Frage von Kitty113, 352

Gar keine Freunde zum Treffen, was soll ich tun?

Ich sitze gerade in meinem Zimmer, und bin vor allem aufgrund meiner jetzigen Lage total deprimiert und kurz davor in Tränen auszubrechen.

Seit ein paar Tagen fühle ich mich sehr verlassen und alleingelassen. Denn letzten Sonntag hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin von mir hatte, bei welchem sich herausstellte, dass sie ab den nächsten Wochen fast gar keine Zeit mehr für mich haben wird, da sie in 2 Wochen mit ihrer Ausbildung beginnt und davor angeblich sehr viel dafür lernen muss. Zwar wird sie während ihrer Ausbildungszeit jedes Wochenende freihaben, doch sie meinte, sie werde Samstags ihre Ruhe haben wollen oder etwas mit ihrer Familie machen, da sie in der Regel nicht so viel mit ihnen zutun und auch nur sehr wenig Zeit für sie habe :´( Sonntags könne es bei ihr jedoch an manchen Wochenenden klappen, wenn überhaupt noch. Und wenn auch, dann nur sehr unregelmäßig... Wenn ich so darüber nachdenke, war/ist sie die einzige Person, mit der ich mich in meiner Freizeit treffe/getroffen hatte. Denn ansonsten habe ich gar keine Freunde, mit denen ich mich außerhalb der Schule/meines Sportvereins treffen könnte...

Seit etwa einem halben Jahr bin ich in einer neuen Klasse. Dort gibt es ein oder zwei Mädchen, mit denen ich mich gut verstehe und große Pausen verbringe, wenn es sich ergibt. Auch fahren wir in letzter Zeit ein - oder mehrmals pro Woche zusammen nachhause, da wir zum Teil in die selbe Richtung und mit der selben Bahn fahren müssen, doch sobald die Schule vorbei ist oder wir uns in der Bahn verabschiedet haben, hören wir gar nichts voneinander. Auch in den Ferien, an Feiertagen und an Wochenenden haben wir nix miteinander zutun, denn sie haben außerhalb der Schule schon ihre Bekanntes- und Freundeskreise, weshalb ich sie nicht fragen kann/will, ob sie sich regelmäßig außerhalb der Schule mit mir treffen möchten... Allerdings gehe ich noch außerhalb der Schule in ein Sportverein, aber dort werde ich von allen (bis auf einer Person) entweder ignoriert oder ausgegrenzt.

So wie es aussieht, bin ich ganz allein. Daher werde ich wohl jedes Wochenende und in den ganzen Ferien (was vor 3 Jahren schon der Fall war) alleine Zuhause rumhocken müssen und nur mal zum Einkaufen rausgehen?

Was soll ich tun? Bin wirklich sehr verzweifelt? Bin echt ratlos

Ps: Bin 19 und weiblich

Antwort
von Ninni381, 129

Hi Kitty, das ist wirklich traurig und tut mir sehr Leid. Du kommst unheimlich sympathisch rüber, und es gibt ganz bestimmt viele Leute in deiner Umgebung, die prinzipiell auch gern mit dir befreundet wären.

Bei mir herrscht tatsächlich mental eher das Gegenteil vor, und du hast ja selbst um mehr Antworten gebeten; daher wollte ich spontan mal meine persönliche Situation etwas anreißen.

Ich bin eigentlich ein Einzelgänger, der sich von allzu innigen sozialen Kontakten sehr schnell eingeengt und genervt fühlt. Meine (für mich) total spannenden Hobbies und meine ausgeprägte Tierliebe füllen große Anteile meiner Freizeit, und ich ruhe dann zumeist sehr glücklich in mir selbst.

Ich habe einige gute Freunde und auch einen lockeren Bekanntenkreis, und man trifft sich in gewisser Regelmäßigkeit. Oft genug muss ich mich dazu dann tatsächlich ein klein bisschen überwinden, um eben nicht zum Einsiedler zu werden.

So wie dich die Einsamkeit abschreckt, ertrage ich absolut kein ständiges (menschliches) "Gewusel" und "Gequatsche" um mich herum. Neuen Freunden muss ich zuerst einmal auf nette Art klarmachen, wie ich ticke, und dass ich weder desinteressiert noch phlegmatisch bin.

Diese anonyme Plattform empfinde ich als überaus angenehm, denn man kann einander helfen, sich intensiv austauschen, und jeder verbleibt dennoch ohne weitere Verpflichtungen in seiner eigenen Komfortzone.

Meine Antwort ist dir natürlich keine Hilfe bei der Suche nach neuen Freunden, doch vielleicht tut dir ein kleiner Wechsel der Perspektive ja doch ganz gut. Und PS: Es gibt bestimmt auch in deiner Stadt VHS-Kurse zu allen möglichen spannenden Themen; melde dich doch einfach mal spontan für einen an, der dir gefällt...

Ich wünsch' dir was, und sei bitte nicht mehr so traurig!


Antwort
von FurtherMind, 131

Dann geht es dir genau wie mir in deinem Alter. Ich weiß nicht wie du aussiehst, was du gerne machst und wie reif du bist oder in was für einem Umfeld du aufwächst...  Ich war damals so das typische Mädchen dem man ansah, dass die Mutter die Klamotten aussucht und sie der Abgetragene Fummel der älteren Schwester sind, vom Kopf her ungewöhnlich reif/vernünftig, aber unglaublich schüchtern und wollte nichts mit Alkohol oder Zigaretten zu tun haben. Die wenigsten Menschen erscheinen interessant oder "geeignet". Dieses typische Clique bilden, Spaß haben, aber sobald eine Person weg ist wird über sie ohne Ende gelästert - komplett für den Ar*ch, dann lieber alleine sein.

Für mich hört es sich an, als wärst du derzeit in einer Situation, in der Depressionen eine ernst zu nehmende Gefahr werden. Niemand kann dir beibringen Freunde zu finden, die deine Interessen teilen und die dich mögen. So wie ich das bei dir sehe, ist Sport zwar ein Hobby, heißt aber nicht, dass andere dich respektieren oder ihr aufgrund dessen gemeinsame Gesprächsthemen habt. 

Ich finde es auch ein wenig unglaubwürdig von deiner Freundin, dass sie plötzlich wirklich gar keine Zeit mehr für dich hat. 

Ich rate dir, dir ganz schnell positives denken und Optimismus anzueignen. Finde Hobbys, die viel Zeit in Anspruch nehmen und für die du keine anderen Menschen brauchst. Du musst unbedingt lernen, dass dein eigenes Glück nicht von anderen anhängig ist. Erst wenn du das geschafft hast und dadurch geistig eine stabile Grundlage hast, die dir Halt gibt, wenn es mit der Gesellschaft dann doch mal schief geht, solltest du anfangen dir Gedanken über andere zu machen. Ansonsten kann es genau wie jetzt dazu führen, dass es dich bis fast ganz unten reißt. Lernst du das nicht, wird das immer wieder passieren und irgendwann schaffst du es nicht mehr, darüber nicht nachzudenken und bleibst traurig. Das gilt es zu verhindern. 

Halte mich für einen Fre*k, aber ich habe mich ca. vier Jahre über Ameisen Haltung informiert und es auch getan. Passend dazu wurde ein weiteres Hobby dazu fotografieren und Waldspaziergänge. Letzten Endes saß ich dann immer mit Kamera in der Tasche im Wald um Bäume und Tiere + Seen zu fotografieren und brachte mir selber Flöte spielen bei. Vor etwa einem Jahr habe ich zum ersten Mal einen richtigen Freundeskreis gehabt, der mir unglaublich viel bedeutet hat. Am Ende (vor wenigen Mobaten) gewannen die Depressionen mal wieder, ich habe diese Leute aus meinem Leben verbannt, mich von der Welt abgeschottet, stark abgenommen, bis zu 16 Stunden am Stück geschlafen,viel aus Einsamkeit geweint. 

Vor einer Woche habe ich wieder angefangen meinen Hobbys nach zu gehen, die ich angefangen habe als ich 14 war, bis ich 18 wurde. Jetzt mit 21 würde ich sagen, hält mich das über Wasser, es hilft mir, über dem Loch zu schwimmen und mich nicht mehr so aufzugeben. Das ist meine solide Grundlage - dennoch muss ich bald einen Psychologen aufsuchen, denn an schlechten Tagen weiß ich, dass mich das nicht dauerhaft ablenken kann und doch ist es etwas was ich in deinem Alter für mich aufgebaut habe, wofür es keine anderen Menschen braucht. Das brauchst auch du, auch wenn es nicht sicher ist, dass du irgendwann Selbstmordgedanken und Depressionen bekommst - es kann es verhindern - merkst du nach langer Zeit, dass deine Gedanken immer wieder in diese Richtung gehen und du nur Phasenweise glücklich bist, brauchst auch du einen Psychologen. 

Ich hoffe ich konnte dir das ein wenig verständlich machen und dir anhand meines Beispiels klar machen, wie wichtig das ist...   Falls du noch fragen hast, schreib mich ruhig an. 

LG

Antwort
von Naiver, 102

Hallo Kitty...,
anders als jetzt das üble Symptom zu vermeiden (schlechte Ärzte handeln nur -gegen- ein Symptom), würde ich dich gerne auf die Grundsatzfragen führen: "Was verursacht mein Alleinsein?" Und "Was verhindert mein Alleinsein?"

Beantworte dir die Fragen nicht zu schnell und eben nicht nur auf der Symptomebene, also nicht nur, dass du unglücklich alleine bist. Jedes "Symptom" (dieser Begriff macht vieles schnell klarer), also jetzt dein Alleinsein, kann uns auf etwas hinweisen, was uns fehlt.

=
Alle Ärzte und Weisen des Landes fragten den kranken König Amphortas: "Was hast du denn, Oheim?" und konnten ihm nicht helfen. Der junge Parzival war überhaupt nicht ausgebildet und völlig ungeblendet von Wissenschaften. Er fragte nur ganz simpel: "Oheim, was -fehlt- dir...?" Und heilte ihn damit!
=

So ein Alleinsein wirft dich ganz auf dich zurück. Dir bleiben jetzt nur Selbstbetrachtung und.... Achtung! ...die Suche danach, was DIR jetzt fehlt! Schau nach, was dir wirklich fehlt. Dadurch, dass du dich nun einsam fühlst, wird dein Blick gelenkt auf das, was fehlt. Und dann... eine uralte, aber erlösende Weisheit: Verschenke, was dir fehlt!

Verschenke Aufmerksamkeit, liebe Worte und echte Anerkennung, Sympathie und Hilfe! Interessiere dich für andere - auch nur ein Lächeln für Straßenbahnschaffner, Politessen, Kioskmänner...!

Das Leben IST wie ein Spiegel, du bekommst immer alles zurück! Na gut, manchmal gibts auch Lieferzeiten. :- )

Okay?


Kommentar von Naiver ,

Vielleicht sollte ich noch etwas dazusagen...

Verschenken ist wie richtiges Verzeihen immer NUR einseitig und immer endgültig! Du verschenkst etwas immer, ohne jede Gegenleistung - "schenken" heißt bedingungslos fortgeben! Genau wie ein Verzeihen etwas ver-zeiht (sprachlich: NICHT mehr anklagen wird) und somit restlos sein muss. Sonst ists kein Verzeihen und kein Verschenken, hm? ;- )

Antwort
von NilsCa, 62

Auch wenn ich keine Frau bin kann ich dich sehr gut verstehen. Ich bin ebenfalls 19 Jahre alt habe seit 4 oder 5 Jahren keinen Kontakt mehr zu Freunden da diese von den Abgebrochen wurde. Auch nachher hatte ich keine Freunde finden können oder mich in anderen Freundeskreisen intrigieren können. Hatte auch noch nie eine Freundin da sie mich immer Abblitzen lassen haben. Werde von Klassen Kameraden andauern ignoriert oder sogar beleidigt.

Aber mir geht es so gut wie noch nie zuvor, ich konzentriere mich auf die dinge wo ich lust drauf habe z.b. Schule oder habe eine Große Leidenschaft für Star Wars entwickelt. Auch wenn ich alleine bin, oft doof angekuckt oder Belächelt werde weil ich mir z.b.  Star Wars Karte kaufe und mich wie ein klein Kind über eine Süßigkeit dadrüber freue, fühle ich mich wohl und das ist einer der wichtigsten sachen der Welt. 

Mach das was du gut kannst oder such dir etwas was du vielleicht noch lehren musst und konzentriere dich darrauf.


Antwort
von Aqua126, 83

Hallo , in deinem Alter sollte man sich nicht nur auf eine einzige Person fixieren (das habe ich auch mal gemacht) , sondern sich aktiv mit anderen Menschen/Freunden/Bekannten treffen . Es gibt immer mal Zeiten in denen man sich mal alleine fühlt - diese Zeiten kommen und gehen . Deshalb kann ich dir nur mit auf den weg geben das du dich mit anderen Menschen triffst , und deine Freizeit so gestaltest wie sie dir gefällt . 

Viel Glück : )

Antwort
von zeromus, 108

du könntest dir für dich persönlich mehr zeit nehmen, denn es hängt nicht immer an anderen was man aus sich macht :D

schau dir youtube videos an, gestalte dein zimmer neu, geh schwimmen....find schwimmen super..bahnen zählen, sich selber immer wieder übertreffen

ich hab angefangen schmuck zu basteln, man braucht nur ein paar hübsche anhänger die man sich überall zusammensucht und für ein paar euros bestellt, ketten gibts in allen farben und formen (bronze ist schön!^^)

und schon hat man was richtig cooles fürs handgelenk oder für den hals, ich schweife aber grade ab :D

hast du diese mädels mal angesprochen wies denn aussieht, mal was zusammen machen?? ferienjobs sind vielleicht ganz abwechslungsreich und bringen dir teilweise gutes geld in die taschen

Kommentar von FurtherMind ,

P. S.  Bücher,  Zeichnen, Tauchen, Schmuck basteln, Haustiere, Gartenarbeiten, Musikinstrumente, Kochen... Es gibt viel was helfen kann. 

Antwort
von o0turtle0o, 5

Du kannst mich ja zur Unterhaltung einstellen...die erste Sitzung ist Kostenlos...danach wäre ich mit Gassi führen und Pizza pro Sitzung zufrieden XD

Antwort
von Severnaja, 10

ALso zunächst mal eines, während einer Ausbildung hat man immer mal Zeit was mit einer Freundin zu amchen, deine Freundin erzählt dir da einen vom Pferd. Wenn du überall ausgegrenzt wirst solltest du an deinem selbstbewusstsein arbeiten, such dir vielleicht einen anderen Sportverein oder ein weiteres Hobby und finde etwas das dir Spaß macht und in dem du gut bist, das stärkt das Selbstvertrauen.

Und zu deinen Klassenkammeradinnen, frag sie doch einfach mal ob sie Lust haben was zu unternehmen, nur weil sie bereits einen Bekanntenkreis haben heißt das ja nicht, dass ihr nichts zusammen unternehmen könnt.

Antwort
von SSiMmMone, 111

hi,

ich mache dir zwei vorschläge:

1. lies gute bücher

2. tu etwas gutes für andere, zum beispiel alte und/oder kranke menschen, oder was für kinder

Kommentar von zeromus ,

Ohja die guten Bücher,  das wichtigste hab ich glatt vergessen :D da sink ich immer in ganz andere welten 

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