Ich finde, der Ganztag hat auch schon im Kindergarten und in der Grundschule massive Vorteile. Die Kinder sind gut untergebracht, pflegen soziale Kontakte, bewegen sich viel, spielen und haben Spaß dabei! In der Schule werden AG’s angeboten, die Kinder machen ihre Hausaufgaben dort, und das Thema wird zu Hause – zumindest bei uns – nicht zum leidigen Thema. Es ist einfach normal, dass die Hausaufgaben fertig sind... Meine Tochter fühlt sich im Ganztag pudelwohl und würde am liebsten dort übernachten ;-)
Viele Leute sträuben sich allerdings sehr gegen den Ganztag, weil sie z. B. auf dem Standpunkt stehen, die Eltern / die Mutter gehören zum Kind und müssen nach der Schule für es da sein. Aber bin ich eine schlechte Mutter, weil ich arbeiten gehe? Lebe ich nicht den Kindern so auch Unabhängigkeit und Selbstständigkeit vor? Kann ich nicht trotz Ganztag auch für meine Kinder da sein?
Durch meine Arbeit geht’s mir selbst gut, ich stehe auf eigenen Beinen! Ich habe nicht „nur“ die Kinder, sondern auch noch ein eigenes Leben, komme unter Leute und nicht „nur“ unter Mütter, die meistens nur ein Thema haben: Kinder ;-) Ich finde das sehr wichtig! Ohne den Ganztag wäre das alles überhaupt nicht möglich! Nach dem Kindergarten/der Schule bin ich immer für meine Kinder da, sie können jederzeit zu mir kommen, ich habe immer ein offenes Ohr...
Wie seht ihr das alles?

Und zwar ohne Internetzugang! ;-))


auf jeden Fall!!! Auch mal an die Mütter/Väter denken die alleinerziehend sind und gerne arbeiten würden...In Nordeuropa klappt das bestens!
thomas37 am 20. November 2008 12:30 geb dir recht

generell ja ... bei den ganz Kleinen (3jährige in der Kita z. B.) finde ich es aber mitunter auch schwierig, weil so ein langer Tag für viele doch noch zu viel ist


Gute Sache! :) Kann deinen Argumenten und Ausfuehrungen nur zustimmen!

aber nur, wenns wirklich so läuft. wenn die schueler danach nicht noch massen ha zuhause bewältigen müssen.
Das bringt fuer alle Vorteile, Eltern haben keine Probleme wegen der Arbeitszeit und die Kinder sind den ganzen Tag mit Schule, Hausaufgaben und Angeboten zu Sport, Spiel und Basten beschaeftigt. Und vorallem sind sie unter gleicheltrigen und kommen auf keine dummen Gedanken.
Aus Erfahrung im ehemaligen KiGa-Kreis kann ich sagen, das das Kind nicht glücklich in der Ganztagsschule ist. Warum? Weil die Schule nämlich nicht im Wohnort ist und somit die Klassenkameraden/kameradinnen nach der Schule nicht mehr unbedingt zum Spielen zur Verfügung stehen. Der Kontakt zu den Kindern aus dem Ort, hat sich fast ganz verloren, da das Kind ja den ganzen Tag nicht da ist. Für alleinerziehende Väter/Mütter finde ich es eigentlich gut, aber wenn ein Elternteil zu Hause ist, sollte man darauf verzichten. Ich bin zweigeteilter Meinung.
Diese Meinung kann ich bei meinen Kinder nicht teilen... sie fühlen sich beide pudelwohl - ob im Kindergarten oder in der Grundschule. Dort sind sie doch mit ihren Freunden zusammen. Und die, die man in der Woche nicht sieht, kann man doch auch am WE besuchen...

Du sprichst mir aus der Seele. Die neueste wie auch alle vorherigen PISA- Studien haben mal wieder bestätigt, dass die Länder im Ranking vorne liegen, die die Ganztagsschule verbindlich und verpflichtend für alle Schüler eingeführt haben, z.B. in Finnland (Wovon ich mich bei einem Schulbesuch in Lahti selbst überzeugen konnte). In Finnland kommt noch hinzu, dass sie das dreigliedrige Schulsystem (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) durch eine Integrierte (Gesamt)Schule ersetzt haben. Interessant war allerdings zu erfahren, dass die Finnen sich bei ihrer Schulreform die Strukturen der Polytechnischen Bildung aus der "guten alten DDR" zum Vorbild genommen haben. Es war damals und dort nicht alles schlecht. Und man hat der "ehemaligen Ostzone" unser nicht gerade sehr effizientes 3-gliedriges Schulsystem übergestülpt. Das Bildungssystem der "DDR" wurde im Nachhinein als kommunistisch verteufelt und diskreditiert. Jedenfalls sorgt die Integrierte Ganztagsschule für mehr Gerechtigkeit in der Verteilung von Bildungschancen. Und der "Ganztag" sollte nicht "offen" sein sondern verpflichtend für alle. Vorteil: Kinder, denen ihre Eltern zuhause nicht bei den Hausaufgaben helfen (können) machen ihre Hausaufgaben unter Aufsicht und mit Hilfe von Lehrern in der Schule. Zwei Nachmittagsstunden sollten allerdings für sportliche Betätigungen reserviert sein. Denn unsere Kinder sind im Durchschnitt und im Vergleich zu früher zu dick und das kommt überwiegend von Bewegungsarmut.
Bin da ganz auf Deiner Seite !! Ich hoffe, dass sich das bei uns auch bald durchsetzen wird, da ich als Alleinerziehende auch gerne wieder mehr arbeiten gehen möchte und müßte.
DH!