Frage von schbille, 352

Gebärmutterentfernung-panische Angst!?

Hallo zusammen, in ein paar Tagen muss ich in die Klinik da bei mir die Gebärmutter entfernt werden muss. Auf der einen Seite bin ich erleichtert dass das endlich nach über 12 Jahre Schmerzen und Qualen gemacht wird. Aber jetzt steigt in mir die Panik! Ich leide eh an Panikattacken und meine Hausärztin ging darauf nicht ein. Sie ist neu in der GemPraxis und noch recht jung. Meine Angst fängt an bei ich werde nicht mehr wach bis hin ich werde wach und etwas ist schief gelaufen. Habe versucht im Internet Infos zu finden, aber da fand ich dann leider auch nur die schlimmsten Geschichten von man könne hinterher nicht mehr zur Toilette gehen bis über Monate schlimme Schmerzen. Ich schlafe nicht mehr, mache mir Sorgen wegen meiner Kinder. Was ist wenn wirklich was schief geht? Was ist dann mit meinen Kindern? Ich hoffe hier ehrliche Antworten zu finden die mir meine Angst etwas nehmen. Ich bin kurz davor alles abzusagen und mich lieber weiterhin mit starken Medikamenten über Wasser zu halten. Hört sich blöd an, aber momentan überwiegt die Angst. Wie ist das bei dieser OP? Wie ist das hinterher? Geht es einem wirklich so schlecht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hoentrop1965, 218

Hallo Schbile,

meine OP war am 13.04.2016 und ich bin seit gestern wieder zu Hause. Mir geht es recht gut.

Um Dir Mut zu machen, möchte ich Dir schildern, wie es bei mir war:

Vor 15 Jahren habe ich mich 35-jährig sterilisieren lassen, da ich keine Kinder mehr wollte und auch keine Lust mehr hatte weiterhin die Pille zu schlucken. Klar ist dieser Eingriff beim Mann einfacher, aber verlässt sich schon auf einen Mann????

Seitdem hatte ich mächtig starke Regelblutungen mit heftigen Schmerzen. Mein damaliger GYN verordnete mir Hormone, also wieder die Pille. Nach drei Monaten trat keine Besserung ein und so bin ich bis Februar 2016 nicht mehr beim GYN gewesen, wusste aber, dass ich Myome habe.

Inzwischen hatte ich die Wechseljahre erreicht, unregelmäßige Blutungen, also betrachtete ich meine weiblichen inneren Organe als überflüssigen Balast. Myome, mögen ja nicht unbedingt operativ entfernt weden müssen, aber nur so wird man sie wirklich dauerhaft los. Alles andere ist in meinen Augen Kokolores. Klar in der Menopause trocknen sie ein, sind sie deshalb aber weg??? Ich denke nicht und keiner weiss, was dann daraus wird. Da aber die OP nur vor der Menopause durchgeführt wird, weil Frau das so will, habe ich mich für die absolut radikale Methode entschieden und die Eierstöcke und auch den Gebärmutterhals gleich mit entfernen lassen und konnte so mit einem Schlag das dreifache Krebsrisiko ausschliessen und mich endgültig von diesen fürchterlichen Regelblutungen befreien.

Das Ganze wurde durch einen Bauchschnitt durchgeführt, denn hier sieht der Operateur am besten was er tut, was für mich auch gleichbedeutend mit höherer Sicherheit ist.

Man hat mir noch eine PDA zusätzlich zur Vollnarkose angeboten, die habe ich aber abgelehnt. Es gibt ja noch andere Schmerzmittel und die bekommt man auch ganz nach Bedarf, sobald man aus der Narkose aufwacht. Natürlich ist das keine schmerzfreie Sache, aber durchaus auszuhalten. Am Tag nach der OP konnte ich nicht mehr liegen, so verspannt war ich. Aber ich durfte auch schon aufstehen und das tat gut. Der Schlauch für das Wundwasser konnte auch schon gezigen werden. Für die Nacht gab's eine ordentliche Schmerztablette und eine Schlaftablette, so fand ich dann doch die nötige Entspannung. Am 2ten Tag nach der OP wurde der Blasenkatheder gezogen und ich durfte Duschen. Klar strengte mich Bewegung auch an, aber dafür fand ich auch Schlaf in der Nacht.

Am 3ten Tag nach der OP stand schon fest, dass ich am 4ten Tag nach der OP schon wieder nach Hause durfte, wenn es mir weiterhin so gut ginge. So kam ich gestern nach Hause, klar darf ich mich nicht gross anstrengen, da mache ich alles eben ein bisschen langsamer und mir geht es gut.

Dass ist natürlich keine Garantie, dass das bei jedem so gut läuft.

Das wider um ist meiner Meinung aber auch eine Frage der Einstellung. wie man an die OP herangeht. Auf jeden Fall solltest Du mit den Ärzten im KKH über Deine Panik sprechen. Vielleicht hilft es Dir ja auch, Deine "Angelegenheiten" vor dem KKH zu regeln. Ich habe vor der OP meinem Lebensgefährten einen Brief geschrieben, für den Fall, dass mir etwas passiert und mein Testament erstellt. Als ich das erledigt hatte, war ich viel ruhiger.

Ich hoffe nun sehr, dass ich Dir mit meiner Schilderung zumindest ein bisschen helfen konnte und wünsche Dir von Herzen 💕 alles Gute, ganz egal für welchen Weg Du Dich entscheidest.

Viele Grüße

Anke

Antwort
von Tanzistleben, 184

Hallo Schbille, 

vielleicht bin ich ja schon zu spät mit meiner Antwort, trotzdem möchte ich dir noch sagen, dass auch meine Gebärmutterentfernung völlig problemlos vorbei gegangen ist und ich seither nie wieder irgendwelche Schwierigkeiten hatte.

Wegen der Narkose musst du auch keine Angst haben, denn man wird nie so gut überwacht, wie in der Narkose. Der Anästhesist bleibt während der gesamten OP-Dauer neben dir sitzen, beobachtet genau alle Geräte und würde sofort reagieren, wenn irgendein Wert abweichen würde. Sag ihm nur bitte vorher von deinen Panikattacken und wenn du Medikamente nimmst, teile ihm ganz genau mit, was und in welcher Dosierung. Je besser er Bescheid weiß, desto besser kann er sich darauf einstellen und die Narkose dosieren.

Dein Operateur ist sicher auch sehr geübt und wird diese OP schon viele, viele Male durchgeführt haben. Auch er möchte, dass du danach zufrieden bist und dass alles in bester Ordnung ist. Ich durfte auch am 4. Tag danach schon wieder nach Hause gehen. Du bekommst einen Merkzettel, auf dem steht, wie du die Narbe nach der Nahtentfernung pflegen sollst und wie lange du nicht schwer heben und tragen darfst. Wenn du dich daran hältst, bist du auf der sicheren Seite!

Ich wünsche dir alles Liebe und rasche und gute Besserung. 

Viele Grüße 

Lilly

Antwort
von fssbllknd, 205

Meine Mutter hat vor gut einem Jahr ihre Gebärmutter raus bekommen. Sie sagt, es sei eine ihrer besten Entscheidungen gewesen. Bei ihr wurde das Ambulant gemacht, sie blieb nach der OP noch ein paar Stunden im Aufwachraum und dann konnte sie auch schon wieder mit nach Hause. Über Schmerzen hat sie sich bis heute nicht beklagt. 

Alles Gute für die OP, es wird nichts passieren, die Ärzte wissen was sie machen.

Kommentar von schbille ,

Ambulant? Mir wurde gesagt ich muss mind 5 Tage in der Klinik bleiben. Zumindest ist es schön zu lesen dass sie keine Schmerzen hatte und alles gut lief. Danke

Antwort
von gartenkrot, 158

Ich habe meine vor10 Jahren raus bekommen und das war die beste Entscheidung die ich überhaupt treffen konnte, ich habs noch keinen einzigen Tag bereut. Der Eingriff läuft sehr schonend über einen kleinen schnitt am Bauch nabel ab und am nächsten Tag bist du wieder auf den Beinen. Schmerzen hatte ich nachher keine, bis auf kleine regelschmerzen in der ersten Woche nach dem Eingriff. Seither bin ich vollig Schmerzfrei und das betrachte ich als Geschenk! Deine Ängste mehme ich sehr ernst, denn die hatte ich auch, die sind aber unbegründet! Die Angst, hinterher keine Frau mehr zu sein ist eine reine Kopfsache, hormonell verändert sich nichts. Freilich musst du dich die ersten Wochen schonen um die innere Wunde heilen zu lassen aber dann bist du ein neuer Mensch! Falls du noch fragen hast dann melde dich bei mir. Du schaffst das!

Antwort
von schbille, 120

So, meine OP ist jetzt 4 Wochen her. Verlief auch alles gut. Nach einer Woche durfte ich heim. Am Montag kam allerdings Blut. Di früh dann zu meinem Gyn. Er sagte dass das nicht schlimm sei solang das Blut nicht wie bei einer starken Regel nur so läuft. Seit gestern Abend dann normaler Wundfluss. Eben gerade wieder Blut. Das macht mich so fertig. Mein Doc sagte dass das auch noch gut 2 Wochen so sein kann. Ich bin mit den Nerven am Ende

Antwort
von anaandmia, 190

Hallo :)
Kenne jemanden aus dee Familie der hatte diese OP auch und sie war wirklich nicht "schlimm", sie konnte schnell entlassen werden und hatte kaum schmerzen.
Was die panikattacken angeht würde ich noch zu einem andern arzt aus der praxis gehen und darüber sprechen. Würde dir auch raten das im krankenhaus bei dem aufklärungsgespräch zu erwähnen
Alles Gute :)

Kommentar von schbille ,

Ja ich glaube das muss ich machen. Denn es wird jetzt mit jeden Tag schlimmer. Herzrasen, das Gefühl nicht atmen zu können, nachts Albträume usw. Danke

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