Frage von Reisefreak, 218

Gebäudeversicherung - wer zahlt bis Sonderkündigung?

Ich habe letztes Jahr im Sommer ein anderes Haus gekauft. Leider wurden mir keinerlei Hausunterlagen übergeben, auch die spätere Nachsendung war nur leeres Versprechen.

Nun erhielt ich erstmals, nach so langer Zeit, von der Versicherungsgesellschaft der Gebäudeversicherung ein Schreiben. Offensichtlich haben die auch erst vom letztjährigen Eigentümerwechsel erfahren...

Natürlich nehme ich mein Sonderkündigungsrecht wahr, denn zwischenzeitlich hatte ich mich selbst um eine Versicherung umgesehen.

Muss der Hausverkäufer die Gebäudeversicherung bis jetzt zahlen oder endet dies mit dem Eigentümerwechsel im Grundbuchamt. Offensichtlich wurde seinerseits nicht rechtzeitig gekündigt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Apolon, 157

 Muss der Hausverkäufer die Gebäudeversicherung bis jetzt zahlen oder endet dies mit dem Eigentümerwechsel im Grundbuchamt. Offensichtlich wurde seinerseits nicht rechtzeitig gekündigt.

Von Seiten des Verkäufers wäre es völlig falsch die Wohngebäudeversicherung zu kündigen, denn er trägt bis zur Überschreibung im Grundbuch die Haftung für Schäden am Hause.

Wenn der Verkäufer versäumt hat seiner Wohngebäudeversicherung mitzuteilen, dass das Gebäude verkauft wurde und auch der neue Gebäudeeigentümer nicht mitgeteilt hat, darf er natürlich die Beiträge weiter zahlen.

Möglich wäre ja auch, dass der Versicherer versäumt hat, den neuen Eigentümer anzuschreiben.

Kommentar von Buerger41 ,

Die wirtschaftliche Verantwortung für das Objekt ist im Kaufvertrag geregelt.

Die Auflassung ist für den Eigentumsübergang wichtig.

Antwort
von DolphinPB, 124

VVG § 95 Veräußerung der versicherten Sache

"(1) Wird die versicherte Sache vom Versicherungsnehmer veräußert, tritt an dessen Stelle der Erwerber in die während der Dauer seines Eigentums aus dem Versicherungsverhältnis sich ergebenden Rechte und Pflichten des

Versicherungsnehmers ein.

(2) Der Veräußerer und der Erwerber haften für die Prämie, die auf die zur Zeit des Eintrittes des Erwerbers laufende Versicherungsperiode entfällt, als

Gesamtschuldner.

(3) Der Versicherer muss den Eintritt des Erwerbers erst gegen sich gelten lassen, wenn er hiervon Kenntnis erlangt hat.

Aber:

VVG § 96 Kündigung nach Veräußerung

...

(2) Der Erwerber ist berechtigt, das Versicherungsverhältnis mit sofortiger Wirkung oder für den Schluss der laufenden Versicherungsperiode zu kündigen. Das Kündigungsrecht erlischt, wenn es nicht innerhalb eines Monats nach dem Erwerb, bei fehlender Kenntnis des Erwerbers vom Bestehen der Versicherung innerhalbeines Monats ab Erlangung der Kenntnis, ausgeübt wird.

(3) Im Fall der Kündigung des Versicherungsverhältnisses nach .... Absatz 2 ist der Veräußerer zur Zahlung der Prämie verpflichtet; eine Haftung des Erwerbers für die Prämie besteht nicht.

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Antwort
von schleudermaxe, 88

Das kann ich kaum glauben, denn jeder Geldgeber verlangt einen
Versicherungsnachweis und Barzahlung wird ja meist nicht praktiziert,
oder in diesem Fall doch?

Kommentar von Reisefreak ,

Das verwechseln Sie jetzt aber mit der Brandversicherung, diese ist Pflicht und die haben wir auch herausgefunden, weil diese mit der früheren Pflichtversicherungsgesellschaft identisch war (da haben wir einfach mal telefonisch nachgefragt).

Die Gebäudeversicherung (Wasser/Sturm) ist dagegen freiwillig. Manche haben so etwas gar nicht.

Kommentar von schleudermaxe ,

Wo bitte ist sie pflicht? In den gesetzgeberischen Vorgaben finde ich nichts.

Kommentar von MoechteAWissen ,

@Smax

Nicht mehr, aber sie war lange Zeit eine Pflichtversicherung.

Dabei hatten verschiedene VU Monopolstellungen. Dies führte dazu, das VU -A) Feuer eindeckte und VU    -B den Rest.

Kommentar von schleudermaxe ,

Früher hatten wir auch einen Kaiser, nur, wer will wissen, was früher war, heute ist die Versicherung fällig, oder? Und da kann ein jeder sich eben aussuchen.

Antwort
von stertz, 127

Die Versicherung hat er abgeschlossen, er ist Versicherungsnehmer und Vertragspartner der Versicherung. Also muß er auch zahlen solange er nicht kündigt.

Kommentar von DolphinPB ,

Na ja, so wie Du das hier sagst, stimmt das in diesem Fall nicht.

Kommentar von stertz ,

Wenn du es besser weißt, was ich nicht abstreiten möchte, erkläre es dem Fragesteller doch, damit wäre ihm sicher mehr geholfen.

Kommentar von DolphinPB ,

ruhig Blut :-), ist ja gar nicht so falsch, hat aber nichts mit der Kündigung des Verkäufers zu tun.

Kommentar von Apolon ,

@stertz,

es wäre völlig falsch, wenn der Verkäufer seine Wohngebäudeversicherung kündigen würde, denn sollte zwischen dem Versicherungsende und der Grundbuchübertragung ein Schaden eintreten, dann müsste der Verkäufer diesen mit seinem Privatvermögen abdecken, bzw. der Käufer könnte auch vom Vertrag zurück treten.

Dies wäre dann der Ruin, des Verkäufers.

Antwort
von Reisefreak, 73

Also muss der Hausverkäufer die Versicherungsprämie bis jetzt zahlen?

Da bin ich aber beruhigt, denn so wie ich dem Schreiben entnehme, sind die Prämien bis heute offen.

Kommentar von DolphinPB ,

Aber der Vertrag wurde (noch) nicht von der Versicherung gekündigt (wegen Nichtzahlung) oder ?

Kommentar von Reisefreak ,

Offensichtlich... alles sehr seltsam.

Der Hausverkäufer hat sich ganz wohl um nichts gekümmert und ich wusste bis jetzt von nichts.

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