Frage von Kikipol, 37

Gebirgsbildung zur Zeit Pangäas?

Ich sehe immer wieder verschiedene Bilder rund ums Thema Dinosaurier, dabei fällt mir jedes Mal auf das im Hintergrund viele Gebirge usw. abgezeichnet sind. War die Gebirgsbildung damals überhaupt so extrem möglich? Im Laufe der Zeit hat sich ja Pangäa aufgespalten und die Landmassen haben sich voneinander wegbewegt, da sind doch zum Beispiel Faltengebirge gar nicht möglich (nehme ich an). Die ozeanischen tektonischen Platten sinken meines Wissens nach unter die der Kontinente ab, also können dadurch auch keine großen Gebirge entstehen. Vernachlässige ich hier irgendeinen Faktor oder gibt es eine ganz andere Erklärung?

Antwort
von Grautvornix16, 9

Hi,- Kontinente zerbrechen ja nicht nur und bewegen sich von einander weg sondern, hervorgerufen von den sog. Konvektionsströmungen des flüssigen Erdinnern, treiben sie "wie Marshmallows auf erhitzter flüssiger Schockolade" (Zitat eines Geologen) auf diesem flüssigen Erdinnern herum. Dabei bildeten sie nicht nur einen Superkontinent sondern auch relativ häufig Teilgebilde wie z.B. "Panotia", "Laurasia", "Gondwana" usw. . So sind z. B. auch einmal nur das heutige Südamerika und das heutige Afrika "aneinander geraten" worauf sich an den Randzonen Gebirgsauffaltungen - auch in stattlicher Höhe ergeben haben. (Der "Zuckerhut" in Rio ist z.B. ein verwittertes Überbleibsel davon). Diese verschiedenen "Kontaktphasen" verschiedener Landmassen zu verschiedenen neuen Gebilden lassen sich geowissenschaftlich heute gesichert bis 900 Mio. Jahre zurückverfolgen und im Rahmen der Plattentektonik beschreiben. Und alle diese "Kontakte" waren i. d. R. auch mit entsprechenden tektonischen Ereignissen wie eben auch Verwerfungen und Auffaltungen in den Druck- und Subduktionszonen verbunden.

Gebirgsbildungen - wenn nicht vulkanisch - gab es auf der Erde also auch schon immer seit es driftende Landmassen gibt.

Gruß

Antwort
von Maimaier, 13

Die Unterschiedliche Höhe von Gebirge und Meer erklärt sich nicht nur über Faltenbildung, sondern auch über die Gravitation. Im Meer ist die Gravitation größer, die Kruste enthält mehr schwere Elemente (SiMa) und ist dünner. An Land ist die Gravitation geringer, die Kruste enthält mehr leichte Elemente (SiAl) und ist dicker. Vermutlich erzeugt die unterschiedliche Gravitation auch die unterschiedliche Verteilung der Elemente und umgekehrt, beides hängt also zusammen, so stelle ich mir das vor. (Ich denke mir auch, das die Kühlwirkung des Ozeans hier eine Rolle spielt, und erklärt warum Ozean und Land unterschiedliche Krusten haben, ich weiss aber nicht wie Geologen dazu stehen)

Falls also zu der Zeit von Pangäa und den Dinosauriern wirklich die Kontientalplatten auseinanderdriften und nicht zusammen, dann würden wohl auch weniger Faltengebirge neu entstehen, aber die alten wären ja noch da, und vermutlich gab es damals noch ausgeprägtere Gravitationsunterschiede, denn eine so große Landmasse wie Pangea bedeutet wohl auch das dort die Gravitation geringer war. Die Erdkugel und dessen Gravitationsfeld ist eigentlich eher eine Kartoffel oder so, wenn man genauer hinschaut. Und damals wohl noch stärker als heute.

Kommentar von mineralixx ,

Unterschiede im Schwerefeld der Erde waren und sind sicher nicht Ursachen für das Relief der Erde.

Kommentar von Maimaier ,

http://www.space-airbusds.com/media/image/6_goce_1st-global-gravity-model_esa.jp...

Tatsächlich ist die Gravitation im Meer nicht größer als an Land, wie ich falsch behauptet habe. Danke für den Hinweis.

Antwort
von MarkusKapunkt, 8

Natürlich gab es zur Zeit der Dinosaurier jede Menge Gebirgsbildungen. Das Relief der Erde hat sich in den 170 Millionen Jahren, in denen sie die Erde beherrschten, immer wieder verändert.

Bevor Pangaea am Ende der Trias und im frühen Jura auseinanderbrach, bewegten sich die Kontinentalplatten noch aufeinander zu, so dass einige gewaltige Faltengebirge entstanden. Einige von ihnen waren damals weit höher als der Himalaya heute und einzelne Berge und Vulkane könnten auch in der Trias sogar noch über 10.000 Meter hoch gewesen sein.

Gebirge entstehen aber nicht nur durch Auffaltung, sondern auch durch Vulkanismus über sogenannten Hot-Spots. Auch in Pangaea hat es diese Hot-Spots gegeben und auch heute noch sind einige davon übrig. Der sibirische Trapp zum Beispiel hat sich bereits vor den Dinosauriern gebildet, am Ende des Perms. 

Einige Faltengebirge, die es heute noch gibt, hat es auch bereits zur Zeit der Dinosaurier, auch in der Trias bereits gegeben und diese waren damals sogar noch viel höhere Gebirgszüge als heute, wie zum Beispiel die Hamersley Range in Australien oder der Kanadische Schild. Sie haben sich schon viele Millionen, einige sogar Milliarden Jahre vor Entstehung Pangaeas gebildet.

Am Ende der Dinosaurierzeit, als Pangaea bereits lange zerfallen war, begannen sich übrigens auch einige Gebirgszüge herauszuheben und aufzufalten, die heute zu den bekanntesten zählen. Pyrenäen, Alpen und Karpaten waren in der Kreidezeit noch kleine Hügelketten. Auch die Rocky Mountains gab es bereits: sie waren damals sogar der höchste Gebirgszug und ungefähr so hoch wie der heutige Himalaya.

Antwort
von mineralixx, 11

Die gezeichneten Bilder (ähnlich Dioramen) zeigen -was das Relief der Umgebung der Saurier-Populationen betrifft- vor allem die Phantasie der Zeichner, nicht die damalige reale Situation. Aber auch beim Auseinanderdriften von kontinentalen Krustenplatten können Faltengebirge entstehen, nämlich durch die Subduktion ozean. Krustenteile unter diese Platten (vgl. Westküste Südamerikas der Gegenwart).


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