Frage von Wonderhorse02, 48

Gebissumstellung im Gelände?

Hallo liebe Community, da mein Pferd sich momentan beim Ausreiten weder im Trab noch Galopp richtig durchparieren lässt (im Schritt keinerlei Probleme) dachte ich daran im Gelände evtl. ein anderes Gebiss zu verwenden. Er nimmt den Kopf runter und reagiert weder auf Paraden noch auf ziehen. Daten zu meinem jetzigen Gebiss (das ich gerne weiterhin für die Arbeit benutzen will): Sprenger Dynamic RS ( Doppeltgebrochene Olivkopftrense mit D-Ring) Einerseits finde ich es wieder eine blöde Idee ein schärferes Gebiss zu verwenden. Hat jemand Tipps wie ich mein Pferd in den schnelleren Gangarten weicher im Maul bekomme? oder kann mir jemand ein Gebiss vorschlagen?

Da es momtan gefährlich für Reiter & Pferd ist (seehr langer Bremsweg) und ich ihm ungern stark im Maul herumziehen möchte um zu halten, hoffe ich auf sinnvolle Ratschläge/ Abratungen, etc. Ich denke eine Kandare ist eher weniger zum Ausreiten geeignte.

LG Wonderhorse02

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von trabifan28, 38

Mit einem schärferen Gebiss löst du euer Problem nicht, machst es womöglich noch schlimmer. Ist ein ziemlicher Irrglaube, dass ein schärferes Gebiss bei solchen Problemen hilft.

Am besten suchst du dir einen passenden Trainer der dir hilft.

Ein anderes Gebiss einschnallen ist keine Dauerlösung.

Klar könntest du beispielsweise mit einem Pelham ins Gelände gehen. Dann hast du, blöd gesagt, eine Notbremse. Aber auch das bringt dir auf Dauer nichts. Wenn du am Ende nicht noch ein schärferes brauchst, weil dein Pferd im Maul noch mehr abgestumpft ist dadurch.

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 14

DAs Pferd ist schlecht geschult.

Was ich nie verstehen werde, ist, warum man mit Pferden, bei denen man weiß, dass sie problematisch sind, traben und galoppieren muss im Gelände. Ein schärferes Gebiss hilft jedenfalls nicht! Dem Pferd werden Schmerzen zugefügt und vor Schmerzen flieht es, wird also noch schneller. Und dann? Wirst du es irgendwann mit Stacheldraht reiten?

Um so ein Pferd zu korrigieren, braucht man eine/Fachmann/frau. Und das Pferd muss lernen, dass Rennen nicht geduldet wird.

Ich besitze eine Volllbutaraberstute, also eine Rasse, die sehr schnell heiß zu machen ist. Das ist die leichteste Übung.

Ich habe das Pferd roh bekommen und bin SOFORT ausgeritten mit meiner Stute. Eine Reitbahn hat sie erst ein halbes Jahr später von innen gesehen.

Ich bin Schritt geritten. Und nach einiger Zeit/Wochen  dann vorsichtig angetrabt. Ich habe aber das Pferd SOFORT durchpariert, wenn ich merkte, dass es vielleicht zu schnell werden könnte. Das merkt ein einigermaßen feinfühliger Reiter ja sehr früh. Und dann habe ich das Pferd durchpariert und bin Schritt geritten. Es hat auf die Art systematisch gelernt: es wird nicht geheizt. Wenn ihm danach ist, soll es das auf der Weide machen.

Ich reite meine Stute seit 11 Jahren. Durch einen guten Beritt hat mein Pferd ein reelles L-Niveau. Jedenfalls, wenn meine RL sie reitet. Aber bis heute dulde ich es nicht, dass sie ins Heizen kommt im Gelände. Durchparieren, Schritt reiten, bis das Pferd wieder ganz runtergekommen ist und gelassen dahinschreitet. Dann erst trabe ich wieder an.

Und der Galopp wird erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben. Meine Stute galoppiert im Gelände, aber auch hier gilt die Regel: wenn das Pferd vielleicht Anstalten machen könnte, dass es schneller wird als ich will, pariere ich sofort durch.

Auf die Art bin ich mit einer Stute, nachdem sie zwei Jahre unter dem Sattel war, auf einem Stoppelfeld galoppiert, das  auf der Stirnseite von der Autobahn A 4 begrenzt wurde. Ich konnte auf die A 4 zu galoppieren und habe mir nichts dabei gedacht. (Heute würde ich das freilich nicht mehr machen).

Ach ja, und ich habe mein Pferd systematisch aus Stimmkommandos trainiert. "Whoah! Scheeeritt" ist mit die wichtigste HIlfe, die sie gelernt hat. (Leckerlis helfen dabei übrigens gewaltig. ;-)

Kommentar von Wonderhorse02 ,

Mein Pferd ist gut geschult (anfang L-Niveau) und reagiert in der Halle sofort auf meine Stimmkommandos, dort ist auch reiten am langen Zügel in allen Gangarten möglich & dabei kann ich mein Pferd auch nur durch meinen Sitz durchparieren. 

Bis vor ein paar Wochen lies er sich auch noch problemlos im Gelände durchparieren.  Das mit dem durchparieren sobald ich merke dass er schneller oder hibbeliger wird habe ich früher auch gemacht, jedoch hat mein Pferd irgendwann gemerkt dass wenn er schneller/hibbeliger wird, ich sofort durchpariere, er also nicht mehr laufen muss.

Ich reite im Gelände bzw. Wiesen auch oft Kurzkehrt, Seitengänge und Richte in rückwärts, er kaut auch super ab (schäumt...)  und ist locker, deshalb verstehe ich nicht warum er auf einmal auf keine parierhilfe reagiert.

Trotzdem vielen dank für deine Antwort!

Antwort
von ReterFan, 48

In deinem Falle ist ein schärferes Gebiss nicht die richtige Lösung. Am besten suchst du dir im Gelände eine freie Fläche, auf der du reiten kannst (vllt lassen dich ja Bauern aus der Umgebung auf den Stoppelfeldern reiten) und dann solltest du da mit Dressurarbeit beginnen. Also erstmal schön groß angelegter Zirkel und dann immer ganz viele Übergänge reiten (schritt-Trab bzw trab-Galopp und auch Tempiwechsel im Trab und Galopp). Versuche dabei einfach erstmal dein Pferd unter Kontrolle zu halten (deswegen der Zirkel) und zu beschäftigen. Wenn du dein Pferd dabei gelöst bekommst, würde ich es sofort loben und wieder nach Hause reiten, dann hast du dein Ziel fürs erste erreicht. Und dann immer wieder auf dem Feld arbeiten. Wenn es ein paar mal gut klappt, kannst du immer mal eine 'lange Seite' etwas Galoppsprünge verlängern und dann wieder auf den Zirkel gehen und möglichst unabhängig von der Hand dein Pferd wieder auf die Hinterhand holen und den Galopp wieder verkürzen. So wirst du allmählich die Kontrolle über dein Pferd im Gelände bekommen.

Kommentar von Dahika ,

na ja, die Zeit der Stoppelfelder dauert bei uns maximal 3 Wochen. DAs ist etwas knapp für eine gute Schulug.

Kommentar von ReterFan ,

Man sollte die Zeit halt effektiv nutzen. Ich weiß ja nicht, wie oft sie reitet.

Antwort
von Boxerfrau, 38

Das mit dem schärferen Gebiss ist absolut sinnlos und führt nur dazu das du bald noch ein stärkeres brauchst . Leider glauben viele Leute das es danach besser wird aber das ist ein Irrglaube... das einzige was da hilft ist Trainig, wenn man es alleine nicht hin bekommt dann eben mit Trainer... du bekämpfst damit nicht das eigentliche Problem sondern hilfst dir nur für einen kleinen Moment

Antwort
von lilaluxoxo, 34

Ziehen tut man schonmal gar nicht!!! Falls du dein pferd schwer durchparieren kannst reite dich einfach eine kleine Volte so wir das Pferd gezwungenermaßen automatisch und langsamer :)

Kommentar von Wonderhorse02 ,

Vielen Dank für deine Antwort jedoch ist mir leider das Voltenreiten im Wald nicht möglich :D

Kommentar von Dahika ,

nett gedacht, aber leider nicht machbar. Die Idee mit der Volte, bzw. dem Zirkel stammt noch aus ostpreussischer Zeit, wo die adeligen Offiziere machen konnten, was sie wollten. Sie hatten auch viel Platz und wenn sie den Zirkel auf dem Eingesähten des Pächters machten, sagte der nichts. Heute wirst du vom Bauern abgeschossen! Aber wie!
Und ein unrittiges, zu schnelles Pferd bekommst du gar nicht in eine Volte gelenkt. Die machen sich nämlich so fest, dass man sie gar nicht gebogen bekommt. DAs Einzige, was dann helfen würde, ist der große Zirkel, den man immer kleiner reitet. Aber den kann man nicht machen, weil man dann einen RIESENÄRGER bekommt. Mit den Bauern!!

Antwort
von LyciaKarma, 13

Kein schärferes Gebiss, sondern mehr Dressur im Gelände, bis das Pferd wirklich durchlässig ist. 

Antwort
von steffi1974, 18

Hallo Wonderhorse,

ich denke das die Ausbildung des Pferdes und Dir als Reiter nicht gut genug ist. Schon allein ein Gebiss im Maul des Pferdes zu haben ist anatomisch für ein Pferd eine Qual, was mittlerweile auch nachgewiesen ist und von immer mehr Pferdeleuten gesehen und akzeptiert wird. Es gibt gute Literatur darüber. Meiner Meinung nach ist es wichtig das Vertrauen zwischen Dir und deinem Pferd zu stärken und nicht aus Angst und schlechtem Handling ein schärferes Gebiss ins Pferdemaul zu schnallen um dem Pferd noch größere Schmerzen zuzufügen um es unter KONTROLLE halten zu können. Mit Ruhe, viel Übung, Akzeptanz und Respekt dem Pferd gegenüber, wird auch das Problem das Du hast, mit einer gewissen Zeit und Geduld und vorallem der Arbeit an eurem Vertrauen gegenüber sehr viel Bewirken. Dazu wird aber Voraussetzung sein, dich radikal umzustellen und die Bereitschaft zu haben, wirklich ein Team mit deinem Pferd zu werden. Ein Team bist Du nicht mit deinem Pferd! Du bist in der Form ein Herrscher über dein Pferd, indem Du ihm unbewusst Schmerzen im Maul zufügst um deine Unsicherheit und dem fehlenden Vertrauen das zwischen euch beiden besteht, versuchst.... Herr zu werden..

Lerne Dein Pferd zu verstehen und ihm dein Vertrauen zu geben, das ist das wichtigste in der Pferdeausbildung. Dann klappt es auch ganz ohne Gebiss zu reiten. Schaue mal unter   HJN Reiten....... da sollte meiner Meinung nach, JEDER PFERDEBESITZER/BEGLEITER hinkommen......

LG Stefanie

Antwort
von dressurreiter, 8

Wie reagiert denn dein Pferd auf ein anderes Gebiss überhaubt? Vielleicht solltest du verschiedene Gebisse mal ausprobieren.

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