Gaslötbrenner zur Selbstverteidigung verwenden, geht das?

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5 Antworten

Abgesehen davon, dass ein kleiner Gasbrenner vermutlich nur in den wenigsten aller Fälle geeignet ist, sich zu verteidigen:

Ja, du darfst dich in der von dir beschriebenen Art und Weise wehren, solange es erforderlich ist. Die Verteidigung muss nicht verhältnismäßig sein!

Allerdings gilt bei Betrunkenen und Kindern nur ein eingeschränktes Notwehrrecht. 

Dein Bezug auf § 33 StGB ist insofern falsch, dass der § 33 gerade die aus der Situation entstandene Furcht oder Schrecken anspricht - was nicht vorher planbar ist. 

Übrigens ist der 32 ein Rechtfertigungsgrund, der 33 aber ein Schuldausschließungsgrund, was ziemlich heftige Rechtsfolgen außerhalb der Notwehr nach sich ziehen kann. 

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Mit der hier bereits genannten Einschränkung zu Kindern/ Betrunkenen:

Sicher, dürfen darfst du. Theoretisch. Praktisch auch, wenn du etwa gerade an deinem Zaun damit arbeitest und dann jemand vorbei kommt u.s.w.

Realistischerweise wirst du das Ding erst aus irgendeiner Tasche kramen und zünden müssen, was bei einer *echten* Notwehrsituation der Moment ist, wo du ausgeschaltet wirst (funktionell gemeint, nicht dein Tod).

Zum "geht das?" Das musst du dich selbst fragen. Kannst du in einer bedrohlichen Situation die Ruhe bewahren, innerhalb von Sekundebruchteilen so ein Ding zu ziehen, zu zünden und dich in eine entsprechend sinnvolle Distanz zum Angreifer zu bringen UND das Ding dann auch einzusetzen?

5 Sekunden sind völlig unrealistisch. So lange dauert schon ein echter, erfolgreicher schneller Kampf. Fühlt sich meistens anders an, aber in der Regel misst man solche Dauern in Sekunden, nicht Minuten.

Du solltest dir überlegen, wovor du dich fürchtest. Wie sehen solche Situationen aus?

Dann: Arbeite an deiner Körperhaltung, deinem Ausdruck, deiner Stimme. Damit verringerst du schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass was passiert. Und dann guck dir zwei, drei SV-Varianten an, bis du eine findest, die dir liegt. Das Angewiesensein auf irgendwelche Tools ist für Laien nie eine gute Idee. Damit macht man sich im Kopf viel zu abhängig.

Man sollte, beispielsweise, nie eine Waffe oder einen als Waffe zu gebrauchenden Gegenstand einsetzen, gegen den man sich selbst nicht verteidigen kann.

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Um dass überleben zu sichern, ist fast alles erlaubt. Es brennt ein großes Loch hinein und man bekommt eine Verbrennung drittengrades. Also ein Besoffener Penner hat eine sehr sehr langsame Reaktionszeit, da müsste es schon ausreichen, auszuweichen und ihn von hinten zu schuppsen. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit hinfliegen. Dann kann man schnell gehen.

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Nein, sowas darfst Du nicht, denn Verbrennungen verursachen bleibende Schäden. Von daher keine Verhältnismäßigkeit, denn Du darfst nur einen Angriff abwehren. Außerdem, wie willst Du ein solches Gerät einsetzen, ohne dem Angreifer nahe zu kommen? Besorge Dir ein Pfefferspray, damit kannst Du Dich aus sicherer Entfernung verteidigen.

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Kommentar von RobertLiebling
31.01.2016, 10:44

denn Verbrennungen verursachen bleibende Schäden.

Daher darf man Angriffe auch keinesfalls mit Schusswaffen o.ä. abwehren, denn diese könnten ja auch bleibende Schäden hinterlassen^^.

Wer rechtswidrig geschützte Rechtsgüter eines Anderen angreift, geht nun mal ein Risiko ein.

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Ich fürchte kaum, dass das als Notwehr durchgehen wird. Du sagst es ja bereits selbst:

ich halte den Brenner 5 Sekunden lang auf seinen Pullover/Jeans.

Wenn du die Möglichkeit hast, das 5 Sekunden machen zu können, ist das sicherlich keine Notwehr mehr. - Im Gegenteil, man wird dir unterstellen dass du das geplant hast. Allein schon wenn du das Gerät an Orten mit dir rumschleppst, die dafür extrem untypisch sind. 

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Kommentar von furbo
31.01.2016, 08:39

Allein schon wenn du das Gerät an Orten mit dir rumschleppst, die dafür extrem untypisch sind. 

Du hast schon recht, Notwehrsituationen, die mit so einem Gasbrenner abgewehrt werden können, dürften sehr selten sein (zumal er ja erst zum Brennen gebracht werden muss).

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