverbot von mir, aber den Punkt würde ich dann doch auf mich nehmen. 

Antwort
von chongzi, 49

Deine Mama könnte auch ohne Tamtam einfach die Schuld auf sich nehmen und die Strafe zahlen.

Kommentar von NeoExacun ,

Dann bekommt sie aber einen Punkt.

Hätte mein Kind das gemacht sähe das so aus: Geldstrafe kann von mir aus über mich laufen, wird aber zurückgezahlt. Gibt's Punkte - selbst schuld. Nicht mein Problem. Wer Fehler macht soll die Konsequenzen tragen.

Kommentar von xXxjuxXx ,

Ja, das würde sie vermutlich auch machen, aber ich wollte erstmal fragen, ob ich da was tun kann.. Ich mein, man fühlt sich ja trotzdem schlecht, egal, ob man die Strafe selbst ausbaden muss oder nicht.. Wär's nur ein Verwarnungsgeld, wär's ja nicht so tragisch, aber sie kriegt dann ja auch noch einen Punkt.. Ich dachte nur, falls ich sehr gute Chancen habe, wegen des Fotos nicht erkannt zu werden, dann könnte man das halt alles abwenden :/

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community